Progesteron

Bildung

Produktion des Progesteron in den Eierstöcken

Bildung des Progesterons:

Das Hormon Progesteron (Gelbkörperhormon) entsteht aus Cholesterin über Pregnenolon im Gelbkörper (Corpus luteum) der Eierstöcke, in den Follikeln (Eibläschen im Eierstock), im Mutterkuchen (Plazenta) sowie in der Nebennierenrinde. Die Hormonbildung in der Nebenniere findet auch beim Mann statt. Die Progesteron-Synthese im Gelbkörper wird von den Granulosazellen übernommen. Im Blut dient Cortisol bindendes Globulin als Transporter; der Rezeptor des Hormons liegt intrazellulär.

Regulation

Regulation des Progesterons:

Die Regulation des Hormons Progesteron unterliegt einer Hypopthalamus-Hypophysen-Achse. GnRH des Hypothalamus bewirkt die Freisetzung von LH (luteinisierendes Hormon), welches wiederum die Progesteron-Freisetzung nach sich zieht.

Funktion

Progesteron als gestagenes (schwagerschaftserhaltendes) Hormon dient dazu, die Aufnahme und Reifung des Eis nach der Befruchtung vorzubereiten. Weiterhin erhält Progesteron die Schwangerschaft. Die Einflüsse dieses Hormons erstrecken sich auf die Gebärmutter (Uterus), die Scheide (Vagina), das zentrale Nervensystem und die Niere. An der Gebärmutter wird das Muskulaturwachstum stimuliert, an der Schleimhaut der drüsige Umbau eingeleitet.
An der Scheide wird unter Anwesenheit von Progesteron der Muttermund verkleinert und der Zervixschleim zäher gemacht. Im Nervensystem bewirkt das Hormon eine Verringerung der sensiblen Empfindungen (Anästhesie) und eine gesteigerte Erregbarkeit der Nervenzellen mit der Gefahr von Krampfanfällen (epileptische Anfälle). Weiterhin ergibt sich durch das Hormon eine Temperaturerhöhung, welche teilweise als – umstrittener -  Verhütungsschutz genutzt wird, da diese Temperaturveränderung die Zeit nach dem Eisprung markiert.
Im Schnitt steigt die vor dem Aufstehen gemessene Körpertemperatur (Basaltemperatur) um 0,5°C. Wahrscheinlich bewirkt Progesteron auch Depressionen sowie Verhaltensstörungen, welche vor der Zyklusblutung (prämenstruelles Syndrom) und am Ende einer Schwangerschaft auftreten können. An der Niere wird durch das Hormon über eine Abmilderung der Aldosteronwirkung die Salzausscheidung reduziert.

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 06.05.2012