Schnupfen

Synonyme im weiteren Sinne

Medizinisch: akute Rhinitis (Rhinitis acuta); virale Rhinitis; mikrobielle Rhinitis, Koryza

Erkältung, Entzündungen der Nasenhaupthöhle

Englisch: cold, coomon cold, catarrh, rhinitis

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Epidemiologie

Ein Erwachsener leidet etwa zwei- bis dreimal im Jahr an einem Schnupfen. Bei Kindern ist das Vorkommen mit vier bis acht Erkältungen noch häufiger. Insgesamt macht ein Mensch in seinem Leben etwa 200 Schnupfen durch. Zirka die Hälfte aller Schnupfen wird durch Rhinoviren verursacht.


Definition Schnupfen

Schnupfen

Der gewöhnliche Schnupfen (Rhinitis), den wir alle mindestens einmal in einer der kalten Jahreszeiten mitmachen, ist ein harmloser Infekt durch einen Virus. Meist handelt es sich um Viren aus der Gruppe der Schnupfenviren (Rhinoviren) oder Adenoviren. Schnupfen bezeichnet somit eine durch Viren hervorgerufene (virale) Infektion der oberen Luftwege, wozu Nase und Rachen gehören. Im Rahmen des Schnupfens entsteht dort eine Entzündung der Schleimhäute (Epithel), wodurch im Verlauf die Sekretion angeregt wird. Diese Ausscheidung des Sekrets äußert sich zusammen mit weiteren Beschwerden als Schnupfen.
Unterschieden werden muss vom Schnupfen die Grippe, welche irrtümlicherweise im Volksmund häufig der Bezeichnung einer Erkältung dient. Eine Grippe (Influenza) wird von Influenzaviren ausgelöst und verläuft wesentlich schwerer als ein Schnupfen. Um diesen von einer Grippe abzugrenzen ist auch die Bezeichnung „grippaler Infekt“ für einen Schnupfen gängig.

Ursachen

Schnupfenviren erreichen unsere Nasenschleimhaut über kleine Tröpfchen (Tröpfcheninfektion). Entweder hat uns jemand direkt angenießt oder angehustet oder wir haben uns über die feuchte, kalte Luft angesteckt.
Der Begriff „Erkältung“ hat seine Berechtigung: Wenn wir frieren kommt es zu einer Veränderung der Nasenschleimhautdurchblutung und die Viren haben es leichter, in die Schleimhaut einzudringen. Es kommt zur viralen Infektion (Infektion mit Viren) der Nasenschleimhaut. Lesen Sie mehr zum Thema Ursache von Schnupfen

Symptome / Beschwerden

„Eine Erkältung kommt drei Tage, bleibt drei Tage und geht drei Tage!“

Der Schnupfen beginnt in den ersten Tagen oft mit einem unangenehmen Kitzeln in der Nase, einem Kratzen im Nasenrachenraum und einem übermäßigen Drang zum Niesen. Nach ungefähr drei Tagen brauchen wir dann regelmäßig unser Taschentuch zur Hand, da die Nase „läuft“, d.h. ein wässriges Sekret abgibt.
Mehr und mehr haben wir die Nase „voll“. Die Nasenschleimhaut schwillt an und wir können kaum noch durch die Nase atmen. Auch unser Riechsinn (nicht aber unser Geschmacksinn!) lässt uns im Stich. Wenn unsere Nasenatmung länger behindert ist, bekommen wir Kopfschmerzen, Augentränen und das Sekret in der Nase wird zäher und schleimig-eitrig (gelblich-grünliches Sekret). Gegen Ende des Schnupfens verspürt man ein Trockenheitsgefühl der Nasenschleimhaut und ein noch dicker gewordenes Sekret in der Nase.
Manche Menschen, oftmals Kinder, bekommen zudem in den ersten Tagen Fieber und bemerken, dass sie nachts stark geschwitzt haben.
Lesen Sie mehr zum Thema Symptome des Schnupfen

Diagnose des Schnupfen

In erster Linie erfolgt die Diagnose eines Schnupfens anhand der typischen Beschwerden (“Klinik“), welche mit Hilfe der Erfragung der Krankheitsgeschichte (Anamnese) sowie der körperlichen Untersuchung erfasst werden. Weiterhin existiert bei Bedarf die Möglichkeit, den Erreger des Schnupfens nachzuweisen. Hierbei gibt es verschiedene Verfahren, welche die Virusisolierung aus Abstrichen (der Nase, des Rachens), den Nachweis viraler Antigene oder im Körper gebildeter Antikörper umfassen. Außerdem kann das Erbgut des Erregers mit einer PCR (Polymerase-Ketten-Reaktion) identifiziert werden, so dass die Virusbestimmung ermöglicht wird. Alternativ kann das Virus auch in einer Zellkultur angezüchtet werden.
Diese beschriebenen Verfahren zum Nachweis eines Schnupfen werden jedoch bei unkomplizierten Verläufen eines Schnupfens aufgrund der mangelnden therapeutischen Konsequenzen nicht durchgeführt.

Differentialdiagnose

Beschwerden, die auf den ersten Blick einem Schnupfen ähneln, können auch andere Ursachen als eine Virusinfektion der oberen Atemwege haben. Denkbar sind Heuschnupfen (allergische Rhinitis), Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) oder Austritt von Nervenwasser (Liquor; Liquorrhoe).
Heuschnupfen weist neben dem „Schnupfen“ mit klarem, dickflüssigem (viskösem) Sekret häufig Juckreiz von Augen und Nase, Rötung der Augen (Konjunktivitis) sowie eine Verstopfung der Nase auf. Ausgelöst wird der Heuschnupfen durch Pollen oder Gräser, wenn bereits eine Überempfindlichkeit dagegen besteht. Häufig findet man bei Erkrankten weitere Hinweise auf eine allergische Anfälligkeit (Disposition): positive Familienanamnese (weitere Betroffene in der Familie), dunkle Schatten unter den Augen oder Querfurchen der Nase.
Bei einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) klagt der Betroffene ebenfalls über Naselaufen, wodurch diese Erkrankung einem Schnupfen ähnelt. Hierbei ist das Sekret schleimig-eitrig (mukopurulent). Hinzu kommen Kopfschmerzen, Fieber und Druck oder Schmerzen über den Nasennebenhöhlen. Nasennebenhöhlenentzündungen werden im Unterschied zum Schnupfen in den meisten Fällen durch Bakterien verursacht. Selten sind jedoch auch Pilze oder Viren die Auslöser des einem Schnupfen ähnelnden Krankheitsbildes.
Nervenwasseraustritt (Liquorrhoe) als weitere Differentialdiagnose eines Schnupfens entsteht nach einer Schädel-Hirn-Verletzung (Schädel-Hirn-Trauma) oder operativen Eingriffen im Bereich des Kopfs, wodurch sich unter Umständen Fisteln (nicht natürliche Verbindungen) zwischen dem Liquorraum (Liquor = Nervenwasser) und dem Nasenraum bilden können. Durch diese neu entstandene Verbindung tritt Liquor in die Nase über und tropft als klare Flüssigkeit nach außen. Im Unterschied zum Schnupfensekret enthält Liquor wenig Eiweiß und viel Zucker (Glukose), so dass anhand der Sekretzusammensetzung eine Unterscheidung vom Schnupfen möglich ist.
Einen im Sprachgebrauch wichtigen Unterschied muss man zwischen Grippe und Schnupfen treffen. Die Grippe (Influenza) beginnt im Unterschied zum Schnupfen plötzlich und heftig mit hohem Fieber, Schwäche, Schüttelfrost, Abgeschlagenheit und Husten. Begleitet sein können diese Symptome von Muskel- und Gliederschmerzen. Nach der Genesung bleibt oft ein Schwächegefühl für einige Wochen zurück.

Therapie Schnupfen

Schnupfen

Eine Impfung gegen eine Erkältung wie bei der „echten“ Grippe (Influenza) gibt es leider nicht. Mehr als 200 Viren sind bekannt, die einen banalen Schnupfen auslösen können. Darüber hinaus sind diese Viren wahre Verwandlungskünstler, was die Herstellung eines Impfstoffes unmöglich macht.

Dennoch bieten uns Naturprodukte und die Apotheke nützliche Hilfen an. Bei einer verstopften Nase helfen Nasentropfen oder –Sprays mit dem Inhaltsstoffen Xylometazolin (Otrivin®) oder Oxymetazolin (Nasivin®). Sie helfen uns vor allem in der Nacht, mit freier Nase durchzuschlafen. Nach einer Woche sollten die Nasentropfen/-sprays jedoch abgesetzt werden, da sich unsere Nasenschleimhaut sonst an die Anwendung gewöhnt und ohne diese nicht mehr abschwillt (Privinismus). Die trockene Schleimhaut kann parallel mit Nasensalben (Bepanthen®) oder Nasenölen (Coldastop®) behandelt werden. Eine entzündungshemmende und noch dazu angenehme Eigenschaft haben Inhalationen mit Kamillendampf (Kamillosan®) oder Salz (Emser-Salz®).

Nach Anwendung abschwellender Nasentropfen/-Spays kann eine Nasenspülung mit einer Salzlösung (Emser-Salz® - Lösung) die Nase reinigen, indem zähe Sekretreste herausgespült werden. Die Salzlösung hat außerdem einen desinfizierenden und abschwellenden Effekt.

Die Nasenschleimhaut produziert während einer Erkältung Unmengen an Sekret und Schleim. Um so flüssiger dieses Sekret ist, desto leichter kann es zusammen mit den Erregern abfließen.
Für einen ausreichenden Flüssigkeitsersatz (mindestens zwei Liter am Tag) sollte von daher gesorgt werden. Heiße und leicht gezuckerte Tees (oder mit Honig gesüßt) haben einerseits die Eigenschaft, vom Körper schnell aufgenommen zu werden und regen andererseits durch deren Hitze die Durchblutung der Nasenrachenschleimhaut an. Um so kräftiger diese Durchblutung ist, desto mehr herantransportierte Abwehrzellen können den Erregern den Kampf ansagen.

Homöopathie bei Schnupfen

Es gibt inzwischen viele homöopathische Arzneimittel die bei Schnupfen angewendet werden können.
Ein Liste aller anzuwendenden homöopathischen Arzneimittel finden Sie unter:
Homöopathie bei Schnupfen

„Schlaf ist die beste Medizin“

Unser Körper hat während unserer Erkältung den Viren den Kampf angesagt und braucht dazu viel Kraft. Ruhe, Wärme und Schlaf sind daher ratsam und ziehen eine Erkältung nicht unnötig in die Länge. In der Regel ist ein banaler Schupfen nach einer Woche überstanden.

Komplikationen

Ein Schnupfen kann gelegentlich auf die Nasennebenhöhlen oder das Mittelohr übergreifen.

Bei einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) haben die Viren auch die Schleimhaut der Nasennebenhöhlen erreicht. Da die Nasennebenhöhlen nur durch kleine Öffnungen zur Außenluft angeschlossen sind und der Sekretabfluss erschwert ist, setzt sich auf eine banale Virusinfektion gerne eine bakterielle Infektion darauf (Superinfektion). Eine solche bakterielle Mischinfektion (Nasennebenhöhlenentzündung) erreicht v.a. bei Kindern schnell die Mittelohren (Mittelohrentzündung = Otitis media). Über einen kleinen Gang (Tuba auditiva eustachii, Tuba pharyngotympanica, Eustachsche Röhre, Ohrtrompete) sind die Mittelohren nämlich mit dem Nasenrachenraum verbunden.

Prognose

Ein viraler Schnupfen verläuft in der Regel selbstlimitierend. Dies bedeutet, dass die Beschwerden gewissermaßen „von selbst“ durch die Immunabwehr des Körpers beendet werden und keine auf den Schnupfen zurückzuführenden Schäden zurückbleiben.
Teilweise können jedoch auch Komplikationen des Schnupfens auftreten, welche durch Bakterien bedingt sind. Diese umfassen Entzündungen der Nasennebenhöhlen (Sinusitis) oder des Mittelohrs (Otitis media) und sollten antibiotisch behandelt werden.

Zusammenfassung

Unter Schnupfen versteht man die Infektion der oberen Atemwege (Nase, Rachen) mit Viren, wodurch es zu typischen Symptomen wie Naselaufen (Rhinorrhoe), Niesen, Husten, Fieber oder Schmerzen (Glieder, Muskeln) kommt.
Ursächlich für einen Schnupfen sind verschiedene Viren: Adeno-, Rhino-, Corona-, Parainfluenzaviren und Respiratory-Syncytial-Virus. Diagnostiziert wird ein Schnupfen hauptsächlich anhand des klinischen Bildes, wobei jedoch in Ausnahmefällen auch Methoden zum Virusnachweis verfügbar sind (direkter Virusnachweis, Anzüchtung in Kultur, Antikörpernachweis, Antigennachweis, PCR). In der Regel ist dazu – außer bei Antikörpernachweis - die Entnahme eines Abstriches des Rachens oder der Nase nötig. Therapiert wird ein Schnupfen in der Regel symptomatisch mit fieber- und schmerzsenkenden Mitteln, da keine gegen Viren gerichtete spezifische Therapie existiert. Außerdem gibt es zur Linderung der Beschwerden bei Schnupfen verschiedene „Hausmittel“.
Um einem Schnupfen vorzubeugen sollte man den Kontakt mit Erkrankten meiden und auf Hygiene insbesondere der Hände achten.
Differenziert werden muss von einem Schnupfen die durch Influenzaviren hervorgerufene Grippe (Influenza), die wesentlich schwerer verläuft.

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 03.07.2011