Prellung des Knies

Synonyme

(Knie-) Kontusion

Definition

Unter dem Begriff „Prellung“ versteht man die Schädigung von Körpergewebe, die durch äußere Gewalteinwirkung entsteht. Typischerweise liegen bei einer Prellung keine sichtbaren Hautverletzungen vor.

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Einleitung

Eine Prellung am Knie wird in den meisten Fällen im Zuge eines Sturzereignisses verursacht. Zudem kann das Anprallen des Knies gegen ein starres Hindernis zu einer Prellung führen. Neben der unfallbedingten Form kann eine Prellung am Knie auch als Folge körperlicher Gewalt hervorgerufen werden. Die Prellung wird unabhängig vom zugrunde liegenden Ereignis immer durch eine äußere unmittelbar auf das Kniegelenk einwirkende Kraft verursacht. Typischerweise lassen sich bei den betroffenen Patienten keinerlei Beeinträchtigungen der Hautoberfläche beobachten.
Das eigentliche traumatische Ereignis findet im Falle der Prellung unterhalb der Hautoberfläche statt. Auf Grund der enormen Krafteinwirkung auf das Knie wird weicheres Gewebe gegen harte Strukturen (beispielsweise Knochen oder die Gelenkkapsel des Knies) gepresst. Darüber hinaus berichten einige Patienten davon, dass seitlich wirkende Scherkräfte auf das Kniegelenk eingewirkt haben. In diesen Fällen kommt es zu einer seitlichen Verschiebung des weicheren Gewebes entlang der knöchernen Gelenkstrukturen. Prellungen gehören zu den häufigsten Verletzungen, die während der Ausübung sportlicher Aktivitäten auftreten. Unter allen möglichen Lokalisationen zeigt sich eine Prellung am häufigsten im Bereich des Knies. Starke, stechende Schmerzen und lokale Schwellungen gehören zu den typischen Symptomen dieser Erkrankung. Obwohl die durch das Trauma verursachten Beschwerden bei den meisten der betroffenen Patienten recht ähnlich sind, können verschiedene Formen der Prellung unterschieden werden.

Typische Formen die durch Sportunfälle verursacht werden

Muskel-Prellung: Bei dieser Form der Prellung am Knie kommt es zur Entstehung eines Blutergusses zwischen einzelnen Muskelfasern. Die betroffenen Patienten verspüren unmittelbar nach dem traumatischen Ereignis heftige Schmerzen und deutliche Einschränkungen der Beweglichkeit.

Gelenk-Prellung: Die Gelenk-Prellung stellt die häufigste Form der Prellung am Knie dar. Darüber hinaus sind vor allem das Sprung- und Schultergelenk besonders häufig betroffen. Bei einer Gelenk-Prellung kommt es zur Entstehung eines Ergusses innerhalb des Gelenks, der mit starken Schmerzen und Einschränkungen der Gelenksfunktion verbunden ist.

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Knochen-Prellung: Knochen-Prellungen kommen im Bereich des Knies äußerst selten vor. Diese Form entsteht vor allem an Stellen, die lediglich von einer dünnen Hautschicht bedeckt sind. Typische Lokalisationen der Knochen-Prellung sind das Schienbein und die Kniescheibe. Der durch die äußere Gewalteinwirkung entstehende Bluterguss befindet sich in diesem Fall unmittelbar zwischen dem Knochen und der Knochenhaut. Auf Grund der hohen Nervendichte in diesem Bereich gilt die Knochen-Prellung als besonders schmerzhaft. Typischerweise lassen die von den Betroffenen verspürten Beschwerden jedoch relativ schnell nach.

Symptome

Starke Schmerzen entlang des Ober- und Unterschenkels gehören zu den typischen Begleiterscheinungen einer Knochenprellung am Knie. Die durch die enorme Krafteinwirkung hervorgerufenen Schmerzen zeigen sich bei den meisten der betroffenen Patienten bereits im Ruhezustand. Wird das verletzte Knie trotz Vorliegen einer Prellung weiter belastet, nehmen die Schmerzen zumeist an Intensität zu. Darüber hinaus kommt es bei einer Prellung am Knie typischerweise zur Entstehung von ausgedehnten Blutergüssen (Hämatome). Bei einigen der betroffenen Patienten ist das Ausmaß der Verletzung derart ausgeprägt, dass sich Einblutungen in die Gelenkkapsel (Kniegelenkserguss) entwickeln. Zudem verursacht die Prellung am Knie oftmals eine Einschränkung des gewöhnlichen Bewegungsumfangs. In der Regel werden vor allem die Streck- und Beugefähigkeit des Kniegelenks negativ beeinflusst.

Ursachen

Die häufigste Ursache für die Entstehung einer Prellung am Knie ist eine direkte, stumpf auf das Kniegelenk treffende Gewalteinwirkung. Je nach genauer Lokalisation der Prellung am Knie wird dadurch weiches Gewebe entweder gegen die knöchernen Strukturen oder gegen die Gelenkkapsel gedrängt und zusammengequetscht. Darüber hinaus können seitlich auf das Kniegelenk einwirkende Scherkräfte zu einer Verschiebung des weichen Gewebes gegen den Knochen oder die Gelenkkapsel führen. Im Endeffekt wird die eigentliche Prellung durch das Zerreißen kleinster und/oder mittelgroßer Blut- oder Lymphgefäße verursacht. Durch die Risse in den Gefäßwänden kann Blut oder Lymphflüssigkeit austreten und in den Zellzwischenräumen versickern. Dies führt im Verlauf zur Bildung eines Blutergusses innerhalb der Gelenkkapsel oder entlang der knöchernen Strukturen des Kniegelenks.
In den meisten Fällen wird eine Prellung am Knie unmittelbar während der Ausübung sportlicher Aktivitäten hervorgerufen. Die Prellung am Knie gilt deshalb als typische Sportverletzung. Besonders gefährdet sind Personen die regelmäßig Fußball spielen. Grund dafür ist die Tatsache, dass es während der Zweikämpfe beim Spiel oftmals zu stumpfen Gewalteinwirkungen kommt. Darüber hinaus gelten Unfälle im Haushalt, am Arbeitsplatz oder beim Spielen von Kindern zu den häufigsten Ursachen für die Entstehung einer Prellung am Knie. 

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Diagnose

Die Diagnose einer Prellung am Knie erfolgt in der Regel anhand der für dieses Krankheitsbild typischen Symptomatik. Liegt der Verdacht auf das Vorliegen einer Prellung am Knie vor, muss das Ausmaß der Verletzung ermittelt werden. Zu diesem Zwecke können sowohl Ultraschalluntersuchungen, als auch die Anfertigung röntgenologischer Aufnahmen durchgeführt werden.

Therapie / Behandlung

Patienten, bei denen der Verdacht auf das Vorliegen einer Prellung am Knie besteht, können sich in vielen Fällen bereits durch einfache Maßnahmen Abhilfe schaffen. Gerade bei dieser Art der Sportverletzung ist es für den Heilungsverlauf besonders wichtig, frühzeitig geeignete Behandlungsmaßnahmen einzuleiten. Die zur Linderung der durch die Prellung am Knie entstehenden Schmerzen am besten geeigneten Schritte lassen sich einfach anhand des sogenannten „PECH-Schemas“ merken.
Unmittelbar nach dem traumatischen Ereignis sollten die betroffenen Personen jedwede sportliche Aktivität einstellen. Gerade diese Pause (P wie Pause) gewährleistet eine ausreichende Schonung der beeinträchtigten Körperregion und kann den Heilungsverlauf positiv beeinflussen. Wird das Knie nach dem Auftreten der Prellung zu früh wieder belastet, kann die Heilung deutlich verzögert und weitreichende Erkrankungen provoziert werden.
Darüber hinaus sollte das schmerzende Knie umgehend mit einem geeigneten Kühlmittel (Kühlpack oder Eisbeutel) gekühlt werden (E wie Eis). In diesem Zusammenhang muss jedoch beachtet werden, dass das Kühlmittel niemals unmittelbar auf der Hautoberfläche platziert werden darf. Im Idealfall sollte das Kühlpad mit einem dünnen Tuch umwickelt werden bevor es auf das schmerzende Knie gelegt wird. Die umsichtige Kühlung ist bei Vorliegen einer Prellung am Knie vor allem innerhalb der ersten 10 bis 20 Minuten nach dem traumatischen Ereignis besonders effektiv.
Des Weiteren kann das betroffene Kniegelenk mit einem elastischen Verband umwickelt werden (C wie Compression). Auf diese Weise kann der gleichmäßige externe Druck dabei helfen, dass Schwellungen vermieden und die vom Patienten verspürten Schmerzen gelindert werden. Im Idealfall sollte das Kühlen des Knies mit dem Anlegen des Verbandes kombiniert werden.
Zudem gilt die Hochlagerung des Beines als eine der effektivsten Sofortmaßnahmen bei Vorliegen einer Prellung am Knie (H wie Hochlagerung). Durch das Hochlegen des Beines kann der Blutaustritt aus den beschädigten Gefäßen verringert werden. Dies führt im Verlauf dazu, dass weniger ausgeprägte Schwellungen auftreten und der Heilungsverlauf positiv beeinflusst wird.
Lesen Sie an dieser Stelle mehr unter: PECH-Schema

Die erste Phase der Heilung einer Prellung am Knie ist ungefähr nach 48 Stunden abgeschlossen. Direkt im Anschluss beginnt der Körper damit, das beschädigte Gewebe zu regenerieren und den Bluterguss abzubauen. Aus diesem Grund erfolgt die Behandlung der Prellung am Knie nach 48 Stunden durch Maßnahmen die den Blutfluss anregen. In diesem Zusammenhang eignen sich vor allem Präparate, welche die beeinträchtigte Region aufheizen. Der Wirkstoff Capsaicin (einem Bestandteil des Pfeffers), der in verschiedenen Cremes, Salben und Pflastern enthalten ist, eignet sich besonders gut zur weiterführenden Therapie einer Prellung am Knie. Darüber hinaus schwören viele Sportler auf die lokale Anwendung von Pferdesalbe. Um den Heilungsverlauf positiv zu beeinflussen und den Abbau der lokalen Schwellungen zu beschleunigen, können zusätzlich Arnika- und Rosskastanienhaltige Arzneimittel angewendet werden. Auch das homöopathische Präparat Traumel (in Salben- oder Tablettenform) kann zur Behandlung einer Prellung am Knie zu Einsatz kommen.

Verlauf und mögliche Komplikationen

Eine Prellung am Knie verläuft im Regelfall vollkommen harmlos und heilt ohne medizinische Intervention ab. Der Heilungsverlauf und die Dauer bis zur vollständigen Abheilung der Prellung am Knie hängt vor allem davon ab, wie schnell die Behandlung eingeleitet wird. In seltenen Fällen kann es im Zuge einer Prellung am Knie jedoch zu schweren Blutergüssen und/oder Einblutungen in die Gelenkkapsel kommen. Bei einigen der betroffenen Patienten muss aus diesem Grund eine operative Behandlung in die Wege geleitet werden. Wird der verletzte Bereich zu früh wieder belastet besteht die Gefahr der Entstehung ernstzunehmender Komplikationen.
Zu den häufigsten Komplikationen der Prellung am Knie zählen Druckerhöhungen im Bereich der an das Kniegelenk grenzenden Muskulatur, die zu einem sogenannten „Kompartmentsyndrom“ führen können.

Ich berate Sie gerne!

Wer bin ich?
Meine Name ist Dr. Nicolas Gumpert. Ich bin Facharzt für Orthopädie und Gründer von Dr-Gumpert.de
Diverse Fernsehsendungen und Printmedien berichten regelmäßig über meine Arbeit. Im HR Fernsehen sehen Sie mich alle 6 Wochen live bei "Hallo Hessen". 
Aber jetzt ist genug angegeben ;-)

Das Kniegelenk gehört zu den Gelenken mit der größten Belastung.

Daher erfordert die Behandlung des Kniegelenks (z.B. Meniskusriss, Knorpelschaden, Kreuzbandschaden, Läuferknie, etc.) viel Erfahrung.

Ich behandele die unterschiedlichsten Erkrankungen des Knies auf konservative Weise.

Ziel jeder Behandlung ist die Behandlung ohne eine Operation.

Welche Therapie nachhaltig die besten Ergebnisse erzielt, kann nur nach Zusammenschau aller Informationen (Untersuchung, Röntgenbild, Ultraschall, MRT, etc.) beurteilt werden.

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