Inhalt:
Erblindung
Synonym
Definition
als Erblindung bezeichnet man einen hochgradigen Sehverlust, der durch Erkrankungen, Verletzungen oder geburtlich bedingt ist, und der zu einem schwerwiegenden Einschnitt in das gewohnte Leben führt.
Soziale Aspekte der Erblindung

- Erblindung
Mit einer Erblindung/ Verlust des Augenlichtes geht auch ein massiver Einschnitt in das Leben des Betroffenen einher. So muss der Verlust des Augenlichtes durch andere Sinnesorgane so gut wie möglich kompensiert werden.
Alltägliche Routineaufgaben (z.B. Laufen auf öffentlichen Straßen und in ungewohnten Umgebungen) werden wieder zur Herausforderung. Die Betroffenen sind auch auf Hilfe von anderen in ungewohnter Weise angewiesen.
Wichtig ist vor allem, dass die Patienten sich so gut wie möglich in ihrem bisherigen Leben wieder zurechtfinden. In speziellen beruflichen Einrichtungen ist es mittlerweile für Blinde möglich geworden wieder den Lebensunterhalt verdienen zu können, falls der ursprünglich ausgeübte Beruf durch die Erkrankung keine Möglichkeit mehr bietet.
Es gibt zahlreiche Hilfsmittel, die blinden Patienten zur Verfügung gestellt werden können, um sich im normalen Leben und Alltag wieder zurechtfinden zu können. Dazu gehört das Verschreiben und das Training mit einem Blindenlangstock. Dabei handelt es sich um ein meist weißer Stock mit einer entsprechenden Verlängerung an dessen Ende eine Kugel oder Rolle befestigt ist. Mit Hilfe dieses Stockes kann der Patienten den Boden vor sich abtasten, Unebenheiten und Hindernisse aufspüren und umgehen.
Häufig ziehen blinde Patienten den Stock an Kanten entlang (z.B. Bordsteinkanten oder Bahnsteigkanten), um die genaue Grenze abschätzen zu können. Das Training mit einem Blindenlangstock sollte 80 Stunden betragen und vom Arzt mit verschrieben werden.
Manche Betroffenen einer Erblindung entscheiden sich auch für einen speziell trainierten Hund, den sie in einem speziellen Geschirr vor sich führen und der ebenfalls vor Hindernissen warnt und die Patienten z.B. über Straßen führt.
Heute eher seltener geworden ist die Kennzeichnung blinder Menschen gegenüber dem Umfeld. So ist das international anerkannte Zeichen von Blindheit, drei schwarze Punkte auf gelbem Untergrund, die in Form eines Dreiecks zueinander stehen. In Form von Buttons werden diese Zeichen heute noch getragen, die früher meistens genommenen Armbinden werden heute nur noch selten gesehen. Besonders viele Probleme macht der Umgang von sehenden mit nicht sehenden Menschen, da viele mit der Situation nicht umgehen können. Sehende Menschen wollen den Blinden oft zur Hilfe eilen und ihnen z.B. über die Straße helfen, was aber meistens nicht im Interesse der Blinden ist, die sich bereits an ihr neues Leben angepasst haben.
Blindenvereinigungen geben den Tipp, dass man ruhig Helfen soll, aber zunächst die Anfrage des Blinden abwarten soll.
Bei der Berufsausbildung von blinden Menschen ist zu unterscheiden, ob eine Erblindung bereits seit Kindheit an vorhanden ist oder erst später eingetreten ist. Berufsbildungswerke oder Berufsförderungswerke nehmen sich der Ausbildung von beeinträchtigten Menschen an und entwickeln spezielle Programme. Neben der beruflichen Ausbildung gibt es heute eine große Anzahl von Blindenschulen, die anhand spezieller Schriften und Bücher die Lerninhalten den Schülerinnen und Schüler näherbringen sollen. Unter Blindenschrift versteht man Schriftzeichen, die durch Prägung von der ebenen Papierfläche von z.B. Büchern erhaben sind und so von den lesenden ertastet werden können.
Es gibt mittlerweile zahlreiche Richtlinien, wie Blindheit verhütet werden kann. So sind zahlreiche Arbeitsschutzvorschriften erlassen worden, die eine Schädigung am Auge verhindern sollen. Neben regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen beim Augenarzt werden auch ggfs. durch eine Brille eine Vollkorrektur von fehlsichtigen Augen empfohlen. Außerdem wird auf eine ausreichende Beleuchtung am Arbeitsplatz und der Wohnräume besonderen Wert gelegt. So sollte TV nicht in komplett abgedunkelten Räumen gesehen werden und hinter dem Fernsehgerät eine Beleuchtungsquelle aufgestellt werden.
Zusammenfassung

- Erblindung - Blindenschrift
Unter Erblindung versteht man den vollständigen Verlust der Sehkraft aufgrund unterschiedlichen vererbten oder erworbenen Erkrankungen oder Verletzungen. Man unterscheidet Ursachen, die vor allem in den westlichen Industrieländern auftreten von Ursachen die in Entwicklungsländern vorkommen. In westlichen Ländern sind die häufigsten Ursachen von Blindheit das Glaukom (grüner Star), Netzhautablösung, diabetische Retinopathie, Verletzungen des Auges, Entzündungen der Uvea (Uveitis) und die altersbezogene Makuladegeneration. In Entwicklungsländern stehen vor allem der graue Star (Katarakt), das Trachom, die Onchozerkose und die Keratomalazie als Verursacher fest. Erblindungen sind schwerwiegende Eingriffe in das bis zu jenem Zeitraum meist unkompliziert geführten Leben. Erblindete Menschen müssen sich in ihrer Umgebung neu zurechtfinden, zum Teil mit Blindenstock oder Blindenhund, und müssen Umschulungsprogramme im beruflichen Sinn durchlaufen, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. In Deutschland leben etwa 160 000 blinde Menschen und über eine Million sehbehinderte Patienten mit erheblichen Einschränkungen des täglichen Lebens.
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