Verbrennungsgrade

Synonyme im weiterem Sinne


Verbrennungstrauma, Verbrennungen, Verbrennungsverletzung, Combustio, 
englisch: burn injury

Lesen Sie auch:

Einteilung und Symptome der Verbrennung

Verbrennungen werden in 3-4 Schweregrade eingeteilt, die sich nach der Tiefe der zerstörten Hautschichten richten und eine erste Prognose über die Heilungsaussichten zulassen. Je höher die Temperatur und je länger die Einwirkdauer auf den Körper, desto schwerer ist die Verbrennung.

  • Verbrennung I°: Sie betrifft nur die Oberhaut, fällt durch Rötung, Schwellung und Schmerz auf und heilt in der Regel vollständig aus. Eine häufigere Verbrennung 1.Grades ist der Sonnenbrand.
  • Verbrennung II°: Sie reicht bis in die Lederhaut, die kleine Gefäße zur Hautversorgung, als auch Talg- und Schweißdrüsen, sowie die Haarwurzeln enthält. Die Symptome sind starke Schmerzen, Rötung, Schwellung sowie Blasenbildung. Je nach Tiefe der betroffenen Lederhaut wird die Verbrennung 2.Grades noch einmal den Typ 2a unterteilt, der üblicherweise wie die Verbrennung 1.Grades vollständig ausheilt, als auch in Typ 2b, der eine Narbenbildung nach sich zieht.
  • Verbrennung III°: Hier ist auch die Unterhaut betroffen, wobei die Intensität der Hitzeinwirkung oft verkochtes (weißes) als auch verkohltes (schwarzes) Gewebe hinterlassen hat. Da die Hautnerven bei diesem Grad zerstört sind, haben die Patienten meist keine Schmerzen mehr. Betroffene Haut ist unwiederbringlich verloren und muss durch ein Transplantat ersetzt werden.
  • Verbrennung IV°: Dabei handelt es sich um schwerste Verkohlungen, die nicht nur Haut, sondern jegliches darunter liegende Gewebe (Muskel, Knochen) auch schon erreicht haben.

Neben dem Grad einer Verbrennung wird diese auch nach der betroffenen Körperoberfläche beurteilt. Für Erwachsene wird hier die so genannte Neunerregel benutzt, nach der dem Kopf, einem Arm, einer Beinvorderseite, einer Beinrückseite, der Brust, dem Bauch, dem oberen Rücken und dem unteren Rücken jeweils 9% Körperoberfläche zugesprochen werden. Das noch fehlende Prozent stellt das Genitale dar. Ein weiteres Merkmal zur Einschätzung der Schwere ist das Inhalationstrauma, welches beim Einatmen in direkter Feuer- oder Explosionsnähe zustande kommt. Bei einem Erwachsenen spricht man ab 15% verbrannter Körperoberfläche, bzw. ab 7,5% mit Inhalationstrauma von einer schweren Verbrennung, bei einem Kind ab 10%, bzw. ab 5% mit Inhalationstrauma; ein Patient mit einer schweren Verbrennung sollte einem spezialisierten Verbrennungszentrum zugeführt werden, vor allem, wenn Gesicht oder Genitale beteiligt sind.

Ab etwa 15% verbrannter Körperoberfläche kommt es nach dem Unfall zur so genannten Verbrennungskrankheit, bei der der gesamte Organismus unter den Folgen der Verbrennung leidet. Durch die Verbrennung selbst und die zerstörten Hautareale kommt es zu einem großen Flüssigkeitsverlust, der sich auch auf die Zusammensetzung des Blutes auswirkt und zu einem Volumenmangelschock führen kann. Auch viele Körpereiweiße gehen durch beschädigte Gefäßbarrieren verloren, wodurch deren jeweilige Funktion im Körper herabgesetzt wird und die Kreislaufsituation wiederum belastet. Des Weiteren kommt es zu einer massiven Freisetzung von Gewebebestandteilen, auf die eine körperweite Immunreaktion erfolgt. Dies sind alles sind Ursachen für ein drohendes Herz-Kreislauf-Versagen, ein akutes Lungenversagen, ein akutes Nierenversagen, ein Leberversagen sowie eine Darmlähmung.

Eine weitere große Gefahr ist bei einer schwereren Verbrennung eine Infektion der betroffenen Hautareale, da deren Barrierefunktion eingeschränkt bis aufgehoben ist. Diese kann sich bis zur Verteilung der Keime im gesamten Körper (Sepsis) entwickeln und ist lebensgefährlich.


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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 06.05.2012