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Inhalt:
Diabetische Mikrangiopathie
Synonyme im weiteren Sinne
Zucker, Zuckerkrankheit, Altersdiabetes, Typ I, Typ II, Schwangerschaftsdiabetes
Wörtliche Übersetzung: „honigsüßer Durchfluss“
Englisch: diabetes
Häufige Tippfehler: Diabetis
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Diabetische Mikroangiopathie
Erhöhte Blutzuckerwerte bewirken eine Anlagerung von Zucker in den Gefäßwänden, so dass diese sich verdicken und Gefäßverschlüsse auftreten. Besonders die kleinen Gefäße der Netzhaut, der Nieren und des Nervensystems mit ihrem geringen Durchmesser sind hiervon betroffen.
- Spätfolgen am Auge: diabetische Retinopathie
Die Netzhaut wird auf Grund der oben genannten Gefäßveränderungen schlechter durchblutet, was zu einem Sehkraftverlust führt. Neben einer ungünstig eingestellten Stoffwechsellage verschlimmern Bluthochdruck und Rauchen den Verlauf der diabetischen Retinopathie zusätzlich.
90% der Typ-1 - Diabetiker und 25% der Typ-2-Diabetiker entwickeln nach 15 Jahren eine diabetische Retinopathie.
- Spätfolgen an der Niere: diabetische Nephropathie
Durch Zuckeranlagerungen an den kleinen Gefäßen der Niere ist die Nierendurchblutung sowie ihre Filterfunktion gestört. Klinisch sichtbar wird diese Funktionseinschränkung durch im Urin nachweisbare Eiweiße, die aus dem Blut stammen (Mikroalbuminurie). Diese Nierenschädigung kann zu einem Nierenversagen führen, das eine künstliche Blutwäsche (Dialyse) erforderlich macht. Nach 25 Jahren Erkrankungszeit entwickeln 35% der Diabetiker einen Nierenschaden in Form einer diabetischen Nephropathie mit der folge eines chronischen Nierenversagens.
- Spätfolgen am Nervensystem: diabetische Neuropathie
Die Versorgung der Nerven ist gestört und die Patienten berichten von einer Sensibilitätsstörung v.a. in den Füßen und Unterschenkeln (z.B. Brennen, Gefühlsminderung), Reflexe sind teilweise nicht auslösbar, das Temperaturempfinden und die Schmerzempfindung sind herabgesetzt. Nach 10 Jahren Erkrankungsdauer leidet die Hälfte der Diabetespatienten an der diabetischen Neuropathie.
- Spätfolgen an Gefäßen und Nerven: diabetisches Fußsyndrom
Auf Grund von Nervenschädigungen (neuropathisches diabetisches Fußsyndrom) und/oder Gefäßschädigungen (ischämischer diabetischer Fuß) führen Verletzungen am Fuß bei 15% der älteren Diabetikern zu offenen Wunden, die schlecht abheilen und sogar Geschwüre (Ulcera / Ulzerationen) bilden können.
Beim neuropathischen diabetischen Fuß ist die sensible Empfindung an den Füßen herabgesetzt, des Weiteren sind die Füße trocken und warm, die Pulse sind tastbar. Gefährlich bei dieser Erkrankungsform ist die Schmerzlosigkeit: Durch die Nervenschädigung spüren die Patienten nicht, wenn sie Druck- oder offene Stellen am Fuß haben. Hierdurch werden Wunden erst zu spät wahrgenommen und behandelt.
Auch Patienten mit ischämischen, d.h. minderdurchbluteten, diabetischen Fuß haben Wundheilungsstörungen, so dass kleine Verletzungen zu Ulzerationen führen können. Im Gegensatz zur oben genannten nervenbedingten Erkrankung haben die Patienten große Schmerzen und können daher nur eine eingeschränkte Strecke zu Fuß zurücklegen. Es sind keine Pulse tastbar und die Füße sind meist bläulich verfärbt.
Es ist daher wichtig, dass ältere Diabetiker ihre Füße täglich auf Verletzungen hin untersuchen und sich beim Arzt vorstellen, wenn ihnen eine Wunde oder eine schlecht heilende Verletzung auffällt.
Diabetische Makroangiopathie
Diese Komplikation geht einher mit einer frühen Arteriosklerose. An den Wänden der großen Gefäße des Körpers lagern sich Zucker, Cholesterin und Fette ab, so dass die Gefäße enger werden und sich die Versorgung der nachgeschalteten Organe verschlechtern.
Hieraus kann ein Herzinfarkt resultieren, wenn die Herzkranzgefäße vom Krankheitsprozess erfasst werden. Findet eine Einengung oder sogar ein Verschluss der Beinarterien statt, ist die Belastung beim Gehen sehr schmerzhaft und die Gehstrecke eingeschränkt (periphere arterielle Verschlusskrankheit). Sind die das Gehirn versorgenden Gefäße von arteriosklerotischen Veränderungen betroffen, ist ein Schlaganfall (Apoplex) mögliche Folge.
Die Nervenschädigungen im Rahmen des Diabetes mellitus können bei Männern zu Erektionsproblemen sowie Potenzstörungen und bei Frauen zum Ausbleiben der Regelblutung führen.
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