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Nasennebenhöhlenentzündung
Synonyme im weiteren Sinne
Medizinisch: Sinusitis
Schnupfen, Grippe, Erkältung, Krankheit, Nasennebenhöhlen
Häufiger Tippfehler: Nasenebenhöhlenentzündung
Definition Nasennebenhöhlenentzündung
Unter einer Nasennebenhöhlenentzündung (med. Sinuisitis) versteht man gewöhnlich die bakterielle Entzündung der Nasennebenhöhlen.
In der Regel handelt es sich um die fortgeleitete Infektion der Nasenschleimhaut bei einem Schnupfen.
Symptome / Beschwerden
Bei einer Nasennebenhöhlenentzündung hat man besonders vormittags und nachmittags drückende Kopfschmerzen. Die Kopfschmerzen werden umso stärker, je mehr wir eine anstrengende Tätigkeit ausüben, besonders dann, wenn wir uns Bücken. Diese hängt damit zusammen, dass beim Bücken entsprechend der Schwerkraft mehr Blut in die gereizte Schleimhaut fließt und hierdurch eine unangenehm empfundene Spannung entsteht.
Wenn wir dann mit unseren Fingern das Gesicht leicht abklopfen, wird an der entzündeten Nasennebenhöhle ein Druck- oder Klopfschmerz empfunden. Genau das prüft auch der Arzt.
Ein Hinterkopfschmerz ist typisch für die seltene Keilbeinhöhlenentzündung (Sinusitis sphenoidales).
Während der Nasenebenhöhlenentzündung begleiten uns auch die Zeichen eines Schnupfens mit behinderter Nasenatmung, zähem Schleim und Fieber.
Ursache
Da die Nasennebenhöhlen mit den Nasengängen in Verbindung stehen, können Infektionen der Nase (Schnupfen, Rhinitis) auch auf die Nasennebenhöhlen übergreifen.
Die Schleimhaut der Nasennebenhöhlen ist zudem relativ gering durchblutet und ihre engen Öffnungen machen eine schnelle Sekretansammlung in diesen Hohlräumen sehr einfach. Bei einer bakteriellen Infektion kommt es zur Eiterbildung.
EineEiteransammlung in den Nasennebenhöhlen heißt dann Empyem.
Nicht ausgeheilte Entzündungen der Nasennebenhöhlen (chronische Sinusitis) können oft zu wiederkehrenden (rezidivierenden) Infektionen der Nasenhöhle führen. Am häufigsten sind die Siebbeinhöhle (Sinus ethmoidales) und die Kieferhöhle (Sinus maxillaris), seltener die Stirnhöhle (Sinus frontalis) und die Keilbeinhöhle (Sinus sphenoidalis) betroffen (siehe auch Anatomie Nasennebenhöhlen).
Therapie
Die akute Nasennebenhöhlenentzündung wird mit abschwellenden Nasentropfen oder Nasensprays mit den Inhaltsstoffen Xylometazolin (Otrivin®) oder Oxymetazolin (Nasivin®) behandelt.
Sie erleichtern den Sekretabfluß aus den kleinen Öffnungen der Nasennebenhöhlen.
Nach einer Woche sollten die Nasentropfen/-sprays jedoch abgesetzt werden, da sich unsere Nasenschleimhaut sonst an die Daueranwendung gewöhnt und ohne diese nicht mehr abschwillt (Privinismus).
Einige Hals-Nase-Ohren-Ärzte (HNO - Ärzte) bieten auch die Möglichkeit an, das eitrig - entzündliche Sekret direkt abzusaugen. Eine Einlage mit einem abschwellenden Medikament in den Nasengang („hohe Einlage“) soll ebenfalls ein Abfließen des Schleims ermöglichen. Der Patient sollte zu Hause selbst regelmäßig inhalieren.
Eine entzündungshemmende und noch dazu angenehme Eigenschaft haben Inhalationen mit Kamillendampf (Kamillosan®) oder Salz (Emser-Salz®).
Nach Anwendung abschwellender Nasentropfen/-Sprays kann eine Nasenspülung mit einer Salzlösung (Emser-Salz® - Lösung) die Nase reinigen, indem zähe Sekretreste herausgespült werden.
Die Salzlösung hat außerdem einen desinfizierenden und abschwellenden Effekt. Zusätzlich kann dem Patienten nach abschwellenden Maßnahmen eine Bestrahlung mit Kurzwellen, Mikrowellen oder Rotlicht ambulant angeboten werden. Damit sollen Durchblutung und die Abheilung der Entzündung angeregt werden.
Die eitrige Nasennebenhöhlenentzündung muss zusätzlich mit einem Antibiotikum behandelt werden. Wenn die Nasennebenhöhlenentzündung nach zwei Wochen immer noch nicht ausgeheilt ist, wird der HNO-Arzt ggf. einem kleinen Eingriff empfehlen. Dabei wird er die entzündete Nasennebenhöhle Anstechen (Punktieren) und mit einer antibiotikahaltigen Lösung spülen.
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Komplikationen
Eine Entzündung der Nasennebenhöhlen (Sinusitis) kann auf die Augenhöhle (Orbita) übergreifen, da die Begrenzung nur durch eine hauchdünne Knochenplatte gegeben ist.
Eine Oberlidschwellung, Augenbewegungsschmerzen und Einschränkung der Blickrichtungen können warnende Signale für einen Durchbruch dieser Knochenplatte sein. Ein dramatischer Fall liegt vor, wenn die Haut um das Auge geschwollen, rot, erhitzt und schmerzhaft ist (Orbitalphlegmon).
Eine länger als drei Monate bestehende Nasennebenhöhlenentzündung ist chronisch (chronische Sinusitis). Eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung, die sich nicht mehr mit antibiotischen Medikamenten (Antibiotika) und Spülungen behandelt lässt, sollte gegebenenfalls operativ behandelt werden.
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