Therapie Asthma bronchiale

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Therapiemaßnahmen bei Asthma

Ein nicht adäquat behandeltes Asthma bronchiale geht mit einer großen Einschränkung der Lebensqualität der Betroffenen einher und kann zu irreversiblen Schäden an den Atemwegen führen. Bei Kindern kann es bei schweren Asthmaformen zu Entwicklungsstörungen kommen, die sich in einer körperlichen sowie geistigen Leistungsminderung ausdrücken können.

Die Therapie des Asthma bronchiale stützt sich auf zwei Säulen:

  1. Allgemeine Maßnahmen und
  2. medikamentöse Therapie

1. Allgemeine Maßnahmen

Die allgemeinen Maßnahmen verlangen vom Patienten mitunter einschneidende Umstellungen der Lebensumstände, nehmen aber auch großen Einfluss auf den Verlauf der Erkrankung. Zu den allgemeinen Maßnahmen gehören: 

  • Allergien auslösende Stoffe meiden!  
  • Körperliche Aktivität
  • Atemtechnik 
  • Selbstmessung des Atemspitzenstoßes mit „Peak-Flow“-Geräten
  1. Allergie auslösende Stoffe meiden! 
    Dies ist beim allergischen Asthma oberstes Gebot. So gut es geht sollte der Kontakt mit dem auslösenden Allergen reduziert werden, z.B. durch den Verzicht auf Haustiere, Beachtung von Pollenflugkalendern oder durch Reduktion von Teppichen und Vorhängen, um die Hausstaubmilbendichte zu reduzieren. 
    Bei Kindern sollten Stofftiere ca. alle 4 Wochen tiefgefroren werden, auch dies reduziert die Hausstaubmilbendichte. Je nach auslösendem Allergen, ist die Umsetzung der völligen Allergenvermeidung schwieriger bis unmöglich. Nicht Rauchen!
  2. Körperliche Aktivität:
    Zwar kann durch eine starke körperliche Anstrengung ein Asthma-Anfall ausgelöst werden, Asthmatiker sollten aber bei der Therapie trotzdem auf regelmäßige körperliche Aktivität (Ausdauersport) achten. Vor allem Ausdauersport wie Joggen, Radfahren oder Schwimmen verbessern die Lungenfunktion. Überlastungen sollten jedoch vermieden werden (keine Grenzen austesten!).
  3. Das Erlernen bestimmter Atemtechniken sowie Atementspannungs- übungen können die Atemnot während eines Asthma-Anfalls lindern und die Häufigkeit der Anfälle verringern. Ein Beispiel hierfür ist die „Lippenbremse“. Dabei wird durch die Nase eingeatmet und durch die leicht geschlossenen Lippen ausgeatmet. Der Luftstrom wird dadurch etwas gebremst und gleichmäßiger.
  4. Selbstmessung des Atemspitzenstoßes mit „Peak-Flow“-Geräten
    Durch die Selbstmessung des Atemspitzenstoßes und dem Notieren der Werte für jeden Tag kann es dem Patienten ermöglicht werden, den augenblicklichen Gesundheitszustand und die Entwicklung der Krankheit selbst zu erkennen. Da die Krankheit in den beschwerdefreien Intervallen von den Betroffenen oft unterschätzt wird, kann es so leichter gelingen, die richtige medikamentöse Therapie durchzuführen. Gerade Kinder profitieren oft vom Anlegen eines „Asthma-Tagebuches“:
    Eine Hilfestellung bei den allgemeinen Maßnahmen kann die Patientenschulung bieten. Sie vermittelt Techniken zur Allergenvermeidung, Symptomerkennung, Selbstmessung des Peak-flow und gibt Ratschläge zum Vorgehen bei drohendem oder eingetretenem Asthma-Anfall.

2. Medikamentöse Asthma Therapie

Die zur Asthmatherapie eingesetzten Medikamente lassen sich in zwei Gruppen einteilen: Die zur ursächlichen Therapie verwendeten sogenannten Kontrollmedikamente (auch als controller bezeichnet) richten sich gegen die Entzündungsreaktion und versuchen sie unter Kontrolle zu bringen.
Zur Erleichterung der Asthma Symptome werden sogenannte Erleichterungsmedikamente eingesetzt (auch als reliever bezeichnet).
Dieser Unterschied ist vor allem wichtig bei der Einhaltung der medikamentösen Therapie: während die Erleichterungsmedikamente nur „bei Bedarf“, also z.B. bei beginnender Atemnot oder zur Verhinderung von nächtlichen Asthma-Anfällen eingesetzt werden, müssen die Kontrollmedikamente regelmäßig und über längere Zeit hinweg eingenommen werden, um ihre Wirkung zu entfalten (man sagt deshalb controller in „guten wie in schlechten Zeiten“).

Welche Medikamente zur Therapie eingesetzt werden richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung. Für die medikamentöse Langzeitbehandlung gibt es ein Stufenschema, das vier Schweregrade unterscheidet. Wie sich die Schweregrade unterscheiden wurde unter Einteilung geschildert (s.o.):

Therapiestufen

Therapieschema Asthma bronchiale

Stufe 1:
mildes, intermittierendes Asthma

 

Hier ist keine Dauertherapie notwendig, sondern nur die Anwendung von Erleichterungsmedikamenten (kurz - wirksame beta 2 - Sympatomimetika) bei Bedarf.

Stufe 2:
leichtes, persistierendes Asthma

Es sollten niedrig dosierte Glukokortikoide (Cortison) als Inhalations- sprays zum Einsatz kommen. Zusätzlich kurzwirksame beta 2 - Sympatomimetika

Stufe 3:
mittleres, persistierendes Asthma

Glukokortikoide (Cortison) in niedriger bis mittlerer Dosis. Zusätzlich dazu langwirksame beta2-Sympatomimetika

Oder

Eine Monotherapie mit einem mitteldosierten Glukokortikoid (Cortison)

Oder

Die Kombination eines Glukokortikoides mittlerer Dosierung plus einem Leukotrien - Antagonisten oder Theophyllin

Zusätzlich immer ein kurzwirksames beta 2 - Sympathomimetikum für den Bedarfsfall 

Stufe 4:
schweres, persistierendes Asthma

Inhalation von Glukokortikoiden (Cortison) in hoher Dosis plus langwirksames beta2-Sympatomimetikum
u.U. zusätzlich Leukotrienmodifikator oder Theophyllin

Zusätzlich immer ein kurzwirksames beta 2 - Sympathomimetikum für den Bedarfsfall 


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Medikamentöse Therapie

Kontollmedikamente
Um die Entzündungsreaktion, die dem Asthma bronchiale zugrunde liegt zu hemmen, werden Glukokortikoide (Cortison) eingesetzt. Sie bewirken, dass die Schwellung und Schleimbildung in den Atemwegen zurückgeht. Verabreicht werden sie als Atemsprays, so dass sie möglichst direkt am Zielort Lunge ihre Wirkung entfalten.

Erleichterungsmedikamente
Hier werden v.a. beta 2 -Sympatomimetika und Parasympatholytika eingesetzt. Beta 2 Sympatomimetika führen zu einer Erschlaffung der verkrampften Bronchialmuskulatur und erleichtern so rasch die Atemnot bei einem Asthma-Anfall. Sie beeinflussen jedoch nicht die Atemwegsentzündung. Auch Parasympatholytica bewirken eine Erschlaffung der Bronchialmuskulatur, zusätzlich vermindern sie die Zähigkeit des abgesonderten Schleimes.

Andere Medikamente
Theophyllin: Es wirkt leicht bronchienerweiternd und ist auch entzündungshemmend wirksam.

Leukotrien-Modifikatoren: Sie unterdrücken die Entzündungsreaktion.

Seit neuerem steht zur Behandlung von schwerem allergischem Asthma auch eine Therapie mit Antikörpern zur Verfügung. Dabei werden Antikörper gegen das körpereigene IgE unter die Haut gespritzt und so die IgE vermittelte , allergische Entzündungreaktion gehemmt. So kann unter Umständen die Anzahl der Asthma-Anfälle reduziert werden oder eine Dosisreduktion der einzunehmenden Glukokortikoide (Cortison) erreicht werden.

--> Weiter zum Thema Asthma Cortisontherapie

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Autor: Dr. Marc Jungermann      |     Letzte Änderung: 22.05.2012