Ursachen der Schulterluxation

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Welche Ursachen führen zu einer Schulterluxation?

Im Hauptthema Schulterluxation wurde bereits auf die Unterscheidung zwischen einer traumatischen und einer atraumatischen Schulterluxation unterschieden. Hier sollen weitere Ursachen für das Entstehen der beiden Formen der Schulterluxation genannt werden. Die posttraumatisch rezidivierende Schulterluxation setzt dabei eine traumatische Erstluxation voraus und kann daher als eine Teilform der traumatischen Schulterluxation gewertet werden.

1. Traumatische (unfallbedingte) Schulterluxation:

Die Ursachen einer traumatischen Schulterluxation liegen beispielsweise in:

  • Unfällen oder
  • Krafteinwirkungen

von außen begründet. Eventuelle begünstigende Faktoren können dabei eine wichtige Rolle spiele,

2. Posttraumatisch rezidivierende Schulter- luxation:

Ursachen und  Verletzungsmechanismen der posttraumatisch rezidivierenden Schulterluxation gelten als weitestgehend geklärt. Sie gelten aufgrund ihrer Bezeichnung als „rezidiv“, sodass bereits eine traumatische (unfallbedingte) Erstluxation vorgelegen haben muss, die darüber hinaus u. U. nicht planmäßig verheilte.

Die häufigsten Ursachen für die Entstehung einer posttraumatisch rezidivierenden Schulterluxation sind:

  • Verbliebene Schäden nach traumatischer Erstluxation, die in der Regel im Erwachsenenalter erstmalig auftritt.
  • Knorpelige/ knöcherne Bankart-Läsion (= Abriss des Labrum glenoidale im Rahmen einer vorderen Schultergelenksluxation)
  • Hill-Sachs-Läsion (= Impression am dorsolateralen (zum Rücken hin, seitlichen) Rand des Humeruskopfes; bei habitueller Luxation) 
  • Schwäche des Kapsel-Band-Apparates
  • Verlust der Propriozeption (= Verlust der Wahrnehmung und Kontrolle der Lage des Körpers im Raum; Sensibilitätsstörung)
  • Muskelschwäche trotz adäquater Rehabilitation

3 Habituelle (multidirektionale) Schulterluxation:

Im Bereich der habituellen Schulterluxation sind sowohl Ätiologie als auch die Krankheitsentstehung noch nicht hinreichend geklärt. Klassischerweise liegt im Rahmen dieser Untergruppierung eine Erstluxation vor, die in der Regel zum processus coracoidia (= Rabenschnabelvortsatz), nach vorne unten gerichtet ist. Eine habituelle Erstluxation tritt überwiegend im Kindes- bis Jugendalter auf. Dabei bleibt in der Regel eine Instabilität vorhanden, die sich meist sehr schmerzarm auswirkt. Darüber hinaus geht man von gewissen Faktoren aus, die sich auf die Entstehung einer habituellen Schulterluxation begünstigend auswirken können:

  • Anomalien im Bereich des Kapselbandapparates
  • Veränderte Kollagenvernetzung bzw. -zusammensetzung der Kapsel
  • Dysplasie der Schulterpfanne (Minderanlage der Pfanne)
  • Verstärkte Neigung der Pfanne nach vorne, verminderte Drehbarkeit des Humeruskopfes nach hinten
  • angeborene Bindegewebsschwäche
    • Ehlers-Danlos-Syndrom (Hyperelastizität, erhöhte Vulnerabilität und Wundheilungsstörung der Haut, Gelenksüberstreckung mit Neigung zur Luxation; erbliches Krankheitsbild)
    • Marfan-Syndrom (erbliches Krankheitsbild, spezielle Bindegewebserkrankung: Veränderung der Augen, des Habitus und des kardiovaskulären Systems)
  • Muskuläre Fehlansteuerung

--> Weiter zum Thema Therapie der Schulterluxation


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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 06.05.2012