Optikusatrophie

Englisch: optic atrophy

Synonyme

(Optikus = Sehnerv; Atrophie = Größenabnahme der Zellen, Abnahme der Zellzahl)

Absterben des Sehnervs, Sehnervenschwund

Definition

Unter der Optikusatrophie versteht man den Schwund an Nervenzellen im Sehnerven. Entweder nehmen die Nervenzellen an Größe oder an Anzahl ab. Beides ist möglich. Eine Atrophie kann verschiedene Ursachen haben.

Zusammenfassung

Die Optikusatrophie beschreibt einen Schwund der Nervenzellen im Sehnerv. Die Nervenzellen, die die Seheindrücke von der Netzhaut entlang der Sehbahn in Richtung Gehirn (Sehrinde) weiterleiten, nehmen an Anzahl oder Größe ab. Diese Atrophie kann verschiedene Ursachen haben. Einige seien kurz erwähnt: Entzündung des Sehnervs (Nervus opticus), erhöhter Hirndruck, Alkohol- oder Tabakvergiftungen.

Das Beschwerdebild reicht von nicht bemerkten kleinen zentralen bis hin zu großflächigen und somit im Alltag einschränkenden Gesichtsfeldausfällen.

Richtungweisend bei der Diagnosestellung ist vor allem die Augenhintergrundspiegelung durch den Augenarzt. Die Behandlung der Optikusatrophie stellt sich erschwert dar, da hier jeweils die Ursache behandelt werden muss. Ebenso schwierig gestaltet sich die Prophylaxe. Auch die Prognose ist stark von den unterschiedlichen Ursachen abhängig und kann somit von gut bis schlecht reichen.

Abbildung Augapfel

  1. Sehnerv (Nervus opticus)
  2. Hornhaut
  3. Linse
  4. vordere Augenkammer
  5. Ziliarmuskel
  6. Glaskörper
  7. Netzhaut (Retina)

Ursachen

Meist treten Optikusatrophien im Rahmen oder als Folge vorausgegangener Erkrankungen am Auge auf.

Es wird in primäre und sekundäre Ursachen unterteilt:

  1. primäre Ursachen:
    Hierunter fallen alle Optikusatrophien, die nicht durch eine andere Krankheit bedingt sind. Der Sehnervenscheibe, der Punkt an dem der Sehnerv aus dem Auge austritt (blinder Fleck), ist scharf begrenzt. Hier kommen folgende Ursachen in Frage:
    • vererbte Optikusatrophie
    • Optikusatrophie aufgrund einer Vergiftung (Tabak, Alkohol, Blei)

  2. sekundäre Ursachen:
    Bei sekundären Ursachen ist eine Erkrankung meist der Netzhaut oder des Sehnerven selbst vorausgegangen z. Bsp. Glaukom (grüner Star)) Meist ist in diesen Fällen der Sehnervenaustritt geschwollen. Häufig tritt eine Optikusatrophie nach folgenden Erkrankungen auf:
    • Papillitis (Entzündung der Sehnervenscheibe)
    • Retrobulbärneuritis (hinter dem Auge gelegene Entzündung des Sehnerven)
    • Stauungspapille (bei erhöhtem Hirndruck)

Symptome

Die Beschwerden, welche von den Patienten angegeben werden reichen von kleinen zentralen Ausfällen im Gesichtsfeld bis hin zu großflächigen, im Alltag sehr einschränkenden Gesichtsfeldausfällen.
Die Symptome sind abhängig von der Ursache der Sehnervenschädigung.
Bei einer speziellen erblichen Form (Leber´sche Optikusatrophie) beispielsweise entstehen große Zentralausfälle im Gesichtsfeld, welche nicht rückgängig zu machen sind. Bei einer tumordruckbedingten Optikusatrophie ist zu Beginn der Symptomatik vor allem das Farbensehen betroffen, während sich die Sehschärfe nach adäquater Therapie wieder bessert.

Diagnose

Bei der Diagnose ist vor allem die vom Augenarzt durchgeführte Spiegelung des Augenhintergrundes wichtig. Hier erscheint die Papille (Sehnervenaustritt) blass. Auch hier ist die Diagnose von Ursache zu Ursache unterschiedlich leicht oder schwer zu stellen. Die Papille (der Sehnervenaustritt) zeigt sich unterschiedlich eindrucksvoll verändert.

Therapie

Die Therapie der Optikusatrophie richtet sich in der Regel nach der Ursache. Meist ist die Therapie jedoch wenig Erfolg versprechend und eine Besserung der Symptome bleibt aus. Vor allem bei traumatischer Schädigung des Sehnervs ist eine Behandlung kaum möglich. Zwar wird mittels Kortison versucht den Nerven abzuschwellen, eine komplette Wiederherstellung der Sehkraft bleibt sehr häufig aus.  Wird der Nerv von einem Tumor komprimiert, so lässt sich mittels Entlastung des Nervs, also Tumorentfernung, relativ einfach eine Behandlung finden.

Prophylaxe

Einer Optikusatrophie kann nur vorgebeugt werden, indem die Ursache verhindert wird. Je nachdem ist eine Prophylaxe mehr oder weniger schwierig. Eine vererbte Otikusatrophie kann nicht vorgebeugt werden, wohingegen eine Atrophie des Sehnervs durch Alkohol oder Tabak eher vermieden werden kann.

Prognose

Die Prognose richtet sich wider nach der Ursache, welche für die Sehnervenschädigung verantwortlich ist.

Liegt eine traumatisch bedingte Ursache vor, so ist das Ergebnis erfahrungsgemäß schlecht. Bei einer vorübergehenden Sehnervenschädigung durch einen Tumordruck hingegen, erholt sich der Sehnerv nach Entlastung erstaunlich schnell und gut, so dass sie Sehschärfe bald wieder hergestellt ist. Bei erblichen Optikusatrophien sind die Sehausfälle irreversibel, das bedeutet irreparabel.


Weitere Informationen

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 28.01.2012