Das menschliche Auge

Synonyme im weiteren Sinne:

Medizinisch: Organum visus

Englisch: eye

Einleitung

Das Auge ist für die Vermittlung von Seheindrücken aus der Umwelt zum Gehirn zuständig und wird anatomisch noch als ausgelagerte Struktur des Gehirnes gezählt. 

Das Auge besteht aus dem Augapfel (lat. Bulbus oculi; dieser meint „das Auge“ im umgangssprachlichen Sinne) und den dazugehörigen Hilfseinrichtungen, z.B. Augenlider, Wimpern, Tränenorgane.

Anatomie und Funktion

Der Augapfel hat eine annähernd kugelige Form und misst etwa 2,4 cm im Durchmesser.

In seinem vorderen Abschnitt sind die lichtbrechenden Strukturen des Auges zu finden: Linse und Hornhaut (s.u.), während der hintere Abschnitt von der für Reizverarbeitung und deren Umsetzung in elektrische Signale zuständigen Netzhaut (Retina) gebildet wird.


Hauptbestandteil des Augapfels ist der gallertig-weiche Glaskörper (lat. corpus vitreum). Er besteht zu 98% aus Wasser und einem feinen Netz aus Bindegewebe. Er dient dazu, die innere Form des Auges aufrecht zu erhalten und Linse und Netzhaut vor Lageveränderungen zu schützen.

Im Alter kommt es oft zu harmlosen, aber störenden Trübungen des Glaskörpers, die als dunkle Flecken empfunden werden („mouches Fliegen).

Interessieren Sie sich für dieses Thema weiter? Lesen Sie mehr hierzu unter: Aufbau des Auges

  1. Hornhaut - Cornea
  2. Lederhaut - Sclera
  3. Regenbogenhaut - Iris
  4. Strahlenkörper - Corpus ciliare
  5. Aderhaut - Choroidea
  6. Netzhaut - Retina
  7. Vordere Augenkammer -
    Camera anterior
  8. Kammerwinkel -
    Angulus irodocomealis
  9. Hintere Augenkammer -
    Camera posterior
  10. Augenlinse - Lens
  11. Glaskörper - Corpus vitreum
  12. Gelber Fleck - Macula lutea
  13. Blinder Fleck -
    Discus nervi optici
  14. Sehnerv (2.Hirnnerv) -
    Nervus opticus
  15. Hauptsehlinie - Axis opticus
  16. Achse des Augapfels - Axis bulbi
  17. Seitlicher gerader Augenmuskel -
    Musculus rectus lateralis
  18. Innerer gerader Augenmuskel -
    Musculus rectus medialis

Eine Übersicht aller Abbildungen von Dr-Gumpert finden Sie unter: medizinische Abbildungen

Der Augapfel

Charakteristisch ist der dreischichtige Aufbau der den Augapfel bedeckenden Wand. Unterschieden werden eine äußere, eine mittlere und eine innere Augenhaut.
Die äußere Augenhaut stellt „das Weiße“ im Auge dar und wird auch als Sklera bezeichnet.

Im Bereich der Augenvorderfläche geht sie in die durchsichtige Hornhaut (lat. Cornea) über. Trübungen der Hornhaut sind krankhaft (pathologisch) - wie z.B der Grauer Star. Sie führen zu einer Abnahme der Sehschärfe, die bis zur Erblindung reichen kann (s. Krankheiten unten).

Aufgrund ihrer starken Krümmung ist sie von herausragender Bedeutung für den Sehprozess. Mit einer Brechkraft, die jene der Linse um ein Vielfaches übersteigt, ist die Hornhaut entscheidend an der scharfen Abbildung der Umgebung auf die Netzhaut durch Bündelung auftreffender Lichtstrahlen (Fokussierung) beteiligt.

Im Gegensatz zur Linse ist ihre Brechkraft aber nicht variabel. Die Hornhaut selbst ist frei von Blutgefäßen und wird daher durch Diffusion von vorne aus dem bedeckenden Tränenfilm sowie von hinten aus der sog. vorderen Augenkammer ernährt.

Letztere stellt einen („Kammer“-) flüssigkeitsgefüllten Hohlraum dar, der von der Hornhaut als Vorderwand sowie der Iris (Regenbogenhaut) als Hinterwand gebildet wird.
Der Übergang zwischen beiden bildet einen spitzen Winkel, den kleine Venen enthaltenden Kammerwinkel. Diese Blutgefäße bilden letztlich den Abfluss für das kontinuierlich erneuerte Kammerwasser.

Selbiges stammt aus der hinten anliegenden, über die Regenbogenhaut mit der vorderen Kammer in Verbindung stehenden hinteren Augenkammer.

Kann das Kammerwasser durch ein Abflusshindernis oder gesteigerte Bildung nicht richtig abließen, steigt der Augenbinnendruck und es drohen Schädigung von Sehnerv und Netzhaut. Diese Erkrankung wird als Glaukom bezeichnet und kann verschiedene Ursachen haben.F

Die Durchsichtigkeit der Hornhaut stellt eine Meisterleistung der Natur dar: Sie wird durch die exakte Anordnung von 50 Schichten bindegewebiger Fasern mit genau definierter regelhafter Ausrichtung zueinander sowie einem konstanten Wassergehalt gewährleistet.

Verletzungen der oberflächlichen Hornhaut heilen schnell und ohne Narbe ab, da jederzeit schneller Nachschub durch am Übergang zur weißen Augenhaut befindliche Stammzellen gewährleistet ist. Diese ermöglichen die vollständige Erneuerung der Oberflächenzellen einmal pro Woche.

Dies ist besonders wichtig, da die Hornhaut aufgrund ihrer Lage Umwelteinflüssen wie Strahlung, direkten Verletzungen, Bakterien, Viren und Pilzen ungeschützt ausgesetzt ist.

Bestandteile des Auges

Das menschliche Auge ist ein komplexes Organ, welches aus vielen Einzelheiten zusammengesetzt ist. Jeder Bestandteil trägt zur einwandfreien Funktion des Sehens bei, womit der Sehprozess ermöglicht wird.

Im Folgenden werden Ihnen die wichtigsten Teile des Auges vorgestellt. Ausführlichere Informationen zu Themen stehen Ihnen per Mausklick zur Verfügung.

Linse

Die Linse liegt zwischen Hinterkörper und Glaskörperraum. Sie ist bikonvex geformt, wobei die Hinterseite stärker gebogen ist als die Vorderseite. Über elastische Fasern, die Zonulafasern, ist die Linse mit dem Ziliarkörper verbunden.

Funktionen der Linse:

Die Aufgabe der Linse ist es, Lichtstrahlen zu bündeln und eine scharfe Abbildung auf der Netzhaut zu schaffen. Dies erfolgt durch die sogenannte Akkomodation, also die Nah- und Ferneinstellung der Linse.

Betrachtet man ein Objekt in der Nähe, wird der Ziliarkörper angespannt. Dies wiederum führt zur Entspannung der Zonulafasern. Dadurch kann die Linse ihrer Eigenelastizität folgen und eine kugeligere Form annehmen, was die Brechkraft erhöht.

Umgekehrt entspannt sich der Ziliarkörper bei der Betrachtung ferner Objekte und die Zonulafasern werden angespannt. Dadurch wird die Linse in relativ flacher Form gehalten, was die Brechkraft erniedrigt.

Erkrankungen der Linse:

Mit zunehmendem Alter kommt es zur Abnahme der Eigenelastizität der Linse und sie kann sich bei der Nahakkomodation nicht mehr so gut „zusammenkugeln“. Dies ist der Grund warum viele Menschen im Alter eine Lesebrille benötigen.

Außerdem kommt es im Alter zur Kondensation von Eiweißen, welche sich in der Linse befinden. Dadurch kann sich die Linse verdichten und die Erkrankung „grauer Star“ (Katarakt) entstehen.

Ausführliche Informationen zu diesem Thema finden Sie unter: Augenlinse

Anatomischer Aufbau des Auges:

  1. Tränendrüse
  2. Augenmuskel
  3. Augapfel
  4. Regenbogenhaut (Iris)
  5. Pupille
  6. Augenhöhle

Glaskörper

Der Glaskörper (Corpus vitreum) befindet sich zwischen Linse und Netzhaut und nimmt etwa zwei Drittel des Augapfels ein. Er besteht zu 98% aus Wasser, die restlichen 2% werden von Kollagen und Hyaluronsäure gebildet.

Die Beschaffenheit des Glaskörpers ist gelartig, dadurch und durch den auf die umliegenen Strukturen ausgeübten Druck trägt er maßgeblich zur Form des Augapfels bei.

Beim Gesunden ist der Glaskörper lichtdurchlässig und transparent. Bei älteren kann es jedoch zu Veränderungen der Beschaffenheit kommen, oft wird der Glaskörper zunehmend flüssiger, was zu einer unregelmäßigen Struktur führen kann.

Ein typisches Krankheitsbild sind die „Mouches volantes“ (deutsch: fliegende Mücken). Dies sind kleine Trübungen des Glaskörpers, die optisch als fliegende Mücken imponieren können. Dies kann durch die Beeinträchtigung des Sehvermögens zwar störend sein, ist aber in der Regel harmlos.

Mehr zur Anatomie des Auges lesen Sie unter: Glaskörper

Pupille

Die Pupille ist die Öffnung im Zentrum der Regenbogenhaut, durch die das Licht ins Augeninnere gelangen kann. Gemeinsam mit der Regenbogenhaut ist sie für die Regulation des Lichteinfalls auf die Netzhaut verantwortlich.

Ist es hell, spannt sich der Musculus sphincter pupillae an und bewirkt so eine Verengung der Pupille (Miosis). Ist es dunkel, spannt sich der Musculus dilatator pupillae an und erweitert so die Pupille (Mydriasis).

Die Pupillenweite kann in der Medizin wichtige Hinweise geben, daher ist der „Pupillenreflex“ in vielen Bereichen sehr wichtig. Die Verschaltung von Nervenbahnen führt bei Leuchten ins Auge zu einer Verengung der Pupille (direkte Reaktion). Daneben gibt es auch eine indirekte Reaktion: die gleichzeitige Verengung des anderen Auges.

Ausführliche Informationen zur Anatomie des Auges erhalten Sie unter: Pupille

Gefäßhaut

Die Gefäßhaut (Uvea) besteht aus Regenbogenhaut (Iris), Ziliarkörper und Aderhaut (Choroidea). Sie liegt unter der Lederhaut (Sklera) und ist vor allem für Akkomodation, Adaption und Ernährung der Netzhaut verantwortlich. Die bei jedem Menschen unterschiedlich starke Pigmentierung der Gefäßhaut führt zu den verschiedenen Augenfarben.

Regenbogenhaut:

Die Regenbogenhaut trennt die vordere von der hinteren Augenkammer. In ihrer Mitte befindet sich eine Öffnung, die Pupille. Die Regenbogenhaut fungiert als Blende und reguliert somit gemeinsam mit der Pupillenmuskulatur deren Weite und damit den Lichteinfall ins hintere Auge (Adaption).

Ausführliche Informationen zum Thema Regenbogenhaut erhalten Sie unter: Iris

Ziliarkörper:

Die Iris geht in den Ziliarkörper über. Darin befindet sich der Musculus ciliaris, vom Ziliarkörper ausgehend ziehen die sogenannten Zonalafasern zur Linse.

Zum einen sind sie dafür verantwortlich die Linse aufzuhängen und in ihrer Position zu fixieren. Zum anderen wird über An-/und Entspannung des Musculus ciliaris und damit den Spannungszustand der Zonulafasern die Nah- und Ferneinstellung (Akkomodation) reguliert (ausführlichere Beschreibung unter Linse).

Außerdem ist der Ziliarkörper für die Produktion des Kammerwassers verantwortlich.

Aderhaut:

Die Aderhaut ist der größte Abschnitt der Gefäßhaut. Sie befindet sich zwischen Netz- und Lederhaut im hinteren Bereich des Augapfels. Die Aderhaut verfügt über zahlreiche Gefäße und ist das am besten durchblutete Gewebe des Körpers.

Ihre Hauptaufgabe ist die Versorgung der äußeren Teile der Netzhaut mit Sauerstoff und Nährstoffen.

Interessieren Sie sich für dieses Thema weiter? Lesen Sie dann unseren nächsten Artikel: Aderhaut

Bindehaut

Die Bindehaut (Konjunktiva) ist eine Schleimhaut im vorderen Bereich des Auges. Sie ist die Verbindung von Augapfel und Lidern und ermöglicht dem Augapfel durch verschiedene Falten Beweglichkeit in alle Blickrichtungen.

Gemeinsam mit dem Tränenfilm ist sie für reibungsfreies Gleiten des Augapfels verantwortlich.

Die Bindehaut ist nicht pigmentiert und relativ dünn. Außerdem ist sie gut durchblutet, so dass auch Blutveränderungen in der Bindehaut erkennbar sein können.

Mehr Informationen zu diesem Thema erhalten Sie unter: Bindehaut

Hornhaut

Die Hornhaut (Cornea) liegt vor der Pupille im vordersten Teil des Auges, besitzt keine Gefäße und ist durchsichtig. Sie besteht zu 70% aus Wasser und ist mit einem Tränenfilm benetzt.

Die Hornhaut ist der Teil des Auges, der für etwa zwei Drittel der Lichtbrechung verantwortlich ist.

Zu diesem Thema finden Sie ausführliche Informationen unter: Hornhaut

Netzhaut

Die Netzhaut (Retina) kleidet die Innenseite des hinteren Auges aus. Ihre Aufgabe ist die Aufnahme von Lichtsignalen und die anschließende Umwandlung in elektrische Signale, welche dann ans Gehirn weitergeleitet werden.

Die Netzhaut enthält verschiedene Rezeptortypen, Zapfen und Stäbchen. Etwa 7 Mio. Zapfen (Rot-, Grün- und Blauzapfen) sind für das Farbensehen, sowie das Sehen bei Helligkeit zuständig. Die 120 Mio. Stäbchen übernehmen bei Dämmerung und Dunkelheit.

Mehr zu diesem Bestandteil des Auges finden Sie unter: Netzhaut

Lederhaut

Die Lederhaut (Sklera) umgibt den größten Teil des Augapfels. Sie schützt ihn und hält ihn in Form. Sie übernimmt eine Schutzfunktion, indem sie eine feste Hülle um den Augapfel bildet und diesen fast komplett umschließt. Um diese Stabilität gewährleisten zu können, besteht sie hauptsächlich aus Bindegewebe.

Die Lederhaut ist weißlich, weshalb der Augapfel, der von ihr überzogen ist, ebenfalls weiß erscheint. Sie ist lichtundurchlässig.

Damit dennoch Licht ins Auge gelangen kann, lässt die Lederhaut den mittleren vorderen Teil des Auges frei. Dieser wird von der Hornhaut bedeckt. Auch an der hinteren Seite des Augapfels, wo der Sehnerv eintritt, ist die Lederhaut ausgespart.

Wenn Sie sich weiter mit diesem Thema beschäftigen möchten, lesen Sie unser nächstes Thema: Lederhaut des Auges: Anatomie und Funktion

Lider

In jedem Auge ist ein oberes und ein unteres Augenlid vorhanden. Ihre Hauptaufgabe ist der Schutz des Auges. Die Lider bedecken das Auge und werden bei Einwirkungen in Augennähe rasch geschlossen („Lidschlussreflex“).

Durch den regelmäßigen Lidschlag wird das Auge mit Tränenflüssigkeit befeuchtet und gereinigt.

Lesen Sie mehr hierzu unter: Augenlid

Tränenorgane

Die Tränenflüssigkeit wird von der Tränendrüse und zusätzlichen kleineren Tränendrüse gebildet. Neben Salz, Glukose und Proteinen enthält die Tränenflüssigkeit auch bakterienabtötende Stoffe.

Die Tränendrüse befindet sich am oberen äußeren Augenrand. Der Lidschlag verteilt sie im Auge. Dann erfolgt der Transport zum inneren Lidwinkel. Von dort aus fließt die Tränenflüssigkeit durch einen kleinen Gang in die Nase ab.

Augenerkrankungen

Gerstenkorn

Ein Gerstenkorn (Hordeolum) ist eine Entzündung der Drüsen des Augenlides. Man unterscheidet zwei Formen des Hordeolums, je nachdem, welche Drüsen betroffen sind.

Beim Hordeolum internum sind Talgdrüsen des Lids (Meibom-Drüsen) betroffen. Oft findet man bei dieser Erkrankung eine Art Pickel, der sichtbar mit Eiter gefüllt ist auf dem Lid.

Beim Hordeolum externum sind die Zeiss-Drüsen (Talgdrüsen der Wimpern) oder die Moll-Drüsen (Schweißdrüsen des Lids) entzündet. Diese Form des Gerstenkorns ist meist weniger auffällig. Beide Entzündungen gehen mit Rötung, Schwellung, Schmerz und Überwärmung des Lids einher.

Ein Gerstenkorn wird meistens von dem Bakterium Staphylokokkus aureus ausgelöst. Sie heilen in der Regel von selbst wieder ab, unterstützend können Rotlichtbestrahlung oder warme Kompressen wirken.

Verursacht ein Gerstenkorn deutliche Beschwerden, verzögert sich die Heilung oder fließt der Eiter nicht ab, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann antibiotikahaltige Salben oder Tropfen verschreiben oder den Eiter durch einen kleinen Schnitt ablassen.  

Nimmt die Erkrankung einen schweren Verlauf, kann es zur Entzündung des gesamten Lids und zu Abszessen kommen. Dies ist jedoch selten, in der Regel handelt es sich um eine harmlose Erkrankung.

Weitere Informationen zu dieser Erkrankung erhalten Sie unterGerstenkorn

Bindehautentzündung

Die Bindehautentzündung (Konjunktivitis) ist eine recht häufige Erkrankung. Sie kann akut auftreten, hierbei heilt sie innerhalb von 4 Wochen wieder aus. Dauert die Erkrankung länger, spricht man von einer chronischen Konjunktivitis.

Sie geht mit einer Rötung des Auges, mit Schmerzen, Brennen, erhöhter Lichtempfindlichkeit und Fremdkörpergefühl einher. Typisch sind auch die morgens verklebten Augen und das deutliche Hervortreten der Gefäße der Bindehaut (konjunktivale Injektionen). Aus dem Auge kann Ausfluss bestehen, der je nach Art des Erregers klar bis eitrig ist.  

Die Bindehautentzündung kann verschiedene Ursachen haben. Am häufigsten sind in bakterielle Erkrankungen (z.B. Streptokokken, Staphylokokken). Hierbei kommt es oft zu eitrigem Ausfluss.

Außerdem wird die Konjunktivitis häufig von Viren (z.B. Adenoviren) ausgelöst, hier ist der Ausfluss häufig eher wässrig und schleimig. Auch im Rahmen einer Allergie (z.B. Heuschnupfen) oder bei Reizung (z.B. Lösungsmittel) des Auges kann eine Entzündung der Bindehaut auftreten.

Die Behandlung der Bindehaut sollte sich nach dem Auslöser richten. Gegen Bakterien werden lokal Antibiotika als Salbe oder Tropfen eingesetzt, bei Viren werden die Symptome durch abschwellende Medikamente behandelt. Bei Allergie können Antiallergika gegeben werden.

Haben Sie noch Interesse an diesem Thema? Lesen Sie unseren nächsten Artikel unterBindehautentzündung

Augenflimmern

Als Augenflimmer (Flimmerskotom) bezeichnet man vorrübergehende Ausfälle des Gesichtsfeldes. Das Augenflimmern wird von hellen Zickzacklinien oder Blitzen begleitet. Es tritt auf beiden Augen und im gleichen Bereich des Sichtfeldes (homonym) auf. Außerdem können Kopfschmerzen, Lichtempfindlichkeit (Photophobie) oder Übelkeit auftreten.

Augenflimmern ist ein Symptom, dem viele verschiedene Krankheiten zugrunde liegen können. Die meisten von ihnen sind recht harmlos, wie z.B. eine verspannte Nackenmuskulatur oder anhaltender Stress.  Auch Anstrengung der Augen und bestimmte Medikamente können ein Flimmerskotom auslösen.

Augenflimmern verschwindet meist schnell von selbst wieder. Hält es jedoch länger an, kann dies einen Hinweis auf die zugrundeliegende Erkrankung geben. Dauert um die zehn Minuten, so kann eine Augenmigräne der Auslöser sein, besonders wenn begleitend Kopfschmerzen auftreten.

Bei einer längeren Dauer von ca. 30 Minuten kann es sich um die Ankündigung einer Migräne handeln. Auch grüner Star (Glaukom) kann in seinem Frühstadium ein Flimmerskotom auslösen.

Bleibt das Augenflimmern über einen längeren Zeitraum bestehen, kommt es häufig wieder (rezidivierend) oder sind die Beschwerden sehr belastend, so sollte ein Augenarzt aufgesucht werden. Dieser kann untersuchen, ob eine behandlungsbedürftige Erkrankung hinter dem Augenflimmern steckt.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema: Augenflimmern - Ursachen, Symptome und Therapie

Zuckendes Auge

Als Augenzucken bezeichnet man das unwillkürliche Zusammenziehen und Öffnen des Augenlids. Es kann beidseitig auftreten oder auf nur ein Auge beschränkt sein.

Oft wird es durch den Nerv ausgelöst, der die Gesichtsmuskulatur versorgt (N. facialis) oder die Ursache liegt direkt an den Augenmuskeln (z.B. M. orbicularis oculi).

In den allermeisten Fällen hat das Augenzucken eine harmlose Ursache. Es kann durch Stress, Müdigkeit, Anstrengung der Augen oder Erschöpfung bei Sport ausgelöst werden. Manchmal tritt es auch ganz ohne Auslöser auf.

Darüber hinaus kann Augenzucken auf einen Magnesiummangel hinweisen, bei dem generell leichter Muskelzuckungen auftreten. Auch andere Zustände von Mangelernährung können sich durch Augenzucken bemerkbar machen, in diesem Fall findet sich begleitend oft Abgeschlagenheit und Leistungsminderung.

Außerdem kann ein sog. Tic in Augenzucken bestehen. Hierbei handelt es sich um ein Symptom psychischer oder neurologischer Erkrankungen.

Hält das Augenzucken länger als einen Tag an oder kehrt es sehr häufig wieder, sollte ein Neurologe aufgesucht werden. Dies gilt besonders, wenn weitere Symptome wie Kopfschmerz, Nachtschweiß, Gewichtsverlust, Fieber, Stimmungsschwankungen, Wesensveränderung oder plötzliche Ungeschicklichkeit hinzukommen.

Mehr Informationen hierzu bekommen Sie unter: Zuckungen im Auge

Geschwollene Augen

Geschwollene Augen bezeichnen häufig nicht eine Schwellung des Auges an sich, sondern Schwellungen des Lids oder der Tränensäcke. Sie sind nur selten mit einer Krankheit assoziiert.

Eine Schwellung des Auges kann durch viele verschiedene Gründe hervorgerufen werden. Schlafmangel, salz- protein- oder alkoholreiche Nahrungsmittel, familiäre Veranlagung oder schlicht das Alter können die Ursache sein. Manche Frauen erleben auch im Rahmen ihres monatlichen Zyklus angeschwollene Augen. 
Mehr Informationen zu diesem Thema lesen Sie unter: Ursachen für Schwellung der Augen 

Eine Schwellung kann jedoch auch durch eine Allergie ausgelöst werden, z.B. durch Hausstaub, Pollen, Kosmetika, Nahrungsmittel, Insektenstiche oder Medikamente. Auch Traumata (Schläge, Verletzungen) des Auges und seiner Umgebung können Schwellungen verursachen.

Kommen zur Schwellung weitere Symptome wie Rötung, Schmerz und Überwärmung hinzu, legt dies eine Entzündung des Auges oder des umgebenden Gewebes nahe. In diesem Fall sollte ein Augenarzt aufgesucht werden.

Auch eine Abflussstörung der Lymphe kann zu geschwollenen Augen führen. Sogenannte Myxödeme, die ebenfalls eine Schwellung des Auges hervorrufen, sind oft bei einer Schilddrüsenunterfunktion zu finden. Auch Funktionsstörungen, insbesondere von Herz und Niere, können Schwellungen verursachen. Diese gehen meist noch mit weiteren Symptomen einher.

In seltenen Fällen kann auch ein wachsender Tumor eine Schwellung auslösen. Dennoch sind geschwollene Augen meist harmlos. Treten weitere Symptome auf, nimmt die Schwellung stetig zu oder beeinträchtigt sie das Gesichtsfeld sollte sie von einem Arzt abgeklärt werden.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Geschwollene Augen - Ursache, Begleitsymptome und Erkrankungen

Tränende Augen

Tränende Augen (Tränenträufeln, Epiphora) bezeichnen den Austritt von Tränenflüssigkeit über den Rand des Lids. Es gibt verschiedene Gründe für Epiphora.

Zum einen kann zu viel Tränenflüssigkeit produziert werden (Dakyrrhö), oder der Abfluss ist behindert. Zu viel Tränenflüssigkeit wird z.B. bei Allergien, Nasennebenhöhlenerkrankungen und Entzündungen oder Verletzungen des Auges produziert.

Auch im Ramen einer Schädigung des Auges (endokrine Orbitopathie) durch eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) kann es zu vermehrtem Tränenfluss kommen, genauso wie durch Reizungen des Auges (Kontaktlinsen, Chemikalien).

Tränende Augen werden darüber hinaus durch die Reizung des Nerven (Nervus trigeminus), der die Tränendrüse versorgt, verursacht.

Der Abfluss der Tränenflüssigkeit kann durch eine Verlegung der Abflusswege entstehen, z.B. bei Entzündungen der Tränenkanälchen (Kanalikulitis), einer chronischen Entzündung der Tränensäcke (Dacrocystitis chronica) oder angeborenen Fehlbildungen. Auch Fehlstellungen des Lids können den Tränenabfluss behindern.  

Bei Epiphora ist die Infektionsgefahr für das betroffene Auge deutlich erhöht. Einige der Ursachen sind außerdem behandlungsbedürftig. Deshalb sollte bei ständigem Tränenträufeln ein Arzt aufgesucht werden.

Juckendes Auge

Juckende Augen können verschiedene Ursachen haben und treten meist in Begleitung anderer Symptome auf.

Allergien können z.B. Juckreiz im Bereich des Auges auslösen. Dabei tränt das Auge meist und ist außerdem geschwollen. Oft tritt begleitend ein Heuschnupfen auf (z.B. bei Pollenallergie), oder der Juckreiz setzt nach dem Gebrauch von neuen Kosmetika ein.

Die Therapie besteht im Identifizieren des allergieauslösenden Stoffes (Allergen), in dessen Vermeidung oder in der Gabe von Antiallergika.

Außerdem können Entzündungen der Bindehaut oder des Lidrandes Juckreiz auslösen. Dies kann mit morgens verklebten Augen, Schmerz, Rötung, Schwellung und eitrigen bis wässrigen Sekreten einhergehen. Hier wird meistens mit lokalen Antibiotika behandelt.

Juckende Augen können außerdem durch chemische (z.B. Chlor), mechanische (z.B. Kontaktlinsen), biologische (z.B. Insektenstich in der Nähe des Auges) und physikalische (z.B. Sonnenlicht) Reize oder durch Überanstrengung ausgelöst werden. Das Jucken verschwindet dann meist wenn der Reiz wegfällt.

Ein Arzt sollte aufgesucht werden, wenn das Augenjucken längere Zeit anhält oder weitere Symptome hinzukommen.

Weiter rund um die Ursachen des juckenden Auges lesen Sie hier: Juckende Augen - Was steckt dahinter?

Auge eitert - Was steckt dahinter?

Eiter (Pus) tritt im Rahmen einer Entzündung durch die Zerstörung von Gewebe (Autolyse) und das Absterben von Abwehrzellen (neutrophilen Granulozyten) auf. Meistens ist eine Entzündung, die mit Eiter einhergeht, durch Bakterien verursacht.

Ein häufiger Grund für eiternde Augen ist die Bindehautentzündung (Konjunktivitis). Aber auch Entzündungen anderer Teile des Auges, wie z.B. der Iris (Iriditis) oder der Hornhaut (Keratitis) können eiternde Augen verursachen. Auch Gersten (Hordeolum)- oder Hagelkörner (Chalazion) verursachen Eiter im Bereich des Auges.

Auch Verlegungen und Entzündungen der Abflusswege von Tränen können zu Eiteraustritt führen. So tritt z.B. bei einer Entzündung der Tränenkanälchen (Kanalikulitis) oder des Tränensacks (Dacryocystitis) Eiter aus dem Tränenpünktchen innen am Auge aus.

Eine bakterielle Entzündung wird meist mit Antibiotika behandelt. Tritt Eiter aus dem Auge aus, sollte immer ein Arzt aufgesucht werden.

Lichtempfindliches Auge

Lichtempfindlichkeit (Photophobie) äußert sich in einer Unverträglichkeit von Licht, dass für andere Menschen noch nicht als besonders hell empfunden wird. Sind an Photophobie leidene Menschen dem Licht ausgesetzt, bekommen sie häufig Kopf- oder Augenschmerzen.

Photophobie kann die verschiedensten Ursachen haben. So führen z.B. besonders Entzündungen der Bindehaut (Konjunktivitis), aber auch Entzündungen und Verletzungen der Hornhaut (Kornea) oder Regenbogenhaut (Iris) zu Lichtempfindlichkeit.

Bei einer Weitstellung der Pupille (Mydriasis) kann vermehrt Licht ins Auge fallen, was zu Photophobie führt. Eine Mydriasis findet sich z.B.  wenn das Auge beim Arzt „Weitgetropft“ wird, oder bei Ausfällen von Nerven, die für das Zusammenziehen der Pupille verantwortlich sind (N. oculomotorius). Auch beim Grünen Star (Glaukom) reagiert das Auge mit Lichtempfindlichkeit.

Lichtempfindlichkeit findet sich ebenfalls häufig bei Migräneattacken oder Reizungen der Hirnhäute (Meningen). In sehr seltenen Fällen kann Photophobie auch durch einen Tumor im Gehirn ausgelöst werden. Darüber hinaus tritt sie auch im Rahmen von Infektionen wie z.B. den Masern auf.

Bei Lichtempfindlichkeit können die Augen mit einer Sonnenbrille geschont werden und sollten nicht dem direkten Lichteinfall ausgesetzt werden. Bei stark ausgeprägter Lichtempfindlichkeit sollte ein Arzt aufgesucht werden, besonders wenn weitere Symptome wie Schmerzen an Auge und Kopf oder Rötung und Eitern des Auges auftritt.

Auge pocht - Was sind die Ursachen?

Ein pochendes Auge kann sehr unangenehm sein. Oft entsteht das Pochen daraus, dass man seinen eigenen Puls bemerkt. Dies kann z.B. bei einem hohen Blutdruck der Fall sein. Pochen kann auch durch Muskelzuckungen ausgelöst werden, z.B. durch die Muskeln am Lid.

Sie gehen in der Regel schnell wieder vorbei und treten auch beim Gesunden auf, vor Allem bei Stress.

Pochen ist darüber hinaus ein typisches Symptom für eine Entzündung. Häufig sind am Auge z.B. Gerstenkörner (Hordeoulum) oder Hagelkörner (Chalziome). Aber auch Abszesse am Lid oder in der Augenhöhle können Pochen auslösen.
Mehr hierzu lesen Sie unter: Hagelkorn durch eine Entzündung

Bei Entzündungen in der Augengegend sollte ein Arzt aufgesucht werden, sie werden meist mit Antibiotikasalben oder -tropfen behandelt.

Pochen im Auge kann auch durch ausstrahlende Schmerzen entstehen, beispielsweise bei Kopf- oder Ohrenschmerzen. Halten diese länger an, sollte auch hier ein Arzt zum Abklären der Ursache aufgesucht werden.

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