Medizin Online > HNO > Erkrankungen Hals > Schnarchen


Schnarchen

Synonyme im weiteren Sinne

Medizinisch: Rhonchopathie

Bäume sägen

Englisch: snore

Definition Schnarchen

Eine geruhsame Nacht kann durch das laute Atemgeräusch wie Schnarchen für alle Beteiligten zur Qual werden. Die sägenden Geräusche entstehen in den oberen Luftwegen. Schwingende Bewegungen des Gaumens, des Zäpfchens oder des Zungengrundes oder des tiefer gelegenen Rachens erzeugen solche Laute.


Wie entsteht das Schnarchgeräusch?

Beim Schnarcher kommen mehrere Faktoren zusammen. Eine Behinderung der Nasenatmung z.B. durch

kann die Strömungsgeschwindigkeit der Einatemluft erheblich erhöhen. Dadurch wird kommt es zu einem Unterdruck im Rachenraum. Der Unterdruck und die im Schlaf entspannte Rachenmuskulatur führen zum Kollaps bzw. einem Zusammenfallen des Rachens.
Man kann sich diesen Vorgang bildlich wie bei einem aufgeblasenen Luftballon vorstellen, aus dem man an seiner Öffnung langsam die Luft entweichen lässt.
Manchmal schwingt auch nur das im Schlaf entspannte Gaumensegel mit dem Sog der Einatemluft.

Symptome / Beschwerden

Mehrere Faktoren müssen zusammentreffen, damit es zum Schnarchen kommt. Sehr entspannte Rachenmuskulatur neigt eher zum Kollabieren als noch leicht angespannte. Von daher kommt es oft in den Tiefschlafphasen zum Schnarchen in der das Gaumensegel sehr entspannt ist.
Aber v.a. Alkohol, Beruhigungsmittel, Schlafmittel, Antihistaminika und Psychopharmaka erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass sich auch das Gaumensegel und die Rachenmuskulatur im besonderen Maße entspannen und dadurch leichter kollabieren können.
Übergewicht (Adipositas) oder genetische Veranlagung können ebenfalls für eine Erschlaffung jener Muskeln sorgen, die am Schnarchen beteiligt sind. Auch die Anreicherung von Fett im Atemtrakt kann eine Verengung der Atemwege bewirken. Schlafen diese Menschen noch dazu auf dem Rücken, sinkt der Zungengrund und der Gaumen mit Gaumensegel und Zäpfchen nach hinten und flattert leichter zu den Turbulenzen der Einatmung.

In den meisten Fällen liegt beim Schnarchen aber eine behinderte Nasenatmung vor. Sie kann durch einen banalen Schnupfen, durch allergische Reaktionen der Nasenschleimhaut (Rhinitis allergica), durch Nasenscheidewandverkrümmungen (Septumdeviation), durch Polypen (Polyposis nasi) oder durch vergrößerte Rachen- oder Gaumenmandeln (Tonsilitis, Adenoide) hervorgerufen werden.

Anatomische Mißverhältnisse der Kieferstellung (Okklusionsprobleme) oder eine vergrößerte Zunge können ebenfalls den Luftstrom behindern.

Ist Schnarchen eine Krankheit?

Generell ist Schnarchen keine Krankheit und hatte in der frühen Menschheitsgeschichte sogar den Nutzen, wilde Tiere auch während seines eigenen Schlafes in die Flucht zu treiben.
Doch unsere Partner lassen sich ungern vertreiben, dulden das „nächtliche Bäumesägen“ nur ungern und leiden oft selber am geräuschbedingten Schlafstörung. In schweren Fällen wacht jedoch selbst der Schnarcher von seinem Geräusch auf.
Hier sollte der Arzt kontrollieren, ob die Atemwege durch eine Erkrankung behindert sind und ggf. behandeln.
Gerade bei Kindern sind Nasenpolypen die häufigste Ursache für das Schnarchen und müssen chirurgisch entfernt werden.


Kann Schnarchen gefährlich sein?

Nicht nur die Beziehung ist durch jahrelanges Schnarchen belastet. In schweren Fällen kollabiert der Rachen so stark, dass der Schnarcher seine Atemzüge bis zu 30 Sekunden und länger aussetzt.
Solche Atemstillstände können fast 100 Mal in einer Nacht auftreten und führen zwangsläufig zu einem erheblichen Sauerstoffmangel (Schlafapnoe; obstruktives Schlaf-Apnoe-Syndrom; OSAS).
Durch den Atemstillstand und den damit verbundenen Sauerstoffmangel wacht der Schnarcher mehrmals in der Nacht mit Herzrasen und nach Luft schnappend auf.
Tagsüber fühlt man sich abgeschlagen und müde, reagiert gereizt und nervös auf seine Umwelt und ist durch plötzliches Einschlafen während des Autofahrens sehr gefährdet.
In solchen Fällen sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden um weitere Gefährdungen (Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Herzinfarkt) zu vermeiden.

Was kann zunächst selbst gegen das Schnarchen unternommen werden?

Verschiedene Verhaltensregeln können das Schnarchen positiv beeinflussen. Zunächst sollte einige Stunden vor dem Schlafengehen auf Alkoholkonsum verzichtet werden. Wenn möglich, sollten ebenfalls Beruhigungsmittel, Schlafmittel, Antihistaminika und Psychopharmaka weggelassen werden. Wenn der Oberkörper in etwas erhöhter Position liegt, bleibt die Rachenmuskulatur straffer und kollabiert nicht plötzlich. Ebenso sollte der Schnarcher versuchen, die Rückenlage zu vermeiden. Ein in den Rückenteil des Schlafanzugs eingenähter Tennisball kann daran erinnern, auf der Seite oder den Bauch liegen zu müssen.

Apotheken bieten diverse Mittel an, die das Schnarchen positiv beeinflussen sollen (Nasenpflaster, Nasenklammern, Kiefer-Protrusionsschiene, Kinnbinden). Hier sollte man sich individuell vom Apotheker und seinem Arzt beraten lassen, da keine allgemeine Empfehlung ausgesprochen werden kann.

Therapie Schnarchen

Ein kurzer Überblick der „Schnarchapparate“:

Unsere Produktempfehlung zu diesem Thema:

Werkmeister Anti-Schnarch-Bandage - Die Anti-Schnarch-Bandage fördert das schnarchfreie Schlafen in der Seitenlage. Mehr Produktinformationen erhalten Sie links.

Testen Sie es selbst



Chirurgische Maßnahmen

Große Erfolge gegen das Schnarchen versprechen chirurgische Eingriffe. Allerdings handelt es sich in den meisten Fällen um irreversible Eingriffe, deren Ergebnisse ohne weiteres nicht mehr rückgängig zu machen sind. Einige Methoden werden vornehmlich in den USA praktiziert und sind im deutschen Medizinsystem noch umstritten. Dennoch findet man die ein oder andere Operationsmethode jetzt auch schon an deutschen HNO-Kliniken.

Weitere Informationen

Weiterführende Informationen zu verwandten Themengebieten finden Sie unter:

Alle Themen, die zum Bereich HNO veröffentlicht wurden, finden Sie unter: