+++ NEWS - "Welt AIDS - Tag 2015" +++

NEWS - Gesundheit

01.12.2015
Autor: Dr. med. Nicolas Gumpert, Lena Bökenkamp
email: news@dr-gumpert.de

Weniger Todesfälle durch AIDS

Weltweit ist AIDS jedoch weiterhin die zweithäufigste Todesursache unter Teenagern.

Am 1. Dezember 2015 ist der Welt AIDS Tag. Heute wird zum 28. mal den Opfern der AIDS-Erkrankung gedacht und zugleich die Forderung an die Öffentlichkeit gestellt, Solidarität für HIV-positive und AIDS-erkrankte Menschen zu zeigen, gegen Diskriminierung anzukämpfen und Aufklärungsarbeit zu leisten.

Unter dem Motto “#positivzusammenleben” konzentriert sich die diesjährige offizielle Kampagne zum Welt-AIDS-Tag 2015 (u.a. organisiert durch das Bundesministerium für Gesundheit und der Deutschen AIDS-Hilfe) vor allem darauf, dass HIV-positive Menschen als ganz gewöhnliche Mitmenschen wahrgenommen werden sollten.

Mit zahlreichen Plakaten mit Aufschriften wie: “Was macht ihr, wenn euer Stürmer HIV hat? - Hoffentlich viele Tore!” oder “Was machst du, wenn dein Date HIV hat? - Weiter kräftig Komplimente.” soll die eigene Haltung gegenüber HIV-Positiven überdacht werden und Integration gefördert werden. Denn leider, so Dr. Ulrich Heine, der Geschäftsführende Vorstand der Deutschen AIDS-Stiftung, seien HIV-positive Menschen im Alltag und am Arbeitsplatz weiterhin oft mit Diskriminierung und Ausgrenzung konfrontiert, welche zur gesellschaftlichen Isolation führen könnte.

Aber was sind HIV und AIDS eigentlich für Erkrankungen? Wie kann ich mich davor schützen? Und wie stehen die Therapiechancen im Jahre 2015 eigentlich?

Was ist HIV oder AIDS?

AIDS (kurz für: engl. aquired immunodeficiency syndrome) beschreibt eine Erkrankung, die durch das HI-Virus ausgelöst wird.

HIV-positiv bedeutet also, dass man das HI-Virus in sich trägt, welches die Zellen des körpereigenen Immunsystems befällt und die Abwehrfunktion stark schwächt. Als AIDS bezeichnet man hierbei das Endstadium der Erkrankung, bei dem die Immunleistung des Körpers nahezu komplett erloschen ist.

Hier liegt auch die Problematik der Erkrankung: die betroffenen Personen erleiden häufig Infektionen, die bei intaktem Immunsystem nahezu harmlos wären, bei ihrer geschwächten Abwehr allerdings schwerwiegende Verläufe nehmen könnten. Die zunehmenden Erkrankungen führen unbehandelt schließlich zum Tod.

Wie kann ich mich gegen HIV schützen?

Es gibt drei hauptsächliche Ursachen einer HIV-Infektion:

  1. Sexuelle Übertragung durch ungeschützten Geschlechtsverkehr
  2. Übertragung über Nadeln, oftmals durch den intravenösen Drogenmissbrauch (“needle sharing”) oder den Kontakt mit infiziertem Blut (zB. durch Transfusionen oder Nadelstichverletzungen)
  3. Übertragung des Virus von der HIV-positiven Mutter auf das ungeborene Kind

Entsprechend der Ursachen kann man sich durch einfache Maßnahmen vor der eigenen Infektion schützen: Ein Großteil der HIV-Neuinfektionen entstehen durch ungeschützten Geschlechtsverkehr, übrigens bei Weitem nicht nur im homosexuellen Kontakt (!), und kann durch das Benutzen eines Kondoms verhindert werden. Deshalb sollte ungeschützter Geschlechtverkehr immer vermieden werden, auch weil viele HIV-positve Menschen oftmals noch nichts von ihrer Erkrankung wissen und so unwissentlich weitere Personen anstecken könnten.

Weiterhin sollten Nadeln nicht gemeinsam benutzt werden und Nadelstichverletztungen (zB. im medizinischen Dienst) sofort gemeldet und vom Betriebsarzt behandelt und überwacht werden.

Sollte eine HIV-positive Mutter ein Kind erwarten, sollte sie in ständigem Kontakt mit ihrem behandelnden Arzt stehen, da durch die richtige Einstellung ihrer Medikamente und gegebenenfalls durch einen Kaiserschnitt, die Infektion des Kindes vermieden werden kann. Auch sollte auf das Stillen verzichtet werden.

Eine Impfung gegen das HI-Virus gibt es derzeit nicht. Dies hängt vor allem mit den zahlreichen Variationen des Virus zusammen.

Deshalb ist die beste Vorsorge auf das eigene Verhalten zu achten und vor allem beim Geschlechtsverkehr auf die Benutzung eines Kondoms zu bestehen.

Zuletzt sei erwähnt, dass im Alltag in der Regel keine kritischen Situationen auftreten, in denen man sich mit dem Virus anstecken kann. HIV ist nicht über die Luft (Tröpfcheninfektion, wie zum Beispiel bei der Grippe) oder über den Hautkontakt übertragbar. Selbst der Kontakt mit Blut des infizierten kann nur eine Übertragung auslösen, sollte es in direkten Kontakt mit dem Blut des anderen kommen.

Deshalb sind normale, alltägliche Tätigkeiten wie Sport, Schwimmen, Kochen, sich etwas zum Essen oder Geschirr teilen und ähnliches vollkommen ungefährlich. HIV-positive Menschen sollten hiervon nicht ausgeschlossen werden.

HIV Therapie heute

Die medikamentöse HIV-Therapie hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert.

Die AIDS-Erkrankung ist nicht heilbar.

Allerdings sind die Therapieoptionen in der heutigen Zeit so ausgereift, dass HIV-positive Patienten bei korrekter Therapie eine deutlich gesteigerte Lebenserwartung haben. So betrug die Lebenserwartung vor Einführung der heutigen Therapieform auch in hochentwickelten Industrieländern nur 8-15 Jahre, während heute bei frühzeitiger Diagnose gegebenenfalls auch ein hohes Alter erreicht werden kann.

Die Therapie besteht aus mehreren Säulen, wobei nicht allein die medikamentöse Therapie entscheidend ist, sondern auch auf eine gesunde Lebensweise und dem richtigen Verhalten gegenüber potentiellen opportunistischen Krankheiten (wie Beispielsweise die richtige Hygiene, Desinfektion aber auch frühzeitige Behandlung von Infekten) geachtet werden muss.

Die HAART (highly active antiretroviral therapy) als Therapieform der Erkrankungen bedient mehreren medizinischen Präparaten, es ist also eine Kombinationstherapie, um einer Resistenzentwicklung der HI-Viren entgegen zu wirken.

Ziel der Therapie ist eine Verminderung der Virenlast, also dass im Blut nur noch sehr wenige Viren nachgewiesen werden können.

Die Erfolgsaussichten einer HIV Therapie sind jedoch von individuellen Faktoren abhängig: entscheidend ist vor allem die frühzeitige Diagnose und der frühe Therapiebeginn, sowie die korrekte und regelmäßige Einnahme der Medikamente. Auch das Alter des Patienten, sowie weitere Vorerkrankungen (wie Beispielsweise Hepatitis C) und Verhaltensweisen variieren die Lebenserwartungen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der heutige Welt-AIDS-Tag ganz im Zeichen der Integration und dem positiven Miteinanderlebens steht. Wichtig ist, dass Vorurteile abgebaut werden, Diskriminierungen verhindert und weiterhin viel Wert auf Aufklärung gelegt wird, um die Zahl der Neuinfektionen zu verringern.

Weiterführende Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 30.09.2016
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