Inhalt:
Untersuchung der Netzhaut
Aufbau und Funktion der Netzhaut
Der Augapfel besteht aus mehreren Strukturen. Zur Wand zählen alle „Häute“, die das Innere des Auges umgeben. Zum Inneren gehören z. Bsp. der Glaskörper, die Iris usw.
Das Auge besteht im vorderen Augenabschnitt aus Bindehaut, Hornhaut, Lederhaut, Linse und Iris. Die Netzhaut zählt zusammen mit der Aderhaut und dem Glaskörper zum hinteren Augenabschnitt. Sie liegt der Aderhaut direkt an und stellt somit die innerste aller Schichten dar.
Die Netzhaut (med.: Retina) ist genau gesehen, wie der Sehnerv auch, ein vorgeschobener Teil des Gehirns. Sie besteht aus verschiedenen Nervenzellen. Diese sind in mehrere Schichten gegliedert und enthält etwa 130 Millionen Sinneszellen.
Es gibt zwei Arten von Sinneszellen:
- Stäbchen und
- Zapfen.
Stäbchen sind für das Schwarz- Weiß- Sehen und Zapfen für das Farbensehen verantwortlich. Diese Sinneszellen weisen eine gewisse Verteilung auf: die Zapfen liegen vorwiegend zentral in der Netzhaut, während die Stäbchen eher in der Peripherie liegen.
Die größte Anzahl an Zapfen befindet sich in der so genannten Fova centralis (zentrale Vertiefung), welche zentral in der Netzhautmitte zu finden ist.
Die eingefangenen Signale der Stäbchen und Zapfen werden über mehrere Nervenzellen bis zum Sehnerv und von hier weiter zum Gehirn geleitet. An der Stelle, an der der Sehnerv aus der Retina und dem Auge austritt liegen keine Sinnes- oder Nervenzellen vor. Sie erzeugt den blinden Fleck im Gesichtsfeld.
Betrachtet man die Netzhaut (Methode siehe unten) kann man charakteristische Merkmale und Strukturen feststellen: In der Mitte findet man die Fovea zentralis und weiter seitlich nach außen hin gelegen die Austrittsstelle des Sehnerven. Die Pupille hat einen Randwall und eine normale zentrale Vertiefung. Hier treten auch die Gefäße in das Auge (Netzhaut und Aderhaut) ein. Die Gefäße der Aderhaut sind ebenso sichtbar, weil sie durch die Netzhaut schimmern. Auffällig sind die fehlenden Gefäße in der Fovea centralis.
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Abbildung Augapfel
- Sehnerv (Nervus opticus)
- Hornhaut
- Linse
- vordere Augenkammer
- Ziliarmuskel
- Glaskörper
- Netzhaut (Retina)
Untersuchungsmethoden der Netzhaut
Die Netzhaut selbst kann am Besten beurteilt werden, indem man die Spaltlampe zu Hilfe nimmt. Um einen möglichst großen Einblick in das Auge zu erhalten, werden dem Patienten vorher Augentropfen verabreicht. Diese Tropfen weiten die Pupille auf.
Es entsteht allerdings für die Patienten eine hohe Blendung, da die Pupille sich nach der Gabe dieser Tropfen nicht mehr zusammen ziehen kann, um den Lichteinfall zu regulieren. Die Wirkung tritt allerdings erst nach 20 bis 30 Minuten ein und dauert auch seine Zeit sie wieder nachlässt.
Man unterscheidet nun eine
- direkte und
- indirekte Spiegelung.
Direkte Spiegelung
Bei der direkten Spiegelung wird nach Einträufeln eines örtlich betäubenden Augentropfen- Präparates ein Dreispiegelglas direkt auf das Auge aufgesetzt. Dieses Glas hebt die Brechkraft der Hornhaut auf und man kann den Augenhintergrund betrachten. Mit Hilfe der Spiegel gelingt es auch „um die Ecke“ zu schauen und die Peripherie der Netzhaut zu beurteilen.
Besonders geeignet ist diese Methode, um Risse in der Netzhaut sehen zu können.
Indirekte Spiegelung
Auch hier benötigt man die Spaltlampe. Bei der indirekten Spiegelung wird mit Hilfe von Lupen in das Innere des Auges geschaut. Sie werden in bestimmter relativ kurzer Entfernung vor das Auge gehalten. Die Lupen erzeugen ein umgekehrtes Bild der Netzhaut, welches durch die Spaltlampe vergrößert wird.
Bei den Spiegelungen allgemein kann man die Netzhaut auf verschiedene Veränderungen hin untersuchen.
Man achtet beispielsweise auf Wassereinlagerungen (Ödeme), Excavationen der Sehnervenpapille (die zentrale Delle der Papille ist zu tief) usw..
Diese Merkmale lassen auf etwaige Krankheitsbilder schließen. Die vertiefte Delle der Sehnervenaustrittsstelle kann Hinweis auf einen erhöhten Augeninnendruck geben. Auch einen Bluthochdruck kann man in den Augengefäßen feststellen.
Fluoreszenzangiographie
Besteht der Verdacht einer Netzhautblutung oder anderen Gefäßerkrankungen, kommt eine Untersuchungsmethode zum Einsatz, welche gezielt die Gefäße der Netzhaut darstellt: Fluoreszenzangiographie.
Es wird ein fluoreszierender Farbstoff (KEIN Kontrastmittel!!) in eine Vene gespritzt, welcher sich über das Blut verteilt und auch in die Gefäße des Auges einströmt. Die Gefäße der Aderhaut füllen sich zuerst, da diese stärker durchblutet ist, und scheinen durch die Netzhaut. Die Verteilung des Farbstoffes wird durch eine spezielle Kamera festgehalten. Auf den Fotos lassen sich dann Wasseransammlungen, Blutungen, Verschlüsse und vieles mehr diagnostizieren.
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