Baker-Zyste

Synonyme

  • Popitealzyste
  • Synovialzyste
  • Aussackung der Gelenkkapsel
  • Kniekehlenzyste

Definition Bakerzyste

Eine Bakerzyste entsteht durch eine Kniegelenkserkrankung mit chronischem Kniegelenkserguß. Hierdurch entsteht eine Aussackung (Ausstülpung) der hinteren Gelenkkapsel, vergleichbar mit einem Überlaufventil.
Alternativ können auch durch mechanische Reizung der in die Kniekehle ansetzende Muskeln Ganglien (mit Gallert gefüllte Hohlräume) entstehen, die sich in der Kniekehle ablagern.
Eine Bakerzyste kommt besonders häufig beim älteren Menschen durch Verschleiß des Kniegelenks und bei Kindern (meist ohne klare Ursache) vor.

Allgemeines

Die sogenannte Baker-Zyste ist eine sackförmige mit Flüssigkeit gefüllte Aussackung in der mittigen (medialen) Kniekehle. Ihr Name stammt von ihrem Erstbeschreiber W. M. Baker einem englischen Chirurgen des 19. Jahrhunderts aus London.
Die Baker-Zyste geht immer von der Kniegelenkkapsel aus. Von der Gelenkkapsel ist sie über einen schmalen Steg oder Gang (stielartige Verbindung) mit der Hauptkammer verbunden. Bei einer Bakerzyste, die an typischer Position liegt drängt sich der Verbindungsgang durch die muskulären Strukturen des Muskulus gastrocnemius (Caput mediale) und dem Musculus semimembranosus (Beugemuskulatur des Oberschenkels) ausgehen. Besteht eine Baker Zyste länger können sich mehrer Zysten - Kammern bilden, dies macht eine Punktion der Zyste besonders schwierig.

Lesen Sie mehr zum Thema: Baker-Zyste im Knie

Abbildung Baker- Zyste

Abbildung rechtes Kniegelenk von rechts mit Baker-Zyste
  1. Baker-Zyste
    (Poplitealzyste)
  2. Oberschenkelbein -
    Femur
  3. Halbmembranöser Muskel -
    Musculus semimembranosus
  4. Gelenkkapsel, Faserschicht
    (gelb) -
    Capsula articularis,
    Membrana fibrosa
  5. Gelenkkapsel, weiche Schicht
    (orange) -
    Capsula articularis,

    Membrana synovialis
  6. Gelenkhöhle
    (mit Gelenkschmiere gefüllt) -
    Cavitas articularis, Synovia
  7. Schienbein - Tibia
  8. Innerer Wadenmuskel -
    M. gastrocnemius, Caput mediale
  9. Wadenbein - Fibula
  10. Gelenkknorpel (dunkelblau) - Cartilago articularis
  11. Kniescheibe - Patella
  12. Innerer Meniskus - Meniscus medialis

    A - Kniegelenkerguss mit Baker-Zyste B - Gesundes Kniegelenk
    a - Schwellung in der Kniekehle b - Schwellung in der Wadenmuskulatur

Eine Übersicht aller Abbildungen von Dr-Gumpert finden Sie unter: medizinische Abbildungen

Entstehung einer Bakerzyste

Entstehung einer Baker- Zyste

Eine Baker-Zyste ist häufig die Folge einer Kniebinnen- erkrankung. Im Rahmen einer rheumatoiden Arthritis (Rheuma) oder einer chronischer Meniskusschädigung kommt es zu einem dauerhaften Gelenker- guss (Wasser im Kniegelenk). Die damit verbundene chro- nische Erhöhung des Gelenk- innendrucks sorgt für eine zunehmende Ermüdung und Erschlaffung der Gelenkkapsel des Kniegelenkes und kann zu einer dauerhaften Aussackung der Kapsel und damit zur Ausbildung einer Poplietal- zyste = Baker-Zyste führen.

Eine Baker-Zyste kann auf Grund ihrer schwellenden Natur einem Tumor der hinteren Kniekehle ähneln, so dass stets eine bösartige Erkrankung ausgeschlossen werden muss. Dies gelingt jedoch leicht mit einer sonographischen Untersuchung der Kniekehle. Kommt es durch Erhöhung des Kammerdrucks zur Ruptur / Riss der Zyste, also einem Riss mit Austritt von Flüssigkeit ins Gewebe, so lässt sich eine Schwellung im betroffenen Gebiet und ein bei Druck stärker werdender Schmerz finden. Dieser Zustand kann leicht mit einer tiefen Beinvenenthrombose verwechselt werden. Ohne Beseitigung der Ursache kommt es jedoch wieder zu einem Auftreten der Baker - Zyste, mit ereuter Kammerbildung.

Abbildung MRT Kniegelenk

(links Kniescheibe, rechts Kniekehle)

  1. Oberschenkel (Femur)

  2. Schienbein (Tibia)

  3. Bakerzyste (Politealzyste)

  4. Meniskus

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: MRT vom Knie

MRT Knie

Ursache

Die Ursache für die Ausbildung einer Bakerzyste in der Kniekehle ist die vermehrte Produktion von Gelenkflüssigkeit in das Kniegelenk. Die Ursache hierfür wiederum ist meist eine Schaden im Kniegelenk, wie z.B. eine Arthrose, ein länger bestehender Meniskusschaden oder eine entzündliche Grunderkrankung wie z.B. eine rheumatoide Arthritis. Verantwortlich für die Ausbildung einer Baker-Zyste ist in den überwiegenden Fällen jedoch eine verschleißbedingte Ursache, also eine Arthrose oder ein Meniskusriss. Das Kniegelenk versucht durch vermehrte Produktion von “Gelenkschmiere” die Funktion des Kniegelenkes wieder zu verbessern. Hierdurch kommt es zur permanenten Erhöhung des Gelenkinnendrucks. Die schwächste Stelle des Kniegelenkskapsel gibt und nach und bildet die Bakerzyste. Diese bildet einen “Überlaufsack”, der über eine stielformige Verbindung mit dem Kniegelenk verbunden ist. Dieser Stiel läuft fast immer zwischen dem mittigen (medialen) Kopf des Musculus gastrocnemius (Wadenmuskel) und der Ansatzsehnenplatte der Beugemuskluatur (Muskulus semimembranosus = Oberschenkelmuskel) hindurch. Bei Palpation (Betastung) lässt sich eine mit Flüssigkeit gefüllte abgeschlossene bindegewebige Kapsel im hinteren Bereich der Kniekehle ertasten, dieses ist insbesondere bei kleinen Zysten schwierig. Für solche Fälle ist die Ultraschall - Untersuchung (Sonographie) wegweisend.

Häufigkeit

Eine Baker-Zyste kann prinzipiell in jedem Lebensalter auftreten. Kinder sind jedoch von der Ausbildung zystischer Veränderungen der Kniekehle seltener betroffen. Kommt es dennoch zur Ausbildung einer Baker-Zyste im Kindesalter, so sind Jungen doppelt so häufig betroffen wie Mädchen. (siehe auch: Bakerzyste im Kindesalter)
Überwiegend lässt sich die Erkrankung im mittleren und fortgeschrittenem Lebensalter beobachten (typischerweise 60. Jahre und älter).

Symptome

Patienten mit einer Baker-Zyste berichten über wiederkehrende auf der Rückseite des Beines zu lokalisierende Knie- und obere Wadenschmerzen. Zum Teil wird auch lediglich über ein uncharakteristisches Spannungsgefühl der Kniekehle berichtet. Das Ausmaß der Beschwerden hängt jedoch vom Aktivitätsgrad der Flüssigkeitbildung ab. Nach Belastung schwillt eine Bakerzyste typischerweise stark an und kann unter Schonung nach einigen Tagen nicht mehr nachweisbar sein. Dementsprechend schwanken die Beschwerden meist mit dem Grad der Belastung, entsprechend der Spannung der flüssigkeitsgefüllten Zyste.
Hat die Baker-Zyste ersteinmal eine bestimmte Größe erreicht können die Schmerzen auch völlig belastungsunabhängig auftreten.

Mehr zum Thema finden Sie hier: Bakerzyste Symptome

Symptome bei geplatzter Bakerzyste

Diagnostik per Ultraschall

In den meisten Fällen empfinden betroffene Personen ein Druckgefühl in der Kniekehle. Je nach Größe der Bakerzyste, ab ca. 2 cm, ist diese in der Kniekehle auch gut tastbar. Die Beschwerden hängen auch von der körperlichen Aktivität ab. Je aktiver der Betroffene ist, desto deutlicher und stärker sind die Beschwerden. Besonders bei der Kniebeugung können Schmerzen auftreten. Außerdem kann durch Druck in die Kniekehle ein starker Schmerz provoziert werden. Je nach Größe und Verdrändung des umliegenden Gewebes, können Bakerzysten Unterschenkelthrombosen vortäuschen, in dem sie Gefäße komprimieren. Wenn die Zyste Nerven in der Kniekehle komprimiert, können Gefühlsstörungen wie Taubheits- oder Lähmungserscheinungen im Unterschenkel oder auch im Fuß auftreten. Neben dem Tastbefund können Ultraschall oder auch Kernspintomographie die Diagnose sichern.

Kommt es im Verlauf der Beschwerden zu einem Riss in der Bakerzyste, kann sich die Flüssigkeit aus der Zyste in das umliegende Gewebe verteilen und die Schmerzen verschlimmern sich. Außerdem kann sich die Flüssigkeit aus der Zyste in die Unterschenkelmuskulatur ausbreiten. Dies ruft eine starke Entzündungsreaktion hervor, die mit starken Schmerzen und Schwellung einhergeht. Dies sind Symptome, die einer tiefen Beinvenenthrombose ähneln können. Deswegen ist es wichtig bei der genaueren Untersuchung auch Differentialdiagnosen wie Thrombosen auszuschließen.

Diagnose

Die Diagnose einer Bakerzyste kann im allgemeinen, sofern der Arzt an diese Diagnosemöglichkeit denkt, relativ leicht aus der Kombination von Krankengeschichte, Beschwerden, klinischer und diagnostischer Untersuchung gestellt werden. Bei ausgeprägten Formen wölbt sich die Bakerzyste in der Kniekehle hervor, mittlere Größen können meist an klassischer Stelle ertastet werden, kleine Bakerzysten können meist nur mit diagnosten Nachweismethoden dargestellt werden.

Folgende diagnostische Methoden können zur Diagnosesicherung beitragen:

  • Eine Ultraschall - Untersuchung (Sonographie) der Kniekehle kann eine Baker - Zyste nachweisen, sowie ihre Lokalisation und Ausmaße darstellen.
  • Konventionelles Röntgen kann arthrotische Veränderungen (Verschleiß als Ursache der Zyste) des Kniegelenks aufzeigen.
  • Eine Magnetresonanztomographie (MRT) vom Knie kann im weiteren die genaue anatomische Lokalisation und die Verbindung zur Gelenkapsel darstellen. Mitunter bereiten Bakerzysten wegen ungewöhnlich bizarrer, auch sehr langstreckiger schlauchförmiger Konfigurationen bei Einblutungen mit und ohne Rupturen jedoch diagnostische Probleme. Für den Nachweis einer klassischen Baker - Zyste ist ein MRT sicherlich nicht notwendig. Da jedoch immer die Ursache einer Bakerzste mitbehandelt werden muß liefert das MRT hilfreiche Zusatzinformationen über Begleitverletzungen, wie Meniskusrisse oder den Grad der Arthrose.
    Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Magnetresonanztomographie (MRT) vom Knie

Abbildung Kniegelenk

  1. Oberschenkel (Femur)

  2. Kniescheibe (Patella)

  3. Kniegelenk (Articulatio genu)

  4. Schienbein (Tibia)

  5. Bakerzyste (Politealzyste)

Therapie

Eine häufige Therapieform bei Bakerzysten ist die Physiotherapie.

Macht die Bakerzyste keine Beschwerden, dann muss nicht unbedingt eine Behandlung erfolgen. Ist die Beweglichkeit des Knies durch die Zyste eingeschränkt oder entstehen Schmerzen, gibt es zum einen die Möglichkeit sich einer konservativen Therapie und zum anderen sich einem operativen Eingriff zu unterziehen. Dies hängt vom Ausmaß der Schwellung und den dadurch herbeigeführten Symptomen ab.

Treten Beschwerden auf, können entzündungshemmende Medikamente wie beispielsweise Diclofenac oder Ibuprofen gegeben werden. In ganz akuten, schmerzhaften Fällen kann auch mal eine Kortisonspritze hilfreich sein. Die Methode mit Kortison ist aufgrund der Nebenwirkungen allerdings nicht das Mittel der erstem Wahl.

Weiterhin können zusätzliche Maßnahmen wie Physiotherapie oder Physikalische Therapien zur Verbesserung der Symptome beitragen. Wichtig ist allerdings, dass die Ursache der Bakerzyste oft eine Grunderkrankung des Kniegelenks ist, die mit chronischen Gelenkergüssen einhergeht wie zum Beispiel Knorpel- oder Meniskusschäden. Aus diesem Grund ist es unabdingbar den ursächlichen Schaden zu beheben. Wird diese Grunderkrankung erfolgreich therapiert, kann sich eine Bakerzyste im Laufe der Therapie von alleine zurückbilden.

Mehr zum Thema finden Sie hier: Bakerzyste Behandlung

OP einer Bakerzyste

Bei Größenzunahme der Bakerzyste und einer funktionellen Beeinträchtigung durch Störung von umliegenden Strukturen wie Blutgefäßen und Nerven sollte eine Operation in Betracht gezogen werden. Hierbei wird die Bakerzyste operativ entfernt. Zum einen kann die Zyste chirurgisch entfernt werden, bei welcher man einen Schnitt in die Kniekehle setzt, die Zyste von umliegenden Strukturen befreit und nach Abschnürung am Stiel der Zyste vollständig entfernt. Danach wird die Gelenkkapsel verschlossen. Auf diesem Wege versucht man Rezidive zu vermeiden.

Des Weiteren besteht auch die Möglichkeit sich die Zyste punktieren zu lassen und die Flüssigkeit abzusaugen. Bei diesem Vorgehen ist es aber wahrscheinlich, dass die Zyste wiederkommt, also ein Rezidiv entsteht.

Außerdem sollte vor Entfernung der Zyste die Grunderkrankung behoben werden, denn auch sonst besteht die Möglichkeit, dass die Bakerzyste erneut auftritt.

Mehr zum Thema finden Sie hier: Bakerzyste Operation

Punktion einer Baker- Zyste

Die Punktion stellt einen wichtigen Bestandteil der Therapiemöglichkeiten einer Bakerzyste dar. Hierbei führt der behandelnde Arzt eine Nadel in die Zyste ein und entfernt mit dieser die in der Zyste enthaltene Flüssigkeit. Neben einer rein konservativen oder einer operativen Therapie stellt die Punktion eine Art Kompromiss dieser Strategien dar. Es sollte jedoch beachtet werden, dass eine Punktion nur eine Behandlung der Symptome einer Bakerzyste darstellt und die Entzündung, und damit die Ursache für die Entstehung der Zyste, nicht behandeln kann.

Aus diesem Grund werden häufig andere Therapien mit der Punktion einer Bakerzyste kombiniert um den bestmöglichen Behandlungserfolg zu erreichen. Ziel dieser Therapien ist es, ein Wiederauffüllen der Zyste zu verhindern. So können beispielsweise entzündungshemmende Medikamente eingenommen werden, oder die entleerte Zyste mit Cortison umspült werden. Eine Bandage welche um das Kniegelenk gewickelt wird kann ebenfalls zu einem Behandlungserfolg beitragen. Die Punktion einer Bakerzyste ist nicht komplikationslos und sollte aus diesem Grund nur nach einer intensiven medizinischen Beratung durchgeführt werden. Falls die Punktion nicht erfolgreich ist, kann über die Durchführung einer operativen Entfernung der Zyste nachgedacht werden.

Mehr zum Thema finden Sie hier: Bakerzyste Punktion

Homöopathie bei einer Baker- Zyste

Neben einer Vielzahl an zur Verfügung stehenden Therapiemöglichkeiten eine Bakerzyste zu behandeln ist die Einnahme homöopathischer Mittel ein bei den Betroffenen beliebter Versuch die Zyste in Selbstbehandlung zu therapieren. Es gilt zu beachten, dass die Therapie der Bakerzyste mit homöopathischen Mitteln aus medizinischer Sicht nicht empfohlen werden kann, da es keine Hinweise darauf gibt, dass die zur Verfügung stehenden homöopathischen Mittel eine heilende Wirkung auf die Zyste haben. So sollte stets eine Beratung durch den behandelnden Arzt erfolgen, welcher die individuellen Therapiemöglichkeiten erläutern und die bedenkenlose Einnahme von homöopathischen Mitteln, gegebenenfalls mit gleichzeitiger konservativer oder operativer Therapie, bestätigen kann.

Bei der Einnahme homöopathischer Mittel sind in der Regel keine Komplikationen zu erwarten. Es sollte dennoch beachtet werden, dass das Fortschreiten der Erkrankung und der mit der Bakerzyste in Zusammenhang stehende Entzündung bei Ausbleiben einer Therapie gegeben und eine spätere Behandlung möglicherweise mit Komplikationen behaftet ist.

Tapen einer Baker- Zyste

Das Anbringen eines Tape-Verbands ist bei Beschwerden des Kniegelenks sehr beliebt. Besonders dann, wenn es sich um Beschwerden der Muskulatur oder Bänder handelt, kann das elastische Tape helfen, die Stabilität im Kniegelenk zu erhöhen und Schmerzen bei Belastung zu mindern. Die Bakerzyste beruht in der Regel auf einen entzündlichen Prozess des Kniegelenks und lässt sich allein mit der Anlage eines elastischen Tape-Verbands nicht erfolgreich behandeln. Dennoch können Tape Verbände eine sinnvolle Ergänzung zu den Therapiemöglichkeiten einer Bakerzyste darstellen. Ob die Verwendung eines Kinesio-Tape-Verbands im Einzelfall sinnvoll ist, kann mit dem behandelnden Arzt oder Physiotherapeuten besprochen werden.

Besonders dann, wenn die Bakerzyste mithilfe einer Punktion oder einer Operation entfernt wurde kann ein Tape-Verband das Wiederkehren einer Bakerzyste verhindern. So kann der Verband, neben der Einnahme entzündungshemmender Medikamente und einer klassischen Physiotherapie mit Lymphdrainage eine sinnvolle Maßnahme der Nachsorge darstellen.

Prognose

Unter konservativen Maßnahmen kommt es meist nur zu einer Besserung der durch die Bakerzyste verursachten Beschwerden. Ein Verschwinden oder “Eintrocknen” der Baker-Zyste bei der Anwendung rein konservativer Maßnahmen ist nicht zu erwarten. Nur eine operative Therapie der Ursache der übermäßigen Wasserbildung im Kniegelenk (z.B. ein Meniskusschaden) führt zu einem Verschwinden der Baker-Zyste ohne die Baker-Zyste selbst zu operieren. Eine direkte Baker-Zyste Operation führt zwar zur kompletten Entfernung der Zyste, jedoch muss nach einer Operation mit einer hohen Wiederauftretensrate gerechnet werden, solange die Ursache im Kniegelenk nicht beseitigt wurde.

Sport

Die Ausbildung einer Bakerzyste ist eine relativ weit verbreitete Erkrankung in der Bevölkerung. Viele betroffene Personen stellen sich nach der Diagnose einer Zyste die Frage, ob etwas gegen die sportliche Betätigung bei gleichzeitig bestehender Bakerzyste spricht. Eine generelle Empfehlung kann nur schwer abgegeben werden. Eine Bakerzyste entwickelt sich in der Regel auf dem Boden eines entzündlichen Prozessen im Kniegelenk. Eine verstärkte Belastung des Gelenks kann diese entzündlichen Prozesse stimulieren und kann deshalb nicht empfohlen werden. Dies gilt besonders für große Zysten und dann wenn Schmerzen auftreten. Insbesondere von der Durchführung bestimmter Sportarten, welche mit einer hohen Kniegelenksbelastung einhergehen (beispielsweise Joggen oder bestimmte Ballsportarten) muss deshalb bei einer akut aufgetretenen Bakerzyste abgeraten werden.

Sportarten, welche nur eine geringe Belastung des Kniegelenks darstellen sind hingegen unter Umständen problemlos durchführbar. Je nach Bewegungsart kann sportliche Aktivität sogar den Behandlungserfolg einer Bakerzyste positiv beeinflussen. Übungen, welche von einem behandelnden Physiotherapeuten empfohlen werden, können bei der konservativen Behandlung der Bakerzyste sowie der operativen Nachsorge eine rasche Heilung der Zyste begünstigen.

Nach der operativen Versorgung der Zyste sollte für einige Zeit keine starke Belastung auf das betroffene Kniegelenk ausgeübt werden. Über die Dauer der Sportpause kann am besten der behandelnde Chirurg informieren.

Bakerzyste beim Kind

Die Bakerzyste kann in jedem Lebensalter auftreten, so kann sich eine Bakerzyste auch spontan im Kniegelenk eines Kindes ausbilden. Die Ursache ist noch ungeklärt, man geht aber von einer angeboren Schwäche der Gelenkkapsel aus, weswegen sich diese bei zu hohem Druck im Kniegelenk in Richtung Kniekehle ausstülpen kann.

Die Kinder merken eher vermehrt ein Spannungsgefühl im Gelenk, als direkte Schmerzen im Knie. Auch bei Kindern empfiehlt sich ein Ultraschall oder eine MRT-Untersuchung des Kniegelenks durchzuführen. So können Differentialdiagnosen wie Hämatome oder gar Tumore der Knochen oder Weichteile ausgeschlossen werden.

Im Kindesalter kommt es oft zu einer spontanen Reduktion der Zystengröße bis hin zum vollständigen Verschwinden der Zyste. Aus diesem Grund wird empfohlen erst einmal abzuwarten, ob die Zyste von allein verschwindet. Bei extremer Schwellung mit Einschränkungen im Kniegelenk kann eine Punktion der Zyste in Betracht gezogen werden. Eine operative Entfernung hingegen ist eher selten induziert.

Lesen Sie mehr zum Thema: Baker- Zyste beim Kind

Zusammenfassung

Die Bakerzyste (Poplietalzyste) in der Kniekehle ist eine mit Flüssigkeit gefüllte Aussackung der Kniekehle. Sie ist ein indirektes Zeichen einer Schädigung des Kniegelenkes.
Durch den Schaden im Kniegelenk (Ursachen hierfür können Verschleiß, also Arthrose, Meniskusschäden oder eine entzündliche Grunderkrankung, wie z.B. Rheuma oder rheumatoide Arthritis sein) kommt es zu einer vermehrten Wasserbildung im Knie. Das Kniegelenk versucht das Knie besser zu “schmieren”, produziert aber insgesamt zu viel “Gelenkschmiere”. Hierbei kommt es auf Grund eines dauerhaft erhöhten Gelenkinnendrucks durch vermehrte Gelenkflüssigkeit zu einer Erschlaffung des umliegenden Bindegewebes und zur Ausbildung einer mit Flüssigkeit gefüllten Zyste. Die schwächste Stelle der Gelenkkapsel gibt nach, dies ist typischerweise die innere Kniekehle, und bildet zwischen zwei Muskeln hindurch einen “Überlaufsack”.
Eine Bakerzyste ist eine Erkrankung des mittleren bis höheren Lebensalter (durch zunehmenden Verschleiß), wobei jedoch auch Kinder vereinzelt betroffen sein können.
Schmerzen sowie eine bewegungsabhängige häufig wiederkehrende Schwellung in der Kniekehle und der oberen Wadenmuskulatur sind die Hauptmerkmale. Kommt es zum Riss (Ruptur) der Zyste, berichten Patienten über starke plötzlich einsetzende Schmerzen in der Kniekehle. Hat die Zyste ein großes Volumen kann es kurzfristig zu Schwellungen im Bereich des Sprunggelenkes kommen. In den meisten Fällen ist nach einem Riss der Baker Zyste eine erneute Bildung nachweisbar.

Autor: Dr. N. Gumpert      |     Letzte Änderung: 29.06.2016
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