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Subarachnoidalblutung
Definition
Eine Subarachnoidalblutung – kurz SAB genannt - beschreibt eine Einblutung in den sogenannten Subarachnoidalraum im Schädel aufgrund eines gerissenen Blutgefäßes (Ruptur).
Vorkommen in der Bevölkerung (Epidemiologie)
Die Subarachnoidalblutung zählt zum Krankheitsbild des Schlaganfalls (Apoplex), sie macht etwa 5-10 % der Ursachen für Schlaganfälle aus.
Die Inzidenz (Vorkommen) in Industrienationen liegt bei etwa 15:100.000, am häufigsten betroffen sind Männer und Frauen im Alter zwischen 40 und 60 Jahren.
Anatomische Grundlagen des menschlichen Schädels
Zum Verständnis der Lokalisation soll hier kurz auf die Hirnhäute eingegangen werden:
Hirnhäute (Meningen) & Spalträume
Die äußerste Schicht des menschlichen Schädels ist der sogenannte „Skalp“, also die Kopfschwarte. Sie ist von Außen sichtbar und im Regelfall von Haaren bedeckt. Unter dieser Kopfschwarte liegt der Schädelknochen (Schädelkalotte).
An diesen schließt sich nach innen hin die harte Hirnhaut (Dura mater, auch: Pachymeninx = dicke Hirnhaut) an, sie besteht definitionsgemäß aus 2 Blättern, von denen das Äußere mit dem Schädelknochen verwachsen ist.
Der harten Hirnhaut liegt von innen die Leptomeninx (dünne oder weiche Hirnhaut) an.
Sie besteht aus 2 Anteilen: Arachnoidea (Spinngewebshaut) und Pia mater (weiche Hirnhaut). Die Pater mater liegt dem Gehirn direkt an.
Es gibt also von Außen nach innen folgende Hirnhäute:
- Dura mater mit zwei Blättern (harte Hirnhaut)
- Arachnoidea (Spinngewebshaut)
- Pia mater (weiche Hirnhaut)
Obwohl man nun meinen sollte, dass es zwischen all diesen Häuten ja auch kleine Spalträume gibt, ist das im Gehirn normalerweise nicht der Fall.
Ein Raum zwischen Schädelkalotte und äußerem Blatt der Dura mater (Epiduralraum, „epi“ – griechisch: darüber, also „Raum über der Dura mater) entsteht nur bei einer Einblutung aus einem Blutgefäß.
Ebenso verhält es sich mit dem Raum zwischen innerem Blatt der Dura mater und Arachnoidea (Subduralraum, „sub“ – lateinisch: unter, also: „Raum unter der Dura mater).
Eine Ausnahme bildet der Raum zwischen Arachnoidea und Pia mater (Subarachnoidalraum, also „Raum unter der Arachnoidea). Er ist immer vorhanden und enthält das Hirnwasser (Liquor cerebrospinalis), welches Gehirn und Rückenmark (also die Anteile des Zentralnervensystems) umspült.
Ursachen
Zurück zur Subarachnoidalblutung:
Hierbei handelt es sich also um eine Einblutung in den Raum, der zwischen Spinnengewebshaut (Arachnoidea) und weicher Hirnhaut (Pia mater) liegt und mit Liquor gefüllt ist.
Eine solche Blutung entsteht zumeist durch ein plötzlich gerissenes Blutgefäß (in diesem Fall: Arterie). Grund für diese Riss (med. Ruptur) ist zumeist ein sogenanntes Aneurysma.
Ein Aneurysma beschreibt eine Aussackung der Blutgefäßwand, bei der die Hauptkomplikation darin besteht, dass sie jederzeit reißen kann. Bis dahin bleibt eine solche Aussackung meist asymptomatisch, der Patient hat also keine Beschwerden.
Aneurysmen können sowohl erworben, als auch angeboren sein. Erworbene Aneurysmen entstehen meist infolge krankhafter Veränderung der Arterienwand in Form von Kalkablagerung, was als Atherosklerose (auch: Arteriosklerose) bezeichnet wird.
Reißt also eine solche Gefäßaussackung, tritt Blut aus der Arterie in den Subarachnoidalraum ein. Aufgrund des hohen Drucks in den arteriellen Blutgefäßen, wird das Blut mit hohem Druck hineingepumpt, es tritt also in kürzester Zeit viel Blut aus dem Gefäß in den Subarachnoidalraum.
Symptome und Beschwerden
Der Schädel kann sich – bedingt durch den Knochen – nicht ausdehnen, sodass jegliche Druckerhöhung (Hydrocephalus, zu Deutsch „Wasserkopf) zu massiven Symptomen führt, da das Gehirn wenig Möglichkeit hat, dem Druck auszuweichen und die Hirnhäute sich nicht dehnen können. Der erhöhte Druck im Gehirn kann durch Kompression wichtiger Kreislaufzentren im Hirnstamm zum schnellen Tod führen.
Etwa 50% der Betroffenen berichten von heftigsten Kopfschmerzen, die wohl durch die Dehnungs-bedingte Reizung der äußerst schmerzempfindlichen Meningen erklärt werden kann.
Ein weiteres Symptom ist auftretende Bewusstlosigkeit, die durch den ansteigenden Druck innerhalb des Schädels und auf die Gehirnstrukturen entstehen kann. Ein weiterer Grund für Bewusstlosigkeit und auch den Tod ist das sekundäre Auftreten von massiven reaktiven Gefäßverengungen (Vasospasmen), die zu einer Unterversorgung der Hinstrukturen mit Blut (und damit lebenswichtigem Sauerstoff) führen. Dies zieht ein Absterben von Hirnarealen nach sich (Ischämie).
Nackensteifigkeit und Erbrechen sind weitere Indikatoren für eine Sucharchanoidalblutung (SAB), allerdings ist eine differentialdiagnostische Abklärung (ist es wirklich eine SAB oder können die vorliegenden Symptome auch für andere Erkrankungen sprechen?) essentiell.
Die SAB (Sucharchanoidalblutung) wird klinisch nach Hunt und Hess in die Schweregrade 1 bis 5 (I bis V) untergliedert, anhand derer man die Ausprägung ermitteln kann.
Diagnose
Das Mittel der Wahl bei der Diagnose einer SAB ist die Computer-Tomographie, bei der die Blutung meist als flächiges weißes Feld, das der Gehirnoberfläche anliegt erkannt werden kann.
Erbringt das CT (Computer-Tomographie) kein Ergebnis, kann eine Lumbalpunktion durchgeführt werden. Hierbei wird Nervernwasser (Liquor) aus dem Subarachnoidalraum entnommen. Anschließen kann – per Blickdiagnose – bestimmt werden, ob sich Blut im Liquor befindet.
Diese Methode ist jedoch zum Einen für den Patienten nicht ganz risikofrei, zum anderen kann hierbei nicht die Lokalisation der Blutung im Kopf bestimmt werden.
Therapie
Der Patient wird bei Diagnose einer SAB (Subarachnoidalblutung) sofort auf die Intensivstation verlegt und dort medikamentös versorgt (Medikamente gegen Hirnschwellung und Gefäßkrämpfe).
Zur Vermeidung einer erneut auftretenden Blutung (Rezidivblutung) wird operativ behandelt:
- Clipping: Verschluss des Aneurysmas durch eine Klemme
- Coiling: Verödung des Aneurysmas durch Einführung einer Platinspirale (folgende Gerinnungsvorgänge führen zur Verödung)
Prognose
Etwa 1/3 aller Betroffenen überlebt eine solche Blutung ohne große körperliche und geistige Einschränkungen.
Die anderen 2/3 der Patienten behalten leider Schädigungen am Gehirn oder versterben vor allem an der Kompression lebenswichtiger Zentren im Hirnstamm (Atemzentrum, Kreislaufzentrum) oder Sauerstoffunterversorgung (Ischämie) lebenswichtiger Hirnareale durch Vasospasmen.
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