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Heuschnupfen

Synonyme im weiteren Sinne

Medizinisch: Allergische Rhinokonjunktivitis, Rhinitis allergica

Pollenallergie, Pollinose

Definition

Eine durch inhalative Allergene ausgelöste Erkrankung der oberen Luftwege, die saisonal gehäuft auftritt und Entzündungen der Schleimhäute verursacht.
Der Heuschnupfen gehört zur Gruppe der Erkrankungen des sog. atopischen Formenkreises, zu dem des weiteren noch das allergische Asthma bronchiale und das atopische Ekzem (Synonym: endogenes Ekzem; weitläufig besser bekannt als Neurodermitis) zählen.

Hinweis

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Häufigkeit

Häufigkeit (Epidemiologie) / Vorkommen in der Bevölkerung

Zwischen 15% und 25% der Bevölkerung sind in den westlichen, „zivilisierten“ Ländern betroffen. Unter Jugendlichen ist die Erkrankung mit über 30 % noch verbreiteter.
Bedingt durch eine veränderte Lebensweise (siehe „Ursachen“) nehmen Heuschnupfen und allergische Erkrankungen stark zu.

Ursachen (Ätiologie)

Allergene
Pollen

Auslöser des Heuschnupfens sind Pollen von jenen Pflanzen, die nicht durch Insekten, sondern durch Wind bestäubt werden- letztere werden in der botanischen Fachsprache aus „anemophil“ bezeichnet.
Im Frühjahr sind vor allem die Pollen von Erle, Hasel und Birke als Hauptverursacher zu nennen; im Sommer sind es die Pollen von Gräsern und Roggen.
Bei entsprechender genetischer Veranlagung (medizinisch: Disposition) sind die Schleimhäute so empfindlich (medizinisch: „sensibilisiert“, dass nur wenige, im Extremfall 5-50 einzelne Pollen die für Heuschnupfen typischen Beschwerden (siehe unten) verursachen können.
Dabei ist zu beachten, dass täglich ein Vielfaches dieser Menge eingeatmet wird (mehr als 5000 Pollen), was die einzige am Grundproblem bei Allergien ansetzende Behandlungsform (medizinisch: „kausale Therapie“), d.h. die Vermeidung des auslösenden Allergens erschwert bzw. unmöglich macht –so enthält eine einzige Ähre Roggen bereits mehr als 4 Millionen Pollen!

Auch im Herbst kann Heuschnupfen auftreten: Hier handelt es sich bei den verursachenden Pollen um Kräuter wie Beifuß und Wegerich.
Der Wegerich ist in der Medizin auch aufgrund einer anderen Wirkung auf den menschlichen Organismus bekannt: Die Blätter dieses ein- oder mehrjährigen, u.a. in Europa heimischen Krauts wirken blutstillend und fördern die Wundheilung. Teilweise werden sie sogar als Nahrungsmittel in Form von Salat oder Salatbeilagen genutzt.


Diagnose Heuschnupfen

Grundsätzlich erfolgt der Nachweis von Heuschnupfen wie bei jeder Allergie nach einem bis zu vierstufigen Schema:
Wegweisend für den Arzt bei der Erkennung eine Pollenallergie ist zunächst die Krankengeschichte (Anamnese) des Patienten, der die obig genannten Beschwerden schildert.

Prick - Test

Anschließend erfolgt eine körperliche Untersuchung, die insbesondere die Betrachtung des Nasen-Rachenraums und der Augen umfasst.
Eine bestehende Allergie kann des weiteren durch verschiedene Tests bewiesen werden: Das Prinzip des Prick-Tests besteht darin, eine kleine Menge des vermutlichen Allergens im Form einer standardisierten, im Labor hergestellten Lösung auf eine, durch eine feine Lanzette auf der Innenseite des Unterarms herbeigeführte Einstichstelle, aufzubringen und nach einer Viertelstunde die Hautreaktion zu beurteilen.
Als „positiv“ im Sinne einer vorhandenen Allergie (nicht als Wertung!) gilt der Test dann bei Auftreten einer relevanten Rötung und Schwellung (Quaddel). Der Prick-Test ist der heute routinemäßig und bei weiten am häufigsten verwandte Test; Alternativen wie der Scratchtest (Verwendung des unveränderten Allergens, keiner standardisierten Extraktlösung) oder der deutlich weniger zuverlässige Reibetest (das unveränderte Allergen wird über die intakte Haut der Unterarminnenseite gerieben) werden nur noch selten angewandt.
Der Prick-Test stellt gleichermaßen einen unspezifischen Suchtest bei Verdacht auf eine Erkrankung dar, wie er auch zur Bestätigung bei begründetem Verdacht auf eine Allergie gegen ein oder mehrere bestimmte Stoffe durchgeführt wird.

RAST - Test

Für alle Hauttests gilt jedoch, dass eine auf diesem Wege nachgewiesene Empfindlichkeit (medizinisch: Sensibilisierung) für sich noch keinen Krankheitswert besitzt; allein das Bestehen von Beschwerden bei einem positiven Testergebnis erlaubt die Diagnose einer Allergie.
Ist ein Hauttest nicht eindeutig oder nicht durchführbar (z.B. bei Säuglingen) kann ein Bluttest weitere Klarheit bringen: Das Prinzip besteht dabei im Nachweis der durch das Immunsystem gebildeten Eiweißstoffe, die speziell gegen das auslösende Allergen gerichtet sind (und dann als sog. spezifische IgE Antikörper bezeichnet werden).
Dafür stehen zahlreiche verschiedene Methoden zu Verfügung; die bekannteste ist der RAST (Abkürzung für Radioallergo- Sorbent Test). Vorhandene IgE Antikörper werden dabei mittels mit einer radioaktiven Substanz markierten, strukturell dem Allergen ähnelnden, anderen Eiweißstoffen, nachgewiesen. (Die chemische Ähnlichkeit ist dabei i.d.R. auf bestimmte Abschnitte, sog. Epitope beschränkt und ist die Ursache für die spezifische Bindung der gesuchten IgE- Antikörper.)
Im einzelnen läuft dies folgendermaßen ab: Der Arzt nimmt dem Patienten Blut ab. Das vom festen Bestandteilen gereinigte Serum wird auf eine industriell vorgefertigte, mit dem nachzuweisenden Allergen beschichteten Scheibe aufgebracht (medizinisch: inkubiert, d.h. unter den erforderlichen Umgebungsbedingungen wie ausreichend Wärme, geringe Luftfeuchtigkeit etc.). Nun können die eventuell im Patientenblut vorhandenen Antikörper mit den auf die  Scheibe aufgebrachten Antigenen (hier also die Allergene) reagieren und Komplexe, d.h. stabile chemische Verbindungen bilden.
Anschließend werden diese Komplexe durch Reaktion mit den radioaktiv markierten Eiweißen nachgewiesen, indem die Radioaktivität der gesamten Probe gemessen wird. (Dazu werden die radioaktiven Eiweiße, die nicht mit einem der nachzuweisenden Komplexe aus Allergen und Patienten-Antikörper reagiert haben, entfernt).

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