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Befruchtung der Eizelle

Synonym

Medizinisch: Fertilisation

Englisch: to fertilize

Entstehung und Reifung der Geschlechtszellen

Oogenese

Bereits als Embryo werden in den Geschlechtsanlagen (Gonaden) der Frau Millionen von weiblichen Geschlechtszellen (Oogonien) angelegt.
Bis zur Pubertät geht ein großer Teil der Oogonien verloren, sodass nur 40 000 bis zur Geschlechtsreife zu Befruchtung der Eizelle davon übrig bleiben.

Alle Oogonien enthalten noch den doppelten (diploiden) Chromosomensatz (46XX) und müssen durch zwei Reifeteilungen (Meiose) zu haploiden Keimzellen (23X) umgeformt werden, damit aus der Vereinigung von Eizelle und Spermium (Befruchtung der Eizelle) wieder eine diploide Eizelle (46X?) entsteht.
Die erste Reifeteilung nach der Befruchtung besteht in der Trennung der gleichen (homolgenen) Chromosomenpaaren. Diese Reifeteilung verläuft nur bis zur Prophase I ,sodass alle Oogonien sich in einer Ruhephase, im sogenannten Diktyotän befinden.
Erst die Ovulation (Eisprung) führt herbei, dass sich die Oogonien von der primären Oozyte im Diktyotän Zustand bis zur sekundären Oozyte mit einem Polkörperchen entwickelt. Ziel der Phase ist den Chromosomensatz zu halbieren.
Sowohl sekundäre Oozyte als auch Polkörperchen weisen einen haploiden Chromosomensatz auf. Erst das Eindringen des Spermiums zur Befruchtung der Eizelle beendet die zweite Reifeteilung, die in der Trennung der Zwei-Chromatid-Chromosomen in Ein-Chromatid-Chromosomen besteht.
Also der Chromosomensatz sich halbiert. Somit liegt am Ende der Follikelreifung (Ei-Reifung) ein flüssigkeitsgefüllter Graaf-Follikel mit einem Eihügel (Cumulus oophorus) und der reifen haploiden Eizelle vor. Die drei Polkörperchen degenerieren und haben keine weitere Bedeutung für den reifen Follikel (Eizelle).

Damit es zur Ovulation kommt, muss ein Zusammenspiel von weiblichen Hormonen im Organismus gewährleistet sein.
Zunächst steigt die Konzentration des von der Hirnanhangsdrüse ausgeschütteten Follikel-stimulierende-Hormons (FSH).
Die Follikel bilden in ihrer inneren Granulosaschicht FSH-Rezeptoren. Je mehr FSH-Rezeptoren ein Follikel besitzt, desto mehr Östrogen wird vom Follikel produziert. Der Follikel mit der höchsten Östrogen Produktion wird unter Einfluss von FSH zusammen mit dem Luteinisierenden Hormon (LH) somit dominant und führt zum Niedergang der anderen Follikel.
Das vom dominanten Follikel produzierte Östrogen wirkt hemmend auf die FSH-Ausschüttung, womit andere Follikel dem Untergang unterliegen und letztlich LH die Führung übernimmt.
LH fördert die Umstellung der Hormonsynthese in der Granulosazellen auf die Produktion von Gelbkörperhormon (Progesteron). Etwa 44 Stunden nach Beginn des LH-Anstiegs findet die Ovulation statt.
Aus dem Rest des übriggebliebenen Follikels entwickelt sich der Gelbkörper (Corpus luteum). Aus den Granulosazellen entwickeln sich die Lutealzellen des Corpus luteum, die Progesteron zur Aufrecherhaltung einer möglichen Schwangerschaft herstellen. Das Sekretionsmaximum wird am 7.Tag nach der Ovulation erreicht, dem Zeitpunkt einer möglichen Implantation des Eis. Erfolgt eine Einnistung des Eis, so bildet sich aus dem Corpus luteum das Corpus luteum graviditatis. Andernfalls geht das Corpus luteum zugrunde.

Man muss bedenken, dass die gesprungene Eizelle der Frau innerhalb von 12 Stunden befruchtet werden muss, damit es zu einer Implantation kommt.

Abbildung einer Eizelle

  1. Grundhäutchen -
    Membrana basalis folliculi
  2. Körnerschicht
    (kernreiche Schicht
    von Follikelzellen) -
    Epithelium stratificatum
    cuboideum
  3. Körnkörperchen -
    Nucleolus
  4. Grundgewebe des Eierstocks -
    Stroma ovarii
  5. Eizelle - Ovocytus
  6. Zellkern - Nucleus
  7. Glashaut - Zona pellucida
  8. Gebärmutter - Uterus
  9. Scheide - Vagina
  10. Eierstock - Ovarium
  11. Eileiter - Tuba uterina
  12. Polkörperchen

Eine Übersicht aller Abbildungen von Dr-Gumpert finden Sie unter: medizinische Abbildungen

Spermatogenese:

Auch die männlichen Keimzellen unterliegen bei der Berfuchtung der Eizelle der Meiose, damit aus diploiden Geschlechtszellen haploide (ein halber Chromosomensatz) werden. Im Unterschied zur Frau findet die Spermtaogenese jedoch erst zu Beginn der Pubertät statt und dauert ein lebenlang fort.
Im Hoden des geschlechtsreifen Mannes werden täglich unter Einfluss von Adrogenen etwa 1 Million Spermien erzeugt. Aus den Spermatogonien entwickelt sich die primäre Spermatozyte mit Zwei-Chromatid-Chromosomen und einem diploiden Chromosomensatz.
Nach der ersten Reifeteilung gehen aus der primären Spermatozyte zwei haploide sekundäre Spermatozyten hervor. Nach der zweiten Reifeteilung entstehen aus zwei sekündären Spermatozyten schließlich vier haploide Spermatiden mit haploidem Chromosomesatz und Ein-Chromatid-Chromosomen. Dabei enthalten zwei Spermatiden jeweils das X-Chromosom, während die anderen beiden das Y-Chromosom vorweisen.
Die Spermatiden reifen dann zu Spermien (Spermatozoon) im Nebenhodengang (Ductus epididimydis) aus.
Beim Geschlechtsakt (Kohabitation) gelangen die Spermatozoon durch den Nebenhodengang zur Vorsteherdrüse (Prostata) und bilden dort zusammen mit den Drüsensekreten aus Prostata und Bläschendrüse das Ejakulat zur möglichen Befruchtung der Eizelle. Dieses wird aus der Harnröhre Richtung Scheidengewölbe ausgestoßen.
Das Ejakulat ist eine alkalische, fructosereiche Flüssigkeit und stellt das optimale Milieu für die Motilität und das Überleben der Spermatozoon dar. Das Spermatozoon besteht aus dem Spermienkopf mit dem darin enthaltenen genetischen Material, dem beweglichen Mittelteil und dem Spermienschwanz.

Anmerkung des Autors

Wer diesen Abschnitt verstanden hat muss sich eindeutig dieses Thema durchlesen: Hochbegabung.
Der Autor gehört eindeutig nicht zu dieser Gruppe;-)

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Eine Übersicht aller Themen der Gynäkologie finden Sie unter: Gynäkologie A-Z

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 21.11.2018
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