Synonyme im weiteren Sinne

Brustdrüse, mamma, mastos, Mastodynie, Mastopathie, Mamma - Karzinom, Brustkrebs

Englisch:  female breast, mamma

Anatomie

Abbildung weibliche Brust

Die Brust besteht aus Drüsen (Glandula mammaria), Fett- und Bindegewebe.
Anatomisch kann man die Brust in 10 bis 12 Lappen (Lobi) einteilen. In einem solchen Lappen liegt jeweils eine Brustdrüse. Diese besteht aus mehreren Endstücken, die zusammen ein Läppchen bilden (Lobuli). Ein Lappen unterteilt sich also in mehrere Läppchen. Die Endstücke haben einen Anschluss an einen kleinen Ausführungsgang (Terminalduktus, Ductus terminalis). Diese kleinen Ausführungsgänge der Endstücke schließen sich wiederum zu mehreren etwas größeren Ausführungsgängen (Ductus lactiferi) zusammen. Und die etwas größeren Ausführungsgänge münden letztendlich in einen Hauptausführungsgang (Ductus lactifer colligens), der sich am Ende (terminal) erweitert. Diese Erweiterung nennt man Sinus. Die Sinus haben einen Anschluss an die Brustwarze (Papilla mammaria).

Die Brust (Mamma) liegt direkt unterhalb der Haut und des Unterhautfettgewebes auf dem Brustmuskel (Musculus pectoralis). Mit Nährstoffen wird die Brust aus mehreren kleinen Gefäßen (Arterien), die aus Arterien der Rippenzwischenräume (Interkostalarterien =Arteriae intercostales) stammen gespeist. Die Lymphgefäße führen zu Lymphknoten, die in der Achselhöhle (Nodi lymphatici axillares), auf und in dem Brustmuskel (Nodi lymphatici pectorales et interpectorales), in den Rippenzwischenräumen (Nodi lymphatici intercostales) und am Seitenrand der Brustdrüse (Nodi lymphatici paramammarii) liegen.

Anatomie weibliche Brust

  1. Fettgewebe

  2. Brustdrüse

  3. Rippe

  4. Brustmuskulatur

Urheberrechte Bild:
Patrick J. Lynch, 2006


Entwicklung und Funktion

Die weibliche Brust fängt zu Beginn der Pubertät an sich zu entwickeln.
Es kommt ab dem 10. / 11. Lebensjahr zu einem beschleunigten Wachstum der Brustdrüse. Demnach sind beim Kind noch weniger Drüsen als bei der geschlechtsreifen Frau vorhanden.
Mit Abschluss der Pubertät hat die Frau daher erst die maximale Anzahl der Brustdrüsen erreicht. Allerdings sind die Brustdrüsen, sofern keine Schwangerschaft oder Stillzeit vorliegt, nicht voll entfaltet. Die Endstücke sind eher klein und es überwiegt (dominiert) das Binde- und Fettgewebe anteilsmäßig. Erst wenn eine Schwangerschaft und danach die Stillzeit (Siehe Stillen) vorliegen, vergrößern sich die Läppchen dem Ruhezustand gegenüber. Die Endstücke weiten sich und haben große mit Milch gefüllte Räume (Lumen).
Stark reduziert ist das Fett- und Bindegewebe.

Dieser Vorgang wird von Hormone der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) gesteuert. Liegt keine Schwangerschaft vor so fehlt die hormonelle Beeinflussung (der hormonelle Stimulus) und es kommt zu keiner Entfaltung der Brustdrüsen.

Im Fall einer Schwangerschaft liegen hohe Spiegel an Sexualhormonen vor, die die Brustdrüse entfalten. Das Hormon Progesteron für das Wachstum (Proliferation) und Ausbildung (Differenzierung) der Endstücke. Durch den Einfluss des Hormons Östrogen kommt es zu einem Wachstum der Ausführungsgänge.
Dieser hormonelle Einfluss auf die Brust beginnt direkt in den ersten drei Monaten einer Schwangerschaft (erstes Trimenon). Die Brust entfaltet sich also während der Schwangerschaft mehr und mehr. Nichtsdestotrotz kommt es noch während der Schwangerschaft zu keiner Bildung von Milch und demnach auch zu keiner Abgabe (Sekretion) von Milch durch die Brustwarze.
Das liegt daran, dass die hohen Spiegel des Hormons Progesteron, die Ausschüttung (Sekretion) zweier anderer Hormone unterdrücken. Bei diesen anderen Hormonen handelt es sich um Prolaktin und Oxytocin, ebenfalls Hormone aus der Hirnanhangsdrüse.

Prolaktin ist dafür zuständig, dass Muttermilch in den Endstücken gebildet wird. Dieses Hormon wird erst ausgeschüttet (sekretiert), wenn die Frau ihr Kind geboren hat und der hohe Prosgesteronspiegel, der für die Aufrechterhaltung der Schwangerschaft benötigt wird, sinkt. Erst dann kann Prolaktin überhaupt erst sekretiert werden. Den nötigen Impuls zur Sekretion von Prolaktin gibt der Säugling selbst, indem er an der Brust saugt. Dadurch wird der Hirnanhangsdrüse gemeldet, dass Prolaktin benötigt wird und das Hormon wird ausgeschüttet.

Oxytocin ist dafür notwendig, dass die Milch aus den Endstücken in den Hauptausführungsgang und dann in die Brustwarze gelangt und den Säugling erreicht. Es ist somit für die Austreibung (Ejektion) der Milch zuständig. Dabei macht es nichts anderes, als kleine Muskeln (Myoepithelien), die um die Zellen der Endstücke und Ausführungsgänge angeordnet sind, zu beeinflussen (stimulieren). Durch diese Beeinflussung (Stimulation) ziehen (kontrahieren) sich die Muskeln zusammen und die Milch wird von den Endstücken über die kleinen und großen Ausführungsgänge zu dem Hauptausführungsgang und Sinus, in denen sich die Milch sammeln kann, geleitet.
Stimulus für die Ausschüttung des Hormons ist hierbei ebenfalls das Saugen des Säuglings an der Brustwarze. Der so genannte berührende Reiz (taktiler Reiz) löst also den kompletten Reflex zur Ausschüttung der Muttermilch (Milchejektionsreflex) aus.

Diese beiden Hormone werden solange sekretiert, wie der Säugling gestillt wird. In dieser Zeit unterdrückt das Hormon Prolaktin auch den Menstruationszyklus, in dem es die dafür benötigten Sexualhormone hemmt. Es kommt also für gewöhnlich in der Stillzeit zum Ausbleiben der Regelblutung (sekundäre Amenorrhoe).

Erst wenn der taktile Reiz entfällt, erlischt der Milchejektionsreflex. Die Brustdrüse wird dann wieder in ihren vorherigen Ruhezustand umgebaut und die Hormone im Körper verändern sich so, dass eine Regelblutung wieder einsetzt.

Mit Absinken der Sexualhormone (Östrogen, Progesteron) in und nach den Wechseljahren (peri- und postmenopausal), kommt es zur Rückbildung oder „Schrumpfung“ (Altersatrophie) der Brustdrüse. Die Lobuli werden kleiner (atrophisch), der Fettanteil der Brust steigt.

Die weibliche Brust

  1. Brustwarze (Mamille)
  2. Warzenhof
  3. Brustfalte


Brustwarze, Warzenhof wie auch die Lage der Brustfalte kann individuell erheblich variiren und unterliegt einer natürlichen altersentsprechenden Veränderung.

Die männliche Brust

Die männliche Brust hat im Prinzip den gleichen Aufbau wie die Brust der Frau. Jedoch bleib sie ein Leben lang, zumindest wenn keine Krankheit vorliegt, die das Wachstum der Brustdrüse beeinflusst, auf dem Stand eines Kindes. Die Brustdrüsen sind nicht so zahlreich wie bei der Frau vorhanden. Auch sind die vorhandenen klein und nicht entfaltet und im Vergleich zum Binde- und Fettgewebe, das auch in geringeren Anteil als bei der Frau vorliegt, eher spärlich vertreten.

Weiterführende Informationen

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 27.12.2011