Inhalt:
- Wochenbett
- Synonyme im weitesten Sinne
- Definition
- Das regelrechte Wochenbett:
- Rückbildung der Gebärmutter (Uterusinvolution)
- Rückbildung des Gebärmuttermundes (Portio uteri)
- Einsetzen des Wochenflusses (Lochien)
- Hinweis: Wochenfluss
- Wundheilung
- Rückbildung der Beckenbodenmuskulatur
- Rückbildung von Schwangerschaftsödemen
- Veränderung des Hormonhaushalts
- Einsetzen der Regelblutung (Menstruation)
- Veränderung der Psyche
- Quiz Schwangerschaft
- Weitere Informationen zu diesem Thema
Wochenbett
Synonyme im weitesten Sinne
Peurperium
Englisch: childbed
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Definition
Als Wochenbett (Peurperium) bezeichnet man den Zeitraum nach einer Geburt, in dem der auf die Schwangerschaft (Gravidität) ausgerichtete Körper wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurückkehrt.
Außerdem kommt es beim Wochenbett zum Beginn der Milchbildung (Laktogenese) und zum Milchfluss (Laktation).
Das Wochenbett beginnt mit der Geburt des Mutterkuchens (Plazenta) und dauert ungefähr 6 – 8 Wochen.
Das regelrechte Wochenbett:
Während des Wochenbettes erfahren die Patientinnen, die als Wöchnerinnen bezeichnet werden, einige physiologische, normale Veränderungen des Körpers und der Psyche.
Rückbildung der Gebärmutter (Uterusinvolution)
Während des Wochenbett kommt es zu einer Rückbildung (Involution) der Gebärmutter (Uterus), die sich während der Schwangerschaft (Gravidität) vergrößert und vor allem an Muskelmasse zugenommen hat (Hypertrophie des Myometriums). Die Gebärmutter wiegt am Ende der Schwangerschaft in etwa 1000g und reicht mit ihrer höchsten Stelle (Fundus uteri) in der 40. Woche zwei Querfinger unterhalb des Rippenbogens.
Direkt nach der Geburt kommt der Fundus uteri, meist in der Praxis nur als Fundus bezeichnet, zwischen Bauchnabel (Umbilicus) und Symphse zu liegen. Durch das Zusammenziehen der Gebärmuttermuskeln (Kontraktionen des Myometriums), die sogenannten Nachwehen, kommt es zu einer recht schnellen Rückbildung der Gebärmutter. So liegt der Fundus 24 Stunden nach einer Geburt im Regelfall bereits auf Bauchnabelhöhe. Jeden weiteren Tag nach der Geburt kommt der Fundus jeweils einen Querfinger tiefer zu liegen.
Nach einer Woche hat sich die Gebärmutter bereits um die Hälfte verkleinert. Am zehnten Tag liegt der Fundus auf Symphysenhöhe und nach ca. sechs Wochen, also am Ende vom Wochenbett, hat die Gebärmutter wieder ihre Ausgangsgröße erreicht. Ihr Gewicht beträgt dann wieder um die 80g.
Rückbildung des Gebärmuttermundes (Portio uteri)
Der Gebärmuttermund, der sich während der Geburt geweitet hat, bildet sich im Verlauf des Wochenbett ebenfalls zurück. Er ist am 10 Tag nach der Geburt bereits nur noch fingerweit.
Einsetzen des Wochenflusses (Lochien)

- Wochenbett
Der Wochenfluss (Lochien) setzt direkt nach der Geburt (postpartum) ein und hält ungefähr 4 - 6 Wochen an.
Er stellt eine Wundheilung der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) dar, aus der sich der Mutterkuchen (Plazenta) gelöst hat und besteht aus einer sich während des Wochenbettes verändernden Zusammensetzung aus Blut, abgestorbenen Zellen (Detritus), Lymphe, Enzündungszellen und Entzündungsflüssigkeit (seröses Exsudat).
Unmittelbar nach der Geburt und in der ersten Woche während des Wochenbett ist der Wochenfluss (Lochialsekret) blutig und wird als roter Wochenfluss (Lochia rubra) bezeichnet. Dabei kann der Wundfluss zu Beginn um die 500 ml betragen. Er wird im Verlauf des Wochenbettes stets geringer. Auch der Anteil des Blutes am Wochenfluss wird weniger, da die Gefäße der Gebärmutterschleimhaut durch die Nachwehen abgedrückt (komprimiert) werden und die Blutung zum Stehen kommt.
In der zweiten Woche während des Wochenbett sieht der Wochenfluss braun aus (Lochia fusca), wird dann in der dritten Woche gelb (Lochia flava) und ist ab der vierten Woche weißlich bzw. farblos (Lochia alba).
Hinweis: Wochenfluss
Der Wochenfluss während des Wochenbett ist immer infektiös, da er einen perfekten Nährboden für Keime (u.a. Streptokokken und Staphylokokken) darstellt und sich die Keime dort bestens vermehren.
Wundheilung
Die Wunde des bei der Entbindung gegebenenfalls gesetzten Dammschnittes (Epistomie) bzw. des eventuell entstandenen Dammrisses oder Scheidenrisses heilt im Wochenbett gut aus.
Rückbildung der Beckenbodenmuskulatur
Die Beckenbodenmuskulatur, die während der Schwangerschaft gedehnt wurde, bildet sich innerhalb von sechs Wochen nach der Geburt wieder zurück.
Rückbildung von Schwangerschaftsödemen
Die in der Schwangerschaft eingelagerte Flüssigkeit (Ödeme) bilden sich innerhalb des Wochenbett zurück. Je nach Wassereinlagerung verliert die Frau ca. 5 – 10 l Flüssigkeit.
Veränderung des Hormonhaushalts

- Mutter - Kind Beziehung im Wochenbett
Mit dem Ende der Schwangerschaft und dem Beginn der Phase des Wochenbett verändern sich auch die Schwangerschafts- und Sexualhormone im Körper.
Die Schwangerschaftshormone wie das vom Kind produzierte Hormon HCG (Humanes Chorion Gonadotropin) oder das von der Plazenta (Mutterkuchen) gebildete Hormon HPL (Humanes plazentares Laktogen), die zur Aufrechterhaltung der Schwangerschaft dienten, werden nicht mehr gebildet und vorhandene Hormone abgebaut, so dass der der Spiegel dieser Hormone im Blut bald nicht mehr nachweisbar ist.
Auch die Konzentration des Sexualhormons Progesteron im Blut, das ebenfalls in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft vom Mutterkuchen gebildet wurde und der Aufrechterhaltung der Schwangerschaft diente, nimmt während des Wochenbett ab. Das Abbauprodukt des Progesterons Pregnadiol ist höchstens noch eine Woche nach Entbindung im Urin nachweisbar.
Der Abfall der Konzentration des Sexualhormons Progesteron führt reflektorisch zu einer erhöhten Produktion und Ausschüttung (Sekretion) des Hormons Prolaktin. Prolaktin ist für die Milchbildung (Laktogenese) verantwortlich. Mit dem Anstieg dieses Hormons setzt folglich auch die Milchbildung ein. Auch ist die Konzentration des Hormons Oxytozin erhöht. Oxytozin ist für den Milchfluss (Milchsekretion) verantwortlich.
Einsetzen der Regelblutung (Menstruation)
Die Regelblutung setzt im Allgemeinen bei nichtstillenden Müttern nach dem Ende des Wochenflusses ein, also ca. 6 – 8 Wochen nach der Geburt.
Bei stillenden Müttern setzt die erste Regelblutung ca. zwischen der 8 Woche und den 18 Monat nach der Geburt ein.
Veränderung der Psyche

- Wochenbett
Bei sehr vielen Wöchnerinnen (ungefähr 70%) wird meistens mit dem 2. oder 3. Tag nach der Geburt im Wochenbett beginnend eine depressive Verstimmung oder eine kurzzeitige Depression, bezeichnet als materniy blues, post partum blues oder „Heultage“, beobachtet.
Diese Verstimmung hält für einige Stunden oder wenige Tage an und verschwindet dann wieder.
Der Grund für diese psychische Veränderung ist zum einen der schnelle und starke Abfall der Schwangerschaftshormone sowie die Veränderung des Körpers im Wochenbett und zum anderen die Anstrengung der Geburt an sich, ein eventueller durch die Schwangerschaft bedingter Schlafentzug wie auch Sorgen der „neuen Situation“ und der Rolle der Mutter nicht gerecht zu werden.
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