Wasserkopf beim Baby
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Ursachen des kindlichen Wasserkopfes
Ein Wasserkopf entsteht durch ein Missverhältnis zwischen Liquorbildung und Liquorabfluss (siehe auch: Liquor). Es kann folglich entweder die Produktion gesteigert oder der Abfluss verringert sein, so dass letztendlich die Liquormenge inadäquat zunimmt und mehr Platz im Ventrikelsystem benötigt wird. Diesem Platzmangel wird durch Erweiterung der Ventrikel entgegengewirkt, so dass ein Wasserkopf entsteht. Besonders häufig entsteht dieser Hydrozephalus bei einem Baby.
Nach der Entstehung unterscheidet man folgende Wasserkopf -Formen:
- Hydrocephalus occlusus = Störung des Liquorabflusses, gesteigerter Hirndruck
- Hydrocephalus malresorptivus = Störung der Liquorresorption (Aufnahme), gesteigerter Hirndruck
- Hydrocephalus hypersecretorius = gesteigerte Liquorbildung, erhöhter Hirndruck
- Hydrocephalus e vacuo = Vergrößerung der Ventrikel durch Abnahme der Hirnmasse (Hirnatrophie) mit normalem Hirndruck
- Idiopathischer Normaldruckhydrozephalus = unklare Ursache der Ventrikelerweiterungen mit fast normalem Liquordruck
Ein Hydrocephalus occlusus entsteht in der Regel durch einen Verschluss der Abflusswege, zum Beispiel durch Krebsgeschwüre, entzündliche Veränderungen oder Blutungen an engen Stellen der Verbindungswege des inneren Liquorsystems mit nachfolgender Verlegung, so dass der Abfluss des Liquors behindert wird. Derartige Engstellen können der Aquädukt oder die Abflusswege (Foraminae Luschkae, Foramen Magendii; foramen = Loch) des IV. Ventrikels sein.
Ein Hydrocephalus malresorptivus wird durch eine Resorptionsstörung als Folge von Verklebungen im Bereich des Subarachnoidalraumes oder dessen Erweiterungen (Zisternen) verursacht, wodurch der Weg des Liquors ins Venensystem blockiert wird. Derartige Verklebungen können nach Blutung im Subarachnoidalraum (Subarachnoidalblutung), einer eitrigen Hirnhautentzündung (eitrige Meningitis) oder nach Verletzungen des Kopfes (Schädelhirntrauma) auftreten.
Eine gesteigerte Liquorbildung, wie sie für einen Hydrocephalus hypersecretorius kennzeichnend ist, entsteht beispielsweise durch Entzündungen oder durch eine Neubildung des Liquor produzierenden Plexus choroideus (Plexuspapillom).
Zu einem Hydrocepahlus e vacuo kommt es entweder durch Abnahme von Hirnsubstanz (Hirnatrophie), durch eine Hirnentzündung in der frühen Kindheit (Enzephalitis) oder durch Abszesse (entzündliche, eitrige Gewebseinschmelzung). In diesem Fall ist der Hirndruck nicht gesteigert.
Der Normaldruckhydrozephalus ist durch einen nur minimal erhöhten Hirndruck charakterisiert. Die Ursache für diese Wasserkopf - Form ist noch nicht vollständig geklärt.
Des Weiteren existiert eine Gliederung des Krankheitsbildes „Wasserkopf/ Hydrozephalus“ nach Lokalisation. Man unterscheidet hierbei drei Formen:
- Hydrocepahlus internus = Erweiterung der Ventrikel bzw. inneren Liquorräume
- Hydrocepahlus externus = Erweiterung der äußeren Liquorräume
- Hydrocephalus communicans = Erweiterung der inneren und äußeren Liquorräume, bestehende Verbindung beider Räume
Weiterhin ist die Wasserkopf - Einteilung nach Entstehungszeitpunkt möglich, denn ein Wasserkopf beim Baby kann sowohl angeboren als auch erworben sein.
Die angeborenen, frühkindlichen Formen (beim Baby) entstehen durch Verengungen oder Verlegungen der natürlichen Verbindungs- oder Abflusswege, durch Raumforderungen im Gehirn, durch Missbildungen im Bereich der Wirbelsäule, des Rückenmarks oder des Gehirns oder durch vorgeburtliche (pränatale) Infektionen mit beispielsweise Toxoplasmen (Toxoplasmose) oder Zytomegalieviren (CMV).
Ein Beispiel für solch eine Verengung stellt die Aquäduktstenose dar, bei welcher der Verbindungsweg zwischen III. und IV. Ventrikel, der Aquädukt (Aquaeductus cerebri), nicht komplett durchgängig ist, so dass der Liquor nicht ungehindert zirkulieren kann.
Bezüglich der Verlegung von Verbindungen der inneren Liquorräume existieren Atresien der Ventrikelabflusswege. Hierunter versteht man die fehlende Öffnung dieser Wege, wobei vorzugsweise der IV. Ventrikel betroffen ist. Als Folge entsteht ebenso eine Liquorabflussstörung.
Missbildungen, die einen Wasserkopf beim Baby nach sich ziehen, sind die Arnold-Chiari-Malformation, die Dandy-Walker-Malformation oder das Cranium bifidum.
Im Gegensatz zum Wasserkopf beim Baby kann ein erworbener Wasserkopf auf Grund von Ventrikelblutungen und Entzündungen oder Verwachsungen von Hirn und Hirnhäuten entstehen. Desweiteren kann Krebs (Tumor) einen Wasserkopf verursachen, beispielweise ein Plexuspapillom, wobei es sich um eine gutartige Neubildung des Liquor produzierenden Plexus choroideus handelt. Als Folge dieses Papilloms steigt die Bildungsmenge des Liquors.
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