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Bindehautentzündung

Synonyme im weiteren Sinne

Konjunktivitis, Conjunktivitis

Englisch: conjunctivitis, pinkeye

Definition

Konjunktiva = Bindehaut des Auges
itis = Entzündung

Unter einer Bindehautentzündung (Konjunktivitis) versteht man eine Entzündung der Bindehaut (Konjunktiva) des Auges. Das Auge juckt, ist rot und gibt Sekret ab.
Eine Konjunktivitis kann verschiedene Ursachen haben. Bakterien, Viren oder eine Allergie kommen beispielsweise als Auslöser in Frage. Aber auch äußere Reize wie z.B. trockene Luft spielen eine Rolle.

Bei der Bindehautentzündung handelt sich um eine der häufigsten Erkrankungen des Auges.


allgemeine Symptome

Bei der Konjunktivitis treten folgende so genannte Leitsymptome in den Vordergrund:

Man kann bei Konjunktividen unterschiedlicher Genese verschiedene Symptome feststellen. Deshalb muss man bei den verschiedenen Formen der Bindehautentzündung spezifische Symptome beachten.

Formen der Bindehautentzündung

Grundsätzlich kann man die Bindehautentzündung je nach Ursache in entzündliche und nicht- entzündliche Konjunktividen einteilen. Diese werden jeweils nochmals unterteilt.

Nicht - entzündliche Bindehautentzündung:

Entzündliche Bindehautentzündung:

Ursachen / spezifische Symptome

Nicht - infektiöse Bindehautentzündungen

Eine unspezifische Konjunktivitis wird oft durch zu wenig Tränenflüssigkeit, Überanstrengung oder auch äußere Reize (z. Bsp. Rauch) verursacht. Auch lange Zeit getragene oder verschmutzte Kontaktlinsen kommen als Auslöser in Frage. Bei den Symptomen stehen vor allem Fremdkörpergefühl und plötzliches Tränen im Vordergrund.

Bei der allergischen Bindehautentzündung gibt es verschiedenen Arten:

  1. Der Heuschnupfenkonjunktivitis liegt eine Allergie gegen Pollen zugrunde. Typischerweise ist sie mit allergischem Schnupfen vergesellschaftet. Patienten sind schwer beeinträchtigt durch Tränen, Niesen, Schwellung der Bindehaut und Fremdkörpergefühl. Lesen Sie auch unser Thema Heuschnupfen.
  2. Liegt eine atopische Bindehautentzündung vor, handelt es sich um eine Entzündung der Bindehaut bei Kindern, die z. Bsp. an Neurodermitis leiden. Die Reaktion der Augen liegt in der Reaktion auf Gifte von Bakterien begründet.
    Zu den spezifischen Symptomen dieser Erkrankung zählt die Bildung von Knötchen auf der Bindehaut, welche bis in die Hornhaut vorwachsen und dort Narben hinterlassen können. Die Patienten können zu Beginn stark geblendet sein.

Auch Kosmetik oder Hausstaub können eine Entzündung der Bindehaut hervorrufen.

 

Entzündliche Bindehautentzündung

Bei der Neugeborenenkonjunktivitis liegen meist Bakterien als Ursache vor (Gonokokken- Auslöser des Tripper; Chlamydien oder Pseudomonas). Auch Viren, wie z. Bsp. oder Herpes - Viren kommen als Auslöser in Frage. All diese Erreger werden bei der Geburt auf den Säugling übertragen.
Wenn Gonokokken der Bindehautentzündung zugrunde liegen, tritt eine besonders starke Eiteransammlung in den stark geschwollenen Augenlidern auf.
Bei einer Bindehautentzündung, die durch Chlamydien hervorgerufen wurde, äußert sich durch die Leitsymptome. Die Erreger können nur durch einen Abstrich nachgewiesen werden. All diese Erreger können natürlich auch bei Erwachsenen zu dieser Erkrankung führen.

Liegt eine durch Bakterien hervorgerufene Bindehautentzündung vor, kommen mehrere Erreger in Frage.

Eine Viruskonjunktivitis  ist hoch ansteckend. Meist wird sie durch so genannte Adenoviren hervorgerufen. Fast immer beginnt diese Form der Bindehautentzündung an nur einem Auge.

In seltenen Fällen kann diese Erkrankung auch durch Pilze oder Parasiten hervorgerufen werden.

Diagnose

Die Diagnose wird anhand der Leitsymptome „gerötetes Auge“, vermehrtes Absondern von Flüssigkeit und Schwellung der Bindehaut gestellt. Meist kommt noch ein Juckreiz hinzu. Bei der Diagnose Bindehautentzündung handelt es sich oft um eine Blickdiagnose. Blickdiagnose bedeutet, dass der Arzt auf den ersten Blick die Diagnose stellen, bzw. einen konkreten Verdacht äußern kann. Die Unterscheidung in die verschiedenen Formen der Konjunktividen hingegen ist schwieriger.

Um die verschiedenen Erscheinungsformen der teilweise knötchenförmigen Veränderung der Bindehaut auch unter den Lidern zu beurteilen, muss der Arzt das Augenlid nach außen wenden (ektropionieren).

Therapie Bindehautentzündung

Auch bei der Therapie ist wieder zwischen den verschiedenen Formen der Bindehautentzündung zu unterscheiden.

Therapie Nicht - entzündliche Bindehautentzündung

Die unspezifische Bindehautentzündung wird in der Regel durch Tränenersatzmittel therapiert. Was auf keinen Fall zum Einsatz kommen sollte, sind kortisonhaltige Augentropfen, weil diese die Trockenheit der Augen sogar verstärken. Auch besteht die Gefahr, dass der Augeninnendruck steigt.

Bei der Heuschnupfenkonjunktivitis werden antiallergische Augentropfen verabreicht.

Ist die Bindehautentzündung mit atopischen Erkrankungen, beispielsweise Neurodermitis, vergesellschaftet, verabreicht man lokal Antibiotika und Steroide (Kortison).

Selbstverständlich gilt bei Kosmetik- Unverträglichkeit die Devise das auslösende Allergen - in diesem Fall den Kosmetikartikel - nicht mehr anzuwenden.

Entzündliche Bindehautentzündung

Wenn eine durch Viren ausgelöste Bindehautentzündung vorliegt, muss mit entsprechenden antiviralen Mitteln behandelt werden. Neugeborene werden – wie Erwachsene – bei Chlamydien mit Erythromycin- Augentropfen, bei Herpes mit Aciclovir behandelt. Sie auch Neugeborenenretinopathie

Sind Bakterien die Auslöser der Konjunktivitis, so kommen Antibiotika zum Einsatz.

Rehabilitation

In der Regel heilt die Bindehautentzündung unter adäquater Therapie schnell wieder ab.
Es gibt jedoch Formen, die wiederkehren können (vor allem Herpes - Infektionen). Auch Komplikationen können auftreten (s.u.).

Prophylaxe

Einer Bindehautentzündung (Konjuktivitis) kann vorgebeugt werden, indem man vermeidet sich mit schmutzigen Fingern in den Augen zu reiben. Es gibt Erreger auf unserer Haut, die zur Normalen Hautflora gehören, im Auge jedoch Krankheitswert haben.

Auch wenn man Kontakt zu infektiösen Patienten hatte, sollten danach gründlich die Hände gewaschen werden.

Liegt eine Allergie vor, sollte das Allergen gemieden werden, um die damit in Zusammenhang stehende Bindehautentzündung zu vermeiden.


Prognose

Die bakterielle Bindehautentzündung heilt unter Therapie nach etwa zwei bin drei Behandlungstagen wieder ab.

Liegt eine virale Bindehautentzündung vor so kann es etwas länger dauern ehe unter Therapie alle Symptome verschwunden sind. Wurde die Krankheit durch Herpes - Viren ausgelöst, so kann die Entzündung trotz Therapie immer wieder auftreten.

Eine Komplikation der Bindehautentzündung ist die Superinfektion. Superinfektion bedeutete, dass sich zusätzlich zu den auslösenden Erregern noch weitere hinzugesellen, was die Behandlung eindeutig schwieriger gestaltet. Außerdem kann es hierbei zur Mitbeteiligung der Hornhaut kommen. Dies ist insofern gefährlich, als dass die Möglichkeit der Hornhauttrübung besteht. Das Sehvermögen (siehe auch Sehen) wird somit abgeschwächt.

Zusammenfassung

Bindehautentzündung

Die Bindehaut bedeckt vordere Seite des Auges und schlägt oben und unten in den Bindehautfalten auf die Lider um.
Die Innenseite der Lider ist also ebenfalls von Bindehaut bedeckt. Die Bindehaut besitzt mehrere Drüsen, die für die Benetzung des Auges zuständig sind. Dies ermöglicht wiederum ein reibungsfreies Gleiten des Augapfels in der Augenhöhle.

Eine Bindehautentzündung (Konjuktivitis) kann verschiedene Ursachen haben.
Von Bakterien über Viren bis hin zur Allergie kommt alles als Auslöser in Frage. Die Leitsymptome sind vor allem das „rote Auge“, die Sekretion und die Schwellung der Bindehaut. Ursachen können sehr verschiedene vorliegen. Es gibt entzündliche (ansteckende) und nicht- entzündliche (nicht ansteckende) Bindehautentzündungen.
Je nach dem um welche Form es sich handelt, gibt es verschiedene Ursachen, Symptome und Therapien.

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