Inhalt:
Erste Hilfe bei Sportverletzungen
Ursachen
Nach Prof. Dr. Böhmer (1992) haben etwa 4 % aller Sportler jährlich einen Unfall. Unabhängig davon steht fest, das das Risiko, sich während eines Wettkampfes zu verletzen höher ist, als sich während des Trainings eine Verletzung zu zuziehen.
Man unterscheidet die allgemeinen Ursachen für das Auftreten einer Verletzung hinsichtlich endogener und exogener Verletzungen. Endogene Verletzungen sind jene Verletzungen, die auf den Sportler selbst bezogen sind. Darunter fallen unter anderem ein unzureichender Trainingszustand, geistige und körperliche Ermüdungszustände, Mangelzustände im Bereich der Ernährung und der Elektrolyte oder nicht ausgeheilte Verletzungen etc.
Exogene Verletzungen hingegen sind Verletzungen, die durch Fremdeinwirkungen, ungünstige Rahmenbedingungen oder mangelhafte Sportausrüstung zurückzuführen sind.
| Übersicht der meisten Verletzungen im Sport |
PECH - Regel
Bei einer akuten Verletzung ist es wichtig, dass eine vollständige sportmedizinische Untersuchung durchgeführt wird. Die Behandlung der Verletzung mit Eis sollte in den ersten 15 bis 20 Minuten nach der Verletzung erfolgen, da sie im späteren Verlauf die physiologische Wundheilung stören kann. In Einzelfällen kann und muss aus Schwellungs- und Schmerzgründen länger gekühlt werden.
Bei nahezu jeder Sportverletzung ist ein sofortiges Ergreifen der PECH – Schema – Maßnahmen nach Prof. Böhmer (Orthopädische Universitätsklinik Frankfurt) unumgänglich. Schnelles Handeln ist gefragt.
P | Pause |
E | Eis |
C | Compression |
H | Hochlagerung |
P = Pause
Für jede Verletzungen jeder Sportart gilt:
Sofort mit dem Sport aufhören. Das verletzte Bereich sollte sofort ruhig gestellt werden. Eine direkte Untersuchung ist meist schwierig, da durch Schwellung und Schmerzen der verletzte Bereich sehr empfindlich ist. Das Ausmaß der Verletzung zeigt sich meist erst in den ersten Tagen nach der Verletzung.
E = Eis
Eine direkte Eisanwendung kann den Heilungsverlauf günstig beeinflussen. Durch die Kälteanwendung kommt es zu einer Verengung der Blutgefäße, was das Ausmaß der Einblutung und Schwellung reduziert. Weiterhin wird durch Kühlung der Stoffwechsel verlangsamt, was zu einer Verminderung des Gewebeschadens führt. Zuletzt wirkt Kälte schmerzlindernd.
Zu beachten ist jedoch, das das Eis nie direkt auf die Haut kommt, da hierdurch Kälteschäden verursacht werden können. Immer zuerst die Stelle mit einem Tuch abdecken oder mit ein paar Lagen einer Kompressionsbinde umwickeln. Dann die Kühlpackung auflegen und mit einer Kompressions- oder einer Elastikbinde fixieren.
Die Dauer des Kühlens hängt von dem Ausmaß des Schadens, sowie dem subjektiven Wohlbefinden ab. Sofern das Eis gut vertragen wird kann auch über Stunden gekühlt werden. Der Kälteffekt reicht allerdings nur wenige cm in die Tiefe, sodass hierdurch kein “Tiefeneffekt” erreicht werden kann. Wenn zu lange und ausdauernd gekühlt wird, kann das den Heilungsvorgang negativ beeinträchtigen.
Falls kein Eis zu Verfügung steht kann problemlos auch mit kalten Umschlägen gekühlt werden. Gut eignen sich auch sogenannte Eispacks. Das sind Plastikbeutel, die aus einem dickflüssigen Gel gefüllt sind und sich gut “für den Notfall” im Tiefkühlfach deponieren lassen
Sofern offene Wunden bestehen verbietet sich die direkte und indirekte Kälteanwendung.
C = Compression
Um ein übermäßiges Anschwellen des verletzten Bereichs zu verhindern, sollte nach oder noch mit dem Eis ein Kompressionsverband angelegt werden. Es sollte jedoch nur ein mäßiger Druck ausgeübt werden, damit eine gute Durchblutung gewährleistet ist. Da die Schwellung in den ersten Stunden zunehmend ist, sollte die Spannung des Kompressionsverbandes regelmäßig überprüft werden. Bei bläulicher Verfärbung des Fusses muss der Verband sofort gelöst werden.
H = Hochlagerung
Durch Hochlagern des verletzten Bereichs wird physikalisch der Rückfluss des Blutes und der Schwellflüssigkeit erleichtert. Bei Verletzung des Fußes z.B. sollte dieser innerhalb der ersten 48 h komplett hochgelagert werden. Ein regelmäßige Hochlagerung sollte bis zum kompletten Abschwellen des Fußes durchgeführt werden.
Eine sportmedizinische Untersuchung ist notwendig. Bei einem Sportverletzung sollte die Notfallambulanz, der Orthopäde oder Sportmediziner Ihre erste Anlaufstation sein.
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Prävention
Wie man bereits anhand der Ursachen erkennen kann, sind viele Sportverletzungen unnötig. Durch optimiertes Verhalten vor, während und nach den sportlichen Aktivitäten sinkt das Risiko einer Sportverletzung erheblich.
Von elementarer Wichtigkeit ist eine Optimierung des Trainingszustandes. Dies impliziert, dass der Trainingsplan als solches optimal auf die individuellen Leistungsmöglichkeiten des Freizeits- oder Leistungssportler zugeschnitten wird.
Auf das Training und vor allen Dingen auf den Wettkampf sollte man sich immer richtig und ausreichend vorbereiten. Dazu gehört vor allen Dingen ein ordentliches Aufwärmtraining inklusive Stretching.
Schon in den beiden bereits abgehandelten Hinweisen erkennt man, wie wichtig außerdem eine ordentliche Sportausrüstung ist. Jeder individuelle Trainingsplan und jedes Aufwärm- und Vorbereitungstraining ist zum Scheitern verurteilt, wenn die geeignete Sportausrüstung mit passendem Schuhwerk, passender Kleidung etc. nicht vorhanden ist.
Auf eine ausgewogene Ernährung zur Vorbeugung von Mangelerscheinungen (Mineralien, Vitamine (siehe auch Supplements), unter Umständen unter Einnahme entsprechende Nahrungsergänzungsmittel, sollte ebenso geachtet werden wie auf die Signale des Körpers im Hinblick auf Ermüdungs- und oder Krankheitszustände. Bei Ermüdungs- und Krankheitszuständen muss die Trainings- / Wettkampfbelastung gesenkt werden! Ein kranker Körper ist nicht so leistungsfähig wie der gesunde Körper. Dies ist besonders auch dann zu berücksichtigen, wenn eine Krankheit (z.B. grippaler Infekt, ...) noch nicht vollständig ausgeheilt ist.
Weiterführende Informationen
Weiterführende Informationen finden Sie auch in der Rubrik Sportmedizin und Muskulatur.
OPIS- Bücher
Die gegebenen Informationen können nur auszugsweise alle therapeutischen Möglichkeiten bei einem Muskelriss / Muskelfaserriss ansprechen.
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Wissen verbessert die Heilungsmöglichkeiten!
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