Inhalt:
Speichelstein
Einleitung
Wohl jeder kennt die Nierensteine und die Gallensteine, die die ableitenden Harn- bzw. Gallenwege verstopfen und dabei große Schmerzen, als Nieren- oder Gallenkoliken bekannt, erzeugen. Weniger bekannt ist, dass sich auch in den Ausführungsgängen der Speicheldrüsen Steine ausbilden können.
Speicheldrüsen
Die Mundhöhle ist mit feuchter Schleimhaut ausgekleidet. Die ständige Feuchtigkeit wird durch den von Speicheldrüsen produzierten Speichel gewährleistet. Im wesentlichen haben wir im Mund 3 paarig angelegte Speicheldrüsen. Es sind die Ohrspeicheldrüse (Glandula parotis), die Unterzungenspeicheldrüse (Glandula sublingualis) und die Unterkieferspeicheldrüse (Glandula submandibularis). Kleine Zungenspeicheldrüsen (Glandulae lingualis) spielen bei der Steinbildung keine Rolle. Der von den einzelnen Drüsen erzeugte Speichel ist von unterschiedlicher Konsistenz. Diese reicht von zähflüssig bis dünnflüssig. Nicht nur der Befeuchtung dient der Speichel, er hat auch noch andere Funktionen. So enthält er Calcium und Fluorid (siehe auch: Fluoridierung) zur Remineralisierung und Härtung des Zahnschmelzes und ein Verdauungsenzym, das die Aufspaltung der Kohlenhydrate einleitet. Schließlich macht er auch die Speisen schlüpfrig, damit sie besser geschluckt werden können.
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Speichelstein
Neben anderen Erkrankungen der Speicheldrüsen - wie z.B. Entzündungen - ist wohl die als Mumps bezeichnete der Ohrspeicheldrüse am bekanntesten Sie hat allerdings nichts mit Speichelsteinen zu tun, denn es handelt sich hierbei um eine Virusinfektion. In den Ausführungsgängen der Speicheldrüsen können sich aber auch harte Konkremente bilden, die als Speichelstein (Sialolith) bezeichnet werden. Ein Speichelstein tritt gewöhnlich nur einseitig auf. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Speichelstein gebildet hat, ist bei den 3 Drüsen verschieden. Am häufigsten ist die Unterkieferspeicheldrüse betroffen.
Es folgt die Ohrspeicheldrüse und am geringsten die Unterzungenspeicheldrüse. Das Auftreten von Speichelsteinen ist eher selten, auf 1.000.000 Einwohner kommen ca. 40 Fälle. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Hauptsächlich im mittleren Lebensalter treten Speichelsteine auf. Äußerst selten können sich aber auch Speichelsteine schon im Kindesalter bilden. Die Größen der Speichelsteine bewegen sich zwischen 1 und 5 Millimetern. Sie wachsen relativ langsam, ungefähr 1 Millimeter pro Jahr. Die Steine bestehen aufgrund der Zusammensetzung des Speichels sowohl aus organischen als auch anorganischen Bestandteilen.
Ursachen
Als Ursache für die Speichelsteinbildung kommen unterschiedliche Faktoren infrage. Eine der Hauptursachen ist die verminderte Speichelbildung infolge ungenügender Flüssigkeitszufuhr oder eine geänderte Zusammensetzung des Speichels. Genau ist die eigentliche Ursache nicht bekannt, aber es ist wahrscheinlich, dass sich zunächst kleine Kristallisationskerne bilden, die sich im Ausführungsgang festsetzen und dann nach und nach vergrößern. Da die Ausführungsgänge der Speicheldrüsen sehr eng sind, können die Konkremente ab einer gewissen Größe nicht mehr mit dem Speichelfluss abfließen und die Steinbildung beginnt.
Symptome
Solange die Steine noch klein sind und den Durchfluss des Speichels nicht wesentlich behindern, wird der Patient nichts bemerken. Dies ändert sich mit dem Anwachsen der Steine. Da der Speichel nicht abfließen kann, kommt es zum Rückstau und damit zu einer Schwellung, die der Patient bemerkt. Außerdem treten beim Essen und sogar schon bei Gedanken an gutes Essen Schmerzen auf. Die Schmerzen werden bei einer Entzündung der Speicheldrüse verstärkt.
Diagnose
Der Patient wird von der chwellung und Schmerzen, besonders beim Essen, berichten. Dies ist bereits ein Hinweis für den untersuchenden Zahnarzt. Dieser kann in den meisten Fällen durch Tasten und durch eine Röntgenaufnahme die endgültige Diagnose stellen. Weitere Möglichkeiten der Diagnostik sind Untersuchungen mit Ultraschall und, wenn möglich, die Endoskopie. Aber die manuelle Untersuchung und das Röntgenbild sollten genügen, um die Diagnose „Speichelstein „ zu stellen. Differenzialdiagnostisch muss ein Tumor ausgeschlossen werden. Lesen Sie auch unser Thema zahnärztliche Diagnostik
Therapie
Die Therapie richtet sich nach der Größe des Steins und seiner Lage. Am Günstigsten ist es, wenn der Speichelstein am Ende des Ausführungsganges liegt und nicht allzu groß ist. Dann kann man versuchen der Stein durch Massage zu entfernen. Gelingt dies nicht, kann ein kleiner Schnitt das Herausdrücken begünstigen. Ist der Stein aber zu groß oder zu weit innerhalb des Ganges, kann man versuchen, mit Ultraschall den Stein zu zertrümmern und die Bruchstücke durch vermehrten Speichelfluss zu entfernen. Zur Anregung des Speichelflusses können saure Lebensmittel oder Säfte benutzt werden. Wenn alle diese Maßnahmen nicht zum Erfolg führen, kommt nur noch eine Operation infrage. Dabei kann es zum Verlust der gesamten Speicheldrüse kommen, insbesondere dann, wenn eine chronische Entzündung vorliegt. Da aber 6 Drüsen vorhanden sind, können die verbliebenen 5 Speicheldrüsen ausreichend Speichel erzeugen.
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Prognose
Mit der Entfernung des Speichelsteines und eventuell der gesamten Drüse, ist die Erkrankung beseitigt und aufgrund der verbliebenen Drüsen ist ausreichend Speichel vorhanden. Die Gefahr eines erneuten Auftretens eines neuen Speichelsteines ist jedoch vorhanden, weil bei diesen Patienten eine Neigung zum Auftreten neuer Speichelsteine besteht.
Prophylaxe
Zur Prophylaxe sollte man ausreichend Flüssigkeitszufuhr anstreben, damit eine ständige gute Durchspülung der Speicheldrüsen gewährleistet wird. Grundkrankheiten, die eine Steinbildung begünstigen könnten wie Diabetes oder Gicht, sollten natürlich therapiert werden.
Zusammenfassung
Speichelsteine sind im Vergleich zu Nieren- und Gallensteinen eher selten. Sie treten auf, wenn der Speichel infolge unzureichender Flüssigkeitszufuhr eingedickt wird oder sich Kristallisationskerne gebildet haben, die nicht ausgespült werden und sich nach und nach vergrößern. Die Diagnose erfolgt durch Abtasten, Röntgen oder Ultraschall. Die Therapie besteht im günstigsten Fall durch Ausmassieren oder Zertrümmern mit Ultraschall. Bei sehr großen Steinen oder ungünstiger Lage ist die Entfernung der Drüse durch Operation die Methode der Wahl. Die Prognose ist gut, da die restlichen Speicheldrüsen genügend Speichel erzeugen.
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