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Mastoiditis

Synonyme im weiteren Sinne

Mastoiditis, Warzenfortsatzentzündung, Ohr, Mittelohrentzündung

Englisch: Mastoiditis

Definiton Mastoiditis

Die Mastoiditis ist eine eitrige Entzündung der knöchernen Zellen des Warzenfortsatzes, die pneumatisiert, d.h. mit Luft gefüllt, sind.

Diese Zellen stehen in Verbindung mit der Paukenhöhle (Cavum tympani=Teil des Mittelohr), welche die Gehörknöchelchen enthält.


Ursache / Entstehung

Die Mastoiditis ist eine Komplikation einer akuten Mittelohrentzündung (Otitis media), die nicht vollständig ausgeheilt ist.
Gründe für die ausbleibende Heilung sind folgende:

Diese Komplikation der akuten Mittelohrentzündung ist selten geworden, da die antibiotische Therapie zur Verfügung steht und die Bestimmung eines Antibiogramms zur Identifikation des Erregers und dessen Resistenzlage (Überprüfung der Wirksamkeit verschiedener Bakterien abtötender Medikamente (Antibiotika)) die Auswahl des optimalen Medikaments ermöglicht.

Anatomie OhrAbbildung Ohr

  1. Äußere Ohr
  2. Trommelfell
  3. Gleichgewichtsorgan
  4. Hörnerv (Nervus acusticus)
  5. Tube
  6. Warzenfortsatz (Mastoid)

Symptome / Beschwerden

Die Beschwerden einer Mittelohrentzündung (Ohrenschmerzen) klingen nicht ab, sondern bestehen weiterhin oder nehmen an Intensität noch zu.
Fieber tritt erneut auf und Blutbildveränderungen / Veränderungen der Laborwerte mit Anstieg der Entzündungswerte C-reaktives Protein (CRP), Blutkörperchensenkungsgeschwindigkeit (BSG-Erhöhung) sowie der weißen Blutkörperchen (Leukozytose) sind zu diagnostizieren.

Der Ohrenbefund zeichnet sich folgendermaßen aus:

Der Durchbruch des Eiters, der sich in den belüfteten Zellen des Warzenfortsatzes bildet, kann sich auf verschiedenen Wegen erfolgen:


Therapie Mastoiditis

Die entzündungsbedingte Einschmelzung des Knochens im luftgefüllten System des Mittelohrs macht eine sofortige chirurgische Behandlung notwendig und kann nicht allein mit Medikamenten behandelt werden.
Hierbei werden die entzündeten Zellen entfernt und die Durchgängigkeit der Verbindung zum Mittelohr sichergestellt.

Die sogenannte Mastoidektomie ist das Verfahren der Wahl:
Es wird ein Hautschnitt hinter dem Ohr gesetzt, um die Zellen des Warzenfortsatzes zu erreichen. Alle Zellen des Knochens werden ausgeräumt, Gehörgang und Paukenhöhle bleiben bei dieser Operation unberührt. Es ist wichtig, bei diesem chirurgischen Eingriff eine medikamentöse Begleittherapie (Antibiotikatherapie) durchzuführen, um verbliebende Bakterien zu eliminieren.

Komplikationen

Aufgrund der Knochenzerstörung ist es möglich, dass auch die Gehörknöchelchen zerstört werden und die Schallleitungs- und Schallverstärkungsfunktion des Mittelohr erheblich eingeschränkt ist:
Es kann sich heraus eine Schwerhörigkeit entwickeln.

Der Angriff / Entzündung des knöchernen Warzenfortsatzes (Mastoiditis) kann zu einer Gangbildung zum Bogengangsystem (Gleichgewichtsorgan) führen, was zu Drehschwindelattacken (Schwindel) führen kann.

Die Entzündung kann bis in das Innenohr sowie den Fazialiskanal oder sogar in die Schädelhöhle (Meninigitis) vordringen.

Prognose

Da das Cholesteatom zu den oben genannten schweren Komplikationen mit Hirnbeteiligung (z.B. Meningitis) führen kann, ist eine chirurgische Versorgung notwendig.

Zunächst wird als Operationsvorbereitung eine konservative Behandlung mit antibiotischen Ohrentropfen (z.B. Ciprofloxacin) durchgeführt, die gegen Pseudomonas aeruginosa, den häufigen, für die Entzündung verantwortlichen Erreger, wirken.

Ziele der operativen Behandlung sind die vollständige Entfernung des Cholesteatoms, die Ausheilung der Knochenheilung, die Verhinderung von otogenen (das Ohr betreffenden) Komplikationen, die Wiederherstellung einer funktionsfähigen Gehörknöchelchenkette und der Verschluss des Trommelfelldefektes zum Abschluss der Paukenhöhle in Richtung des äußeren Gehörgangs.

Es existieren sowohl eine geschlossene als auch eine offene Operationstechnik.

Bei der offenen Technik wird eine Knochenhöhle geschaffen, die die Paukenhöhle, die Warzenfortsatzhöhle und die von der Entzündung betroffenen Warzenfortsatzellen umfasst. Das Cholesteatom wird ausgeräumt, das heißt die hornbildenden Hautzellen entfernt und außerdem eine breite Verbindung zum äußeren Gehörgang hergestellt.

Bei der geschlossenen Technik erfolgt eine sogenannte Mastoidektomie, d.h. der Warzenfortsatz, dessen Zellen lufthaltig und mit Schleimhaut ausgekleidet sind, wird vollständig ausgeräumt, so dass nur noch seine knöchernen Wände bestehen bleiben.

Sind auch die Gehörknöchelchen vom Perlgeschwulst angegriffen, kann eine Tympanoplastik, die Rekonstruktion des Schallleitungsapparates, erforderlich sein. Dieser Eingriff wird nach der Entfernung des Cholesteatoms vorgenommen.

Man unterscheidet die fünf Grundtechniken nach Wullstein der Tympanoplastik (Wiederherstllung der Gehörknochelchenkette):

Eine Gehörverbesserung kann durch diese Operation erreicht werden, wenn die Ohrtrompete (Tube) durchgängig und das Innenohr funktionsfähig ist.

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