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Tattoo entfernen
Synonyme im weiterem Sinne
wissenschaftlich auch Tatauierung =Tätowierung
Englisch: tattoo
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Methoden zum Tattoo entfernen

- klassisches Tattoo
Es gibt verschiedene Methoden zum Tattoo entfernen. Nicht nur, weil neuere Methoden zur Tattooentfernung mit der Zeit entwickelt und verfeinert wurden, sondern auch, weil nicht jede Methode für jede Entfernung perfekt geeignet ist. Deshalb muss jeder für sich die individuell optimale Methode zum entfernen des Tattoos finden. Auch die Kombination verschiedener Methoden kann die beste Variante sein. Das Ziel der Behandlung ist jedoch immer gleich: die Entfernung der Farbpartikeln des Tattoos. Sie liegen als gebündelte Farbpigmente in der Haut eingelagert. Dort werden sie von einer festen Kollagenschicht umgeben und gegen das umliegende Gewebe abgekapselt. Das macht ein Tattoo auch so langanhalten und resistent. Eine Entfernung kann durch folgende Methoden vorgenommen werden:
- Chirurgie
- Lasertherapie
- Nicht chirurgische extrovertierte Methoden ohne Laser
Nicht chirurgische extrovertierte Methoden ohne Laser
Diese Möglichkeit der Tattooentfernung ist eine der früheren Therapien und kann kurz auch als Hautabschleifung („Dermabrasio“) bezeichnet werden. Die Tätowierfarbe wird hier über die Hautoberfläche überwiegend nach außen eliminiert. Dies geschieht durch eine Entfernung der obersten Haut (Dermis) durch chemische (durch eine modifizierte Tätowiermaschine und einer Agenz, oder rein chemisch mit einer starke Säure), mechanische (Diamantschleifer-Dermabrasio i.e.S.) oder thermische (per hochfrequentem Feinstrom (Spezial-Kauter) oder per Kälte (Kryochirurgie)) Reize oder einer Kombination. Das heißt, bei der Dermabrasio wird die Haut so weit abgeschliffen, bis die Pigmente freiliegen. Es bildet sich eine Tiefe Schürfwunde, welche nässt und mehrere Wochen bis zur Abheilung braucht. Die Farbpartikel werden dabei in dem Wundschorf eingebettet und fallen mit der Kruste zum Ende der Ausheilung einfach mit ab. Es entsteht eine Wunde, die einer mittelgradigen Verbrennung ähnelt. Deshalb sollte der Behandelte unbedingt auf größte Hygiene achten, dass es nicht zu einer Infektion kommt. Bei dieser Therapie sind meist 2-3 Sitzungen einzukalkulieren. Die entstehenden Narben können Monatelang gerötet bleiben bis sie langsam abblassen. Das präziseste Arbeiten ermöglicht die unblutige Hochfrequenzbehandlung zum Tattoo entfernen mit dem Feinstrom-Kauter.
Entgegen der Meinung gewinnt das Enttätowieren/ Tattoo entfernen der Haut ohne Laser gegenüber den Laserbehandlung zunehmend an Bedeutung, da die Tattoos mehr und mehr bunt und die Farbstoffe immer lichtstabiler und schwieriger zu lasern werden. Insgesamt ist die Methode aber am aufwendigsten, da viele Nachbehandlungen und Verbandswechsel nötig sind.
Chirurgie

- chirurgische Entfernung des Tattoos
Die chirurgische Entfernung des Tattoos eignet sich besonders für kleinflächige Tattoos an unauffälligen Körperstellen. Restpigmente nach einer Laserbehandlung und minimale Tätowierungen können mittels Hautstanze entfernt werden.
Besonders günstig ist, wenn das Tattoo eine längliche Form aufweist. Hier lässt sich das Hautstück gut entfernen und die Haut später gut vernähen. Bei mittelgroßen Tattoos sollte die Haut vorher einige Wochen mit Hilfe eines Expanders vorgedehnt werden und gegebenenfalls in mehreren Schritten operiert werden (serielles Tattoo entfernen). Die chirurgische Tattooentfernung ist im wahrsten Sinne des Wortes eine einschneidende Methode, die das Tattoo im operierten Bereich zwar komplett entfernt, allerdings nicht ohne Narben. Die Wunden heilen bei guter Pflege, Hygiene und Verbandskontrolle schnell und nach ca. 10 bis 14 Tagen können die Fäden entfernt werden. Eine Hauttransplantation, gerade bei größeren Tattoos, ist zwar möglich, sollte aus ästhetischen Gründen jedoch vermieden werden. Die Kosten liegen ungefähr bei 1500 bis 3000 Euro für ein Handteller- großes Tattoo.
Lasertherapie

- Tattoo entfernen mit dem Laser
Die Lasertherapie zum Tattoo entfernen ist heute die gängigste und effektivste Methode und zu dem auch sehr schonend. Es bedarf keiner speziellen Hautvorbereitung. Erinnern wir uns an den Aufbau eines Tattoos: Die Farbpigmente liegen in der Haut eingekapselt und von einer Schicht aus Kollagen umgeben. Das Licht des Lasers dringt in die Haut ein und wird von allen Farbpigmenten absorbiert. Das zerschießt die Farbpigmente und es gibt einen kurzen Spreng- oder Platzeffekt, was sich während der Behandlung wie ein Nadelstich – einer Tätowierung gleichend – anfühlen kann. Dieses Prinzip nennt man auch „photoselektive Thermolyse“. Die Partikel werden zerkleinert, die Verkapselung löst sich auf und die freien Farbteile werden von dem körpereigenen Immunsystem (Makrophagensystem) über die Lymphbahnen abtransportiert. Die Hautstellen, auf denen keine Tätowierung ist, bleiben dabei von dem Lasereffekt unberührt. Es entstehen durch diese Bestrahlung keine Verletzungen. Außerdem ist ein Laser in einer bestimmten Wellenlänge gebündeltes Licht, dass dadurch eine sehr energiereiche Lichtquelle darstellt. Die Haut wird also nicht wie bei Röntgenstrahlen oder UV-Strahlen ionisierter Strahlung ausgesetzt. Zellveränderungen an und in der Haut sind deshalb nicht zu erwarten. Zum Behandlungsverlauf ist zu sagen, dass die Länge der Behandlungssitzung von vielen Faktoren abhängt und nicht exakt voraussagbar ist. Einen Einfluss auf die Dauer haben aber die Art und Tiefe des Pigmenteintrags, welche Farbe verwendet wurde, die Qualität des Tattoos und die Reaktionsfähigkeit des Immunsystems. Grundsätzlich sind alle Farben entfernbar. Bunte Tattoos können aber Probleme darstellen. So ist die Farbe Gelb nur schlecht bis gar nicht zu entfernen. Auch vermischte und unsaubere Farben können problematisch werden. Am besten geeignet sind schwarze Tattoos, da sie alle Wellenlängen des Lichts absorbieren. Die richtige Wahl des Lasers ist generell entscheidend für die Behandlung. Je nach Farbe des Tattoos, das entfernt werden soll, kommen verschiedene Lasertypen zum Einsatz. Für dunkle und grüne Farben eignen sich Alexandritlader oder Rubinlaser. Rote Tätowierungen zu entfernen gelingt am besten mit einem Neodym-YAG-Laser. Nur Lasertherapiezentren, die diese Lasertypen vorhalten, können bunte Tätowierungen komplett entfernen. Beim ersten Lasern sind die Verblassungseffekte häufig stärker als bei den Folgebehandlungen, da jetzt weniger Farbpigmente zur Absorption der Energie zur Verfügung stehen. Oft bleibt ein grauer Schleier zurück, je nach Laser-Typ und Energieaufnahme tritt eine Hautveränderung (Narbe) über die Tätowierung. Allgemein tritt nach der Behandlung mit dem Laser je nach Hauttyp eine oberflächliche Hautreizung und -rötung auf, die vergleichbar mit einem Sonnenbrand ist. Schwellungen und Blasen können sich bilden. Diese sollte man unter keinen Umständen aufkratzen oder öffnen. Auch eventueller Schorf darf nicht abgekratzt werden. Nach ein bis zwei Wochen fällt er von alleine ab. Nach der Behandlung sollte man die Stelle kühlen und die ersten 2 Tage regelmäßig desinfizieren, sportliche Aktivitäten für ein bis zwei Tage vermeiden, keine Cremes oder Salben verwenden und unbedingt Solarien und Sonnenbaden unterlassen. Wenn die betroffene Stelle dennoch extremer Sonne ausgesetzt wird, empfiehlt sich ein Sonnenschutz mit Lichtschutzfaktor 60. Erst nach dem 3. Tag können beruhigende Salben wie zum Beispiel Cortison - haltige Salben (Ebenol) aufgetragen werden. Frühestens nach 28 Tagen und nach vollständiger Ausheilung kann eine erneute Sitzung stattfinden. Deshalb können große farbige Tattoos Monate der Behandlung bedürfen.
Man diskutiert bei der Behandlung auch das Alter des Tattoos. Generell ist es egal, wie alt es ist, jedoch sind die Farbpigmente umso tiefer in die Haut eingelagert, je älter es ist. Das kann die Anzahl der benötigten Behandlungen steigern. Üblich sind 4 bis 6, in seltenen Fällen aber bis zu 12 Stück möglich. Mindestens sollten aber 28 bis 40 Tage nach der Tätowierung vergangen sein, so dass die Haut Zeit zur Regeneration hat. Während der Tattooentfernung können auch Narben von Tätowierungen insbesondere bei Mehrfachstechungen unter Umständen jetzt erst sichtbar werden. Weitere Risiken sind auch eine Schattenbildung (Hypo- oder Hyperpigmentierung) der Haut, aufgrund eines Einsatzes eines ungeeigneten Lasers für bestimmte Farbpigmente. Eine Lasertherapie kann zudem häufig nicht ausreichen, wenn Farbpigmente unsachgemäß aufgetragen wurden. Eine Hauttransplantation ist dann oft nötig und hässliche Narben die Konsequenz. Dunkelhäutige oder vorgebräunte Haut kann nach der Behandlung Pigmentflecke aufweisen, aber auch dunkelhäutige oder asiatische Menschen können sich ein Tattoo entfernen lassen. Je nach Pigmentzusammensetzung können Pigmentflecken bleiben. Der Hautfarbstoff wird jedoch immer neu gebildet und schwächt somit entstandene Pigmentstörungen ab. Fassen wir also noch mal einen günstigen Fall für eine Tattooentfernung zusammen:
Idealer Fall
- Leihentattoo / selber gestochen
- Rein schwarze Farbe (biologisch abbaubar)
- Einmal und weit gestochen (wie Schattierungen u.ä.)
- Nicht tief gestochen
Hier ist meist nach 3-5 Behandlungen ein 100% - iger Erfolg zu verzeichnen
Ungünstigster Fall:
- Eng und mehrfach gestochene Tattoos
- Grüne und blaue sowie gelbe Farben (nicht biologisch abbaubar)
- Sehr alte Tattoos (älter als 35 Jahre) meist sehr tief gestochen
- nicht bekannte Zusammensetzung der Farbe
- An sehr empfindlichen Stellen (Schritt, Intimbereich, etc.)
Am besten lässt sich der Verlauf einer Entfernung nach der ersten Behandlung einschätzen. Alle Aussagen vorher beruhen meist auf Erfahrungswerten.
Die Kosten einer Behandlung ist abhängig von der Größe/Fläche und der Anzahl und Länge der Behandlungen. Die Preise liegen da zwischen 50 – 250 Euro pro Einzelbehandlung und ca. bei 300 Euro pro 20cm2. Die Krankenkassen übernehmen diese Leistungen nicht.
Alles in einem muss jeder individuell für sich die richtige Methode finden. Hier noch mal ein kurzer Überblick über die Vor- und Nachteile der einzelnen Methoden und Techniken:
| Vorteile | Nachteile |
Nicht chirurgische extrovertierte Methoden ohne Laser |
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Chirurgie |
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Lasertherapie
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Zusammenfassung
Bei allen Methoden der Tattooentfernung dürfen keine Wunder erwartet werden. Ein Versuch mit einer Laserbehandlung ist fast immer empfehlenswert, bevor man sich für eine chirurgische Maßnahme entscheidet. Dennoch können auch bei der Laser-Tattooentfernung deutliche Pigmentstörungen in Form des Tattoos verbleiben und Narben entstehen. Selbst nach vielen Laser-Sitzungen kann das Tattoo noch deutlich zu sehen sein, in Abhängigkeit von den tätowierten Pigmenten, dem Laser-Gerät, ... und und und. Zudem gilt Vorsicht vor den wie Pilze aus dem Boden schießenden "Fachleuten"! Die Kompetenz eines jeden sollte hinterfragt werden, sowie die Dauer der Ausbildung, die Dauer der Erfahrung und die Technik (Anzahl der vorhandenen Laser; mindestens 3 sind notwendig).
Tattooentfernung ist kein einfaches Geschäft ohne Risiko.
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