Cialis®

Definition

Cialis® ist der Handelsname für ein Potenzmittel, das den Wirkstoff Tadalafil beinhaltet. Es wird bei Männern mit erektiler Dysfunktion eingesetzt. Cialis® zählt zu den Medikamenten, die das Enzym Typ-5-Phosphodiesterase hemmen und wurde 2002 erstmals in Deutschland auf dem Markt zugelassen. Die Cialis®-Tabletten werden in der Alltagssprache gelegentlich auch als „Wochenendpille“ bezeichnet.


Darreichungsform und Einnahme

Cialis® ist in Form von 5 mg, 10 mg und 20 mg Filmtabletten erhältlich und kann mit oder unabhängig von den Mahlzeiten angewendet werden. Cialis® darf nur einmal täglich eingenommen werden, auch dann wenn die Tablette am Vortag vergessen worden ist. Dosierung und Häufigkeit der Einnahme pro Woche sind unter anderem von der Konstitution des Mannes, davon, wie er auf die Medikamente anspricht, und der Häufigkeit sexueller Aktivitäten abhängig, und damit individuell. Daher wird dringend zur Absprache mit dem Arzt über die Dosierung geraten. Die Anwendung sollte etwa eine halbe bis eine Stunde vor dem Geschlechtsverkehr oral geschehen. Cialis® ist ein rezeptpflichtiges Medikament.

Wirkweise

Die Erektion beim Mann beruht darauf, dass die Schwellkörper im Penis entspannen, sodass vermehrt arterielles Blut in den Penis fließen kann. Die Entspannung der glatten Muskulatur im Penis ist darauf zurückzuführen, dass bei sexueller Erregung Stickstoffmonooxid (NO) ausgeschüttet wird, das die Bildung des Botenstoffes cGMP in den Zellen bewirkt. Die Erektion wird dann aufgehoben, wenn der Botenstoff cGMP wieder abgebaut wird. Dafür ist das Enzym Typ-5-Phosphodiesterase zuständig. Hier kommt die Wirkung von Cialis® , bzw. dessen Wirkstoff Tadalafil ins Spiel. Cialis® hemmt die Aktivität der Typ-5-Phosphodiesterase, sodass der Abbau von cGMP unterbunden wird. Dadurch bleibt der Blutzufluss in den Penis hoch, sodass die Erektion länger anhält. Damit Cialis® also wirken kann, muss bereits NO ausgeschüttet worden sein, sprich: es muss bereits eine sexuelle Erregung beim Mann stattgefunden haben. Cialis® kann also nicht die Libido verstärken, sondern nur die Dauer der Erektionsphase verlängern.

Pharmakokinetik

Die Halbwertszeit von Cialis® beträgt etwa 17,5 Stunden, die Wirkungszeit kann bis zu 36 Stunden anhalten. Cialis® wirkt etwa eine Stunde nach der Einnahme, der Zeitpunkt des Wirkungseintritts kann sich aber auch auf bis zu fünf Stunden später verschieben. Cialis® wird mit dem Urin ausgeschieden.

Indikationen

Cialis® ist bei erektiler Dysfunktion indiziert. Diese liegt vor, falls ein Mann während des Geschlechtsverkehrs keinen erigierten Penis bekommen oder aufrechterhalten kann. Cialis® , bzw. sein Wirkstoff Tadalafil sollen das Erlangen und die Erhaltung der Erektion unterstützen.
Mit zunehmenden Alter steigt das Risiko einer gutartigen Prostatavergrößerung bei Männern immer mehr an. Männer mit diesem Krankheitsbild bekommen unter anderem Schwierigkeiten beim Urinieren, ständigen Harndrang, Probleme beim Harnwasserspeichern („Wasser halten“) und Erektionsstörungen. Cialis® soll die Durchblutung der Prostata über die Entspannung der Prostatamuskulatur fördern. Dadurch soll die Verengung der durch die Prostata verlaufenden Harnröhre aufgehoben werden.

Kontraindikationen

Cialis® ist nur an Männer zu verabreichen, nicht an Frauen, insbesondere nicht, wenn diese schwanger sind. Ebenso ist die Gabe des Medikaments an Jugendliche unter 18 Jahre kontraindiziert. Weiterhin darf Cialis® nicht mit anderen, die erektile Dysfunktion bekämpfenden Medikamenten, eingenommen werden.
Vor der Therapie sollte unbedingt eine eventuell bestehende Unverträglichkeit, zum Beispiel enthält Cialis® Lactose, oder Allergie ausgeschlossen werden.
Cialis® sollte außerdem dann nicht angewendet werden, wenn eine anatomische Penisdeformation oder die Neigung zu Dauererektionen besteht, weil das Risiko einer Unterversorgung des Schwellkörpers mit sauerstoffreichem Blut besteht. Dadurch würden Gewebeschäden eintreten.
Weiterhin wird von der Einnahme dann abgeraten, wenn der Patient mit organischen Nitraten oder NO-Donatoren wie Amylnitrit, alles Medikamente gegen Herz-Erkrankungen wie Angina Pectoris, erhält.
Auch wenn der Patient einen niedrigen, oder aber unkontrolliert hohen Blutdruck besitzt, ist Cialis® kontraindiziert. Ersteres liegt daran, dass Cialis® den Blutdruck noch weiter senken kann. Im Extremfall könnte dadurch ein Schock eingeleitet werden.
Bei bestimmten Vorerkrankungen, bzw. wenn diese Krankheiten im Moment bestehen, ist Cialis® ebenfalls kontraindiziert: Schlaganfall, Herzinsuffizienz, Myokardinfarkt, Sehverlust.
Weitere Kontraindikationen bestehen bei Leber- und Nierenerkrankungen, Erkrankungen des Knochenmarks und Blutbilds, und bei der Behandlung mit CYP3A4-Inhibitoren. Zu letzteren gehören unter anderem Ketoconazol oder Proteaseinhibitoren. Sie werden bei der Behandlung von AIDS eingesetzt und können wechselwirkend mit Cialis® Nebenwirkungen hervorrufen.

Nebenwirkungen

Die im Folgenden genannten Nebenwirkungen müssen nicht bei allen Patienten auftreten und variieren in ihrem Ausmaß, da jeder menschliche Körper individuell auf Cialis® reagiert.
Zum einen kann es sehr häufig zu Kopfschmerzen kommen. Außerdem sind Schlaflosigkeit, Tinnitus, Sehstörungen und häufig Schwindel als unerwünschte Wirkungen von Cialis® bekannt. Daher kann die Fähigkeit, Auto zu fahren oder Maschinen zu bedienen, eingeschränkt sein.Es können außerdem häufig Muskel- und Rückenschmerzen eintreten.
Gelegentlich treten allergische Nebenwirkungen durch die Cialis®-Einnahme ein, wie Hautausschlag, Schwitzen oder Sodbrennen.
Auch im Herzkreislauf kann Cialis® zu unerwünschten Nebenwirkungen führen: Tachykardie (zu hoher Puls) und Hypotonie (zu niedriger Blutdruck). Im Verdauungstrakt zeigen sich oft unerwünschte Nebenwirkungen in Form von Verdauungsstörungen, seltener sind Oberbauchschmerzen, (vorzeitiges) Völlegefühl, Magendruck, Übelkeit und Erbrechen. Weitere Nebenwirkungen von Cialis® sind Infektionen, Dauererektion und häufig Verstopfung der Nase.

Wechselwirkungen

Cialis® tritt in Wechselwirkung mit NO-Donatoren, deren Wirkung es stark erhöhen kann. Werden bereits Medikamente gegen Pilze, bakterielle oder virale Erreger eingenommen, muss abgeklärt werden, welche Wechselwirkungen eventuell eintreten können.Auch sind Wechselwirkungen mit CYP3A4-Inhibitoren (siehe Kontraindikationen) bekannt.Wird der Patient wegen Bluthochdruck oder einer vergrößerten Prostata mit anderen Medikamenten wie Alphablockern behandelt, sollte der Arzt mögliche unerwünschte Wechselwirkungen mit eben diesen berücksichtigen.
Bei Patienten, die Cialis® einnehmen, kommt es bei gleichzeitigem Konsum von Alkohol zum Blutdruckabfall. Auch Wechselwirkungen mit Grapefruitsaft wurden beobachtet.

Aufbewahrung und Entsorgung

Cialis® sollte nicht über 30°C gelagert werden und darf nicht im Abwasser oder Haushaltsmüll entsorgt werden. Kinder sollten keinen Zugriff auf Cialis® haben.

Weitere Anmerkungen

Falls der Patient eine Beckenoperation oder vollständige Entfernung der Prostata durchlaufen hat, bei der die Nerven nicht erhalten wurden, ist unter ärztlicher Aufsicht abzuklären, ob Cialis® noch wirksam ist.

Weiterführende Information

Weitere Informationen zum Thema Cialis® finden Sie hier:

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Eine Übersicht der bisher behandelten Themen zu den verschiedenen Medikamenten finden Sie unter: Medikamente A-Z.

Haftungsausschluss/ Disclaimer

Wir weisen darauf hin, dass Medikamente niemals eigenständig, ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt abgesetzt, angesetzt oder verändert werden dürfen.
Bitte beachten Sie, dass wir in unseren Texten keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit erheben können. Durch aktuelle Entwicklungen können die Angaben ggf. veraltet sein.

Qualitätssicherung durch:      |     Letzte Änderung: 30.01.2017
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