Inhalt:
Kieferhöhle
Einleitung
Die Kieferhöhle (Sinus maxillaris) ist die größte paarig angelegte Nasennebenhöhle.
Sie ist von sehr variabler Gestalt und Größe. Der Boden der Kieferhöhle zeigt oft Vorwölbungen, die durch die Wurzeln der kleinen und großen Seitenzähne verursacht sind. Die Kieferhöhle ist luftgefüllt und mit Flimmerepithel ausgekleidet. Zur Nase besteht ein kleiner Ausgang, durch den Sekret abfließen kann und Luftaustausch stattfindet. Aufgrund ihrer Lage im Oberkiefer fällt sie als Nebenhöhle der Nase in das Fachgebiet des HNO-Arztes. Gleichzeitig aber auch in den Fachbereich Zahnmedizin, da sie sich erstens im Oberkiefer befindet und zweitens in direkter Verbindung mit den seitlichen Mahlzähnen steht, von denen Erkrankungen der Kieferhöhle ausgehen können.
Erkrankungen der Kieferhöhle

- Zahnhöhle
Entzündungen der Kieferhöhle (Sinusitis maxillaris) können entweder durch Eindringen von Bakterien von der Nase her bei Erkältungskrankheiten oder aber auch von den Zähnen ausgehen. Insbesondere bei der eitrigen Wurzelentzündung (apikale Ostitis) kann die relativ dünne Knochenschicht des Kieferhöhlenbodens durchbrochen werden und so zu einer eitrigen Entzündung der gesamten Kieferhöhle führen. Von der Zahnwurzel ausgehende Zysten können den Boden der Kieferhöhle durchbrechen und ebenfalls zu Entzündungen führen. Auch bei der Zahnextraktion kann die Kieferhöhle eröffnet werden oder abgebrochene infektiöse Wurzelreste in die Kieferhöhle gelangen. In seltenen Fällen können auch Polypen oder Tumore sich bilden. Unbehandelt kann die Entzündung auch auf die anderen Nasennebenhöhlen übergreifen.
Symptome
Man unterscheidet zwischen einer akuten und einer chronischen Kieferhöhlenentzündung. Bei einer akuten Entzündung der Kieferhöhle entstehen starke Schmerzen und ein Ausfluss aus der entsprechenden Nasenöffnung. Die Absonderungen sind entweder schleimig oder eitrig, je nach der Ursache und Schwere der Infektion. Eine erhöhte Körpertemperatur ist ebenfalls zu messen. Bei einer chronischen Kieferhöhlenentzündung bemerkt der Patient neben dem Nasensausfluss auch ein Druckgefühl. Ursache ist eine verdickte Schleimhaut, die auch den Ausgang zur Nase verschließen kann. Nachts gelangen die Absonderungen durch die horizontale Lage auch in den Rachenraum.
Diagnose
Neben den Beschwerden des Patienten zeigt die Röntgenaufnahme eine Verschattung der Kieferhöhle. Mittels einer Lichtquelle im geschlossenen Mundraum kann ebenfalls eine Verschattung festgestellt werden. Dazu kommen die Absonderungen aus der Nase.
Therapie

- Zahnhöhle
Durch die Verbindung zur Nase können Spülungen durchgeführt werden. Zusätzlich können Dampfbäder Erleichterung bringen, aber die beste Therapie stellt die Anwendung von Antibiotika dar. Mittels eines Antibiogramms wird das Antibiotikum ermittelt, das die beste Wirkung zeigt. Dieses wird entweder direkt in die Kieferhöhle appliziert oder durch die Einnahme von Tabletten. Ist nach einer Zahnextraktion eine Verbindung zwischen der Kieferhöhle und dem Mundraum hergestellt, muss der Defekt durch einen Schleimhautlappen geschlossen werden. Bei einer in die Kieferhöhle gelangten Zahnwurzel, ist eine chirurgische Therapie notwendig. Tumore und Polypen verlangen ebenfalls eine chirurgische Therapie. Dabei wird die Kieferhöhle vom Mundraum aus eröffnet, der Fremdkörper entfernt und die entzündete Schleimhaut ausgeräumt. Die Öffnung zum Nasengang wird erweitert, damit die Sekrete besser abfließen können. Es erfolgt eine Tamponade, die nach einigen Tagen wieder entfernt werden kann.
Prophylaxe
Bei einem Schnupfen ist allzu starkes „Schneuzen“ zu vermeiden, damit keine Keime durch den Verbindungsgang in die Kieferhöhle gelangen können. Eitrige Entzündungen der Wurzelspitzen sind zu entfernen, entweder durch Extraktion des betreffenden Zahnes oder durch eine Wurzelspitzenresektion.
Prognose
Die Ausheilung einer entzündeten Kieferhöhle ist dank der Therapie mit Antibiotika oder einer operativen Versorgung sehr gut.
Zahnimplantate
Die Ausdehnung der Kieferhöhle stellt für das Einsetzen eines Implantats im Seitenzahnbereich manchmal ein Hindernis dar, wenn nicht genügend Knochenmaterial zur Verfügung steht. Dies ist dann der Fall, wenn nach Zahnentfernungen oder Knochenabbau die Kieferhöhle sich gesenkt hat. Dann muss durch die Erhöhung (Sinuslift) des Kieferhöhlenbodens durch körpereigenen Knochen oder Knochenersatzmaterial, Platz für das Einsetzen des Implantats geschaffen werden.
Zusammenfassung
Die Kieferhöhle ist paarig angelegt und befindet sich innerhalb des Oberkiefers. Ihre Ausdehnung ist sehr variabel und stellt daher bei der Implantation oft ein Hindernis dar. Entzündungen der Kieferhöhle können entweder von der Nase als auch von den Zähnen ausgehen. Die Therapie besteht entweder aus der Gabe von Anibiotika oder durch operative Eingriffe.
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