Stürze
Allgemeines
Stürze zählen zu den häufigsten Verletzungen in häuslicher Umgebung, die einen Notfall darstellen. Besonders ältere Menschen sind sehr gefährdet für Stürze. Sie kommen aus Unachtsamkeit oder Selbstüberschätzung zustande, finden hauptsächlich auf Treppen oder Leitern statt. Oft können die Betroffenen gar nicht mehr den Grund des Sturzes nennen . In einigen Fällen verlieren die Betroffenen das Gleichgewicht, rutschen ab oder werden bewusstlos.
Dies ist bei der Untersuchung auf jedenfall zu erfragen, da eine Bewusstlosigkeit ein Krampfanfall oder eine Durchblutungsstörung zur Ursache haben könnte. Die Gefahr von Stürzen besteht im unkontrollierten Fallen auf kantige, harte oder spitze Gegenstände oder Untergründe. Ist eine Bewusstlosigkeit vorangegangen, sind die Patienten auch nicht mehr in der Lage sich in adäquatem Grade abzufangen bzw. wichtige Körperregionen, wie den Kopf, zu schützen. In diesem Fall kommt es zu hartem unkontrolliertem Aufschlagen, mit zum Teil sehr schweren Verletzungen. Andere Stürze können glimpflich mit Verstauchungen, Bänderdehnungen oder Knochenbrüchen einhergehen. Einer der gefürchtetsten Stürzen ist der Sturz alter Menschen mit resultierender Schenkelhalsfraktur, da es bei der krankenhäuslichen Versorgung oft zu Komplikationen kommen kann.
Vorgehensweise
Nach Stürzen unklarer Ursache sollte immer ein Arzt aufgesucht bzw. ein Notarzt gerufen werden. Schwierig ist die Situation bei alleinlebenden Menschen, die sich durch einen Sturz einen Bruch oder eine Verletzung zugezogen haben. Diese sollten versuchen an ein Telefon zu gelangen um den Notarzt zu alarmieren. Ist dies nicht möglich, sollte versucht werden durch lautes Rufen die Nachbarn zu verständigen. Sinnvoll ist es sicher im höheren Alter an einem der zahlreichen Überwachungssysteme teilzunehmen, bei denen man durch einen Knopfdruck sofort Hilfe verständigen kann.
Die Behandlung der Verunfallten richtet sich ganz nach der Art des Sturzes, nach dem Zustand des Patienten und nach den Verletzungen. Ist der Kopf beteiligt, wird vermutlich eine Computertomographie (CT) durchgeführt werden, um Blutungen im Gehirn auszuschließen. Sind hauptsächlich Knochen beteiligt, wird eine Röntgenaufnahme des entsprechenden Areals ausreichen. Verkürzte und nach außen gedrehte Oberschenkel sprechen immer für eine Schenkelhalsfraktur, die operativ versorgt werden muss. Kann der der Patient sich an den Unfallhergang nicht erinnern, sollte nach einer Durchblutungsstörung der Halsschlagadern (mit Ultraschall) oder einer Herzrythmusstörung (mit EKG) gesucht werden. In sehr vielen Fällen ist eine Bewusstlosigkeit mit dadurch verursachtem Sturz durch eine plötzlich eintretende Herzrythmusstörung bedingt.
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