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Spondylolisthesis
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Synonyme
Spondylolisthese, Wirbelgleiten, Wirbelkörpergleiten, Gleitwirbel, degenerative Spondylolistesis, degenerative Spondylolisthese, angeborene Spondylolistesis, angeborene Spondylolisthese, Rückenschmerzen
Definition
Eine Spondylolisthese/ Spondylolisthesis bezeichnet ein Wirbelkörpergleiten. Fast immer ist die Lendenwirbelsäule betroffen. Es sind angeborene und erworbene Formen der Spondylolisthese bekannt.
Von den häufigen Ursachen der Spondylolisthesis lassen sich eine kindliche/jugendliche Form von einer verschleißbedingten (degenerativen) erwachsenen Form unterscheiden. Bei der kindlichen/jugendlichen Form kommt es durch eine Unterbrechung des Wirbelkörperbogens (Spondylolyse) zu einer Instabilität der Wirbelkörper untereinander. Betroffen ist vor allem der unterste Wirbelkörperabschnitt (Segment) der Lendenwirbelsäule, Lendenwirbelkörper 5 zu Sacralkörper 1 (Kurz: L5/S1). Hierbei ist der Wirbelkörperbogen von L5 erkrankt und kann über das Kreuzbein (Sacrum) nach vorne in Richtung Bauchraum gleiten (Isthmische Form der Spondylolisthese).
Die erwachsene Form der Spondylolisthese ist Teil der degenerativen Wirbelsäulenerkrankungen / Rückenleiden. Betroffen ist vor allem der Wirbelkörperabschnitt Lendenwirbelkörper L4 zu Lendenwirbelkörper L5. Eine Lysezone (Unterbrechung der Wirbelbögen) liegt nicht vor. Ursache für das Wirbelgleiten (Spondylolisthesis) ist eine degenerative Instabilität infolge einer Höhenminderung der Bandscheibe zwischen L4 und L5 sowie einer allgemeinen Gefügelockerung der stabilisierenden Segmentstrukturen (Bänder, Muskeln etc.).
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Häufigkeit
Die Spondylolyserate bei Erwachsenen beträgt 6%, bei Kindern bis zum Alter von 6 Jahren 4,4%.
In ca. 80% der Spondylolysen liegt eine Erkrankung des 5. Lendenwirbelkörpers vor. Es kommt hierbei zu einem Wirbelgleiten des 5. Lendenwirbelkörpers nach vorne. In ca. 20% liegt lediglich ein einseitiger Spondylolysedefekt im Wirbelkörperbogen vor.
Jungen sind von einer Spondylolyse 2-3-mal häufiger betroffen. Ein schweres Wirbelgleiten tritt jedoch 4-mal häufiger bei Mädchen auf.
In der mehrzahl der Fälle tritt ein Wirbelgleiten infolge einer Spondylolyse zwischen dem 12-17. Lebensjahr auf. Nach Abschluss des Wachstums ist mit einem Fortschreiten der Spondylolistese nicht mehr zu rechnen.
Degenerative Spondylodesen betreffen in ca. 80% das Segment L4/5, in ca. 15% L5/S1 und selten die oberen und mittleren Lendenwirbelsäulenabschnitte.
10% der Frauen über 60 Jahre weisen eine degenerative Spondylolisthese auf. Ein Wirbelgleiten über 30% des Wirbelkörperlängsdurchmessers ist selten.
Anatomie
Die Lendenwirbelsäule (= LWS) wird aus den fünf Lendenwirbeln der Wirbelsäule gebildet. Da sie im unteren Bereich der Wirbelsäule lokalisiert sind, müssen sie den höchsten Gewichtsanteil tragen. Aus diesem Grund sind sie auch wesentlich dicker als die anderen Wirbel. Dies vermeidet jedoch nicht die Verschleißerscheinungen, die besonders in diesem Bereich sehr häufig auftreten. So sind beispielsweise Gelenkabnutzungen und Bandscheibenvorfälle im Bereich der Lendenwirbelsäule am häufigsten.
Die Lendenwirbelsäule unterscheidet sich auch im Aufbau von den anderen Bereichen der Wirbelsäule. So findet man beispielsweise ab dem zweiten Lendenwirbel kein Rückenmark mehr vor, sondern nur noch einzelne Nervenwurzeln, die weiter nach unten ziehen und aus den ihnen bestimmten Nervenwurzellöchern austreten. Diesen Bereich, in dem das Rückenmark endet und der Wirbelkanal durch Nerven ausgefüllt wird, bezeichnet man als „Pferdeschweif“, bzw. medizinisch als Cauda equina.
Röntgenbild Lendenwirbelsäule (LWS)
- Bandscheibe (blau)
- Wirbelkörper
- Kreuzbein (rot)
Stabilisiert wird die Lendenwirbelsäule (LWS) durch die zwischen den Wirbelkörpern liegenden Bandscheiben und einem komplexen System aus Bändern und Muskulatur.
Von besonderer Bedeutung für das Krankheitsbild der kindlichen / jugendlichen Spondylodese ist der Wirbelbogenbereich zwischen dem oberen und unteren Wirbelbogengelenk (Interartikularportion). Besteht in diesem Bereich eine Zone der knöchernen Auflockerung (Lysezone) kann es zum Wirbelgleiten kommen.
Ursache
Eine Spondylolisthesis kann verschiedene Ursachen haben. Es werden folgende Ursachen unterschieden:
- Angeborene, dysplastische Spondylolisthese (selten)
- Kindliche/jugendliche (isthmische) Spondylolisthese (häufig)
- Degenerative, erwachsene Spondylolisthese (häufig)
- Posttraumatische Spondylolisthese (selten)
- Pathologische Spondylolisthese (selten)
- Postoperative Spondylolisthese (selten)
Sowohl im Kindes– und Adoleszentenalter, als auch im Erwachsenenalter kann eine Spondylolisthesis Grund für chronische Rückenschmerzen sein.
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Symptome
Die Beschwerden, die durch eine Spondylolyse / Spondylolisthesis hervorgerufen werden können, sind vielfältig, wenig charakteristisch und von der Krankheitsausprägung abhängig.
Die meisten Patienten mit einer jugendlichen Spondylolyse / Spondylolisthesis haben keine Beschwerden. Die Diagnose ist häufig ein röntgenologischer Zufallsbefund. Degenerative Spondylolisthesen können ebenfalls stumm verlaufen, verursachen jedoch aufgrund der allgemeinen Verschleißerscheinungen an der Wirbelsäule häufiger Probleme.
Zu den Symptomen einer Spondylolyse / Spondylolisthesis können gehören:
- Rückenschmerzen (Lumbago) in Ruhe, bei Bewegung, bei Belastung
- Rückenschmerzen mit Ausstrahlung in die Beine (Lumboischialgie), entweder entsprechend dem Ausbreitungsgebiet (Dermatom) einer Nervenwurzel oder unspezifisch (bei degenerativen Zusatzerkrankungen oder fortgeschrittenem Wirbelgleiten).
- Gefühlsstörungen (Mindergefühl = Hypästhesie), Missempfindungsstörungen (Parästhesien) der Beine (bei fortgeschrittenem Wirbelgleiten).
- Schwächegefühl der Beine
- Bewegungseinschränkung der Lendenwirbelsäule
- Hüftlendenstrecksteife
- Muskelverspannungen
- Blasen-/Mastdarmstörungen (bei fortgeschrittenem Wirbelgleiten mit Rückenmarkeinengung).
Neurologische Ausfälle (Lähmungen, Gefühlsstörungen, Blasen - Mastdarmstörungen) sind sehr weit fortgeschrittenen Fällen einer Spondylolisthese vorbehalten und eher die Ausnahme, weil sich die nervalen Strukturen (Rückenmark, Nervenwurzeln) an die veränderten Platzverhältnisse, bei dem gewöhnlich langsamen Prozess des Wirbelgleitens, bis zu einem gewissen Grad anpassen können.
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