Sonnenbrand

Synonyme im weiterem Sinne


medizinisch: Dermatitis solaris, UV-Erythem, siehe auch: Hautkrebs
Englisch
: sunburn

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Definition

Bei einem Sonnenbrand handelt es sich um eine durch künstliche oder solare (der Sonne entstammende) UV-Strahlung hervorgerufene Verbrennung der Haut. Der Sonnenbrand äußert sich durch Rötung und Schwellung der betroffenen Haut. In extremen Fällen kann es bei einem Sonnenbrand auch zu Blasenbildung kommen. Besonders gefährdet sind das Gesicht, hier vor allem die Nase, Ohren sowie Schultern und Dekolleté, da diese sogenannten Sonnenterrassen durch ihre Lage besonders viel UV-Strahlung abbekommen.

Die Schädigung der Haut durch UV-Strahlung umfasst neben der Schädigung der Hautzellen und des Binde- und Stützgewebes auch eine Erbgutschädigung der betroffenen Hautareale, die nur teilweise durch den Körper repariert werden kann.

Häufiger Sonnenbrand erhöht daher das Risiko an Hautkrebs zu erkranken um ein Vielfaches. Die Hautalterung wird außerdem beschleunigt, was zu früherer und vermehrter Faltenbildung und Altersflecken führt.

Epidemiologie/ Häufigkeitsverteilung

Laut US-amerikanischen Studien erleiden mehr als ein Drittel der dortigen Bevölkerung mindestens einmal jährlich einen Sonnenbrand. Der stetige Anstieg der Hautkrebserkrankungen durch den Sonnenbrand lässt sich auf häufiges und ungeschütztes Sonnenbaden in der Natur und im Solarium zurückführen, und wird in den folgenden Jahren noch weiter ansteigen.

Derzeit erkranken in Deutschland jährlich etwa 200.000 Menschen neu an Hautkrebs, darunter ca. 150000 am sogenannten Basalzellkarzinom als Folge von einem Sonnenbrand (eine Form des „weißen Hautkrebs“), das größtenteils durch Lichtschäden der Haut hervorgerufen wird. Auch das maligne Melanom mit jährlich rund 15.000 Fällen, umgangssprachlich „schwarzer Hautkrebs“ genannt, wird durch Sonnenbrände und zu häufiges Sonnenbaden und die dadurch bedingten Schäden im Erbgut der Haut verursacht. Das Melanom macht zwar „nur“ 10% der jährlichen Hautkrebsfälle aus, ist andererseits aber für über 90% der Todesfälle durch Hautkrebs verantwortlich.

Historie

Noch vor rund 200 Jahren galt Blässe als chic, Menschen mit gebräunter Haut hatten diese der Arbeit im Freien, z. B. in der Landwirtschaft zu verdanken, in der damaligen Gesellschaft keine besonders hoch angesehene Tätigkeit. Blasse Haut war das Zeichen einer hohen und angesehenen Gesellschaftsschicht anzugehören, und es wurde alles unternommen um die Haut so hell wie möglich zu erhalten. Es wurde mit Puder und Cremes nachgeholfen, langer Kleidung, Sonnenhüten und Sonnenschirmen bis hin zur Anwendung von bleichenden Bleihaltigen Cremes. Auch der wiederholte Aderlass für eine besonders vornehme Blässe war weit verbreitet.

Erst seit Anfang des 20. Jahrhunderts ist gebräunte Haut in der westlichen Welt modern. Die Bräune suggerierte Gesundheit, Jugend und auch Wohlstand, wer im Winter gebräunt war konnte dies nur durch einen teuren Urlaub im Süden erreichen. Mittlerweile kann sich jeder gebräunte Haut leisten, Solarien gibt es fast überall, für wenig Geld kann man sich so dem aktuellen Schönheitsideal nähern. Doch gesund ist das nicht unbedingt: Seit braune Haut als schön gilt, steigen die jährlichen Neuerkrankungen an Hautkrebs kontinuierlich. Das hat nicht nur mit einem verstärkten Aufenthalt in der Sonne und unter künstlichem UV-Licht zu tun, sondern ist in erster Linie dem fahrlässigen Verhalten der meisten Menschen zuzuschreiben. Viele sind der Meinung braun werden ist nur nach vorherigem Sonnenbrand möglich, andere sind davon überzeugt, dass Sonnenschutzmittel mit Lichtschutzfaktor das Bräunen der Haut gar verhindern.

Diese schlichtweg falschen Ansichten und die Tatsache, dass mit den Folgeschäden erst Jahre bis Jahrzehnte später zu rechnen ist, sorgen für den stetigen Anstieg von Hautkrebserkrankungen, die durch eine bessere Vorbeugung verhindert werden könnten.

Symptome

Die der Sonne ausgesetzten Hautareale zeigen bei einem Sonnenbrand 4 bis 8 Stunden nach dem Sonnenbad eine flächige Rötung und Schwellung, bei sehr starker Schädigung auch Blasenbildung bis zur Hautablösung. Manche Menschen merken schon während dem Sonnenbad eine Belastung der Haut, die Haut spannt und die Sonne fühlt sich unangenehm an.

De Höhepunkt des Sonnenbrandes ist nach 12 bis 24 Stunden erreicht, er kann bis zu 48 Stunden andauern.

Bei großflächigen Verbrennungen ist durch die Entzündung die Entwicklung von Fieber möglich. Auch Kreislaufversagen bis hin zum Schock kann bei schwerem Sonnenbrand auftreten. Ursache hierfür ist die starke Wassereinlagerung des entzündeten Gewebes, wodurch es im Körperkreislauf zu einem relativen Flüssigkeitsmangel kommt. Der Blutdruck sinkt und Schwäche, Schwindel und auch Ohnmacht sind die Folge.

Treten zusätzlich zum Sonnenbrand auch Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit oder Erbrechen auf, so handelt es sich sehr wahrscheinlich um einen Sonnenstich. Bei einem Sonnenstich handelt es sich um eine Überwärmung des Kopfes und somit auch des Gehirns, es kann zu schwerwiegenden Komplikationen kommen. In diesem Fall und bei großflächigen Verbrennungen, vor allem bei Kindern, sollte umgehend ärztlicher Rat gesucht werden.

Nach einem Sonnenbrand und dem Abklingen der Rötung löst sich häufig die oberste Schicht der Haut schuppig ab. 

Diagnose

Die Diagnose erfolgt anhand der für den Sonnenbrand typischen Hauterscheinung und der Angaben des Patienten (Anamnese).

Prognose

Ein Sonnenbrand heilt meistens ohne sichtbare Schäden der Haut ab. Bei einer starken Verbrennung kann jedoch eine Lichtempfindlichkeit des betroffenen Areals bleiben, auch können betroffene Hautstellen intensiver oder blasser gefärbt sein als nicht vom Sonnenbrand betroffene.

Mit Spätschäden wie z.B. Hautkrebs kann man im schlimmsten Fall schon nach einem einzigen Sonnenbrand konfrontiert werden, daher gilt es jeden Sonnenbrand zu vermeiden.

Zusammenfassung

Bei Sonnenbrand handelt es sich um eine Verbrennung der Haut durch UV-Strahlen. Durch die UV-Strahlung kommt es zu einer Schädigung von hauteigenen Eiweißen und der Erbinformation der Hautzellen. Die Schädigung der Eiweiße äußert sich als Rötung, Schwellung und durch Schmerzen, die Schädigung der Erbsubstanz kann sich Jahre bis Jahrzehnte später als Hautkrebs äußern.

Sonnenbrand sollte durch Kühlen in Form von kalten Umschlägen und After-Sun-Lotionen behandelt werden, bei schweren Verbrennungen mit Blasenbildung oder bei großflächigen Verbrennungen ist ein Arzt hinzu zuziehen.

Jeder Sonnenbrand lässt sich durch guten Sonnenschutz in Form von Sonnenschutzcreme, langer Kleidung und Kopfbedeckungen sowie Meidung von starker Sonneneinstrahlung verhindern. Insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern sowie bei Menschen mit sehr heller Haut ist auf einen ausreichenden Sonnenschutz zu achten.


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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 15.05.2012