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Grüner Star
Synonyme im weiteren Sinne
Medizinisch: Glaukom
Englisch: glaucoma
siehe auch:
Definition Grüner Star
Grüner Star (sollte aber nicht mehr benutzt werden, da leicht eine Verwechslung mit dem „grauen Star“ (Katarakt) möglich ist. Der grüner Star ist Oberbegriff für eine Reihe von Erkrankungen, die mit typischen Schädigungen der Sehnerv -Papille und des Gesichtsfeldes einhergehen.
Die Sehnerv-Papille ist die Stelle im Auge, an der die Nervenfasern aus- bzw. in das Gehirn eintreten. Charakteristisch für den grüner Star typische Veränderungen am Auge sind:
- individuell erhöhter Augeninnendruck
- Gesichtsfeldausfall (Skotom)
(beachten Sie hierzu auch unser Thema Untersuchung vom Gesichtsfeld) - trichterförmige Eindellung der Sehnerv-Papille mit Abbau der Nervenfasern (Papillenexkavation)
Man unterscheidet primäre Glaukome (grüner Star) von sekundären. Primäre Glaukome (grüner Star) entstehen spontan, während sekundäre Glaukome Folge von anderen Erkrankungen sind.
Abbildung Auge
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Krankheitsmechanismus / Entstehung
Im Auge herrscht ein permanenter Innendruck. Dieser darf einerseits nicht zu niedrig sein, weil sonst das Auge in sich zusammensacken würde, andererseits auch nicht zu hoch, weil sonst der Sehnerv und die Netzhaut Schaden davon tragen würden. Der Normaldruck liegt im Bereich von 10 mmHg bis 21 mmHg.
Reguliert wird der Druck durch das Kammerwasser. Das Kammerwasser wird in der hinteren Augenkammer am Ziliarkörper, einer wichtigen Struktur hinter der Regenbogenhaut (Iris) produziert.
Von dort strömt es dann in die vordere Augenkammer, vor die Regenbogenhaut, und fließt dann im Kammerwinkel durch das sogenannte Trabekelwerk (trabekulärer Abfluss) in den Schlemm-Kanal ab. Ein kleiner Teil des Kammerwassers wird auch von den Gefäßen der Aderhaut (Uvea) aufgenommen (uveoskleraler Abfluss). Ist der Abfluss gestört, kommt es zum Glaukom / grüner Star.
Ursachen Glaukom
Die Ursachen sind vielfältig, aber als gemeinsamer Faktor gilt ein individuell zu hoher Augeninnendruck.
Dieser kommt ausschließlich durch einen verminderten Abfluss des Kammerwassers zustande. Aber auch ein Druck im Normalbereich kann unter Umständen zu einer Glaukomform (Normaldruckglaukom) führen. Die Ursache ist hierbei nicht genau erforscht, daher änderte man die frühere Definition von einem „zu hohen Augeninnendruck“ in einen „individuell zu hohen Augeninnendruck“ um.
Es gibt viele verschiedene Unterformen des grünen Stars (siehe Einteilung), gemeinsam ist ihnen aber die Behinderung des Kammerwasserabflusses.
Einteilung grüner Star
Primäre Glaukome
Name | Ursache |
Offenwinkelglaukom Sonderformen: okulärer Hochdruck (Hypertension) und Normaldruckglaukom | Knorpelverwandte Substanzablagerungen im Trabekelwerk |
Winkelblockglaukom
| Verlegung des Kammerwinkels durch einen zu engen Kammerwinkel oder Verklebungen (Goniosynechien). |
Unterformen des Winkelblockglaukoms | |
Akutes Winkelblockglaukom | Entweder ein anlagemäßig enger Kammerwinkel, Weitsichtigkeit oder relativ zu große Linse, z.B. die Alterslinse. Aber auch die Weitstellung der Pupille, wie es bei Dunkelheit der Fall ist oder pupillenerweiternde Augentropfen, sind häufige Auslöser |
Intermittierendes Winkelblockglaukom | Vorstufe des akuten Winkel- blockglaukoms |
Chronisches Winkelblockglaukom | Verklebungen des Kammerwinkels, z.B. wegen nicht rechtzeitiger Behandlung eines akuten Glaukoms |
Angeborenes Glaukom | Fehlentwicklung des Trabekelwerks |
Sekundäre Glaukome
Name | Ursache |
Neovaskularisationsglaukom | Gefäßneubildungen und bindege- webige (fibro-vaskuläre) Membranen im Bereich des Kammerwinkels führen zu einem Verschluss (oft bei Diabetes mellitus oder Verschluss von zentralen Venen des Auges) |
Pigmentdispersionsglaukom | Ablagerungen von Pigment im Kammerwinkel |
Pseudoexfoliationsglaukom | Feinfibrilläre Ablagerungen (vor allem aus dem Zialiarörper) |
Kortisonglaukom | Ansammlung von Schleimbestandteilen (Mukopolysacchariden) im Kammerwinkel, verursacht durch hohe und längere Kortikosteroid- Medikation (Kortisonbehandlung) |
Entzündungs – Glaukom | Flüssigkeitsstauung (Ödeme) oder Ablagerungen von Entzündungs- proteinen im Kammerwinkel |
Glaukom durch Verletzungen | Zerrissener oder vernarbter Kammerwinkel |
Rieger-Syndrom, Axenfeld- Anomalie, Peter'sche Fehlbildung | Entwicklungsstörungen und Fehlbildungen des Kammerwinkels |
Das primäre Offenwinkelglaukom stellt die häufigste Form des grünen Stars dar (ca. 90 Prozent aller glaukomatösen Erkrankungen). Wichtig Risikofaktoren, die die Entstehung des Offenwinkelglaukoms beeinflussen sind:
- ein Alter über 65 Jahren
- Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
- bestimmte Herz-Kreislaufkrankheiten (Zustand nach Herzinfarkt, Herzinsuffizienz)
- Kurzsichtigkeit und Weitsichtigkeit (Myopie)
- lang dauernde (chronische) Entzündungen am Auge
- chronische Kortison – Einnahme
- gehäuftes Auftreten in der Familie (z.B. bei Eltern, Großeltern, etc.)
Diagnose
Zur Diagnosestellung gehören die Untersuchungen von Augeninnendruck (Tonometrie), Gesichtsfeld (Perimetrie) und des Augenhintergrunds (Ophtalmoskopie), wobei ein besonderes Interesse der Papille des Sehnervs gilt.
Erste Hinweise auf ein Glaukom ergibt ein Augeninnendruck > 21 mmHg. Aber auch Augeninnendrücke im Normbereich (10-21mmHg) können einen grünen Star verursachen (siehe Normaldruckglaukom)!
Mit der Gesichtsfelduntersuchung wird geprüft, wie groß das Ausmaß der Schädigung ist. Beim primären Offenwinkelglaukom entwickelt sich der Gesichtsfeldausfall (Skotom) häufig sehr langsam, so dass Einschränkungen erst in einem sehr späten Stadium subjektiv wahrgenommen werden.
Die Ophtalmoskopie schließlich erlaubt es die Sehnervpapille zu beurteilen. Das ist die Stelle im Auge, an der die Nervenfasern aus- bzw. in das Gehirn eintreten. Durch den erhöhten Augeninnendruck, bzw. beim Normaldruckglaukom auch bei statistisch normalem Augeninnendruck, kann die Papille eingedellt werden (Papillenexkavation). Das Ausmaß der Eindellung steht in enger Beziehung mit dem Grad der Schädigung. Je größer die Eindellung, desto größer die Schädigung.
In weiteren Untersuchungen kann auch der Kammerwinkel, in dem das Kammerwasser abfließt, untersucht werden. Hierzu benutzt der Arzt die Spaltlampe und so genannte Gonioskopielinsen, die auf die betäubte Hornhaut aufgesetzt werden und mittels denen es möglich ist, den Kammerwinkel zu begutachten. So können eventuelle Verklebungen (Goniosynechien) entdeckt werden, die den Abfluss behindern.
Auf einen akuten Glaukomanfall deuten die oben genannten Symptome hin. Da hier Ursache ein „Winkelblock“ ist, ist besonders die Winkel-Begutachtung (Gonioskopie) von Bedeutung.
Die Diagnosestellung bei Sekundärglaukomen ergibt sich zum einen aus den Ergebnissen der Augenuntersuchungen und zum anderen aus der Grunderkrankung, die den grünen Star verursacht hat.
Prognose
Rechtzeitig behandelt kann der grüne Star gestoppt oder zumindest verlangsamt werden.
Die Gesichtsfeldschäden sind nicht mehr reparabel (irreversible Schädigungen).
Es kommt dabei auch auf die Art des Glaukoms an. Während das primäre Offenwinkelglaukom sich schleichend über Jahre hinweg entwickelt, kann ein akuter Glaukomanfall innerhalb sehr kurzer Zeit zur Erblindung führen.
Beim angeborenen (kongenitalen) Glaukom bleibt trotz rechtzeitiger Behandlung leider oft ein geringer Schaden zurück, der die Sehschärfe beeinträchtigt.
Bei den Sekundärglaukomen hängt die Prognose von der Grunderkrankung und deren optimalen Behandlung ab.
Besonders kann es zu einer Schädigung des Sehnerven (Optikusatrophie) führen. Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie unter Optikusatrophie.
Risiko Erblindung
Unbehandelt führt ein grüner Star immer zur Erblindung.
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