Inhalt:
- Schnarchen
- Synonyme im weiteren Sinne
- Definition Schnarchen
- Wie entsteht das Schnarchgeräusch?
- Symptome / Beschwerden
- Ist Schnarchen eine Krankheit?
- Kann Schnarchen gefährlich sein?
- Was kann zunächst selbst gegen das Schnarchen unternommen werden?
- Therapie Schnarchen
- Chirurgische Maßnahmen
- Weitere Informationen
Schnarchen
Synonyme im weiteren Sinne
Medizinisch: Rhonchopathie
Bäume sägen
Englisch: snore
Definition Schnarchen
Eine geruhsame Nacht kann durch das laute Atemgeräusch wie Schnarchen für alle Beteiligten zur Qual werden. Die sägenden Geräusche entstehen in den oberen Luftwegen. Schwingende Bewegungen des Gaumens, des Zäpfchens oder des Zungengrundes oder des tiefer gelegenen Rachens erzeugen solche Laute.
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Wie entsteht das Schnarchgeräusch?
Beim Schnarcher kommen mehrere Faktoren zusammen. Eine Behinderung der Nasenatmung z.B. durch
- eine Nasenscheidewandverkrümmung (Septumdeviation)
- durch Polypen der Nase (Polyposis nasi)
- durch Schnupfen (Rhinitis)
- vergrößerter Mandeln (Tonsillenhyperplasie, chronische Tonsillitis
kann die Strömungsgeschwindigkeit der Einatemluft erheblich erhöhen. Dadurch wird kommt es zu einem Unterdruck im Rachenraum. Der Unterdruck und die im Schlaf entspannte Rachenmuskulatur führen zum Kollaps bzw. einem Zusammenfallen des Rachens.
Man kann sich diesen Vorgang bildlich wie bei einem aufgeblasenen Luftballon vorstellen, aus dem man an seiner Öffnung langsam die Luft entweichen lässt.
Manchmal schwingt auch nur das im Schlaf entspannte Gaumensegel mit dem Sog der Einatemluft.
Symptome / Beschwerden
Mehrere Faktoren müssen zusammentreffen, damit es zum Schnarchen kommt. Sehr entspannte Rachenmuskulatur neigt eher zum Kollabieren als noch leicht angespannte. Von daher kommt es oft in den Tiefschlafphasen zum Schnarchen in der das Gaumensegel sehr entspannt ist.
Aber v.a. Alkohol, Beruhigungsmittel, Schlafmittel, Antihistaminika und Psychopharmaka erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass sich auch das Gaumensegel und die Rachenmuskulatur im besonderen Maße entspannen und dadurch leichter kollabieren können.
Übergewicht (Adipositas) oder genetische Veranlagung können ebenfalls für eine Erschlaffung jener Muskeln sorgen, die am Schnarchen beteiligt sind. Auch die Anreicherung von Fett im Atemtrakt kann eine Verengung der Atemwege bewirken. Schlafen diese Menschen noch dazu auf dem Rücken, sinkt der Zungengrund und der Gaumen mit Gaumensegel und Zäpfchen nach hinten und flattert leichter zu den Turbulenzen der Einatmung.
In den meisten Fällen liegt beim Schnarchen aber eine behinderte Nasenatmung vor. Sie kann durch einen banalen Schnupfen, durch allergische Reaktionen der Nasenschleimhaut (Rhinitis allergica), durch Nasenscheidewandverkrümmungen (Septumdeviation), durch Polypen (Polyposis nasi) oder durch vergrößerte Rachen- oder Gaumenmandeln (Tonsilitis, Adenoide) hervorgerufen werden.
Anatomische Mißverhältnisse der Kieferstellung (Okklusionsprobleme) oder eine vergrößerte Zunge können ebenfalls den Luftstrom behindern.
Ist Schnarchen eine Krankheit?
Generell ist Schnarchen keine Krankheit und hatte in der frühen Menschheitsgeschichte sogar den Nutzen, wilde Tiere auch während seines eigenen Schlafes in die Flucht zu treiben.
Doch unsere Partner lassen sich ungern vertreiben, dulden das „nächtliche Bäumesägen“ nur ungern und leiden oft selber am geräuschbedingten Schlafstörung. In schweren Fällen wacht jedoch selbst der Schnarcher von seinem Geräusch auf.
Hier sollte der Arzt kontrollieren, ob die Atemwege durch eine Erkrankung behindert sind und ggf. behandeln.
Gerade bei Kindern sind Nasenpolypen die häufigste Ursache für das Schnarchen und müssen chirurgisch entfernt werden.
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Kann Schnarchen gefährlich sein?
Nicht nur die Beziehung ist durch jahrelanges Schnarchen belastet. In schweren Fällen kollabiert der Rachen so stark, dass der Schnarcher seine Atemzüge bis zu 30 Sekunden und länger aussetzt.
Solche Atemstillstände können fast 100 Mal in einer Nacht auftreten und führen zwangsläufig zu einem erheblichen Sauerstoffmangel (Schlafapnoe; obstruktives Schlaf-Apnoe-Syndrom; OSAS).
Durch den Atemstillstand und den damit verbundenen Sauerstoffmangel wacht der Schnarcher mehrmals in der Nacht mit Herzrasen und nach Luft schnappend auf.
Tagsüber fühlt man sich abgeschlagen und müde, reagiert gereizt und nervös auf seine Umwelt und ist durch plötzliches Einschlafen während des Autofahrens sehr gefährdet.
In solchen Fällen sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden um weitere Gefährdungen (Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Herzinfarkt) zu vermeiden.
Was kann zunächst selbst gegen das Schnarchen unternommen werden?
Verschiedene Verhaltensregeln können das Schnarchen positiv beeinflussen. Zunächst sollte einige Stunden vor dem Schlafengehen auf Alkoholkonsum verzichtet werden. Wenn möglich, sollten ebenfalls Beruhigungsmittel, Schlafmittel, Antihistaminika und Psychopharmaka weggelassen werden. Wenn der Oberkörper in etwas erhöhter Position liegt, bleibt die Rachenmuskulatur straffer und kollabiert nicht plötzlich. Ebenso sollte der Schnarcher versuchen, die Rückenlage zu vermeiden. Ein in den Rückenteil des Schlafanzugs eingenähter Tennisball kann daran erinnern, auf der Seite oder den Bauch liegen zu müssen.
Apotheken bieten diverse Mittel an, die das Schnarchen positiv beeinflussen sollen (Nasenpflaster, Nasenklammern, Kiefer-Protrusionsschiene, Kinnbinden). Hier sollte man sich individuell vom Apotheker und seinem Arzt beraten lassen, da keine allgemeine Empfehlung ausgesprochen werden kann.
Therapie Schnarchen
Ein kurzer Überblick der „Schnarchapparate“:
- Nasenpflaster (Breath Right®)
Wird über beide Nasenflügel geklebt und soll die Naseneingänge weiter öffnen, wodurch die Nasenatmung erleichtert wird.
- Nasenklammer (Schnarchclip® Sandox)
Hält die Nasenlöcher offen und erleichtert die Einatmung über die Nase
- Kiefer-Protrusionsschiene
Hält den Unterkiefer beim Schlafen in einer Position, in der die Zunge nicht zurückfallen kann und dabei die Atemwege blockieren könnte.
- Kinnbinde:
Hält wie eine Kiefer-Protrusionsschiene den Unterkiefer beim Schlafen in einer Position, in der die Zunge nicht zurückfallen kann.
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Chirurgische Maßnahmen
Große Erfolge gegen das Schnarchen versprechen chirurgische Eingriffe. Allerdings handelt es sich in den meisten Fällen um irreversible Eingriffe, deren Ergebnisse ohne weiteres nicht mehr rückgängig zu machen sind. Einige Methoden werden vornehmlich in den USA praktiziert und sind im deutschen Medizinsystem noch umstritten. Dennoch findet man die ein oder andere Operationsmethode jetzt auch schon an deutschen HNO-Kliniken.
- Straffung der Gaumen und Rachenschleimhaut (Uvula-Palato-Pharyngo-Plastik, UPPP)
Hierbei handelt es sich um eine der ältesten operativen Maßnahmen, um das Schnarchen bzw. das Schlafapnoesyndrom (Schlafapnoe; obstruktives Schlaf-Apnoe-Syndrom; OSAS) zu behandeln.
Bei mehr als der Hälfte aller operierten Patienten bringt diese Methode eine Besserung. Dabei wird unter Vollnarkose die Gaumen- und Rachenmuskulatur gestrafft bzw. verengt, einem Kollabieren und einem dadurch entstehenden Schnarchgeräusch entgegengewirkt. Zusätzlich entfernt man das Zäpfchen, damit es mit den Turbulenzen bei der Einatmung nicht mehr mitschwingen kann. In der Regel werden auch die Gaumenmandeln (Tonsillen) entfernt (Tonsillektomie), weil diese beim Schnarcher meist vergrößert sind und zu einer unnötigen Einengung des Rachenraumes führen. Die Komplikationen nach einem solchen Eingriff sind relativ gering. Hin- und wieder kommt es zu Nachblutungen an der Stelle der entfernten Gaumenmandeln, die heute aber gut behandelt werden kann. Durch die Raffung (Verengung) des Rachens (Pharyngoplastik) kommt es in den ersten Tagen zu Schluckbeschwerden, die mit der Heilung der Operationswunden in der Regel wieder verschwinden. Da heute aber modernere Methoden zur Verfügung stehen, wird diese Radikal-Operation nur noch in wenigen Fällen durchgeführt.
- Uvula-Palato-Plastik mit dem Laser (Laser-assistierte Uvula-Palato-Plastik, LAUP)
Diese Methode ähnelt der konventionellen Technik wie bei der Straffung der Gaumen und Rachenschleimhaut (Uvula-Palato-Pharyngo-Plastik, UPPP). Allerdings wird bei der Entfernung des Zäpfchen und der Straffung des Gaumens ein feiner Laserstrahl benutzt. Der Laser schneidet und verschließt gleichzeitig die Wundränder. Diese schonendere Technik kann in örtlicher Betäubung und ambulant durchgeführt werden (USA). Dennoch wird hierzulande eine stationäre Phase empfohlen. In über 60 Prozent bessert sich der Zustand komplett oder die Patienten berichteten von einem erheblichen Nachlassen des Schnarchens.
- Künstliches Vernarben und Verengen des Rachens (Radiofrequenztherapie)
Wer große Angst vor operativen Eingriffen hat, kann sich für eine Therapie ohne Messer oder Laser entscheiden. Mit der Radiofrequenztherapie versucht man, den Rachen künstlich zum Schrumpfen, also zu einer Verengung, anzuregen. Mit einer kleinen Sonde, die kurz einen elektrischen Strom abgibt, wird an einigen Stellen des Rachens eine künstliche Narbe erzeugt, die den Rachen letztendlich verengt. Diese Methode ist noch sehr neu. Der Patient kann nach der Behandlung gleich nach Hause gehen und hat in der Regel keine Schmerzen. Die einzigen Nachteile bestehen darin, dass die Radiofrequenztherapie derzeit nicht von den Krankenkassen bezahlt wird und man bis zu vier Sitzungen brauch, um den vollen Effekt zu erreichen.
- Künstliches Vernarben mit einer fremden Substanz (Injection Snoreplasty)
Dieses Verfahren wird lediglich in den USA durchgeführt. Ähnlich wie bei der Radiofrequenztherapie versucht man, ohne Schnitte und Verletzungen den Rachen zu Straffen, damit er beim Einatmen nicht kollabieren und zum Schnarchen führen kann. Es gibt einige Flüssigkeiten (3% Natrium(Sodium)tetradecylsulfat (STS), Alkohol), auf die körperliches Gewebe mit einer Vernarbung und Schrumpfung reagiert, wenn man sie ins Gewebe spritzt. Diese körperliche Reaktion macht man sich bei dieser Methode zu nutze. Nach Hineinspritzen einer solchen Substanz tritt innerhalb einiger Wochen eine Versteifung des Gaumens durch Vernarbung auf. Bei ausbleibendem Therapieerfolg ist eine Wiederholung möglich.
- Stifte in den flatternden Gaumen
Da das Schnarchgeräusch auch durch den „schlappen“ Gaumen nahe des Rachens (weicher Gaumen, Palatum molle) entsteht hat man sich überlegt, diesen einfach zu schienen. Es handelt sich dabei um ein recht neues minimal-invasives Verfahren. Zur Schienung des weichen Gaumens werden drei Implantate von zylindrischen Stiften aus Kunststoff verwendet. Durch diese Implantate wird der weiche Gaumen versteift und damit das Schnarchen reduziert bzw. beseitigt. Auch dieses Verfahren findet in örtlicher Betäubung statt und kann ambulant durchgeführt werden. Wenn man den HNO - Arzt darauf anspricht, was er von diesem Verfahren hält, wird es ihm wahrscheinlich schwer fallen, Ihnen weder eine Empfehlung auszusprechen noch davon abzuraten. Nicht viele Schnarcher haben sich für dieses Verfahren entschieden und so fällt es den Ärzten schwer, über langfristige und zufriedenstellende Ergebnisse eine Aussage zu treffen.
- Hochklappen des schwingenden Zäpfchens (Uvula Flap)
Um das Zäpfchen davon abzuhalten, mit den Turbulenzen der Atmung mitzuschwingen, wird es bei dieser Methode hochgeklappt und an den Gaumen genäht. Einige Patienten klagten nach diesem Eingriff allerdings über Schluck- und Sprechbeschwerden. - Verschiebung des weichen Gaumens zum harten Gaumen (Transpalatal advancement Pharyngoplasty, TAP)
Diese Methode wird selten durchgeführt und hat zum Ziel, den Rachen zu straffen, um einem Kollabieren und damit verbundenem Schnarchgeräusch vorzubeugen.
Hierbei wird die untere Kante des weichen Gaumens verengt und ein Teil des harten Gaumens, der aus Knochen besteht, entfernt. Anschließend wird der Kontakt des weichen Gaumens mit dem harten Gaumen durch eine Naht wiederhergestellt. Operiert wird in Vollnarkose. Der weiche Gaumen (Pallatum molle) ist das Dach unserer Mundhöhle, das wir mit unserer Zungenspitze gerade noch erreichen können. Der harte Gaumen (Pallatum durum) liegt zwischen dem weichen Gaumen und der vordere Zahnreihe. Unter der Schleimhaut befindet sich Knochen.
- Verbesserung der Nasenatmung mit Korrektur der Nasenscheidewandverkrümmung und Nasenmuschel- verkleinerung (Nasenseptumplastik, Septumresektion).
Falls die Ursache des Schnarchens in einer Verengung der Nasengänge zu finden ist, empfiehlt der Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO) zu einer Korrektur der Nasenscheidewandverkrümmung und einer Nasenmuschelverkleinerung.
Dabei werden die störenden, verkrümmten Anteile der Nasenscheidewand (Septumknorpel und Septumknochen) entfernt und in einer begradigten Position wieder eingesetzt. Gleichzeitig werden die Nasenmuscheln verkleinert.
Je nach Schweregrad der Nasenscheidewandverkrümmung wird dies ambulant oder in einer mit ein paar Tagen stationärer Liegedauer durchgeführt. Muss der Hals-Nasen-Ohren-Arzt zusätzlich neben dem Knorpelgewebe auch Knochengewebe verlegen, ist i.d.R. eine stationäre Aufnahme erforderlich.
Die Durchlässigkeit der Nasenatmung wird bei diesem Eingriff erheblich verbessert. Der Unterdruck wird in den Atemwegen geringer und ein Kollabieren des Rachens unwahrscheinlicher.
Weitere Informationen
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