Anatomie Zahn

Synonyme

Zähne, Zahnkrone, Zahnwurzel, Zahnschmelz, Zahnfleisch

Medizinisch: Dens

Englisch: tooth

Lesen Sie auch:

Einleitung

Die Anatomie ist die Wissenschaft, die sich mit der Form und dem Bau des Körpers und seiner Teile beschäftigt. Was für den ganzen menschlichen Körper gilt, ist auch für seine einzelnen Teile anwendbar, also auch für den Zahn. Hier gelangen Sie zur Zahnmedizin.

Die Zahnkrone

Abbildung Zahn

Beim Zahn unterscheidet man zwischen den sichtbaren und den nicht sichtbaren Anteilen. Der sichtbare Teil, der über dem Zahnfleisch steht und in die Mundhöhle ragt, wird als Zahnkrone bezeichnet. Die äußerste Schicht, sozusagen der Überzug der Krone,  ist der Zahnschmelz, er besteht aus Hydroxylapatit, einem anorganischen Material, das nur 1-2% organische Substanz enthält. Das Hyddroxylapatit hat eine prismatische Struktur, wodurch es eine gewisse Transparenz erhält.
Der Zahnschmelz ist die härteste Substanz des Körpers. Unter dem Schmelz befindet sich eine zweite wesentlich weichere Schicht, die Dentin genannt wird. Das Dentin oder auch Zahnbein ist wesentlich weicher als der Schmelz, aber härter als Knochen und mit feinen Dentinkanälchen durchzogen, in denen sich Ausläufer der Knochen bildenden Zellfortsätze befinden. Beide Schichten sind nicht mit Blut versorgt. Sie können also nicht bei Beschädigungen vom Körper wiederhergestellt werden.
Ganz im Innern des Zahnes befindet sich das Zahnmark, Pulpa genannt.  Die Pulpa enthält Bindegewebe, Blutgefäße und Nerven und ist mit dem gesamten Organismus verbunden. Die Form der Pulpa ähnelt in etwa der des Dentins. Im Laufe des Alters verkleinert sich die Pulpa durch Anbau von Sekundärdentin.




Der Zahnhals

Abbildung Zähne

Der zwischen Krone und Wurzel befindliche Teil des Zahnes wird Zahnhals genannt. Es handelt sich um den normalerweise vom Zahnfleisch ringsum bedeckten Teil des Zahnes, am Übergang von der Zahnkrone zur Zahnwurzel. An dieser Stelle befindet sich auch die Zahnfleischfurche (Sulcus), an der sich zuerst die bakteriellen Beläge ansiedeln und die daher für Karies besonders anfällig ist.
Lesen Sie auch Schmerzen am Zahnhals

Kronenform und Wurzelanzahl

Die einzelnen Zähne haben verschiedene Aufgaben bei der Aufbereitung der Nahrungsmittel (siehe auch: Ernährung). Die Bezeichnungen sind im Ober- und Unterkiefer identisch, so haben wir für jede Kieferhälfte  jeweils 4 keilförmige Schneidezähne (Incisivi), je 2 Eckzähne (Canini) je 4 kleine Mahlzähne (Prämolaren) 4 Mahlzähne (Molaren). Dazu kommen noch 2 sogenannte Weisheitszähne. Insgesamt umfasst das bleibende Gebiss des Erwachsenen 32 Zähne. Die Anzahl der Wurzeln ist jedoch zum Teil im Ober- und Unterkiefer unterschiedlich. Alle Schneide- und Eckzähne haben in beiden Kieferhälften  nur eine Wurzel. Dagegen hat im Oberkiefer der erste Prämolar zwei und der zweite eine Wurzel. Die Molaren haben drei Wurzeln. Im Unterkiefer besitzen die Molaren nur zwei Wurzeln. Die Anzahl der Wurzeln bei den Weisheitszähnen kann zwischen einer und vier Wurzeln differieren. Die Oberflächen der Prämolaren und der Molaren sind mit Höckern und Rinnen ausgestattet. Durch diese Oberflächengestaltung wird die Zerkleinerung der Nahrung begünstigt. Siehe auch Kieferorthopädie.

Die Zahnwurzel

Wurzel Zahn

Der nicht sichtbare Anteil vom Zahn ist die Zahnwurzel, die sich in der Alveole befindet. Sie besteht aus Dentin mit einer dünnen äußeren Beschichtung, dem Zahnzement. Bindegewebige Fasern, die Wurzelhaut (Parodontium) verbinden den Zement mit dem Knochen  und befestigen ihn so in der Alveole. Das Parodontium ist also der Befestigungs- und Aufhängeapparat, der den gewaltigen Kaudruck auszuhalten hat. Im Innern der Zahnwurzel verläuft ein sogenannter Wurzelkanal, in dem die Blutgefäße und Nervenfasern aus der Pulpa bis ans Ende der Wurzel, dem Apex, verlaufen, dort austreten und so die Verbindung mit dem Gesamtorganismus herstellen. Bei einwurzeligem Zahn ist diese gerade, während bei mehrwurzeligem  Zahn die Wurzeln mehr oder minder leicht gebogen sein können.

Das Milchgebiss

Der Zahn des Milchgebisses entsprecht in seinem Aufbau und Form denen des bleibenden Gebisses. Mit der Ausnahme, dass die  Prämolaren fehlen, an deren Stelle stehen die Milchmolaren. Auch gibt es keine Weisheitszähne. Durch das Fehlen einiger Zähne besteht das Milchgebiss lediglich aus 20 Zähnen. Natürlich sind die Milchzähne viel kleiner und die einzelnen Schichten von Schmelz und Dentin wesentlich dünner, was sie auch stärker anfällig gegen Karies macht. Die Wurzeln der Milchzähne werden nach und nach resorbiert bis nur noch die Krone übrig bleibt und der Zahn ausfällt, um dem bleibenden Zahn Platz zu machen.

Zusammenfassung

Die 32 Zähne des Erwachsenen unterscheiden sich je nach ihren Aufgaben bei der Nahrungsaufnahme und Zerkleinerung sowohl in der Form der Zahnkronen als auch der Anzahl der Zahnwurzeln. Der Zahnaufbau besteht aus drei Bestandteilen, dem Zahnschmelz, dem Zahnbein und dem Zahnmark. Das Milchgebiss umfasst 20 Zähne, die in ihrer Anatomie den bleibenden Zähnen identisch sind, nur in kleinerer Ausgabe.

Weitere Informationen

Eine Übersicht aller bereits veröffentlichten Themen aus dem Bereich der Zahnmedizin finden Sie unter Zahnmedizin A-Z



Wie gut ist Ihr antomisches Wissen?

Beantworten Sie 30 Fragen aus allen Bereichen der Anatomie und erlernen Sie dabei wichtige anatomische Begriffe.
Wir wünschen viel Erfolg.
zum Anatomie Quiz



Das könnten Sie jetzt auf Dr-Gumpert.de machen!

Unser Buch bestellen

Ins Forum gehen

Selbsttest

Anatomiequiz

Photo schicken

Ihre Meinung ist uns wichtig!

Das ganze Dr-Gumpert.de Team, das diese Seite mit viel Engagement in knapper Freizeit betreut, bedankt sich bei allen Unterstützern.

Wenn Ihnen dieses Seite gefallen hat, drücken Sie:

Und zuletzt unterstützen Sie uns, wenn Sie uns mit dem "Google Plus One Button" positiv bewerten:





Autor: Dr.Wolfgang Weinert      |     Letzte Änderung: 27.12.2011