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Sprunggelenk

Synonyme

Medizinisch: Articulatio talocruralis

oberes Sprunggelenk, OSG, Außenknöchel, Innenknöchel, Außenbänder, Innenbänder, Sprungbein (Talus), Schienbein (Tibia), Wadenebein (Fibula), Deltaband, USG

Anatomie

Das obere Sprunggelenk (OSG) wird von drei Knochen gebildet. Der Außenknöchel (Wadenbein = Fibula) bildet die äußere Knöchelgabel; das Schienbein (Tibia) bildet die innere Knöchelgabel. Als Übertragung der Kraft auf den Fuß bildet das Sprungbein (Talus) den Gelenk - Gegenspieler. Dabei umgibt die Knöchelgabel (Malleolengabel) aus Schien- und Wadenbein das Sprungbein U-förmig. Waden- und Schienbein sind durch eine sehr feste Bandverbindung miteinander verbunden (Syndesmose).

Das obere Sprunggelenk wird von einem straffen Kapsel - Band - Apparat stabilisiert.

Am Außenknöchel gibt es drei wichtige Stabilisationsbänder:

Am Innenknöchel ist das wichtigste Stabilisierungsband das Ligamentum deltoideum.


Abbildung Außenknöchel mit Bänderriss

  1. Ligamentum fibulotalare posterius
  2. Ligamentum fibulocalcaneare
  3. Ligamentum fibulotalare anterius
  4. Wadenbein (Fibula)
  5. Schienbein (Tibia)
  6. Sprungbein (Talus)
  7. Kahnbein (Os naviculare)
  8. Keilbein (Os cuniforme)
  9. Mittelfußknochen (Os metatarsale)
  10. Würfelbein (Os cuboideum

Funktion

Das oberer Sprunggelenk (OSG) nimmt die Kraft vom Schienbein auf und überträgt es auf das untere Sprunggelenk (USG). Von dort wird die Kraft auf den Erdboden, bzw, Vorfuß und Rückfuß verteilt.

Beim oberen Sprunggelenk (OSG) handelt es sich um ein Scharniergelenk mit minimaler Rotationsmöglichkeit.
Ein gesundes Sprunggelenk kann ca. 20-25° gesteckt (Extension = Zehen Richtung Nasenspitze) und ca. 30 - 40° gebeugt (Flexion = Zehen Richtung Fußboden) werden.
Der Fußaußenrand kann ca. 10° angehoben werden (Eversion); der Fußinnenrand kann ca. 20° angehoben werden (Supination). Diese Beweglichkeit ist durch das untere Sprunggelenk möglich.

Mit seiner Beweglichkeit ermöglicht das Sprunggelenk ein flüssiges Gangbild.


Erkrankungen

Bänderriss / Bänderdehnung

Die häufigste unfallbedingte Erkrankung des Sprunggelenkes (OSG) ist der Bänderriss / Bänderdehnung des Außenknöchels. Der Übergang einer Dehnen zu einem Riss ist fließend.
In den meisten Fällen handelt es sich um ein so genanntes Supinationstrauma des Außenknöchels. Der typische Unfallmechanismus ist das Umknicken über den äußeren Fußrand.
Das Ligamentum fibulotalare anterius ist besonders häufig betroffen.

Weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie unter:

Bruch des Außenknöchels

Die zeithäufigste unfallbedingte Erkrankung des OSG ´s ist der Bruch des Außenknöchels, häufig in Kombination mit einem Bruch des Schienbeins (Tibia -> Volkmann Dreieck) .

Hüftarthrose / Kniearthrose

Das Sprunggelenk steht wie das Kniegelenk und Hüftgelenk unter der Last (Körpergewicht) des gesamten Körpers.
Aufgrund der hohen Druckbelastung kommt es im Laufe des Lebens zu einem Knorpelverschleiß (Arthrose des Sprunggelenkes).
Eine Sprunggelenksarthrose ist jedoch wesentlich seltener als beispielsweise eine Kniearthrose (Gonarthrose) oder eine Hüftarthrose (Coxarthrose).
Fußballer erleiden aufgrund der sportspezifischen Belastung überdurchschnittlich häufig eine Sprunggelenksarthrose.

Osteochondrosis dissecans

Eine seltene Erkrankung ist die Osteochondrosis dissecans (OD). Dabei handelt es sich um ein regionales Knochenabsterben unklarer Ursache.
In den meisten Fällen ist die mediale Talusrolle (Innenseite des Sprungbeins) betroffen. Ein auslösendes Unfallereignis kann fehlen.

Röntgenbild oberes Sprunggelenk

  1. Wadenbein (Fibula)
  2. Schienbein (Tibia)
  3. Sprungbein (Talus)
  4. Syndesmose (nicht sichtbar)

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