Inhalt:
Brustvergrößerung
Synonyme:
Mammaplastik, Mammaaugmentation
lat. augmentum-Wachstum, Zunahme
Definition
Die Brustvergrößerung wird sowohl im Rahmen der rekonstruktiven Chirurgie nach Brustamputationen in Folge von Brustkrebs eingesetzt als auch bei Frauen, die ihre Brüste als zu klein empfinden. Die Operation kann von Plastischen Chirurgen, Allgemeinchirurgen und Gynäkologen vorgenommen werden.
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Methoden und Materialien
Implantate
Implantate fallen unter das Medizinproduktgesetz und wurden in die höchste Risikoklasse eingestuft. Die Oberfläche von Brustimplantaten besteht meist aus Silikon, das glatt und texturiert sein kann. Die texturierte Oberfläche hat den Vorteil, sowohl das Verrutschen des Implantats als auch das Auftreten von Kapselfibrosen (s.u.) seltener zu verursachen als eine glatte Oberfläche.
Die Form des Implantats kann ebenmäßig rund oder tropfenförmig sein. Die letzt genannte Ausführung soll ein besonders natürliches Ergebnis erzielen, hat allerdings den Nachteil, bei Drehung des Implantats eine unproportionale Brustform zu erzeugen. Um dies zu vermeiden, gibt es tropfenförmige Implantate nur mit texturierter Oberfläche.
Die Füllung des Implantats kann aus Silikon oder Kochsalzlösung bestehen. Sojaöl konnte nicht überzeugen.
Silikonimplantate wurden in den USA zeitweise vom Markt genommen, da sie durch Auslaufen als Verursacher von Autoimmun- und Krebserkrankungen diskutiert wurden, was jedoch nicht bestätigt werden konnte. Zudem hat die Stabilität der Implantate zugenommen, so dass die Silikonfüllung selbst im Falle eines Risses nicht austritt. Silikonimplantate erzielen zudem die höchste Zufriedenheit in Bezug auf natürliches Gefühl und Beständigkeit.
Der Vorteil von Implantaten mit Kochsalzlösung liegt in der Operationsmethode. Da das Implantat hier erst nach dem Einsetzen in die Brust gefüllt werden kann, reichen kleine Schnitte aus. Mit einem zusätzlichen, unter der Haut angebrachten Ventil sind nachträgliche Änderungen des Füllungsvolumens möglich. Dies ist besonders für Frauen geeignet, die sich mit der Größe des Implantats unsicher sind oder nach einer Brustamputation zunächst eine langsame Dehnung der verbleibenden Brusthaut benötigen, bevor mehr Volumen eingebracht werden kann. Der Nachteil von Implantaten mit Kochsalzlösung liegt in der geringeren Stabilität ihrer Positionierung und eventuellen „Schwappgeräuschen“.
Die Operation selber wird in der Regel in Vollnarkose durchgeführt. Zunächst wird ein Hautschnitt vorgenommen, der in der Unterbrustfalte, Achselhöhle oder dem Warzenvorhof gesetzt werden kann. Anschließend wird das Implantat eingesetzt, wobei es bei ausreichend Fett-und Drüsengewebe direkt unter dieses gesetzt werden kann (subglandulär). Bei dünneren Frauen sollte das Implantat besser unter dem Brustmuskel (submuskulär) positioniert werden.
Fett-Stammzellen
Seit einigen Jahren existiert der sogenannte Cell-Assisted Lipotransfer (CAL). Dabei werden Stammzellen, die zuvor aus abgesaugtem Fettgewebe gewonnen wurden, in das Brustgewebe gegeben und bewirken dort eine Zunahme an Fettgewebe.
Postoperatives Vorgehen:
Die Patientin wird für etwa 1 Woche krank geschrieben. Etwa 1-2 Monate lang sollte ein spezieller Stütz-BH getragen werden, um ein Verrutschen des Implantats zu vermeiden. Die Brustmuskulatur muss ca. ein halbes Jahr lang geschont werden.
Operations-Risiken
Hauptrisiko stellt die sogenannte Kapselfibrose dar. Dabei bildet die Brust um das Implantat eine Hülle aus Narbengewebe, was zu schmerzhaften Verhärtungen und Verformungen der Brust führen kann. Risikofaktoren hierfür stellen unhygienische Operationsmethoden (Bakterien!) sowie große und glatte Implantate dar. Bei etwa jeder zehnten Frau mit Brustimplantaten tritt nach einigen Jahren eine Kapselfibrose auf.
Bei etwa jeder fünften operierten Frau muss wegen massiver Kapselfibrose, Verrutschen oder Beschädigung des Implantats eine Nach-Operation vorgenommen werden.
Das Auftreten von Brustkrebs unter Implantatträgerinnen ist nicht erhöht und die Mammadiagnostik zur Krebsvorsorge nicht behindert.
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Kostenübernahme
Die Kassen übernehmen die Kosten für eine rekonstruktive Brustoperation nach Krebserkrankungen mit Brustamputation.
weiterführende Informationen
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Jährlich erkranken 50.000 Frauen in Deutschland an Brustkrebs. Der Ausgang dieser Erkrankung kann tödlich enden. |
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