Trichterbrust

Synonyme

  • Pectus infundibiliforme (lat.; trichterförmige Brust)
  • Pectus excavatum (lat.: ausgehöhlte Brust)

Englisch: funnel chest

Definition

Die Trichterbrust ist eine Verformung der Brustwand, die angeboren ist. Die Rippen wachsen schneller als das Brustbein und somit entsteht eine zentrale Einziehung des Brustkorbes. Die Wirbelsäule ist nicht betroffen.
 

Zusammenfassung

Die Trichterbrust ist eine angeborene Einziehung des zentralen Brustkorbes bedingt durch ein Mißverhältnis der Wachstumsgeschwindigkeiten von Rippen und Brustbein.
Jungs sind häufiger betroffen als Mädchen, außerdem besteht eine familiäre Häufung.

Je nach Ausmaß der Einziehung des Brustkorbes bei einer Trichterbrust kommen Beschwerden zustande. Am gefährlichsten ist die Verdrängung des Herzens, welche in den ersten Lebensjahrzehnten weniger ernst ist, da der gesamte Brustkorb noch sehr elastisch ist.
Beim Sport allerdings können dann ndoch Beschwerden auftreten, denn das Herz kann nicht seine volle Pumpleistung entfalten. Die Therapie erfolgt konservativ. Ein operativer Eingriff ist nur bei schwerwiegender Verdrängung des Herzens mit (möglicher) Funktionseinschränkung notwendig. Aber auch der psychische Aspekt darf nicht außer Acht gelassen werden. Die meisten Patienten leiden unter ihrer Trichterbrust. Eine chirurgischer Eingriff muss in diesen Fällen trotzdem gut durchdacht werden, da auch hier – wie bei jeder OP - Gefahren und Komplikationen lauern. Nach der OP einer Trichterbrust ist die Prognose gut, der Patient muss sich aber in jedem Fall schonen und auch die selbstverständlichsten Bereiche des Alltags (wie beispielsweise Schlafen) sind eingeschränkt.

Abbildung des Brustkorbs

Abbildung Brustkorb

  1. 1. Rippe
  2. 12. Rippe
  3. Brustbein / Sternum
  4. Rippen - Brustbein - Gelenk

Blau ist der Knorpelanteil der Rippe (Siehe Rippen).

Epidemiologie

In etwa der Hälfte der Fälle sind familiäre Häufungen bekannt.  Vor allem große, schlanke Menschen (Astheniker) sind betroffen. Das Leiden zeigt sich erst in seinem vollen Ausmaß im Alter von etwa 6 bis 10 Jahren.

Ursachen

In der Regel ist eine Trichterbrust angeboren. Die Rippen wachsen schneller, als das  Brustbein. Es spielen jedoch auch Faktoren wie weiche Rippenknorpel der Kinder und mechanische Kräfte verantwortlich.

Symptome

Bei der Trichterbrust gibt es durchaus unterschiedliche Formen: es gibt breite und spitze Einziehungen. Je nachdem wie tief die Einziehungen sind, treten Beschhwerden auf. Tiefe Trichter beispielsweise können das Mediastinum einengen. Das Mediastinum ist der Raum hinter dem Brustbein, in dem sich das Herz befindet. Die Wirbelsäule ist nicht betroffen, kann sich jedoch im Laufe der Zeit durch die Fehlbelastung verformen und an Funktion einbüßen.

Kinder und Jugendliche sind für gewöhnlich jedoch beschwerdefrei, da der Brustkorb in jungen Jahren sehr elastisch ist. Außerdem haben die Organe bei dem allmählichen Fortschreiten Zeit sich anzupassen. Bei körperlicher Belastung (wie Sport) treten mit zunehmendem Alter immer häufiger Beschwerden auf (Herzjagen). Das Herz ist in seinem Platz eingeschränkt und kann nicht die volle, gesteigerte Pumpleistung erbringen. Auch das Lungenvolumen kann eingeschränkt sein, so dass es zu einer Kurzatmigkeit und Atemnot kommen kann.

Diagnose

Die Diagnose der Trichterbrust ist eine so genannte Blickdiagnose.
Dem Patienten sieht man in der Regel von außen sein „Problem“  an. Um herauszufinden wie stark er und seine körperlichen Funktionen dadurch eingeschränkt sind, kann ein CT durchgeführt werden. In dieser Schichtaufnahme des Körpers lässt sich genau erkennen welche Organe verdrängt werden. Besondere Aufmerksamkeit liegt hierbei auf dem Herzen und seiner Funktionsfähigkeit.

Therapie

Die Therapie ist in der Regel konservativ.
Eine Operation wird also erstmal nicht angedacht, kann aber in bestimmten Fällen durchaus notwendig werden. Sollte das Herz verdrängt werden und somit in seiner Pumpleistung eingeschränkt sein, muss die Trichterbrust operiert werden. Auch bei einer Fehlbelastung der Wirbelsäule mit Rückenschmerzen als Folge kann ein operativer Eingriff folgen.

Auch der psychische Aspekt ist nicht außer Acht zu lassen. Abhängig von den subjektiven Einschränkungen und psychischen Belastungen, ist hier die Wahl der operativen Korrektur zu treffen.

Die Operation sieht ein Anheben des Brustbeins (Sternum) vor, welches dann mit Metallstäben oder –bügeln im Niveau der übrigen Brustwand fixiert wird.

Prophylaxe

Einer Trichterbrust kann nicht vorgebeugt werden, da sie angeboren ist und sich im Laufe der Jahre weiter entwickeln kann.

Prognose

Nach einer solchen Trichterbrust OP sollte sich der Betroffene erst einmal schonen. Aber auch alltägliche Dinge müssen in der ersten Zeit nach der Operation eingeschränkt werden. Vor allem beim Schlafen (kein Bauchschlaf in den ersten 7 Wochen) und auch beim Heben ist Vorsicht geboten.

Nach der Operation sollte sich der Patient in physiotherapeutische Behandlung begeben, um die Muskulatur zu kräftigen und an ihre neuen Begebenheiten anzupassen.


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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 22.01.2012