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Karies
Einleitung
Caries deutsch Karies, engl. Decay ist die weltweit am meisten verbreitete Krankheit. Besonders in Ländern, in denen Zuckerrohr angebaut wird wie Südamerika, Kuba oder Mauritius tritt sie besonders häufig auf, weil die Bevölkerung wegen der Süße gern das Zuckerrohr kaut.
Was ist Karies
Die Karies, auch Zahnfäule genannt, ist ein chemisch- parasitärer Prozess. Dabei wirken organische, durch Bakterien erzeugte Säuren und Bakterien direkt zusammen und führen zur Zerstörung der Zahnhartsubstanz. Die Karies zerstört den Zahnschmelz und das Zahnbein, Dentin genannt (siehe auch Anatomie Zahn), fortschreitend, ohne die Möglichkeit der körpereigenen Regeneration, da eine Blutversorgung in diesem Gebiet nicht vorhanden ist. Die für die Entstehung von Säuren verantwortlichen Bakterien sind solche, die Zucker aufnehmen und durch ihren Stoffwechsel Säure erzeugen. Der Hauptkeim ist Streptococcus mutans, der allerdings nicht von der Geburt an in der Mundhöhle vorhanden ist, sondern erst durch den innigen Kontakt mit der Mutter, zum Beispiel durch Küssen, übertragen wird. Die Karies ist also eine Infektionskrankheit.
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Wie entsteht Karies?
Durch die Aufnahme von Nahrungsmitteln (siehe auch Ernährung), die in den meisten Fällen auch Zucker enthalten, wenn auch vielfach versteckt, werden die Bakterien ständig angeregt, Säure zu erzeugen. Dabei wird aber nicht immer gleich Karies entstehen, da der Speichel mit seinem Gehalt an Calcium in der Lage ist, die ersten Anfänge der Entkalkung zu reparieren. Erst wenn der Säureangriff stärker als die Remineralisation ist, kommt es zur Ausbildung von Karies. Dabei wird zunächst der Schmelz entkalkt, was sich durch eine weiße Verfärbung bemerkbar macht. In diesem Stadium, bei dem die oberste Schmelzschicht noch intakt ist, können Fluoridgaben den Prozess noch aufhalten. Ist die oberste Schicht jedoch bereits durchbrochen, ist das Fortschreiten der Zerstörung nicht mehr aufzuhalten.
Die kariöse Auflösung des Zahnschmelzes setzt sich fort und erreicht das Dentin, also das im Vergleich zum Schmelz weichere Zahnbein. Dieser Prozess benötigt einige Zeit. Da das Dentin nicht so widerstandsfähig wie der Zahnschmelz ist, verläuft die Karies im Dentin schneller aber unaufhaltsam weiter und unterminiert dabei den Schmelz. Dies zeigt sich in einer dunklen Verfärbung. Der unterminierte Schmelz wird so dünn, dass er einbricht. Spätestens jetzt wird das Ausmaß der Zerstörung erkennbar. Röntgenaufnahmen können den Befund bestätigen. Als Karies profunda wird die noch tiefer gehende Karies bezeichnet. Durch das Dentin laufen feine Kanäle, in denen sich Nervenfasern befinden, die bis ins Zahnmark reichen. Das ist der Grund, weshalb jetzt Schmerzen auftreten, besonders auf süß, da die Bakterien Säure erzeugen, aber auch auf Temperaturreize. Wird nichts unternommen geht die Zerstörung des Zahnes weiter fort und erreicht die Pulpa, das Zahnmark mit seiner Blut- und Nervenversorgung. Nach heftigen Schmerzen geht die Pulpa zugrunde und letztendlich kann der Zahn verloren sein. Bei jüngeren Menschen ist die Karies der häufigste Grund für den Verlust von Zähnen, bei den Älteren die Erkrankungen des Zahnhalteapparates.
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Auftreten
Die Häufigkeit des Auftretens von Karies kann von Mensch zu Mensch verschieden sein. Es gibt Personen, die selten oder nie Karies bekommen und andere, bei denen kariöse Defekte gehäuft auftreten. Warum das so ist, ist nicht ganz geklärt, man nimmt an , dass es sich um genetische Einflüsse handelt, die für diese Unterschiede verantwortlich sind. Besonders gehäuft tritt Karies auf, wenn der Speichelfluss zu gering ist. Dies ist zum Beispiel nach Röntgenbestrahlung im Kopfbereich der Fall. Bestimmte Areale der Zähne sind besonders anfällig für den Beginn eines kariösen Geschehens. Dies sind die Zahnzwischenräume, die Zahnoberflächen und die Zahnhälse. Hier kann sich Zahnbelag besonders gut ansammeln und ist schwieriger zu entfernen. Besonders in den Zahnzwischenräumen kann die Erkennung einer Karies erschwert sein, da die ersten Anzeichen durch Zahnfleisch verdeckt sein können. Auch Zahnfehlstellungen (Gebissanomalien) begünstigen das Auftreten von Karies.
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Therapie
Die Therapie der Karies besteht in der totalen Entfernung des infizierten Gewebes und anschließender Versorgung mit einer Füllung/ Füllungstherapie zur Schließung des Defektes. Dabei stehen uns geeignete Füllungsmaterialien zur Verfügung. Im Seitenzahnbereich am optimalsten Gold oder Keramik als Inlay, dazu als plastische Materialien Amalgam oder Kunststoff, sogenannte Komposite. Im Frontzahnbereich zahnfarbene Kunststoffe.
Prophylaxe
Die für die Entstehung von Karies verantwortlichen Bakterien sammeln sich im Zahnbelag, der sich zwischen Zahn und Zahnfleischrand bildet, an. Deshalb ist es für die Prophylaxe wichtig, diesen Zahnbelag mittels Zahnbürste, Zahnpasta und Zahnseide zu entfernen. Denn es gilt der Spruch: „ Ein sauberer Zahn wird nicht krank „. Theoretisch könnte man auch durch tägliches Spülen mit Antibiotika oder Antiseptika eine Ausschaltung der gefährlichen Bakterien erreichen. Dies würde aber die gesamte Mundflora in Unordnung bringen und zusätzlich zu Resistenzen der Bakterien führen. Deshalb ist dieser Weg nicht gangbar. Da aber Fluoride die Widerstandskraft des Zahnschmelzes gegen Säureangriffe stärken, sollten in jedem Fall fluoridhaltige Zahnpasten oder Spüllösungen Verwendung finden. Fluoride verstärken auch den remineralisierenden Effekt des Speichels. Die einfachste und billigste Möglichkeit Fluorid zu verabreichen wäre die Fluoridgabe durch das Trinkwasser. Diese Art der Fluoridzufuhr ist jedoch in Deutschland vom Gesetzgeber her nicht erlaubt, da es sich dabei um eine Zwangsmedikation handelt. Ein anderer Weg wäre der gänzliche Verzicht auf Zucker, aber dies ist sicherlich auch nicht möglich. Eine vielversprechende Maßnahme ist die besonders in Skandinavien geübte Verwendung von Xylit anstelle von Zucker. Xylit kann vom Streptococcus mutans nicht aufgenommen und verarbeitet werden, und es kommt letztendlich zum „Verhungern „ dieses für die Karies verantwortlichen Keimes. Xylit ist aber teuer und deshalb nicht in allen Nahrungsmitteln zu verwenden. Zur Zeit ist es hauptsächlich ein Bestandteil von Kaugummis. Bei Jugendlichen, deren Seitenzähne noch nicht von Karies befallen sind, bietet sich eine Versiegelung der besonders gefährdeten Zahnoberflächen an. Dabei werden die Grübchen mit Kunststoff aufgefüllt und so gegen Säureangriffe geschützt. Diese prophylaktische Maßnahme hat sich bestens bewährt.
Zusammenfassung
Die Karies ist eine weltweit verbreitete Infektionskrankheit. Organische Säuren und Bakterien sind die auslösende Ursache für die Zerstörung der Zahnhartsubstanz. Die im Zahnbelag befindlichen Bakterien verarbeiten den Zucker zu aggressiven organischen Säuren. Die Therapie besteht in der totalen Entfernung des infizierten Gewebes und anschließender Füllung mit geeigneten Materialien. Die Prophylaxe umfasst die Entfernung der Zahnbeläge durch sorgfältig durchgeführter Mundhygiene, für die das notwendige Instrumentarium zur Verfügung steht.
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