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Zahnschmerzen
Einleitung
Schmerzen sind immer ein Warnzeichen, das anzeigt, dass irgend etwas im Körper nicht in Ordnung ist. Deshalb sollte man immer nach der Ursache forschen, um den Grund für die Schmerzen zu finden , um eine Therapie einzuleiten.
Zahnschmerzen
Ein gesunder Zahn macht keine Schmerzen. Beginnt jedoch ein Zahn schmerzhaft zu werden, ist es Zeit zum Zahnarzt zu gehen, um die Ursache herauszufinden. Zahnschmerzen entstehen dann, wenn die Nerven im Innern des Zahnes gereizt werden. Der Schmerz bei Karies ist ganz charakteristisch. Spielt sich der kariöse Defekt nur im Zahnschmelz ab, ist kein Schmerz vorhanden, denn der Schmelz steht mit dem Zahnmark (Pulpa) nicht in Verbindung und enthält keine Nerven. Ist jedoch schon das Zahnbein (Dentin) erreicht, kommt es zunächst zwar nicht zum Dauerschmerz, aber vorwiegend bei süßen Speisen zieht es für einige Zeit im Zahn. Auch bei kalt und warm macht sich der Zahn bemerkbar. Je tiefer die Karies vordringt, desto intensiver wird die Schmerzempfindung. Ist erst mal das Zahnmark erreicht, werden die Schmerzen unerträglich. Der Grund hierfür liegt in der Tatsache, dass die Pulpa sich entzündet und durch die bei Entzündungen entstehende Schwellungen ein Druck auf die Nervenfasern ausgeübt wird, weil das Zahnmark quasi eingeschlossen ist und sich deshalb nicht ausdehnen kann. In diesen Fällen ist die Lebensfähigkeit des Zahnes nicht mehr zu erhalten. Vermeintliche Zahnschmerzen können auch von einer entzündeten Kieferhöhle ausgehen, da der Boden der Kieferhöhle in engen Kontakt mit den Wurzeln der Seitenzähne steht. Thermische Reize wie kalte oder warme Speisen können ebenfalls Schmerzen an den Zahnhälsen erzeugen, wenn diese frei liegen.
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Schmerzen des Zahnbetts
Auch vom Zahnbett, dem Parodontium, gehen Schmerzen aus. Der Zahn wird durch Perkussion empfindlich. Das bedeutet er schmerzt, wenn er durch horizontales Klopfen oder vertikales Belasten angestoßen wird. Es hat sich eine Entzündung im Zahnhalteapparat gebildet, die zu diesen Schmerzen führt. Meistens handelt es sich um Zähne, bei denen das Zahnmark abgetötet wurde. Diese Entzündung kann auch eintreten, wenn der Zahn wurzelbehandelt wurde. Lesen Sie dazu auch unser Thema Wurzelbehandlung. Auch Jahre nach der Behandlung können solche Entzündungen auftreten. Die Ursache sind Bakterien, die noch nach der Behandlung im Wurzelkanal trotz antibakterieller Behandlung noch existieren. Der Körper hält sie solange in Schach bis durch eine Verminderung der Abwehrkraft, es zu einem Aufflammen des Prozesses kommt und ein Abszess eine sogenannte „ dicke Backe „ entsteht, die äußerst schmerzhaft ist. Große Schmerzen bereitet die Alveolitis sicca, ein Freiliegen des Knochen nach Zahnentfernung, wenn der Blutpfropfen (Koagulum) sich zersetzt hat oder ausgespült wurde. Perkussionsempfindlichkeit kann auch durch Überbelastung der Zähne, wie beispielsweise durch Knirschen oder ungleichmäßige Belastungen durch Brücken oder Kronen , aber auch bei kieferorthopädischen Maßnehmen entstehen, wenn die Zähne durch die Apparaturen bewegt werden.
Schmerzen der Mundschleimhaut
Die Entzündung des Zahnfleisches und auch der Beginn einer Parodontose ist zunächst nicht schmerzhaft. Hierbei steht die Blutungsneigung im Vordergrund.
Schreitet die Erkrankung jedoch weiter fort, kommt es auch hier zu Schmerzen. Läsionen auf der Schleimhaut wie zum Beispiel Aphten sind sehr mit Schmerzen verbunden.
Schmerzen nach Zahnentfernungen oder anderen Operationen sind normal und verschwinden nach einiger Zeit, wenn die akute Phase abgeklungen ist. Nach der Eingliederung einer neuen Prothese kann es zu Druckstellen kommen, die zu einer schmerzhaften Irritation der Mundschleimhaut führen.
Therapie / Was tun bei Zahnschmerzen
Die Therapie bei Zahnschmerzen, die von Karies verursacht werden, ist die Entfernung des kariösen Zahnmaterials und anschließender Zahnfüllung des Defektes mit geeigneten Füllungsmaterial die einzige geeignete Therapie.
Ist die Pulpa bereits entzündet (Pulpitis), kann man versuchen die Entzündung mit einer Kortisoneinlage zu behandeln. Dies ist jedoch nur sinnvoll, wenn nur ein kleiner Teil der Pulpa befallen ist. Ist die gesamte Pulpa befallen oder gar schon zersetzt (Gangrän), hilft nur die radikale Entfernung des Zahnmarks nach der Trepanation, das heißt, Eröffnung der Pulpenkammer, was eine sofortige Schmerzentlastung bewirkt, da der Druck entweichen kann.
Nach einer antibakteriellen Wurzelbehandlung und abschließender Wurzelfüllung wird der Zahn wieder verschlossen. Schmerzen des Zahnhalteapparates haben in den meisten Fällen die Entfernung des Zahnes zur Folge. Ein Abszess wird eröffnet und mit einer Drainage versehen, damit das Sekret abfließen kann. Schmerzen durch Überbelastung werden durch Beseitigung der Ursachen geheilt. Schmerzhafte Schleimhautverletzungen heilen entweder von selbst oder werden mit Antiseptika behandelt. Hierbei kommen auch symptomatische Behandlungen wie Lokalanästhetika zur Anwendung. Nach Extraktionen oder Operationen sind Schmerztabletten die Methode der Wahl. Eine heilende Wirkung haben sie jedoch nicht. Bei einer Alveolitis sicca besteht die Therapie in einer Anfrischung der Wunde und einer Tamponade.
Bei Druckstellen genügt die Kürzung der Prothese an der entsprechenden Stelle. Für die Beseitigung von Zahnschmerzen an Zahnhälsen hilft die Behandlung mit hoch dosiertem Fluorid.
Hausmittel / Was kann ich selbst tun, bis ich Termin beim Zahnarzt habe?
Bei Zahnschmerzen kariösen Ursprungs kann nur der Zahnarzt helfen.
Bis dahin können die Schmerzen mit Schmerztabletten (z.B. Diclofenac oder Ibuprofen, kein Aspirin, da dieses Medikament die Blutungsneigung erhöht) gelindert werden.
Als Hausmittel wurden Gewürznelken benutzt, die in den kariösen Defekt eingelegt wurden, was auch eine gewisse Berechtigung hat, da Nelkenöl eine beruhigende Wirkung auf die Pulpa hat.
Dieses Hausmittel sollte aber nur im Notfall angewendet und der Zahnarzt unverzüglich aufgesucht werden.
Prophylaxe
Eine gut durchgeführte Mundhygiene/ Zahnpflege kann viel dazu beitragen, Schmerzen zu vermeiden. Die gründliche Entfernung der Zahnbeläge ist die Voraussetzung, dass Karies und Zahnbetterkrankungen vermieden werden und damit auch Zahnschmerzen.
Zusammenfassung
Zahnschmerzen können verschiedene Ursachen haben. Je nach der Art der Grunderkrankung ergeben sich auch unterschiedliche Therapien. Wichtig ist vor allem, beim Auftreten von Zahnschmerzen den Zahnarzt aufzusuchen, damit dieser die Ursache erkennt und die geeigneten Maßnahmen ergreifen kann. Grundregel ist: Je früher man sich untersuchen lässt, desto besser sind die Aussichten auf Heilung. Deshalb sollte man halbjährlich den Zahnarzt aufsuche, damit es nicht erst zu Schmerzen kommen kann.
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