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Extrakorporale Stosswellentherapie

Synonyme im weiteren Sinne

Extrakorporale Stosswellenbehandlung, Stoßwellenlithrotripsie, ESWT, ESWL, hochenergetische niedrigenergetische Stosswelle, Tennisarm, Tendinosis calcarea, Fersensporn

Historie

Stosswellen werden seit über 20 Jahren in der Urologie erfolgreich in der Therapie von Nieren- und Harnleitersteinen eingesetzt. Genutzt werden allein die mechanischen Eigenschaften der Stosswelle, die durch ihre Energie zu einer „Zertrümmerung“ von Nieren- und Harnleitersteinen führt.

Eher zufällig entdeckte der deutsche Urologe Herbst die Wirkung der Stosswellen auf Knochengewebe. Ohne dass man es sich erklären konnte, zeigte sich, dass Stosswellen stimulierend auf Knochengewebe wirkten. Die Stoßwelle musste also noch eine andere Wirkung als die rein mechanische besitzen.

Es lag auf der Hand sich diese Eigenschaft der Stosswelle bei der Behandlung von Falschgelenken (Pseudarthrose) zunutze zu machen, deren Problematik eine ausbleibende knöcherne Bruchdurchbauung ist (s.u.).

Seit Anfang der 90iger Jahre wird die Stosswellentherapie gehäuft in der Behandlung orthopädischer Krankheitsbilder eingesetzt. Zahlreiche Studien konnten seither die Wirksamkeit der Stosswellenbehandlung v.a. bei Sehnenansatzerkrankungen (Enthesiopathie) nachweisen (s.u.).
Da die biologische Wirkung der Stoßwelle nicht abschließend geklärt ist und ein Therapieerfolg im Einzelfall schlecht vorhersagbar ist, ist die Stoßwelle als Therapieform von den Krankenkassen nicht uneingeschränkt zugelassen.
Die meisten privaten Krankenkassen übernehmen die anfallenden Behandlungskosten in der Regel für die Therapie vom Tennisarm, vom Fersensporn und der Kalkschulter (Tendinosis calcarea), da hier die Stosswellenwirkung in der Datenlage als gesichert angesehen werden kann.

Stoßwellentherapie im Orthopaedicum Frankfurt

Dr. Nicolas Gumpert (Buchautor und Autor dieses Internetportals) hat sich im Orthopaedicum Frankfurt auf die Behandlung vom:

  • Tennisarm
  • Fersensporn
  • Kalkschulter (Tendinosis calcarea)
  • chronische Achillessehnenentzündung

mit der fokussierten Stoßwelle (ESWT) spezialisiert.

Erfahren Sie mehr über die Behandlung und Kosten einer hochenergetischen fokussierten Stoßwellentherapie (ESWT) und besuchen Sie Dr. Nicolas Gumpert in seiner Praxis.

Orthopaedicum Frankfurt (Dr. Nicolas Gumpert)
Oeder Weg 2-4
60318 Frankfurt am Main
Tel.: 069 558098



zur Homepage: Orthopaedicum Frankfurt (Dr. Nicolas Gumpert)
zur Behandlung und Kosten der ESWT: hochenergetische Stoßwellentherapie (ESWT)

Einleitung

Es kann als unbestritten angesehen werden, dass Stoßwellen eine biologische Wirkung entfalten, die man sich therapeutisch zunutze machen kann.

In experimentellen Studien konnten verschiedene Wirkungsweisen der Stosswelle nachgewiesen werden, die den positiven Einfluss der Stosswelle auf Pseudarthrosen (ausbleibende Knochenbruchheilung mit bindegewebiger Überbrückung des Bruchs) und Sehnenansatzerkrankungen erklären können.

Die Stoßwelle besitzt folgende gesicherte biologische Effekte:

Die derzeitige Theorie besagt, dass durch die Aktivierung der o.g. biologischen Prozesse die Selbstheilungsprozesse des Körpers in Gang gesetzt werden. Durch ein Einsprossen von Blutgefäßen (Angioneogenese) und einen erhöhten Stoffwechsel kann geschädigtes Sehnengewebe „repariert“ und eine lokale Entzündung geheilt werden. Je nach behandelter Erkrankung darf deshalb mit einem sofortigen, anhaltenden Therapieerfolg nicht gerechnet werden, weil die o.g. Gewebsreaktionen Zeit benötigen.

Letztendlich bleiben noch viele Dinge in der Wirkweise von Stoßwellen ungeklärt.


Physikalische Grundlagen

Stoßwellen sind akustische Druckwellen von extrem kurzer Dauer. Ihre physikalische Stärke wird als Energieflussdichte (mJ/mm2) angegeben.

Durch verschiedene Verfahren ist es möglich, die größte Wirkung einer Stoßwelle durch Focusierung des in der Tiefe zu behandelnden Gewebes zu erzeugen (focusierte Stoßwelle). Die in den Körper eingebrachte Stoßwelle setzt ihre Energie im Körper frei, wenn sie auf Gewebearten mit unterschiedlichem akustischen Widerstand (Knochen-Weichgewebe; Kalk-Weichgewebe) trifft. Gewebearten mit ähnlichen akustischen Eigenschaften wie Wasser durchdringt die Stoßwelle ohne schädigenden Einfluss (Haut, Muskulatur, Fett etc.)

Anwendungsgebiete

Die Wirkung von Stosswellen kommt im orthopädischen / unfallchirurgischen Bereich immer häufiger zum Einsatz. Zu den derzeitigen Anwendungsgebieten zählen:

Kalkschulter (Tendinosis calcarea)

Die Kalkschulter (Tendinosis calcarea) gehört zu den klassischen Anwendungsgebieten für eine Stoßwellentherapie. Die Wirkweise ist eher biologisch als mechanisch zu erklären. Das Kalkdepot in der Schulter wird also nicht zertrümmert, sondern eine biologische Gewebsreaktion hervorgerufen, deren Ergebnis die Auflösung des Kalkdepots und ein lokaler Entzündungsrückgang ist. Den Therapieerfolg sollte man weniger daran messen, ob das Kalkdepot in der Röntgenkontrolle völlig verschwunden ist, als vielmehr an der Schmerzreduktion des Patienten. Viele Menschen besitzen Kalkdepots in den Schultersehen, ohne das diese symptomatisch (schmerzhaft) werden müssten. Insofern ist eine Kalkschulter mitunter eine Zufallsdiagnose ohne therapeutische Relevanz. Bei schmerzhafter Kalkschulter (Tendinosis calcarea)ist die Stoßwellentherapie (ESWT) jedoch eine Erfolg versprechende Therapieoption, die vor einer operativen Intervention ernsthaft in Erwägung gezogen werden sollte.

Eine Wirkung der Stosswelle sollte innerhalb der ersten 3 Monate nach der Behandlung erfolgen. Viel später ist mit einem Therapieerfolg (Schmerzerleichterung / Auflösung des Kalkdepots) nicht mehr zu rechnen. Die Therapie sollte mit einer hochenergetischen Stoßwelle durchgeführt werden.

Weitere Informationen erhalten Sie auch unter unserem Thema: Kalkschulter

Tennisellengogen (Epicondylitis humeri radialis)

Der Tennisellenbogen ist eine klassische Sehnenansatzerkrankung, hervorgerufen durch Überlastungen und Fehlbelastungen der Unterarmstreckmuskulatur.

Die Stoßwellentherapie ist nachweislich geeignet dieses Krankheitsbild positiv zu beeinflussen, wenn andere Maßnahmen, wie eine medikamentöse Schmerz- und Entzündungstherpie (NSAR / Kortison), Querfriktionsmassagen, physikalische Therapiemaßnahmen (Strom etc.) nicht zum gewünschten Erfolg geführt haben. In jedem Fall lohnt sich der Versuch der Stoßwellentherapie bevor operativen Maßnahmen zum Einsatz kommen.

Im Gegensatz zur Kalkschulter kommen häufig niedrig energetische Stoßwellen (oder Druckwellen) erfolgreich zum Einsatz. Das ist darin begründet, dass das zu behandelnde Sehnengewebe direkt unter der Haut liegt und von den niederenergetischen Stoßwellen nahezu unabgeschwächt erreicht wird.

Weitere Informationen erhalten Sie auch unter unserem Thema: Tennisellenbogen

Fersensporn (Fasciitis plantaris)

Auch der Fersensporn ist ein klassisches Einsatzgebiet für eine niederenergetische oder hochenergetische Stosswellenbehandlung. Beide Arten der Stoßwellentherapie sind möglich. Die Ergebnisse der Behandlung sind gut. Eine Fersenspornpolsterung oder ein Fersenspornloch in der Schuheinlage sollten die Therapie begleiten.

Die Ergebnisse der operativen Fersenspornbehandlung sind bekanntermaßen häufig unbefriedigend.

Weitere Informationen erhalten Sie auch unter unserem Thema: Fersensporn (Fasciitis plantaris)

Weitere Krankheitsbilder

Weitere Krankheitsbilder die erfolgreich durch eine Stoßwellenbehandlung zur Heilung gebracht werden können sind:

Falschgelenke (Pseudarthrose)

Pseudarthrosen waren das erste orthopädische Einsatzgebiet für Stosswellen. Seit langer Zeit wird diese Therapie erfolgreich eingesetzt. Trotz aller positiven Erfahrungen gehört die Stosswellentherapie nicht zum allgemeinen Standard in der Behandlung der Pseudarthrose. Die chirurgische Intervention mit Anfrischen der nicht verheilenden Bruchstellen und Anlagerung von Wachstumsknochen (Spongiosa) sind immer noch das gängige Vorgehen. Derartige Eingriffe sind fast ausnahmslos komplizierter in der Durchführung als die Erstoperation und mit entsprechenden Risiken behaftet. Der Versuch durch eine einmalige hochenergetische Stoßwellenbehandlung eine Bruchheilung herbeizuführen ist fast nebenwirkungsfrei und recht oft erfolgreich. Bei sachgemäßer Vorgehensweise ist eine erfolgreiche Behandlung in ca. 75% der Fälle möglich. In Österreich gehört die Stoßwellenbehandung bereits zum Standardvorgehen bei Pseudarthrosen.

Hüftkopfsterben (Hüftkopfnekrose)

Nachdem die Stoßwelle seit längerem erfolgreich in der Behandlung der Pseudarthrose eingesetzt wird, erweitert sich das Einsatzspektrum zunehmends. Es ist nur logisch, dass die knochenstimulierende Wirkung der Stosswellentherapie auch zur Behandlung der Hüftkopfnekrose und anderer aseptischer Osteonekrosen (z.B. Osteochondrosis dissecans) zunehmend Anwendung findet.

Aus physikalischer Sicht ist nachgewiesen, dass Stoßwellen auch noch im Hüftkopf ihre Wirkung entfalten. Ca. 50% der Energieflussdichte (Maß für die Stärke der Stoßwelle; mJ/mm2) erreicht das Hüftkopfinnere. Da die Stoßwelle im Knochen schnell ihre Intensität verliert muss eine zielgenaue Applikation der Stoßwellen erfolgen. Hierfür ist eine Röntgendurchleuchtung notwendig.

Um eine abschließende Bewertung vorzunehmen ist es noch zu früh. Es gibt aber Hinweise darauf, dass eine hochenergetische Stoßwellenbehandlung erfolgreicher sein kann, als die üblicherweise durchgeführte chirurgische Anbohrung des Knochendefektes mit anschließender Knochentransplantation.

Gute und sehr gute Ergebnisse dürfen jedoch nur in einem frühen Erkrankungsstadium der Hüftkopfnekrose erwartet werden.

Weitere Informationen erhalten Sie auch unter unserem Thema: Hüftkopfnekrose

Technische Durchführung

Die technische Durchführung der Stoßwellenbehandlung ist in den meisten Fällen einfach. Der Therapiekopf wird mit einem Kontaktgel auf die Haut des zu behandelnden Areals angekoppelt und die Energieflussdichte sowie die Impulsanzahl eingestellt. In einer energieflussdichteabhängigen Frequenz werden dann die Stoßwellen appliziert.

Besonders die ersten Impulse sind schmerzhaft für den Patienten, wenn die Stosswellen auf das entzündete Sehnengewebe treffen. Eine Narkose oder sonstige Betäubung ist aber in aller Regel nicht notwendig. Im Verlauf der Therapie bessert sich der Schmerz gewöhnlich. Je nach Anzahl der abgegebenen Stosswellen dauert eine Therapiesitzung lediglich zwischen 5-15 Minuten für die Sehnenansatzerkrankungen. 2-5 Sitzungen sind die Regel.

Die Therapie der Pseudarthrose und Hüftkopfnekrose unterscheidet sich hiervon. Es wird eine höhere Energieflussdichte verwendet und es findet nur eine Sitzung statt. Eine Form der Narkose findet gewöhnlich statt. Sowohl bei der Kalkschulter, als auch bei der Pseudarthrose- und Hüftkopfnekraosebehandlung ist ein Zielsystem notwendig. Gewöhnlich erfolgt die Einstellung des Therapiekopfes mit Hilfe der Röntgendurchleuchtung. Ein Zielsystem ist bei den anderen Erkrankungen nicht notwendig. Man orientiert sich sowohl am Schmerz als auch an anatomischen Landmarken.

Komplikationen

Schwerwiegende Komplikationen sind bei sachgerechter Anwendung der Stosswelle nicht zu befürchten. Typischerweise kann es im Behandlungsgebiet zu harmlosen Schwellungen und Einblutungen (Bluterguss / Hämatom) kommen.

Folgende Gegenanzeigen sind zu beachten:


Kritik

Die Stosswellentherapie ist ein in nicht abschließend untersuchtes Therapieverfahren. Die Wirkung der Stoßwelle ist bewiesen, jedoch ist der Mechanismus, der zur Gewebsreaktion und somit zum Therapieerfolg führt nicht vollends bekannt.
Somit fehlen auch Informationen über mögliche positive und negative Störeinflüsse, die das therapeutische Ergebnis beeinflussen könnten. Deshalb ist das Ergebnis einer Stoßwellentherapie auch schlecht vorhersagbar. Alles hängt davon ab ob die erwünschte Gewebereaktion ausgelöst werden kann oder nicht.

Die noch bestehenden Unsicherheiten in der Stosswellentherapie spiegeln sich auch in ihrer klinischen Anwendung wider. Während in Bezug auf die mit der Stosswelle therapierbaren Krankheitsbilder weitgehend Einigkeit besteht, ist die Handhabung in Bezug auf die optimale Energieflussdichte (Stoßwellenintensität), der Impulsrate sowie der notwendigen Therapiesitzungen zum Teil sehr unterschiedlich.

Ein Problem ist auch, dass die gesetzlichen Krankenkassen trotz nachgewiesener Wirksamkeit eine Behandlungsindikation für die Kalkschulter, die Pseudarthrose (nicht heilende Brüche), den Tennisarm, Achillessehnenentzündung, sowie den Fersensporn nicht sehen und folglich auch in diesen Fällen die Kosten nicht übernehmen.
Bei privat Versicherten ist in der Regel nach vorheriger Prüfung der Kostenübernahme eine Behandlung problemlos möglich.

Aussichten

Je mehr über die Wirkungsweise der Stoßwelle bekannt wird, desto mehr ist damit zu rechnen, dass sich das Einsatzgebiet der Stoßwelle ausweiten wird. Ein Einsatz bei der Behandlung der Osteochondrosis dissecans oder bei heterotopen Ossifikationen (z.B. Muskelverkalkungen nach Hüftprothesenopertion) wird derzeit untersucht.

Die Stoßwellentherapie wird in der konservativen Orthopädie weiterhin einen festen und berechtigten Stellenwert besitzen.

Dr. Gumpert - Buch

Die auf unserer Seite gegebenen Informationen können die möglichen Therapieoptionen nur zusammenfassend skizzieren.
Falls Sie weiterführende Informationen benötigen, empfehlen wir das von Dr. Nicolas Gumpert und Dr. Marc Jungermann geschriebene Buch: “Die optimale Therapie des Tennisarms”.
Das 37 DIN A4 - seitige OPIS - Buch (entspicht ca. 80 Seiten in üblicher DIN A5 Buchgröße) befasst sich laienverständlich und umfassend mit der Erkrankung des Tennisarms.Auf alle gängigen konservativen und operativen Therapiemethoden wird detailliert eingegangen.

Unter Kenntnis aller Therapiemöglichkeiten können Sie entscheidend zur Wiedergesundung Ihres Ellenbogens beitragen.

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Weiterführende Informationen

Weiterführende Informationen finden Sie unter anderem unter unseren Themen:

Eine Liste aller Untersuchungsmethoden, die wir bereits veröffentlicht haben finden Sie unter: Untersuchungsmethoden.