Synonym

Exanthem

Definition

Unter einem Hautausschlag oder Exanthem versteht man eine konstante oder sich wieder zurückbildende, schmerzliche, juckende oder symptomarme  Hautirritation unterschiedlicher Ursachen.

Symptome

Je nach Ursache der ausgelösten Hautausschläge gestalten sich die Symtome unterschiedlich. Jedem Hautausschlag ist gemeinsam, dass es zu einer meist rötlichen Hautveränderung an unterschiedlichen Stellen des Körpers kommt. Sowohl die Ausbreitungsgeschwindigkeit als auch die Symptomatik variieren von symptomlosen Verläufen bis hin zu starken, juckenden und brennenden Werdegängen.

Diagnostik

Einer jeder Diagnostik des Hautausschlags liegt die Anamnese (Krankenbefragung zu Grunde) Der Arzt wird die Dauer der Beschwerden und die Ausbreitungsgeschwindigkeit sowie Lokalisation erfragen, wenn sie nicht ohnehin offensichtlich sind. Des Weiteren wird er die Begleitsymptome, wie Schwindel, Fieber Allgemeinzustandsverschlechterung abfragen. Eine der wichtigsten Fragen wird schließlich sein, ob der Patient vor dem Auftreten des Hautausschlags entweder neue Medikamente zu sich genommen hat, die er sonst noch nie zu sich nahm, oder ob es zu einer Neuanwendung chemischer oder biologischer Stoffe vor dem Auftreten der Exanthem kam (neues Waschmittel, neue Hautcreme etc). Neben der Anamnese stellt die Blickdiagnose einer der wesentlichen Diagnosekriterien dar. Exantheme sind in den meisten Fällen deutlich zu erkennen, Symptome wie Brennen oder Jucken müssen separat abgefragt werden.

Therapie

Die Therapie des Hautausschlags richtet sich ebenfalls nach der auslösenden Ursache. So ist die Grundregel einer jeden Hautausschlagtherapie die auslösende Ursache abzustellen. Liegt der Verdacht nahe, dass ein neu eingesetztes Medikament schuld an dem Hautausschlag ist, muss dieses in jedem Fall abgesetzt und gegen ein anderes Medikament ausgetauscht werden.
Auch bei Hautcremes, die neu eingesetzt wurden, ist die beste Therapie das konsequente Absetzen des Inhaltsstoffes. Liegt der Verdacht nahe, dass eine der oben genannten Erkrankungen, wie Masern, Scharlach oder Röteln schuld an dem Hautausschlag ist, muss in den meisten Fällen abgewartet werden, bis die Erkrankung durchstanden ist. Eine Ausnahme stellen bakterielle Infektionen (wie die Lues) dar, die ebenfalls Hautausschlag auslösen und mit einem Antibiotikum behandelt werden können.
Bei allen allergischen Ursachen kann ein Behandlungsversuch (neben dem Absetzen des auslösenden Stoffes) mit Kortison (Salbe oder Tabletten) oder mit einem Histaminblocker (Cetirizin) unternommen werden. Des Weiteren sollten symptomatische Behandlungsmaßnahmen ergriffen werden, die aus kühlenden Umschlägen oder kühlenden Gelen bestehen können.

Sonderformen/ gefährliche Verläufe

Neben den häufigen Verläufen, wie Arzneimittelallergien oder generalisierten allergischen Reaktionen, die meistens nach Absetzen der auslösenden Faktoren wieder verschwinden, gibt es noch einige seltenere und schwere, manchmal sogar lebensgefährliche Verläufe von Hautausschlägen. Zu nennen wäre hier das sogenannte Lyell Syndrom, das neben einem anfänglichen Hautausschlag eine Art Schälung der gesamten Hautoberfläche bewirkt.
Ursache sind in den meisten Fällen Medikamente wie z.B. Sulfonamide oder Antiepileptika. Es handelt sich bei einem Ausbruch um einen absoluten Notfall, der mit einer Plasmapharese behandelt werden muss. Aus diesem Grund stellt die Krankenbefragung mit genauer Erfassung der eingenommenen Medikamente eine zentrale Rolle in der Diagnostik dar.

Zusammenfassung

Hautausschläge werden auch als Exantheme bezeichnet. Sie haben einen charakteristischen Verlauf, der aus  Beginn, Verlaufsspitze nach einiger Zeit und der Abheilung besteht. Je nach Ursache des Hautausschlags können die Ausbreitung und die Zeit der Ausbreitung variieren. In vielen Fällen sind von Exanthemen das Gesicht, der Hals, Arme und Beine, der Rücken oder der Rumpf betroffen.
Exantheme können neben dem optischen Erscheinungsbild völlig beschwerdefrei auftreten oder auch mit Jucken, Brennen  oder auch starken Schmerzen verbunden sein.
Ursachen eines Hautausschlags können allergische Reaktionen sein (z.B. nach Auftragen einer neuen Hautcreme oder Tragen eines Nickelohrringes). Hierbei wird zunächst die Haut und die Nerven der Hautoberschicht gereizt. Das eigentliche allergische Hautausschlag wird dann durch die Zellen der Blutgefäße ausgelöst, die eine Gefäßerweiterung bewirken und das entsprechende Hautareal stärker durchbluten lassen (rötliche Farbe des Exanthems). Nur ein Zusammenspiel zwischen Hautzellen und Gefäßzellen lässt die Entstehung eines Hautausschlags zu. Die häufigste Ursache eines Exanthems sind Arzneimittel. Sie machen ca. 80% der Fälle aus. Auslösende Medikamente können sein:

  • Ampiciline, Sulfonamide, Peniciline, Cephalosporine, Salicylate, ACE-Hemmer, Carbamazepin, Phenytoin und Allopurinol.

Des Weiteren stellen infektiöse Ursachen eine häufige Ursache eines Hautausschlags dar. Zu nennen wären die klassischen Kinderkrankheiten wie Masern, Scharlach und Röteln, die mit einem Hautausschlag in unterschiedlicher Ausprägung, zeitlicher Abfolge und Lokalisation auftreten. Je nach Art der Ausbreitung kann auch oft schon der Verdacht auf die auslösende Erkrankung gestellt werden. Auch bakterielle Infektionen können Schuld an einem Hautausschlag sein. Zu nennen wären hier die selten vorkommende Lues. Eine weitere Einteilung neben den auslösenden Faktoren ist auch die äußerliche Erscheinung. So kann man Exantheme in makulöse Exantheme (nicht erhaben nur im Hautniveau vorhanden), papulöse Exantheme (erhabene Hautveränderungen), pustolöse Exantheme (dem Pickel  entsprechend), seröse Exantheme (sich entleerende Hautveränderungen) und urtikarielle Exantheme (flächig, rundlich, rot und erhaben) einteilen.
Die Diagnostik besteht zum Einen aus der Blickdiagnose, die zunächst schon einen Hinweis auf eine Exanthem  liefern kann und zum zweiten eine ausführlich gestaltete Anamnese (Krankenbefragung). Darin sollte erörtert werden, wie lange bereits die Symptome vorhanden sind, ob eine neue Hautcreme, ein neues Arzneimittel eingesetzt wurde und ob es Begleitsymptome gibt (wie Fieber etc).
Die Therapie richtet sich nach dem auslösenden Faktor. Grundlegend gilt, dass der auslösende Faktor abgestellt werden muss. Auslösende Hautcremes müssen abgesetzt und entsprechende Medikamente gegen Alternativpräparate ausgetauscht werden. Bei allergischen Exanthemen sollte ein Behandlungsversuch mit Kortisonsalben oder Kortisontabletten unternommen werden.
Da allergische Reaktionen meistens histaminvermittelt stattfinden, kann auch versucht werden mit Medikamenten aus der Gruppe der Histaminblocker (Cetirizin) eine Behandlung zu beginnen. Außerdem kann mit kühlenden Verbänden und Gelen eine Symptomminderung erreicht werden. In aller Regel wird über die Kombination (Meidung der auslösenden Faktoren, entzündungshemmende Medikation und symptomatische Therapie) ein Rückgang des Hautausschlags erreicht. Ist als Ursache eine infektiöse Erkrankung, wie Masern vorhanden, muss die Abheilung der Krankheit abgewartet werden. Bei den wenigen bakteriellen Infektionen, die ein Exanthem auslösen können, kann ein Behandlungversuch mit einem Antibiotikum begonnen werden.
Exantheme sind in aller Regel harmlos, stellen allerdings ein ernstzunehmendes Warnzeichen dar. In einigen, seltenen und schweren Verläufen kann ein Hautausschlag einen beginnenden Notfall anzeigen. Zu nennen wäre hier das sogenannte Lyell Syndrom, das eine Überempfindlichkeitsreaktion auf verschiedene Medikamentengruppen darstellt. Das Exanthem wird gefolgt von einem Abschuppen der Haut. Ohne Behandlung verläuft die Erkrankung tödlich, und aus diesem Grund stellt die einzige Behandlungsmaßnahme eine Plasmapharese dar.
Patienten, die Exantheme aufgrund einer allergischen Reaktion bekommen, sollten zusätzlich einen Allergieausweis ausgestellt bekommen, auf dem vermerkt werden sollte, welche Art von Allergie vorliegt und welche Substanzen gemieden werden sollten. Besonders wichtig ist eine Allergiepass bei den Medikamentenallergien.


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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 14.05.2012