Schmerzen im Unterleib

Synonyme

Unterleibsschmerzen, Regelschmerzen

Lesen Sie auch:

Einleitung

Grundsätzlich unterscheidet man primäre und sekundäre Gründe für Schmerzen im Unterleib. 

Primäre Ursachen für Schmerzen im Unterleib

Um die Ursachen von Regelschmerzen, bzw. Schmerzen im Unterleib grundlegend zu verstehen, ist eine Kenntnis der Funktionsweise des weiblichen Zyklus hilfreich.
Die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) bildet Botenstoffe (Hormone), sogenannte Gonadotropine, die über das Blut abgegeben werden und Gebärmutter und Eierstöcke anregen.
In den Eierstöcken werden durch diese Anregung (Stimulation) einerseits weitere Hormone gebildet (Östrogene und Gestagene), andererseits reift dort in jedem Zyklus eine Eizelle heran. Die Östrogene wirken ihrerseits anregend (stimulierend) auf die Gebärmutter, sie beginnt mit dem Aufbau ihrer Schleimhaut, die Gestagene erhalten diese Schleimhaut.
In der Zyklusmitte findet der sogenannte Eisprung statt, die gereifte Eizelle wird vom Eierstock (Ovar) in den Eileiter (Tube) abgegeben und wandert in die Gebärmutter, wo sie sich festsetzt sofern sie von einer männlichen Samenzelle befruchtet wird. Findet keine Befruchtung statt, verringert sich die Produktion der Östrogene und Gestagene. Die Schleimhaut, die die Gebärmutter innen auskleidet, wird abgestoßen und mithilfe der Blutung durch den Gebärmutterhals (Cervix) und die Scheide (Vagina) aus dem Körperinneren befördert.
Um die Schleimhaut abstoßen zu können, bildet die Gebärmutter bestimmte Botenstoffe, sogenannte Prostaglandine. Die Prostaglandine werden auch bei Entzündungen im Körper gebildet und bewirken Schmerzen am Ort ihrer Freisetzung.
In der Gebärmutter werden sie mit der Ablösung der Schleimhaut vermehrt freigesetzt, die Gebärmutter zieht sich zusammen um die Schleimhaut abzustoßen. Dadurch entsteht im Gewebe ein Sauerstoffmangel, da die Blutzufuhr begrenzt wird, was zusätzlich zur Prostaglandin-wirkung die Beschwerden während der Menstruation verursacht.
Die Stärke der Prostaglandinfreisetzung ist genetisch bedingt, also vererbt.

Sekundäre Ursachen für Schmerzen im Unterleib

Sekundäre Regelschmerzen / Schmerzen im Unterleib entstehen nicht durch die Prostaglandinfreisetzung während der Monatsblutung / Regelblutung, wie es bei den primären Regelschmerzen der Fall ist, sondern haben eine Grunderkrankung als Ursache.
Eine häufige Ursache für sekundäre Regelschmerzen (Schmerzen im Unterleib) ist die Endometriose.
Dabei handelt es sich um eine Versprengung von Gebärmutterschleimhaut an Stellen außerhalb der Gebärmutter, z. B. in den Eierstöcken, der Scheide oder im Bauchraum. Diese versprengte Schleimhaut reagiert genauso auf die Hormonveränderungen während des Monatszyklus wie die gesunde Schleimhaut in der Gebärmutter, das heißt sie wächst und fängt während der Monatsblutung an zu bluten. Dies führt zu Schmerzen der betroffenen Organe, besonders bei Endometriosen im Bauchraum kommt es zu starken Schmerzen durch Reizung des empfindlichen Bauchfells (Peritoneum). Eine Endometriose kann unter Umständen sogar für Unfruchtbarkeit verantwortlich sein, und sollte bei Beschwerden behandelt werden.
Weitere Informationen erhalten Sie auch unter unserem Thema: Endometriose
Eine weitere Ursache für sekundäre Regelschmerzen können Myome der Gebärmutter sein. Myome sind gutartige Verwachsungen der Gebärmuttermuskulatur, die häufig keine Beschwerden verursachen. Sind sie allerdings sehr groß oder zahlreich, kann eine schmerzhafte Menstruation die Folge sein, auch kann eine Unfruchtbarkeit bei Myomen vorliegen. Bei Schmerzen durch Myome sollten diese operativ behandelt werden.
Letztlich können auch Entzündungen von Gebärmutter und Eierstöcken sowie mechanische Verhütungsmittel wie die Spirale zu sekundären Regelschmerzen (Schmerzen im Unterleib) führen.


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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 06.05.2012