Inhalt:
Brustkrebs
Synonyme im weiteren Sinne
- Mammakarzinom
- Mamma-Ca
- Invasives duktales Mamma-Ca
- Invasives lobuläres Mamma-Ca
- inflammatorisches Mamma-Ca
Englisch: breast cancer
Lesen Sie auch:
Definition Brustkrebs

- Brustkrebsschleife
Bei dem Brustkrebs (Mammakarzinom) handelt es sich um eine bösartige Geschwulst (maligner Tumor) der weiblichen oder männlichen Brust.
Der Krebs kann entweder von den Ausführungsgängen der Drüsen (Milchgänge = duktales Karzinom) oder aber von dem Gewebe der Drüsenläppchen (lobuläres Karzinom) ausgehen.
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Jährlich erkranken 50.000 Frauen in Deutschland an Brustkrebs. Der Ausgang dieser Erkrankung kann tödlich enden. |
Vorkommen in der Bevölkerung (Epidemiologie)
Der Brustkrebs (Mamma-Ca) ist die häufigste bösartige (maligne) Tumorerkrankung der Frau.
Jedes Jahr erkranken in den Industrieländern ungefähr 50.000 Frauen neu am Brustkrebs. Anders formuliert bedeutet das, dass beinahe jede 8. – 10. Frau in den Industrieländern im Verlauf ihres Lebens solch ein Tumorleiden entwickelt.
Der Zeitpunkt des Neuauftretens des Brustkrebses liegt gehäuft um das 40. Lebensjahr herum. Ein weiterer Zeitpunkt, an dem die Frauen vermehrt an Brustkrebs erkranken ist nach den Wechseljahren (Klimakterium). Allerdings können auch junge Frauen um die 20 Jahre Brustkrebs bekommen.
Um das 40. Lebensjahr herum ist der Brustkrebs die häufigste Todesursache der Frau in den Industrieländern.
Betrachtet man die Neuerkrankung an Brustkrebs im Verlauf einiger Jahre, so kommt man zu dem Schluss, dass die Rate an Frauen, die jedes Jahr an Brustkrebs erkranken von Jahr zu Jahr zunimmt (steigende Inzidenz des Brustkrebses).
In den Entwicklungsländern ist es dagegen ganz anders. Dort stellt der Brustkrebs eine Rarität dar.
Ursachen und Risikofaktoren
Die genaue Ursache für die Entstehung des Brustkrebses ist noch unbekannt. Bei etwa 5% alle Brustkrebspatienten ließ sich aber ein Zusammenhang von Brustkrebs mir einer Veränderung eines Gens finden (autosomal – rezessiv vererbte Genmutation).
Die Veränderung (Mutation) liegt bei den Betroffenen entweder auf dem BRCA – 1 – Gen (Breast Cancer 1 Gen= Brustkrebs – Gen 1) auf Chromosomen 17 oder dem BRAC – 2 – Gen (Breast Cancer 2 Gen = Brustkrebs – Gen 2) auf Chromosomen 13. Erbt ein Patient also solch eine Veränderung eines Genes, so hat er ein erhöhtes Risiko an einem Brustkrebs zu erkranken.
Andere Risikofaktoren, die ein Entstehen von Brustkrebs fördern können, sind
- ein frühes Einsetzten der Regelblutung (Menarche)
- sowie ein spätes Eintreten der Wechseljahre (Menopause)
- keine Kinder (Nullipara)
- Frauen, die ihr erstes Kind jenseits des 30. Lebensjahres geboren haben (späte Primipara)
haben ein erhöhtes Brustkrebsrisiko.
Weitere Risikofaktoren stellen
- Übergewicht (Adipositas)
- Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom)
dar. Ebenfalls können einige gutartige Veränderungen des Brustgewebes (Binde- und/oder Drüsengewebe) (Mastopahtie Grad 2 und 3) ein erhöhtes Risiko für den Brustkrebs sein. Auch das Rauchen erhöht das Risiko an Brustkrebs zu erkranken.
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Krankheitsentstehung

- 3d Abbildung: Brustkrebs
Der Brustkrebs entwickelt sich über mehrere Jahre hinweg aus Vorstufen. Zunächst noch normale Zellen (differenzierte Zellen) verändern sich mit der Zeit, sie entdifferenzieren sich sozusagen (undifferenzierte Zellen). Sie lassen sich dann meistens nicht mehr von den Regelmechanismen des Körpers kontrollieren, sondern wachsen und verändern sich selbstständig weiter. Letztendlich verlieren die Krebszellen ihre ursprüngliche Funktion.
Die Vorstufe (Präkanzerose) des Brustkrebses der Ausführungsgänge (invasives duktales Mamma Karzinom) ist ein so genanntes Oberflächenkarzinom der Milchgänge (Ductales Carcinoma in situ = DCIS). Es hat einen Anteil von 90% an allen Brustkrebsvorstufen. In diesem Oberflächenkarzinom sind die Zellen zwar schon verändernd, wachsen aber nicht zerstörend (destruierend) in die Tiefe des Gewebes hinein. Oberflächenkarzinome wachsen folglich wie der Name bereits andeutet oberflächlich. Sie überschreiten eine gewisse Linie (Basalmembran), die die oberflächlichen Zellen von dem umgebenden Gewebe abgrenzt nicht. Auch siedeln sich (metastasieren) die Krebszellen des Oberflächenkarzinoms nicht in anderen Organen ab. Zu etwa 20% treten solche Oberflächenkarzinome der Milchgänge beidseits und an mehreren Stellen (multipel) auf.
Wächst (proliferiert) so ein Oberflächenkarzinom schneller als sich Gefäße bilden können, die das Oberflächenkarzinom mit Nährstoffen versorgen können, so kann es zum Absterben (Nekrose) einiger Anteile des Geschwulstes kommen. Diese abgestorbenen Anteile können im weiteren Verlauf verkalken. Mittels der Mammographie können diese Verkalkungen im Brustkrebsgewebe nachgewiesen werden.
Aus diesen Oberflächenkarzinomen der Milchgänge, also den Vorstufe des Brustkrebses der Milchgänge, kann sich der zerstörerische (destruierende, invasive) und in das umliegende Gewebe eindringender (infiltrierender) Brustkrebs entwickeln. Dies erfolgt in der Regel in weniger als 10 Jahren.
Bei der Vorstufe des Brustkrebses der Läppchen (invasives lobuläres Mamma Karziom) handelt es sich ebenfalls um ein Oberflächenkarzinom (lobuläres Carcinoma in situ = LCIS). Dieses wuchert nun nicht in den Ausführungsgängen sondern in dem Gewebe der Läppchen (Lobuli). Es kommt seltener zu abgestorbenen Gewebeanteilen als bei dem Oberflächenkarzinom der Milchgänge und daher auch seltener zu Verkalkungen. Zu ungefähr 30% tritt es beidseits auf und zu etwa 60% ist es an mehreren Stellen (multizentrisch) gelegen (lokalisiert). Nach ungefähr 25 Jahren entwickelt sich aus dieser Vorstufe der Brustkrebs der Läppchen.
Der Brustkrebs der Milchgänge ist die häufigste Form des Brustkrebses gefolgt vom Brustkrebs der Läppchen. Eine andere seltene Form des Brustkrebses ist das muzinöse Karzinom, auch Gallerkarzinom genannt, das zähflüssigen Schleim produzieren kann. Das medulläre Karzinom und das papilläre Karzinom stellen zudem andere seltene Formen des Brustkrebses dar. Weitere seltene Formen sind das tubuläre Karzinom, das adenoid-zystische Karzinom und das Komedokarzinom. Letzteres ist eine bösartige Geschwulst mit in der Mitte gelegenen (zentralen) abgestorbenen Zellen (Nekrosen).
Eine Sonderform nimmt der so genannte entzündliche Brustkrebs (inflammatorisches Mamma Karzinom) ein. Er macht 1-4% aller Brustkrebsarten aus. Der Name kommt daher, da die Brust so aussieht, als läge eine Entzündung vor. Durch Absiedlung der Krebszellen in die Lymphbahnen (Lymphangiosis carcinomatosa) der Haut kommt es zu einer Überwärmung und Rötung (Erythem) der Brust. Weiterhin ist die Brust geschwollen. Die Haut hat Einziehungen (Apfelsinenhaut). Bei einer Brust mit einem solchem Erscheinungsbild muss immer abgeklärt werden, ob es sich um eine Entzündung oder um Brustkrebs handelt.
Auch das Paget – Karzinom (Morbus Paget der Brust) ist eine besondere Art des Brustkrebses. Bei diesem Brustkrebs hat die Geschwulst Anschluss an die Brustwarze (Mamille). Die Brustwarze ist rot, schuppt und juckt
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