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Welches ist der ideale Bürostuhl nach einem Bandscheibenvorfall?

Einleitung

Für viele Menschen scheint die Frage nach einem neuen Bürostuhl nach einem Bandscheibenvorfall etwas übertrieben. Der Betroffene selbst weiß jedoch, welch enorme Entlastung der richtige Stuhl für seinen Rücken sein kann. Er stellt eine wichtige Voraussetzung dar, um wieder in vollem Umfang am Berufsalltag teilzunehmen.
Aber nicht nur für Bandscheibenpatienten lohnt sich die Investition in einen ergonomisch geformten oder den Halteapparat unterstützenden Bürostuhl. Jeder kann von solchen Stühlen profitieren, indem diese für eine aufrechte Haltung sorgen. 

Weiterhin ist es für die Patienten nach einem Bandscheibenvorfall wichtig, nicht zu lange zu sitzen, sondern immer mal wieder aufzustehen und eine stehende Haltung einzunehmen.
 

Worauf muss ich bei einem Bürostuhl nach einem Bandscheibenvorfall achten?

Ganz leicht ist diese Frage nicht zu beantworten, da jeder Patient unterschiedliche Bedürfnisse hat und unterschiedliche Konzepte präferiert.

Insgesamt geht es darum, während des Sitzens eine möglichst aufrechte Position einzunehmen. Für den einen eignen sich dabei Stühle mit ergonomisch geformter – also dem natürlichen Verlauf der Wirbelsäule angepasster- Rückenlehne, wohingegen andere Personen einen Hocker ohne Rückenlehne bevorzugen.
Der richtige Bürostuhl stellt jedoch nur einen Teil des optimal eingerichteten Arbeitsplatzes dar. Neben dem Stuhl gehört auch ein erhöhter Schreibtisch dazu. Der Patient sollte sich nicht so stark nach vorne über beugen müssen, sondern auch den oberen Teil der Wirbelsäule möglichst aufrecht belassen. Zudem sollte die Sitzfläche des Stuhles nicht zu weich gewählt werden.
Man sollte sich auch darüber bewusst werden, wie viel Zeit man pro Tag auf diesem Stuhl verbringen wird. Es lohnt sich in der Regel, etwas mehr Geld auszugeben, um der Wirbelsäule die optimale Unterstützung zukommen zu lassen. Außerdem sollte man diverse Modelle testen. Die Entscheidung kann eigentlich nicht innerhalb von wenigen Minuten getroffen werden. Der Patient sollte mehrere Stunden an mehreren Tagen auf dem Stuhl gesessen haben, um eine fundierte Entscheidung zu treffen.

Eine Beratung in einem speziellen Gesundheitszentrum oder bei einem Fachhändler trägt außerdem dazu bei, dass der Stuhl richtig eingestellt wird, um so auch den maximalen Unterstützungseffekt liefern zu können.

Lesen Sie auch den Artikel: Bandscheibenvorfall - was tun?

Die Sitzauflagefläche

Die Sitzfläche ist ein entscheidender Teil des Stuhles und mit ihrer Beschaffenheit auch maßgeblich für die Stellung des Beckens mitverantwortlich.

Auch wenn es zunächst den Anschein macht, dass eine weiche Sitzauflage wesentlich bequemer ist, profitieren Bandscheibenpatienten eher von einer harten Sitzauflage. Sie hilft dabei, eine möglichst aufrechte Sitzhaltung einzunehmen, was zur Stärkung und Kräftigung der Rückenmuskulatur beiträgt, die die Wirbelsäule ja nach dem Bandscheibenvorfall mit stützen muss.

Termin bei einem Experten für einen Bandscheibenvorfall?

Ich berate Sie gerne!

Wer bin ich?
Meine Name ist Dr. Nicolas Gumpert. Ich bin Facharzt für Orthopädie und Gründer von Dr-Gumpert.de
Diverse Fernsehsendungen und Printmedien berichten regelmäßig über meine Arbeit. Im HR Fernsehen sehen Sie mich alle 6 Wochen live bei "Hallo Hessen". 
Aber jetzt ist genug angegeben ;-)

Ein Bandscheibenvorfall ist kompliziert zu behandeln. Auf der einen Seite ist sie hohen mechanischen Belastungen ausgesetzt, anderseits hat sie große Beweglichkeit.

Daher erfordert die Behandlung eines Bandscheibenvorfalls  iel Erfahrung.
Ziel jeder Behandlung ist die Behandlung ohne eine Operation.

Welche Therapie nachhaltig die besten Ergebnisse erzielt, kann nur nach Zusammenschau aller Informationen (Untersuchung, Röntgenbild, Ultraschall, MRT, etc.) beurteilt werden.

Sie finden mich im:

  • Orthopaedicum - Frankfurt
    Oeder Weg 2 - 4
    60318 Frankfurt am Main

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Leider ist eine Terminvereinbarung nur bei privater Krankenversicherungen möglich. Ich hoffe auf Ihr Verständnis!
Weitere Informationen zu meiner Person finden Sie unter Orthopaedicum Frankfurt

Die Gasdruckfeder

Die Gasdruckfeder ist heutzutage eigentlich schon Standard in jedem Bürostuhl und deshalb keine Besonderheit eines orthopädischen Bürostuhls. Mithilfe der Gasdruckfeder lässt sich zum einen die Höhe des Bürostuhles verstellen, zum anderen ist sie dafür verantwortlich, wie sehr sich die Sitzfläche beim Daraufsetzen dem Boden nähert. Die ist abhängig von der Spanung der Gasdruckfeder. 

In aller Regel profitieren Patienten nach einem Bandscheibenvorfall – wie auch bei der Sitzfläche- von einer straffen Einstellung.

Wie sollte der Bürostuhl eingestellt werden?

Die Antwort hierauf ist natürlich abhängig vom gewählten Modell. So erfordern beispielsweise Hocker-Modelle ohne Lehne eine andere Einstellung als solche mit einer Rückenlehne. Insgesamt empfiehlt es sich, die Rückenlehne und die Sitzfläche eher hart abzustimmen bzw. einzustellen, sofern dies möglich ist.

Die Rückenlehne sollte der natürlichen Lordosen- und Kyphosenverlauf der Wirbelsäule angepasst sein und so im unteren Rücken eine Stützfunktion übernehmen. Die Lordose beschreibt eine Krümmung der Wirbelsäule nach vorne, wohingegen die Kyphose eine Rückwärtskrümmung der Wirbelsäule im Bereich der Brustwirbelsäule und des Kreuzbeins beschreibt. 
Die Sitzfläche selbst sollte auf der Gasdruckfeder leicht beweglich gelagert werden, sodass der Bürostuhl bei Bewegungen leicht mitgehen kann, aber den Rücken noch unterstützt.
Des Weiteren sollte auch die Höhe des Stuhls so gewählt werden, dass er eine aufrechte Sitzhaltung vorgibt und nicht dazu verleitet die Beine auszustrecken. Dies führt in den meisten Fällen nämlich dazu, dass die Leute in den Bürostuhl eintauchen und einen "Buckel" bilden. 

Eine gute Beratung erfolgt in aller Regel, wenn der Stuhl in einem speziellen Gesundheitszentrum gekauft bzw. ausprobiert wird. Aber auch ein Fachhändler sollte in der Lage sein, den Stuhl auf den Patienten einzustellen.

Gibt die Krankenkasse einen Zuschuss?

Die Krankenkasse ist in diesem Zusammenhang nicht der führende Ansprechpartner. Vielmehr sollten sich Betroffene mit einem speziellen Antrag an die Rentenversicherung wenden.

Bei der Krankenkasse können jedoch Zuschüsse oder die komplette Kostenübernahme für unterstützende Reha- und physiotherapeutische Maßnahmen beantragt werden. Rückentraining zur Stärkung der Muskulatur in speziell geleiteten Kursen werden bereits in vielen Sportvereinen angeboten und die Kosten in der Regel – bei regelmäßiger Teilnahme- durch die Krankenkasse rückerstattet bzw. übernommen.

Informieren Sie sich hier rund um das Thema: Reha nach einem Bandscheibenvorfall

 

Gibt der Arbeitgeber einen Zuschuss?

Gesetzlich gesehen ist der Arbeitgeber nicht verpflichtet, einen speziellen Bürostuhl zur Verfügung zu stellen.
Bei guter Betriebsatmosphäre, aber auch generell, lohnt es sich natürlich trotzdem, den Arbeitgeber wegen deines Zuschusses oder der Kostenübernahme anzusprechen. Sollte dem Arbeitgeber tatsächlich etwas an der Gesundheit und Rehabilitation seiner Mitarbeiter liegen, stehen die Chancen für einen Zuschuss nicht schlecht.

Gibt die Rentenkasse einen Zuschuss?

In aller Regel ist es die Rentenkasse, die der Anschaffung eines speziellen Bürostuhles nach einem Bandscheibenvorfall finanziert bzw. einen Zuschuss gewährt. Hierfür sind bestimmte Anträge erforderlich, die online oder bei der Rentenkasse selbst erhältlich sind. Wie hoch die Förderung bzw. der Zuschuss genau ist, kann nicht pauschal beantwortet werden. Im Internet finden sich jedoch Fördersummen von über 400 Euro.

In diesem Zusammenhang dürfte weiter interessant sein, dass auch die Berufsgenossenschaft um einen Zuschuss gebeten werden kann, wenn der Bandscheibenvorfall zum Beispiel ein Arbeitsunfall war. Der Stuhl gilt dann als Teil der Rehabilitationsmaßnahmen und fällt somit in das Zuständigkeitsgebiet der Berufsgenossenschaft.

Lesen Sie auch den Artikel: Krankengymnastik bei einem Bandscheibenvorfall.

Weiterführende Information

Mehr Informationen zum Thema Bandscheibenvorfall finden Sie hier:

Eine Übersicht aller Themen der Orthopädie finden Sie unter: Orthopädie A-Z

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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