Inhalt:
Zahnschmelz
Synonyme

- Zahnschmelz
Einleitung
Der in der Mundhöhle sichtbare Teil des Zahnes ist die Zahnkrone. Sie ist vollständig vom Zahnschmelz (Substantia adamantina), engl. Enamel, überzogen, und schützt den Kern des Zahnes, das Zahnbein (Dentin). Er bestimmt die äußere Form der Zahnkrone. Dieser Zahnschmelz ist die härteste Substanz des Körpers und besteht zu 98% aus anorganischen Bestandteilen, dem Hydroxylapatit und ist daher kein Nährboden für Bakterien. Der Zahnschmelz ist so hart, dass der Zahnarzt ihn nur mit rotierenden Instrumenten bearbeiten kann, die mit Diamantkörnern besetzt sind. Der Hydroxylapatit ist in 6-eckigen Prismen angeordnet. Die senkrecht im 90° Winkel zur Oberfläche stehen. Zwischen den einzelnen Schmelzprismen des Zahnschmelz befindet sich eine organische Kittsubstanz, diese macht die restlichen 2% aus. Da der Zahnschmelz nicht durchblutet ist, kann einmal zerstörter Zahnschmelz nicht wieder aufgebaut werden und ist unwiederbringlich verloren. Auch Nerven sind im Schmelz nicht vorhanden, sodass auch keine Schmerzen entstehen können, wenn bei einer Karies nur der Zahnschmelz zerstört wird. Erst wenn der kariöse Prozess das Dentin erreicht, treten Schmerzen auf, da das Dentin von Kanälchen durchzogen ist, in denen Nervenfasern verlaufen, die den Schmerz zum Zahnmark weiterleiten.
Schmelzbildung

- Abbildung Zahnschmelz
Die Entwicklung des Zahnschmelzes beginnt bereits im Kieferknochen vor dem Durchbruch in die Mundhöhle. Beim Durchbruch ist er abgeschlossen. Die Zellen, die den Schmelz erzeugen heißen Ameloblasten oder Adamantoblasten. Nachdem die Schmelzbildung abgeschlossen ist, gehen die Ameloblasten zugrunde, da sie weiterhin nicht mehr gebraucht werden. Bei der Schmelzbildung kann Fluorid in den Hydroxylapatit eingebaut werden. Dies ist möglich durch die Gabe von niedrigen Dosen von Fluoridtabletten bei den Kindern. Zu hohe Gaben von Fluorid kann zur so genannten Fluorose führen. Dabei kommt es zu Verfärbungen des Schmelzes, die zwar nicht den Schmelz zerstören, aber die Kosmetik beeinflussen. Daher sollten die Dosierungsangeben des Zahnarztes unbedingt befolgt werden.
Zahnschmelzoberhäutchen
Auf der Oberfläche des Zahnschmelzes bildet sich das Zahnschmelzoberhäutchen. Es handelt sich um einen dünnen Film aus organischen Material, der auch die restlichen Oberflächen in der Mundhöhle bedeckt. Beim Zähne putzen wird dieser Belag vom Schmelz entfernt, bildet sich aber schnell wieder aus Bestandteilen des Speichels. Das Oberhäutchen ist etwas völlig anderes als die bakterielle Plaque. Es hat keine krank machende Bedeutung.
Zahnschmelz und Karies
Obwohl der Zahnschmelz die härteste Substanz des Körpers darstellt, ist er nicht unangreifbar. Bakterien in den Zahnbelägen erzeugen Säuren, die den Zahnschmelz angreifen. Seltsamerweise beginnt eine solche Zerstörung nicht an der Oberfläche des Schmelzes, sondern dicht darunter ohne dass die oberste Schicht einbricht. In dieser Situation kann der Prozess mit Hilfe einer Fluoridierung noch repariert werden. Ist jedoch die Oberfläche erst zerstört, schreitet die Karies weiter fort und kann nur durch eine Zahnfüllung gestoppt werden. Auch saure Fruchtsäfte greifen den Zahnschmelz an, indem sie die Oberfläche anrauen. Werden dann die Zähne geputzt, so kommt es zur Abtragung der angerauten Schicht. Daher sollte nach dem Genuss von sauren Säften immer eine Weile mit dem Zähneputzen gewartet werden.
Amalogenesis imperfecta
Wie bei der Fluorose kommt es bei der Amalogenesis imperfecta ebenfalls zu Braunverfärbungen des Schmelzes. Diese sind das Produkt einer unvollständigen Schmelzbildung. Die Ursache liegt in einer meist erblich bedingten Fehlbildung bei der Schmelzbildung. Der Rest des Zahnes ist normal ausgebildet. Da die Fehlbildung kosmetisch stört, muss sie durch prothetische Maßnahmen beseitigt werden.
Schmelzhypoplasie
Ebenfalls eine Entwicklungsstörung ist die Schmelzhypoplasie. Im Zahnschmelz sind weißliche Flecken eingelagert. Die Schmelzhypoplasien können hauptsächlich entstehen, wenn der Kalkhaushalt nicht in Ordnung ist. Bei der heutigen Rachitisprophylaxe mit Vitamin D ist aber die Entstehung von solchen Hypoplasien selten geworden. Auch Infektionskrankheiten oder Ernährungsstörungen können zu Hypoplasien des Zahnschmelz führen. Aus der Lage der Flecken im Schmelz kann man Rückschlüsse ziehen, zu welchem Zeitraum der Schmelzentwicklung diese Störungen aufgetreten sind.
Zusammenfassung
Der Zahnschmelz bedeckt die Oberfläche der Zahnkrone und schützt sie vor äußeren Einflüssen. Er ist die härteste Substanz des Körpers und besteht zu 98% aus anorganischen Substanzen, dem Hydroxylapatit. Er verdankt seine Entstehung den Adamantoblasten. Während der Entwicklungsphase können Störungen auftreten, die später zu farblichen Veränderungen des Schmelzes führen. Säuren greifen den Zahnschmelz an und führen zu dessen Zerstörung. Fluoride können die Löslichkeit des Zahnschmelzes verringern.
Weitere Informationen
Eine Übersicht aller bereits veröffentlichten Themen aus dem Bereich der Zahnmedizin finden Sie unter Zahnmedizin A-Z
Das könnten Sie jetzt auf Dr-Gumpert.de machen!
Ihre Meinung ist uns wichtig!




