Inhalt:
- Sprechzimmer
- Bluthochdruck
- Synonyme im weiteren Sinne
- Was ist Bluthochdruck?
- Definition Bluthochdruck
- Häufigkeit (Epidemiologie)
- Stadien Hypertonie
- Einteilung
- Ursachen / Entstehung / Riskofaktoren
- Symptome / Beschwerden
- Selbsttest HI
- Buch bestellen
- Banner Bluthochdruckbuch
- zum Sprechzimmer
- Weitere Informationen
- Selbstest Immunsystem
- Quiz Innere Medizin
Bluthochdruck
Synonyme im weiteren Sinne
Essentielle Hypertonie, Hypertonus, chronische arterielle Blutdruckerhöhung, hypertensive Krise
- Englisch: arterial hypertension
- Medizinisch: Arterielle Hypertonie
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Was ist Bluthochdruck?
Der erste Wert des Blutdrucks steht für den systolischen, der zweite für den diastolischen Blutdruck. Hierbei bezeichnet der systolische Wert den Druck im Gefäßsystem während des Zusammenziehens (Kontraktion) des Herzens und der diastolische Wert denselben während der nachfolgenden Erschlaffung (Dilatation) des Herzens.
Der Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) kommt zustande, wenn das Herz eine erhöhte Pumparbeit zu leisten hat und mehr Blut als normalerweise pro Herzschlag in den Körper befördert (erhöhtes Herzzeitvolumen= Volumenhochdruck) oder wenn der Widerstand, den das Gefäßsystem dem Herzen entgegensetzt, erhöht ist (erhöhter peripherer Widerstand = Widerstandshochdruck) oder wenn diese beiden Faktoren gleichzeitig vorliegen.
Der erhöhte Widerstand im Gefäßsystem ist die weitaus häufigere Ursache einer chronisch arteriellen Blutdruckerhöhung.
Die Berechnung des Blutdruckwertes geschieht nach folgender Gleichung: Blutdruck (RR)= Herzzeitvolumen (HZV) * Gefäßwiderstand (TPR= totaler peripherer Widerstand).
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Definition Bluthochdruck
Die Erkrankung Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) liegt vor, wenn bei mehrmaligen, voneinander unabhängigen Messungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten Werte über 140 / 90 mmHg (gesprochen: 140 zu 90 Millimeter Quecksilbersäule) auftreten. Diese Definition entstammt den aktuellen Leitlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO).
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Häufigkeit (Epidemiologie)
Vorkommen in der Bevölkerung
Circa 25% der Bevölkerung in den westlichen Industrienationen haben einen zu hohen Blutdruck. Bei den über 50-Jährigen dieser Bevölkerungsgruppe steigt dieser Wert auf bis zu 50%.
Die Auftretenshäufigkeit des Bluthochdrucks nimmt mit steigendem Lebensalter zu, d.h. ältere Menschen weisen häufiger als jüngere Menschen eine Blutdruckerhöhung auf.
Stadien Hypertonie
Kategorie | Systolisch (mmHg) | Diastolisch (mmHg) |
Optimal | <120 | < 80 |
Normal | <130 | < 85 |
Hoch normal | 130 - 139 | 85 - 89 |
Bluthochdruck | ||
Stadium 1 (milde Hypertonie) | 140 - 159 | 90 - 99 |
Stadium 2 (mittelschwere Hypertonie) | 160 - 179 | 100 -109 |
Stadium 3 (schwere Hypertonie) | 180 - 209 | 110 -119 |
Stadium 4 (sehr schwere Hypertonie) | 210 | 120 |
Isolierte systolische Hypertonie | 140 | <90 |
(JNC/NIH,USA 1997)
Einteilung
Die Erhöhung des Blutdrucks wird in verschiedene Formen eingeteilt:
- labiler und belastungsabhängiger Bluthochdruck, der nicht dauerhaft bzw. nur bei körperlicher Belastung auftritt
- dauerhafter Bluthochdruck (stabile Hypertonie)
- kritischer Blutdruckanstieg auf Werte über 230 / 130 mmHg ohne Organschäden (hypertensive Krise)
- notfallmäßig zu versorgende Blutdruckerhöhung, die definiert ist als Blutdruckanstieg über 230 / 130 mmHg mit Organschädigungen, die lebensbedrohlich sind.
Ursachen / Entstehung / Riskofaktoren
Des Weiteren werden 2 Typen des Bluthochdrucks unterschieden. Welcher Hochdrucktyp beim Patienten vorliegt, wird durch die Ursache der Blutdruckerhöhung bestimmt.
- Bluthochdruck, dessen Ursachen nicht bekannt sind (primäre oder essenzielle Hypertonie).
Bei 90-95% der Hypertonien lässt sich keine organische Ursache für den erhöhten Blutdruck finden.
Man vermutet, dass Faktoren wie Ernährung, Stress, Rauchen, körperliche Konstitution und Hormone die Entstehung des Bluthochdrucks beeinflussen. Bei entsprechender Veranlagung führt eine zu hohe Kochsalzzufuhr zur Entwicklung des Bluthochdrucks, deshalb kann eine Kochsalzbegrenzung (5mg Kochsalz / Tag) die hohen Werte bei einem Großteil der Patienten senken.
Übergewicht und fettreiche Kost steigern den Bluthochdruck. Rauchen verursacht durch das Nikotin eine Gefäßverengung, so dass der Blutdruck ansteigt. Stress aktiviert das sympathische, d.h. das stressvermittelte Nervensystem, was eine Erhöhung des Blutdrucks zur Folge hat. Alkohol verursacht eine Erhöhung der Herzfrequenz, was mit einer erheblichen Blutdrucksteigerung einhergehen kann.
- sekundärer Bluthochdruck, dessen Ursachen bekannt sind und benannt werden können, d.h. der Bluthochdruck beruht auf einer z.T. behebbaren Grunderkrankung eines inneren Organs. 10-15% der Patienten mit Bluthochdruck leiden an einer Hypertonie mit organischer Ursache.
Hierbei kommen eine Verengung der Nierenarterie (Nierenarterienstenose), ein Nierentumor oder Veränderungen des Nierengewebes (renoparenchymatöse Hypertonie) als Ursache vor. Da die Niere erkrankt ist, spricht man von einer „renalen Hypertonie“.
Weitere Erkrankungen, die mit einer Blutdruckerhöhung vergesellschaftet sein können, sind eine Aortenverengung (Aortenishmusstenose) und hormonelle Ursachen, wie eine Überproduktion von Adrenalin und Noradrenalin durch einen Nebennierentumor (Phäochromozytom) oder eine erhöhte Cortisonproduktion (Morbus Cushing), wobei die durch Hormone verursachte Erhöhung des Blutdrucks als „endokrine Hypertonie“ bezeichnet wird.
Symptome / Beschwerden

- Kopfschmerzen als häufige Ursache von Bluthochdruck
Der Bluthochdruck (arterielle Hypertonie), sowohl die essentielle als auch die sekundäre Form, bleibt von vielen Patienten lange Zeit unbemerkt, da es möglich ist, dass jahre- bis jahrzehntelang keine Beschwerden auftreten. Das ist für den Patienten besonders tückisch, da ein ständig erhöhter Blutdruck, trotz subjektiven Wohlbefindens, schon schwere Schäden am Gefäßsystem hervorrufen kann. Wird die Blutdruckerhöhung jedoch symptomatisch, klagen viele Patienten über spürbares Herzklopfen, Schwindel, Ohrengeräusche, Luftnot bei körperlicher Anstrengung und Kopfschmerzen am Morgen nach dem Aufstehen sowie Nasenbluten.
Wichtig ist, dass der erhöhte Blutdruck (arterielle Hypertonie) ärztlich behandelt wird, um Gefäß- und Organschäden zu vermeiden.
Liegt schon eine Gefäß- und Organbeteiligung vor, treten oftmals Symptome wie Schmerzen in der Brust (Angina pectoris) im Rahmen einer Herzkranzgefäßverengung (koronare Herzkrankheit (KHK)) bis hin zum Herzinfarkt (Myocardinfarkt) und Schlaganfall (Apoplex) auf.
Treten die letztgenannten Symptome auf, kann es sich um einen hypertensiven Notfall handeln, bei dem die Blutdruckwerte über 230/130 mmHg erhöht sind. In diesem Fall muss der Patient unverzüglich behandelt werden.
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