Erkrankungen des Kniegelenks

Erklärung

Hier finden Sie die wichtigsten anatomischen Grundlagen eines gesunden Kniegelenkes und eine Übersicht alle wesentlichen Kniegelenkserkrankungen mit einer kurzen Definition der Erkrankung.
Um detailliertere Informationen zu erhalten folgen Sie einfach dem Link zur passenden Erkrankung.

Zu den häufigsten Erkrankungen rund um das Kniegelenk zählen:

Wenn Ihnen nicht klar ist, was Ihre Knieschmerzen verursacht empfehlen wir unseren Selbsttest, um die Ursache und die Therapiemöglichkeiten herauszufinden.

Verletzungen an den Bändern des Kniegelenks

Meniskusschaden

Unter einem Meniskuschaden versteht man die Verletzung, bzw. den Einriss einer der beiden Knorpelscheiben, die sich zwischen Oberschenkel- und Schienbeinknochen befinden. Oberschenkel und Schienbein passen mit ihren Gelenkflächen nicht aufeinander. Um dies “Asymmetrie” auszugleichen haben wir "Knorpelscheiben" im Gelenk, einen Innen- und einen Außenmeniskus.

Weitere Informationen erhalten Sie unter unserem Thema: Meniskusschaden

Vorderer Kreuzbandriss

Ein frischer vorderer Kreuzbandriss ist die vollständige oder teilweise Kontinuitätsunterbrechung (Riss) des Bandes nach Überschreiten der Überdehnungsreserve durch äußere Gewalteinwirkung. Eine alte vordere Kreuzbandruptur ist ein dauerhaft bleibender meist unfallbedingte Bandverletzung. Typischerweise kann eine solche Verletzungen bei feststehendem Unterschenkel beim Skifahren oder Fußball passieren.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: vorderer Kreuzbandriss

Hinterer Kreuzbandriss

Eine frische hintere Kreuzbandruptur ist die vollständige oder teilweise Kontinuitätsunterbrechung (Riss) des Bandes nach Überschreiten der Überdehnungsreserve durch äußere Gewalteinwirkung. Eine alte hintere Kreuzbandruptur ist der dauerhaft bleibende meist unfallbedingten Bandschaden. 

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: hintere Kreuzbandruptur

Außenbandriss

Bei Außenbandverletzungen handelt es sich in der Regel um einen Riss desselben. Meist ist der Riss komplett – inkomplette Bandrisse gibt es kaum. Die Ursache ist meist ein Trauma (Rotation, Verrenkung). Je nach Ausmaß der Verletzung (Außenbandriss) richtet sich die Therapie, welche von der Ruhigstellung von einigen Tagen bis zur Operation reichen kann. Die Prognose ist in der Regel gut.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Außenbandriss am Knie

Innenbandriss

Bei Innenbandverletzungen handelt es sich in der Regel um einen Riss desselben. Meist ist der Riss komplett – inkomplette Bandrisse gibt es kaum. Das Innenband reißt in der Regel nur in Folge eines Traumas. Dies kann ein Abknicken, ein Rotationstrauma oder eine Kniegelenksverrenkung sein, wie sie beispielsweise beim Skifahren oder beim Fußball vorkommen. Die Therapie des Innenbandrisses richtet sich nach dem Ausmaß der Verletzung. 

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Innenbandriss im Knie

Bänderdehnung

Eine Bänderdehnung (Syn. Bänderzerrung) des Knies wird durch ein gewaltsames, über das normale Maß hinausgehendes Bewegen des Kniegelenks verursacht und kann sowohl das Innenband als auch das Außenband betreffen. Sie ist eine der häufigsten Sportverletzungen und kann beispielsweise durch eine plötzliche Rotationsbewegung des Knies entstehen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Bänderdehnung im Knie

Patellasehnenriss

Vom Patellasehnenriss spricht man, wenn die Sehne zwischen der vorderen Oberschenkelmuskulatur und dem unteren Anteil der Kniescheibe teilweise oder vollständig reißt. Synonym zum Patellasehnenriss wird auch der Begriff der Patellasehnenruptur verwendet. Zum Patellasehnenriss kommt es meist spontan durch zu starke Überspannung des Beins gegen einen Widerstand oder bei Anspannung des Knies in Beugestellung. Betroffene äußern meist einen plötzlichen Schmerz.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Patellasehnenriss

Verletzungen der knöchernden Strukturen des Knies

Kniescheibenbruch

Bei einem Kniescheibenbruch frakturiert die Kniescheibe in mehrere Teile. Dabei können Längs, Quer- oder Mischbrüche entstehen. Die Therapie des Kniescheibenbruchs / Patellafraktur hängt entscheidend von der jeweiligen Bruchform ab. Zur weiteren Diagnostik sollte ein Arzt aufgesucht werden. 

Weitere Informationen erhalten Sie unter unserem Thema: Patellafraktur

Schienbeinkantensyndrom

Bei einem Schienbeinkantensyndrom handelt es sich um ein chronisches Schmerzsyndrom im Bereich eines oder mehrerer faszialer Kompartimente des Unterschenkels aufgrund von beim Sport entstandenen Missverhältnissen zwischen Muskel und Faszie. Hauptsymptome des Schienbeinkantensyndrom sind vor allem Schmerzen, zunächst bei Bewegung, später auch in Ruhe möglich. Bei der Therapie des Schienbeinkantensyndrom ist eine konservative von einer operativen Therapie zu unterscheiden. 

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Schienbeinkantensyndrom

Schienbeinprellung

Gründe für eine Schienbeinprellung sind sehr eingängig. Man zieht sich in der Regel eine Knochenprellung am Schienbein zu, indem man sich das Schienbein anschlägt oder gegen einen starren oder festen Gegenstand tritt, der nicht nachgeben kann. Die klassischen Symptome einer Schienbeinprellung sind SchmerzSchwellung, ein Bluterguss und eine gewisse Bewegungseinschränkung.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Schienbeinprellung

Erkrankungen durch Überbelastung und Verschleiß

Knorpelschaden im Knie

Ein Knorpelschaden im Knie kommt recht häufig vor. Meistens ist der Schaden hier durch Abnutzungserscheinungen bedingt. Dieser Verschleiß geschieht zum einen im Rahmen einen ganz natürlichen Alterungsprozesses. Das Ergebnis daraus bezeichnet der Fachmann als ArthroseWichtig ist zunächst einmal, dass alle Risikofaktoren soweit wie möglich ausgeschaltet oder vermindert werden. 

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Knorpelschaden im Knie

Springerknie

Beim Springerknie handelt sich um eine chronische, schmerzhafte, degenerative Überlastungserkrankung des Kniescheiben- streckapparates am Knochen- / Sehnenübergang der Kniescheibenspitze. Es wird auch als "Patellaspitzensyndrom" bezeichnet. Patienten berichten über einen belastungsabhängigen Schmerz im Bereich der Kniescheibenspitze.

Weitere Informationen erhalten Sie unter unserem Thema: Springerknie

Kniegelenksarthrose

Unter Gonarthrose / Kniegelenksarthrose sind alle degenerativen (verschleißbedingte) Erkrankungen des Kniegelenkes zu verstehen, die durch eine zunehmende Zerstörung des Gelenkknorpel unter Mitbeteiligung der Gelenkstrukturen wie Knochen, Gelenkkapsel sowie gelenknaher Muskulatur gekennzeichnet sind. Sie kann mehrere Ursachen haben und zeigt sich anfangs meistens durch einen Anlaufschmerz, sowie Schwellungen. 

Weitere Informationen erhalten Sie unter unserem Thema: Gonarthrose / Kniegelenksarthrose

Kniescheibenluxation

Bei der typischen Patellaluxation springt die Kniescheibe aus der vorgesehen Gleitbahn nach außen heraus. Dabei kommt es zu häufig zu Verletzungen von Bändern, Knorpel und Knochen. Die Symptome einer Kniescheibenluxation (Kniescheibenverrenkung) sind meistens so typisch, dass sie dem geübten Arzt eine Blickdiagnoseermöglichen. In den meisten Fällen bedarf eine Kniescheibenluxation keinerlei Behandlung, da sie in der Regel von selbst wieder in ihr Gleitlager zurückspringt

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unterPatellaluxation

Shelf-Syndrom

Das Shelf-Syndrom tritt nach Überbeanspruchung, Muskeldysbalancen oder Verletzung des Knies auf. Es wird durch eine Entzündung und Anschwellung der Schleimhautfalten (Synovialfalten, Plicae) im Kniegelenk verursacht. Dies kann zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im Kniegelenk führen.
Drei Schleimhautfalten des Knies können betroffen sein: die Plica suprapatellaris, die Plica mediopatellaris und die Plica infrapatellaris. Mit Abstand am häufigsten ist aber die Plica mediopatellaris betroffen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Shelf-Syndrom

Entzündungen im Knie

Entzündung der Kniescheibe

Wie fast jedes andere Organ auch, kann sich auch die Kniescheibe entzünden. Dies kann zu erheblichen Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im Kniegelenk führen. Hauptsymptom bei einer Entzündung des Kniegelenks sind Knieschmerzen insbesondere im vorderen Bereich des Kniegelenks und über/unter der Kniescheibe direkt. Häufigste Ursache einer Entzündung der Kniescheibe ist die Überlastung

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Entzündung der Kniescheibe

Entzündung der Patellasehne

Eine Fehl- oder Überbelastung des Knies kann leicht zu einer Reizung und einer Entzündung der Patellasehne führen, was mit starken Knieschmerzen und Bewegungseinschränkungen verbunden ist. Typisch sind Schmerzen am unteren Ende der Kniescheibe. Die wichtigste Maßnahme in der Therapie bei einer Entzündung der Patellasehne ist die Schonung. 

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Entzündung der Patellasehne

Entzündung der Quadricepssehne

Eine Entzündung der Quadricepssehne entsteht in den meisten Fällen durch eine chronische Überbelastung der Sehne und aller mit ihr verbundenen Strukturen. Sie wird dem Betroffenen vor allem durch eine punktförmige Druckschmerzhaftigkeit genau über dementsprechenden Sehnenabschnitt bewusst. Um eine Entzündung der Quadricepssehne zu behandeln kann man zu Beginn eine konservative Therapie in Betracht ziehen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Entzündung der Quadricepssehne

Spezifische Erkrankungen des Kniegelenks

Morbus Ahlbäck

Unter dem Begriff M. Ahlbäck versteht man in der medizinischen Fachsprache eine Erkrankung bei der es zu ausgedehnten, nicht durch eine Infektion ausgelöstem Absterben des Knochens (aseptische Osteonekrose) im Bereich des unteren Oberschenkelanteils (Femurkondylus) kommt. Die Gründe für das Auftreten von M. Ahlbäck beruhen in den meisten Fällen auf einer minderwertigen Durchblutung des unteren Oberschenkelanteils.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Morbus Ahlbäck

Morbus Sinding-Larsen

Bei der unter dem Begriff Morbus Sinding-Larsen bekannten Erkrankung handelt es sich um eine äußerst schmerzhafte Entzündungsreaktion im Bereich des Kniegelenks. Bei der Hauptzahl der betroffenen Patienten handelt es sich um junge Menschen. Morbus Sinding-Larsen tritt vermehrt bei Sportlern auf. Die Behandlung des Morbus Sinding-Larsen gliedert sich in nicht-operative und operative Maßnahmen

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Morbus Sinding-Larsen

Arthrofibrose

Die Arthrofibrose ist eine gefürchtete, in ihrer Ursache weitgehend unaufgeklärte Gelenkerkrankung nach operativen Eingriffen oder Verletzungen, aus der eine mehr oder minder starke, teils schmerzhafte Einschränkung der Gelenkbeweglichkeit resultiert. Unterschieden werden die Primäre Arthrofibrose, welche durch eine generalisierte Narbenbildung im Gelenk gekennzeichnet ist und eine Sekundäre Arthrofibrose, bei der lokale mechanische Irritatoren für eine Bewegungseinschränkung ursächlich sind.

Weitere Informationen erhalten Sie unter unserem Thema: Arthrofibrose

Morbus Osgood - Schlatter

Der Morbus Osgood-Schlatter ist eine schmerzhafte Reizung des Ansatzes der Kniescheibensehne (Patellarsehne) am vorderen Schienbein. Hierbei kann es zu einer Ablösung und zu einem Absterben (Nekrose) von Knochenstücken aus dem Schienbein kommen. Es entsteht ein abgestorbener Knochenbezirk. Da diese Osteonekrose nicht infektiös (nicht durch Bakterien, Viren oder andere verursacht ist, wird sie zur Gruppe der aseptischen Osteonekrosen gerechnet.

Weitere Informationen zu diesem Thema erhalten Sie unter: Morbus Osgood-Schlatter

Baker-Zyste

Eine Baker-Zyste ist eine durch Kniebinnenerkrankungen mit chronischem Kniegelenkserguß einhergehende Ausstülpung der hinteren Gelenkkapsel. Eine Bakerzyste kommt besonders häufig beim älteren Menschen durch Verschleiß des Kniegelenks und bei Kindern (meist ohne klare Ursache) vor. Die Diagnose einer Bakerzyste kann im allgemeinen vom Arzt gestellt werden.

Weitere Informationen erhalten Sie unter unserem Thema: Baker-Zyste

Osteochondrosis dissecans

Die Osteochondrosis dissecans (OD) ist eine häufig im Wachstumsalter und jungem Erwachsenenalter auftretende Erkrankung, die zu ca. 85% das Kniegelenkes betrifft. Im Verlauf dieser Erkrankung kommt es zu einem knorpelnahen Knochensterben, wobei sich ein über dem betroffenen Knochenbezirk befindliches Knorpelstück aus seinem Verbund lösen kann.

Weitere Informationen erhalten Sie unter unserem Thema: Osteochondrosis dissecans

Patellofemorales Schmerzsyndrom

Der Schmerz der Kniescheibe wird auch als femoropatellares Schmerzsyndrom (PFFS) bezeichnet. Das PFFS zählt zu den häufigsten Beschwerdebildern im vorderen Kniebereich. Hinter dem PFSS verbirgt sich kein einheitliches Krankheitsbild, sondern ein sehr komplexes Beschwerdebild, das in Bezug auf Definition, Diagnose und Ätiologie (Ursachen) sehr unterschiedlich diskutiert wird. 

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Patellofemorales Schmerzsyndrom

Allgemeine Informationen über das Kniegelenk

Hier finden Sie weitere Informationen über den Aufbau und die Funktion des Kniegelenks sowie häufige Symptome. 

Der anatomische Aufbau des Kniegelenks

Die Anatomie des gesunden Kniegelenks

Das Kniegelenk ist das größte Gelenk des Menschen und stellt die bewegliche Verbindung zwischen Oberschenkel (Femur) und Unterschenkel (Tibia) dar. Drei Knochen bilden gemeinsam mit einem komplexen Kapsel- und Bandapparat (Seiten- und Kreuzbänder) das Gerüst des Kniegelenkes.

Dies sind:

Abbildung Kniegelenk

A - Rechtes Kniegelenk von links
B - Rechtes Kniegelenk von vorn
C - Rechtes Kniegelenk von hinten

  1. Kniescheibe - Patella
  2. Oberschenkelknochen - Femur
  3. Schienbein - Tibia
  4. Wadenbein - Fibula
  5. Innerer Meniskus -
    Meniscus medialis
  6. Äußerer Meniskus -
    Meniscus lateralis
  7. Kniescheibenband -
    Ligamentum patellae
  8. Außenband -
    Ligamentum collaterale fibulare
  9. Innenband -
    Ligamentum collaterale tibiale
  10. Hinteres Kreuzband -
    Ligamentum cruciatum posterius
  11. Vorderes Kreuzband -
    Ligamentum cruciatum anterius

Eine Übersicht aller Abbildungen von Dr-Gumpert finden Sie unter: medizinische Abbildungen

Auf der Abbildung oben ist zu erkennen, dass die Knochen einen engen Kontakt zueinander aufweisen. Damit auch an den Kontaktflächen eine schmerzfreie und ungestörte Beweglichkeit des Kniegelenkes stattfinden kann, sind die Knochen an den jeweiligen Kontaktflächen mit einer sehr glatten, weißlichen Knorpelschicht, dem sogenannten hyalinen Knorpel, überzogen.
Nur durch sie wird eine schmerzfreie und ungestörte Beweglichkeit des Kniegelenkes möglich. Der hyaline Knorpel setzt sich aus Knorpelzellen und Matrixgewebe zusammen. Während die Knorpelzellen des Erwachsenen die Fähigkeit zur Teilung und damit zur Heilung verloren haben, können kindliche Knorpelzellen durch Vermehrung Knorpelwunden reparieren.
Eingebettet sind die Knorpelzellen in dem von ihnen selbst produzierten Matrixgewebe. Dieses besteht zum Großteil aus Wasser und Stützgewebe und verleiht dem Knorpelgewebe sowohl Stabilität als auch Elastizität.

Im Kniegelenk selbst unterscheidet man die Gelenkpaarung zwischen der Oberschenkelrolle und der Kniescheibe (Femoropatellargelenk) sowie der Oberschenkelrolle und dem Schienbeinkopf. Die Verbindung zwischen der Oberschenkelrolle und der Kniescheibe (Patella) ist der am stärksten belastete Teil des Kniegelenkes. Beim Treppensteigen wird dieses Gelenk beispielsweise mit mehr als dem Dreifachen des Körpergewichts belastet.

Die bedeutendste Sehne des Kniegelenks ist die Kniescheibensehne (Patellasehne/ Patellarsehne), die von der Kniescheibe an der Vorderseite des Kniegelenks als starker Strang zum Schienbein (Tuberisitas tibiae) zieht.

Umhüllt wird das Kniegelenk von der Kniegelenkskapsel, deren innerer Teil als Gelenkinnenhaut (Synovia) bezeichnet wird. Sie bildet die für die Ernährung des Knorpels wichtige Gelenkflüssigkeit. Im Erwachsenenalter wird das Knorpelgewebe hauptsächlich durch Diffusion (passiver Transport) aus der Gelenkflüssigkeit ernährt, weil Knorpelgewebe im Gegensatz zu anderen Gewebearten des Körpers (Muskulatur, Knochen Haut etc.) nicht durchblutet wird.

Die übliche Ernährung über den Blutkreislauf funktioniert deshalb nicht.
Bewegungen des Kniegelenks durchmischen die Gelenkflüssigkeit und verbessern dadurch die Aufnahme der Nährstoffe durch die Knorpelzelle (Chondrozyt).
Die richtige Menge und Zusammensetzung der Gelenkflüssigkeit ist außerdem für die Schmierung des Kniegelenkes von entscheidender Bedeutung. Durch sie wird die Reibung der korrespondierenden Knorpelflächen bei der Bewegung minimiert. Hyaliner Knorpel besitzt einen extrem niedrigen Reibungswiderstand, niedriger als alle bekannten künstlichen Materialpaarungen.

Abbildung Kreuzbänder

  1. Oberschenkelknochen (Femur)
  2. Innenmeniskus
  3. vorderes Kreuzband (VKB)
  4. Schienbein (Tibia)
  5. Außenemeniskus

Zwischen der Oberschenkelrolle und dem Unterschenkel befinden sich zwei faserknorpelige Scheiben (Meniskus), die als Puffer zwischen den Knorpelflächen liegen und wichtig für eine gleichmäßige Druckverteilung im Kniegelenk bei Belastung sind. Die Kreuzbänder durchziehen das Kniegelenk und Verbinden den Oberschenkel mit dem Unterschenkel. Hauptaufgabe der Kreuzbänder ist ein stabiles Kniegelenk zu gewährleisten und dadurch einen harmonischen, möglicht reibungsarmen Bewegungsablauf zu ermöglichen.
Die beiden Kreuzbänder verhindern, dass sich das Knie bei Belastung nach vorn (vorderes Kreuzband) oder hinten (hinteres Kreuzband) verschieben kann. In ihrer stabilisierenden Wirkung werden sie von den Seitenbändern (Kollateralbänder), der Kniegelenkskapsel und der knieumspannenden Muskulatur unterstützt.

Die knieumspannende Muskulatur macht die Funktion des Kniegelenkes aus. Nur durch sie wird Bewegung erst möglich. Darüber hinaus unterstützen sie die passiven Gelenkstabilisatoren des Kapsel- Bandapparates. Die Streckmuskulatur des Kniegelenkes (Quadrizepmuskulatur) an der Oberschenkelvorderseite, ist sehr kräftig ausgebildet. Unwillkürlich werden die Muskeln bei Beugung des Kniegelenkes aktiviert, um beim Gehen ein Einknicken zu vermeiden. Die wichtigsten Beuger des Kniegelenkes sind die ischiokrurale Muskulatur an der Oberschenkelrückseite, die ebenfalls aktiv stabilisierend auf das Kniegelenk einwirkt. Die ischiukrurale Muskulatur unterstützt insbesondere das vordere Kreuzband, weshalb ihr Training nachi einem Kreuzbandriss besonders wichtig ist.

Abbildungen zum Thema Kniegelenk



Ich berate Sie gerne!

Wer bin ich?
Meine Name ist Dr. Nicolas Gumpert. Ich bin Facharzt für Orthopädie und Gründer von Dr-Gumpert.de
Diverse Fernsehsendungen und Printmedien berichten regelmäßig über meine Arbeit. Im HR Fernsehen sehen Sie mich alle 6 Wochen live bei "Hallo Hessen". 
Aber jetzt ist genug angegeben ;-)

Das Kniegelenk gehört zu den Gelenken mit der größten Belastung.

Daher erfordert die Behandlung des Kniegelenks (z.B. Meniskusriss, Knorpelschaden, Kreuzbandschaden, Läuferknie, etc.) viel Erfahrung.

Ich behandele die unterschiedlichsten Erkrankungen des Knies auf konservative Weise.

Ziel jeder Behandlung ist die Behandlung ohne eine Operation.

Welche Therapie nachhaltig die besten Ergebnisse erzielt, kann nur nach Zusammenschau aller Informationen (Untersuchung, Röntgenbild, Ultraschall, MRT, etc.) beurteilt werden.

Sie finden mich im:

  • Orthopaedicum - Frankfurt
    Oeder Weg 2 - 4
    60318 Frankfurt am Main

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Leider ist eine Terminvereinbarung nur bei privater Krankenversicherungen möglich. Ich bitte um Verständnis!

Weitere Informationen zu meiner Person finden Sie unter Orthopaedicum Frankfurt

Knieschmerzen

Knieschmerzen können unterteilt werden, je nachdem an welcher Stelle des Knies sie auftreten.
Knieschmerzen an der Innenseite können für eine Läsion des Innenmeniskus oder des Innenbandes sprechen. Zudem treten sie häufig im Rahmen von Abnutzungserscheinungen auf, zum Beispiel bei einer Kniegelenkarthrose an der Innenseite des Kniegelenks. Eine Fehlbelastung beim Laufen durch unpassendes Schuhwerk, Fehlstellungen der Füße oder Beinachse sowie eine Beinlängendifferenz können Schmerzen an der Innenseite des Knies hervorrufen.

Gleiches gilt für die Außenseite des Kniegelenks. Dort lokalisierte Schmerzen (siehe: äußere Knieschmerzen) deuten im Gegensatz zu den Schmerzen an der Innenseite eher auf eine Beteiligung des Außenbandes oder des außen liegenden Meniskus hin.
Auch eine Kniegelenkarthrose kann hierfür die Ursache sein, wenn sie eher den äußeren Kniegelenkbereich betrifft. Bei akuten Verletzungen der Menisken oder Bänder sind die Schmerzen in der Regel stechend, plötzlich auftretend und gehen nicht selten mit weiteren Symptomen wie zum Beispiel Schwellung oder Überwärmung der Gelenkregion sowie einem Gelenkerguss einher.
Bei degenerativen Prozessen, wie zum Beispiel einer Arthrose, entwickeln sich die Schmerzen in der Regel über einen längeren Zeitraum und treten überwiegend bei Belastung des Gelenks auf.

Knieschmerzen, die sich vorwiegend auf die Kniekehle (siehe: Kniekehlenschmerzen) konzentrieren, können ebenfalls unterschiedliche Ursachen haben. So können bei einer Verletzung des hinteren Teils eines Meniskus Schmerzen in der Kniekehle auftreten. Auch eine Entzündung oder Veränderung von Muskelsehnen sowie eine Kniegelenkarthrose in diesem Bereich können die Symptome erklären.
Bei einer Arthrose oder einem Meniskusschaden im Gelenk kann es mit der Zeit zur Entstehung einer sogenannten Baker-Zyste kommen. Dabei handelt es sich um eine Ausbuchtung der Gelenkkapsel, die mit Flüssigkeit gefüllt ist. Die Baker-Zyste lässt sich ab einer gewissen Größe als Schwellung in der Kniekehle tasten und kann dort ebenfalls Schmerzen hervorrufen.
Bei Schmerzen in der Kniekehle muss auch immer an eine Thrombose – also ein Blutgerinnsel – in den Blutgefäßen des Unterschenkels gedacht werden.

Knieschmerzen können auch hinter der Kniescheibe lokalisiert sein. Dies ist typisch für die sogenannte Retropatellararthrose, eine Arthrose, die direkt hinter der Kniescheibe (Patella) entsteht. Auch ein muskuläres Ungleichgewicht oder eine angeborene Verformung der Kniescheibe können für Schmerzen hinter der Kniescheibe sorgen, da diese dann nicht in der für sie vorgesehenen Knochenrinne gleiten kann. Es kommt zu Reibung und Abnutzung im Gelenk und sekundär zu Schmerzen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Schmerzen hinter der Kniescheibe

Abbildung Knieschmerzen auf der Innenseite

A - Rechtes Kniegelenk von vorn

  1. Innerer Oberschenkelmuskel -
    Musculus vastus medialis
  2. Oberschenkelknochen -
    Femur
  3. Kniescheibe -
    Patella
  4. Innerer Meniskus -
    Meniscus medialis
  5. Innenband -
    Ligamentum collaterale tibiale
  6. Innerer Wadenmuskel
    Musculus gastrocnemius,
    Caput mediale
  7. Schienbein -
    Tibia
    a - Innenbandverletzung
    (Innenbandriss)
    b - Innenmeniskusriss
    c - Mediale
    (innere) Kniegelenksarthrose

Eine Übersicht aller Abbildungen von Dr-Gumpert finden Sie unter: medizinische Abbildungen

Abbildung Knieschmerzen auf der Außenseite

A - Rechtes Kniegelenk von vorn

  1. Äußerer Oberschenkelmuskel -
    Musculus vastus lateralis
  2. Oberschenkelknochen -
    Femur
  3. Kniescheibe -
    Patella
  4. Äußerer Meniskus -
    Meniscus lateralis
  5. Außenband -
    Ligamentum collaterale fibulare
  6. Wadenbein -
    Fibula
  7. Schienbein -
    Tibia
  8. Äußerer Wadenmuskel
    Musculus gastrocnemius,
    Caput laterale


    a - Außenbandverletzung
    (Außenbandriss)
    b - Außenmeniskusriss
    c - Laterale
    (äußere) Kniegelenksarthrose

Eine Übersicht aller Abbildungen von Dr-Gumpert finden Sie unter: medizinische Abbildungen

Knie tapen

Um das Knie zu stabilisieren, kann man es mit speziellen Bändern tapen.
Diese sogenannten Kinesiotapes können vielfältig eingesetzt werden und erzielen einen guten Effekt. Damit das Knie optimal entlastet und stabilisiert wird, ist jedoch die richtige Technik beim Tapen unabdingbar.

Dazu wird ein Y-förmig eingeschnittenes Tape oberhalb der Kniescheibe aufgeklebt und anschließend die beiden Y-Schenkel außen und innen um die Kniescheibe herumgeführt, sodass sie sich unterhalb der Kniescheibe wieder treffen. Beim Aufkleben sollte das Knie angebeugt werden. Alternativ zu dem Y-förmigen Zuschnitt des Tapes können auch zwei einzelne Tape-Streifen bogenförmig außen und innen um die Kniescheibe herumgelegt werden.
Beim Ankleben unterhalb der Kniescheibe sollte kein Zug auf das Tape ausgeübt werden. Wird das Bein nun durchgestreckt, sollte die Haut über der Knieschiebe Falten werfen. Die Kniescheibe ist dann optimal in ihrer Position stabilisiert und einer Luxation bei Belastung wird vorgebeugt.

Lesen Sie mehr zum Thema: Knie tapen

Knie verdreht

Ein verdrehtes Knie verursacht unmittelbar nach dem Trauma starke Schmerzen.
Durch die unnatürliche Verrenkung werden die Bänder im Gelenkbereich überdehnt. Blutgefäße können einreißen und es können sich Blutergüsse in der Haut sowie Gelenkergüsse bilden.

Dies äußert sich häufig durch eine Schwellung des Gelenks. Die Gelenkkapsel kann bei der Verdrehung ebenfalls Schaden nehmen. Das genaue Ausmaß der Verletzung lässt sich allein durch das klinische Bild meist nicht erkennen. Dazu sind genauere diagnostische Maßnahmen notwendig.
Als akute Therapie des verdrehten Kniegelenks empfiehlt sich die Hochlagerung und Kühlung, um einer weiteren Schwellung vorzubeugen.
Wenn über die Zerrung hinaus keine weiteren Verletzungen im oder am Gelenk vorliegen, so muss keine besondere Therapie erfolgen. Die Schmerzen legen sich in der Regel von selbst innerhalb weniger Tage.

Zur Überbrückung können Schmerzmittel eingenommen werden, da das verdrehte Knie über längere Zeit bei Belastung noch Schmerzen verursachen kann. Sind Bänder oder Gelenkkapsel stärker beschädigt worden, muss eine detailliertere Diagnostik erfolgen.
Bei einem verdrehten Knie mit Schwellung und / oder Instabilität erfolgt die Diagnostik in der Regel über ein MRT vom Knie. Im Knie-MRT können Weichteilschäden, wie Sie besonders an Kapsel und Bändern vorkommen, besonders gut nachgewiesen werden.

Viele weitere Informationen, was man alles machen kann und sollte finden Sie unter unserem Thema: Knie verdreht

Kniegelenksprothese

Bei einer Knieprothese handelt es sich um ein künstliches Kniegelenk, welches implantiert wird, wenn durch Verschleiß des Kniegelenkes verschiedener Ursache, es zu einem Verbrauch der Knorpelfläche gekommen ist.

Chondroprotektiva, Knorpelschutzpräparate, knorpelaufbauende Substanzen

Chondroprotektiva sind Knorpelschutzmittel. Die Hersteller der verschiedenen Chondroprotektiva geben an, die Medikamente würden die Zerstörung des Knorpels aufhalten, indem sie Substanzen Hemmen, die einen knorpelabbauenden Effekt haben. Außerdem soll Knorpel auch wieder aufgebaut werden. Es wird ihnen auch ein antientzündlicher Effekt zugeschrieben. Die Wirkung dieser Knorpelschutzpräparate ist wissenschaftlich nicht eindeutig belegt.
Weitere Informationen erhalten Sie unter unserem Thema: Chondroprotektiva