Inhalt:
Zirkeltraining
Synonyme
Circuit- Training, circle- Training, Kreistraining
Einleitung
Das Zirkeltraining ist eine effektive Methode zur Schulung der konditionellen Fähigkeiten, Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer. Der Begriff "Circuit" stammt aus dem lateinischen und bedeutet Umlaufbewegung. Obwohl der Terminus „Zirkel“ Bedenken bei zahlreichen Sprachwissenschaftlern auslöste, konnte er sich im Volksmund gegen den zu DDR- Zeiten eingeführten Begriff des Kreistrainings durchsetzen. Beim Zirkeltraining wird pro Station/ Gerät jeweils nur ein Satz absolviert. Es werden mindestens 5 bis maximal 20 unterschiedliche Übungen in einen Zirkel integriert. Dieser „Zirkel“ kann je nach Anzahl der Übungen 2- bis 3-mal durchgeführt werden. Die Übungen sollten so angelegt werden, dass immer unterschiedliche Muskelgruppen beansprucht werden. Dadurch wird gewährleistet, dass bei einem Training in kürzester Zeit alle Muskelgruppen ausreichend belastet werden.
Entstehungsgeschichte
Die Methode des Zirkeltrainings (Circuittrainings) entstand 1952 an der Universität Leeds in England. MORGAN und ADAMSON entwickelten erstmals das Training im Rundgang mit nur jeweils einem Satz pro Übung. Sie orientierten sich dabei sehr stark an dem amerikanischen Bodybuilding System, bei dem jedoch ausschließlich Kraftübungen im Zirkeltraining integriert wurden. Ziel waren neben der Schulung der Ausdauer- und Kraftfähigkeit die Verbesserung der Herz- Kreislauf- Arbeit, Sauerstoffaufnahme und Stoffwechsels. Es handelte sich ursprünglich um 24 exakt vorgegebene Übungen an neun Stationen.
Vorteile
Das Zirkeltraining eignet sich besonders zur Schulung der Kraftausdauerleistungsfähigkeit. Durch den Wechsel nach jedem Satz zu einer anderen Übungsstation mit Beteiligung anderer Muskelgruppen bedarf es einer geringeren Regenerationszeit als bei einem Stationstraining. Das angefallene Laktat kann im bereits ermüdeten Muskel abgebaut werden, während eine andere eine Muskelgruppe belastet wird. Es kann somit in kurzer Zeit ein hoher Trainingsumfang gewährleistet werden. Durch die geringen Pausen und den schnellen Wechsel zwischen den Geräten fördert es zudem meist die Motivation und wird somit häufig im kindheitsgemäßen Krafttraining eingesetzt.
Grenzen
Das Zirkeltraining eignet sich jedoch nicht für alle Formen der sportlichen Belastung. Schnellkrafttraining, Reaktivkrafttraining und Maximalkrafttraining sind mit einer hohen Beanspruchung der Muskulatur verbunden und bedarf einer verlängerten Regenerationszeit, und somit längeren Pausen zwischen den Sätzen. Die Ausbelastung der Muskulatur bei den oben genannten Formen ist eher durch ein Mehrsatztraining zu erreichen.
Einsatzgebiet
Das Zirkeltraining kann unter verschiedenen Gesichtspunkten betrachtet werden. Reine Ausdauerzirkel finden in der Praxis selten Anwendung. Die häufigste Form des Circuitrainings besteht in der Kraftausdauerbelastung im Wechsel mit Schnelligkeitsübungen und Ausdauerübungen im Schulsport. Im Schulsport ist darauf zu achten das die Übungen zugleich koordinative Aspekte beinhaltet, und vorwiegend im Bereich der Schnelligkeit und Schnellkraft angelegt sind. Das Zirkeltraining zum reinen Muskelaufbau kann ergänzend im Trainingsplan integriert werden. Fitnessstudios bieten dazu verschiedene Kurse an. Ein Zirkeltraining an Geräten ist in den seltensten Fällen im Fitnessstudio möglich. Bei einem Gesundheitsorientierten Zirkel ist darauf zu achten, dass die ausgewählten Übungen immer unter funktionalen Gesichtspunkten betrachtet werden. Ein Zirkeltraining für Frauen sollte überwiegend die Aspekte der Fettverbrennung durch Krafttraining einbeziehen.
Methoden
Zu den gewählten Methoden in einem Zirkeltraining zählen:
- Dauermethode:
Hierbei kommt es zu keiner Pause zwischen den einzelnen Stationen. Der Wechsel erfolgt fliegend. Die Belastung liegt im Bereich der anaeroben Schwelle und wird in Form eines reinen Ausdauertrainings durchgeführt. - Extensive Intervallmethode:
Wie der Name bereits sagt handelt es ich dabei um Intervalle mit Belastungen im extensiven Bereich. Die Belastung sollte im Bereich von 45 Sekunden bis eine Minute gehalten werden. Durch die extensive Belastung sollte die Pausendauer relativ kurz gehalten werden (20- 30 Sekunden). - Intensive Intervallmethode:
Die Übungsauswahl ist vgl. mit der extensiven Intervallmethode. Da die Belastungsintensitäten jedoch höher ausfallen, sollte die Pausenlänge zwischen 45 Sekunden und einer Minute gehalten werden. Besonders Kinder und Jugendliche gehen von selbst an individuelle Leistungsgrenzen im hoch anaeroben Bereich. Diese Tatsache ist sehr förderlich für die spätere Entwicklung der langfristigen Leistungsfähigkeit. Moderne Sportwissenschaft verzichtet auf reine aerobe Ausdauerleistungen im kindgemäßen Ausdauersport.
Beispielzirkel für den Schulsport. (immer paarweise)
- Seilspringen
- Medizinball seitlich zupassen
- Bauchübung (abdominal crunch)
- 10 – Meter – Sprints
- Liegestütz rücklinks
- beidbeinig über die Bank springen
- Hyperextensions
- Liegestütz gegen einen Kasten
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