Verstopfung bei Kindern

Synonyme

Darmträgheit, träge Verdauung, Konstipation

Medizinisch: Obstipation

Englisch = obstipation, constipation

Lesen Sie auch:


Einteilung Verstopfung bei Kindern

Verstopfung bei Kindern

Bei Kindern kann eine Verstopfung verschiedene Ursachen haben:

  • Ernährung, Nahrungsmittelunverträglichkeit
  • Psyche
  • Mechanisches Hindernis = mechanischer Ileus (Darmverschluss)
  • Nervenstörungen (Innervationsstörung)
  • Darmmotilitätsstörungen

Eine Verstopfung bei Kindern kann durch falsche Ernährung mit zu wenig Ballaststoffen und Flüssigkeit ausgelöst werden. Auch eine Nahrungsmittelunverträglichkeit, Nahrungsumstellung oder Veränderung der Umgebung können Verstopfungen zur Folge haben. In gewisser Weise spielt bei den beiden letzteren Gründen auch die Psyche des Kindes eine Rolle. Bei bewusster Unterdrückung der Stuhlentleerung liegt die Ursache der Verstopfung bei Kindern ebenfalls in der Psyche. Die Kinder ziehen aus Angst vor der Entleerung den Stuhl gewissermaßen in das kleine Becken zurück, beispielweise aufgrund von Schmerzen bei der Defäkation (= Stuhlgang). Dadurch wird der Defäkationsreiz nicht mehr ausgelöst, es entsteht eine Verstopfung bei Kindern.

Zu den mechanischen Ursachen einer Verstopfung gehören mehrere Krankheitsbilder:

  • Stenosen = Verengungen des Darmlumens
  • Darmatresie = angeborener Verschluss des Darmlumens
  • Volvulus = Darmdrehung
  • Invagination = Darmeinstülpung
  • Mekonium-Ileus = Darmverschluss durch Verstopfung mit dem ersten Kindsstuhl (Mekonium)

Ihnen gemeinsam ist, dass sie alle als Darmverschluss (mechanischer Ileus) enden.

Zu den mit Verstopfung einhergehenden Nervenstörungen zählen Erkrankungen des Rückenmarks (Meningomyelozele) oder des Gehirns.

Unter Darmmotilitätsstörungen versteht man eine veränderte Beweglichkeit des Darms. Durch Motilitätsstörungen gekennzeichnete Erkrankungen umfassen:

  • Megakolon = Erweiterung des Dickdarms
  • Hypo- /Agangliose = Minderinnervation der Darmwand (unter anderem Morbus Hirschsprung
  • Colitis ulcerosa = chronisch-entzündliche Darmerkrankung mit Stenosenbildung
  • Schilddrüsenunterfunktion = Hypothyreose
  • Vitamin-D -Überschuss = Hypervitaminose D

Auch bestimmte Medikamente können eine Motilitätsstörung zur Folge haben, beispielsweise Medikamente zur Krampfanfall - Therapie (Antiepileptika / Antikonvulsiva).

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Symptome bei Kindern

Die Verstopfung wird je nach verursachender Erkrankung von weiteren Beschwerden begleitet.

Bei mechanischem Ileus als Ursache für die Verstopfung ist das Beschwerde-Bild durch Bauschmerzen, zunehmendes Erbrechen, Übelkeit und geblähten Bauch charakterisiert. Außerdem fallen die von Verstopfung betroffenen Kinder durch Unruhe, teilweise in Verbindung mit Fieber, auf.

Darmmotilitätsstörungen manifestieren sich bei Kindern neben der Stuhlretention als Erbrechen, geblähten Bauch und Appetitlosigkeit. Zusätzlich wachsen die Betroffenen unzureichend und weisen ein Missverhältnis zwischen dickem (geblähten) Bauch und abgemagerten Gliedmaßen (Arme, Beine) auf. Das plötzliche Auftreten flüssiger Durchfälle kann das klinische Bild ergänzen (paradoxe Diarrhö).

Eine Schilddrüsenunterfunktion manifestiert sich zusätzlich zu der Verstopfung als Entwicklungsstörung.

Vitamin-D-Überschuss als Verstopfungsursache ist ebenfalls durch Wachstumsstörungen und außerdem durch Bauchschmerzen sowie Erbrechen gekennzeichnet.

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 06.05.2012