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Herpes
Synonyme im weiterem Sinne
Herpes simplex, HSV (Herpes Simplex Virus), Lippenherpes, Genitalherpes, Dermatologie, Virusenzephalitis, Hepes-Simplex-Enzephalitis
Englisch: herpes
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Definition Herpes
Herpes simplex ist eine infektiöse Erkrankung mit bevorzugtem Befall der Haut und Schleimhaut. Diese Infektion wird durch Herpesviren hervorgerufen.
Es gibt zwei Typen von Herpes simplex- Viren:
- Herpes Virus Typ 1 und
- Herpes Virus Typ 2
Typ 1 befällt die Haut und Schleimhaut vor allem im Gesicht, während sich Typ 2 im Genitalbereich zeigt.
Zusammenfassung
Die Herpesviren sind in drei Untergruppen gegliedert:
- α (HSV 1 und 2 (HSV = Herpes simplex Virus); VZV (Varizella-Zoster-Virus)
- β (Cytomegalie- Virus (CMV), HHV 6 und 7 (HHV = humane Herpes Virus))
- γ (Epstein- Barr- Virus (EBV), HHV 8)
Wesentliches Merkmal der humanen Herpesviren ist das Verweilen in verschiedenen Geweben des Körpers. Wenn das Immunsystem geschwächt ist, werden die Viren reaktiviert und die Erkrankung bricht wieder aus.
Ursache Herpes
Der Herpes virus wird hervorgerufen durch die Herpes - simplex - Viren Typ 1 und 2. Bei diesen Viren handelt es sich um sogenannte DNA-Viren.
HSV 1 ruft die Infektion im Gesicht hervor (Herpes simplex), wobei der HSV 2 die Infektion im Genitalbereich auslöst (Herpes genitalis).
Einmal aufgetreten, verbleibt der HSV 1 in den Trigeminalganglien. Trigeminalganglien sind Umschaltstellen von Nervenfasern des Nervus trigeminalis, der das Gesicht sensibel, also mit Gefühl, versorgt. Er vermittelt also Empfindungen wie Berührung.
Von der Infektionsstelle aus wandern die Viren entlang der sensiblen Nerven in die Ganglien (Zellkörper der Nerven) und verbleiben dort lebenslang. Kommt es z. Bsp. zu einer Schwäche im Immunsystem, wandern die Viren in umgekehrter Richtung zurück zur Haut / Schleimhaut. Der Herpes bricht wieder aus.
Die Durchseuchung der Bevölkerung (sprich der Kontakt mit dem Virus) mit HSV 1 steigt während der Kindheit an und erreicht in der Pubertät 80%. Das bedeutet ca. 80 % hatten Kontakt mit dem Herpes 1 Virus. Dieses bedeutet jedoch nicht, das 80% an einem Lippenherpes leiden.
Bei dem Herpes simplex – Virus 2 liegt die Durchseuchung im Erwachsenenalter bei etwa 10 bis 30%.
Die Übertragung ist nur durch direkten Kontakt möglich. Der Hauptübertragungsweg des Herpes 1 ist der Speichel. Diese Ansteckung geschieht z. Bsp. durch Küssen, trinken aus dem gleichen Glas oder auch durch Husten oder Niesen. Der HSV 2 wird vorwiegend sexuell übertragen.
Komplikationen Herpes
Neben einer schweren Verlaufsform mit Nekrosen (abgestorbenes Gewebe) und Ulzera (Geschwüren), gibt es einige Mitbeteiligungen anderer Organe.
Im Rahmen des Herpes kann es zu einer Beteiligung der Augen kommen. Bindehaut- und Hornhautentzündungen sind häufig. Es kann zu Vernarbungen und somit zur Verschlechterung der Sehkraft führen. Daher ist diese Komplikation sehr ernst zu nehmen.
Ebenso kann es zu einem Ekzema hepeticatum kommen. Hierbei handelt es sich um eine HSV - Superinfektion eines atopischen Ekzems (atopisches Ekzem = Neurodermitis). Das bedeutet, dass sich ein Neurodermitis zusätzlich mit dem Herpesvirus infiziert.
Das Erscheinungsbild hat zusätzlich zu dem atopischen Ekzem (Nerodermitis) Herpesbläschen. Die Verteilung ist entsprechend der Neurodermitis großflächig. Eine Spontanheilung erfolgt nach mehreren Wochen.
Eine weitere Komplikation ist die Herpes-Simplex-Enzephalitis, also eine Herpes-bedingte Entzündung des Gehirns. Diese Form der Enzephalitis ist die häufigste Virusenzephalitis.
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Bei abwehrgeschwächten Patienten kann es sogar zu einer durch den Herpesvirus bedingten Lungenentzündung kommen.
Allgemein ist bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem der Verlauf schwerer als bei Gesunden. Beispielsweise bei AIDS- Patienten kommt es häufig zu gewebezerstörenden Haut- und Schleimhautveränderungen, die nur schwer abheilen. Auch Bindehautentzündungen und Entzündungen der Netzhaut kommen vor. Auch eine Beteiligung der Hirnhäute (Meningitis) tritt auf.
Diese Verlaufsform nennt man einen generalisierten Verlauf, da die Reaktionen auf den Virus nicht nur lokal an einer Stelle auftreten, sondern sich in mehreren Organsystemen bemerkbar machen.
Diagnose
Meist sind die Symptome, über welche die Patienten klagen schon wegweisend.
Bläschen meist an den Lippen, die Schmerzen, Jucken und / oder Brennen verursachen. Man kann eventuell den Virus im Bläscheninhalt mit Hilfe eines Abstrichs nachweisen. Es wird meist die Virus - DNA oder das Virus - Antigen nachgewiesen. Das Antigen ist der Bestandteil des Virus auf den der Körper mit einer Abwehrreaktion reagiert und gegen den er so genannte Antikörper bildet.
Therapie Herpes
Zu oberst steht die Therapie der eventuell vorliegenden Immunschwäche.
Des Weiteren wird die Primärinfektion (erster Infektion mit dem Virus) bei mildem Verlauf symptomatisch therapiert. Es werden also die Symptome, nicht die Ursache der Erkrankung behandelt.
Falls die Ersterkrankung schwer verläuft oder es zu ausgedehnten Rezidiven (Rezidiv = Wiederauftreten) kommt, wird systemisch, also über den Blutweg der gesamte Körper, behandelt. In diesem Fall werden Medikamente gegeben, die das Wachstum der Viren hemmen. Hier verfügt der Arzt beispielsweise über Aciclovir in Tablettenform.
Auch lokal können die Herpesbläschen mit Aciclovir - Salbe behandelt werden.
Unterstützend können auch homöopathische Arzneimittel helfen. Lesen Sie auch hierzu unsere Themen:
Aciclovir
Aciclovir wirkt nur gegen das sich selbst kopierende aktive Herpesvirus – welches in z. Bsp. den Bläschen vorliegt -, nicht jedoch gegen das passive Herpesvirus, welches sich in den Ganglien „versteckt“ hält.
Prophylaxe
Es sollte möglichst versucht werden an Herpes erst gar nicht zu erkranken. Bei dieser hohen Durchseuchungsrate von 95% bei Erwachsenen jedoch, ist dieses Vorhaben relativ unrealistisch.
Einmal an Herpes simplex erkrankt, begleitet er einen durch das gesamte Leben. Um ein Rezidiv zu vermeiden, sollten die Provokationsfaktoren weitestgehend eliminiert werden. Beispielsweise kann ein Lippenlichtschutz aufgetragen werden (Lippenpflegestifte mit Lichtschutzfaktor LSF).
Sollte eine Schwangere mit Herpes genitalis infiziert sein, wird eine Kaiserschnitt - Entbindung (med. Sectio) bevorzugt, um die Infektion des Neugeborenen zu vermeiden.
Liegt bei einem Patienten mit Herpes simplex eine Immunschwäche vor, kann prophylaktisch mit Aciclovir behandelt werden.
Ein Impfstoff gegen Herpes simplex - Viren ist in der Erprobung.
Prognose
Liegt nur eine lokale Infektion mit Herpes vor – beispielsweise Bläschen an der Lippe – ist die Prognose gut.
Bei einer generalisierten Herpesinfektion und einer Virusenzephalitis / Hepes-Simplex-Enzephalitis (Entzündung des Gehirns) sowie bei einer vorliegenden Immunschwäche kommt es oft zu lebensbedrohlichen Verläufen mit hoher Sterblichkeit.
Bilder gesucht
Sehr geehrter Leser, um unsere Qualität stetig zu verbessern, würden wir uns freuen, wenn Sie uns Bilder einer Herpes-Infektion zu Verfügung stellen könnten, die an dieser Stelle veröffentlicht werden.
Bilder bitte unter: herpes@dr-gumpert.de einsenden.
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