Zahnstein

Einleitung

Der wesentliche Unterschied von Haut und Schleimhaut  besteht darin, dass die Haut trocken und die Schleimhaut feucht ist. Die Mundhöhle ist ganz mit  Schleimhaut ausgekleidet, die durch den Speichel ständig befeuchtet wird. Der Speichel enthält neben anderen Bestandteilen auch Mineralien, die für die Bildung von Zahnstein verantwortlich sind.




Was ist Zahnstein?

Zahnstein ist eine harte und sehr fest haftende Ablagerung an den Zahnkronen als Folge der Ausfällung von Calcium aus dem Speichel, vermischt mit Bakterien und  Schleimhautzellen. Er entsteht durch die Verkalkung der Zahnbeläge. Besonders stark bildet sich Zahnstein an den Innenflächen der unteren Frontzähne und an der Wangenseite des ersten Mahlzahns. Der Grund hierfür ist die Tatsache, dass die Ausführungsöffnungen der Speicheldrüsen einmal unter der Zunge gegenüber den unteren Frontzähnen und zum anderen gegenüber dem ersten Mahlzahn liegen. Der Beginn des Zahnsteinansatzes liegt immer am Zahnhals, dort, wo sich auch die Zahnbeläge  zuerst festsetzen. Nicht nur wir Menschen können Zahnstein haben, sondern auch unsere Haustiere Hund und Katze entwickeln Zahnstein, besonders wenn sie nur weiches Dosenfutter bekommen. Die Folgen sind übler Mundgeruch und entzündetes Zahnfleisch. Der Tierarzt wird den Zahnstein unter Narkose beseitigen.

Der Zahnstein ist porös und in den Hohlräumen können sich die Bakterien sammeln und vermehren. Die Oberfläche des Zahnsteins ist rau und deshalb gut geeignet, dass sich weitere Plaque anlagert und nach ihrer Verkalkung den Zahnstein immer weiter wachsen lässt. Wird er nicht entfernt, überwächst er den Zahn und das Zahnfleisch. Auf den Innenflächen der unteren Frontzähne entsteht so eine richtige Mauer von Zahnstein, die auch die Zahnzwischenräume durchdringen kann und so auch auf der Vorderseite sichtbar wird. Die Farbe des Zahnsteins variiert von grau bis braun. Bei Zigarren- oder Pfeifenrauchern kann er durch den Teer dunkel bis schwärzlich werden. Diese Form des Zahnsteins wird als supragingivaler Zahnstein bezeichnet, da er sich oberhalb des Zahnfleisches  befindet. Die Zahnsteinbildung ist nicht bei allen Menschen gleich. Es gibt Personen, die sehr schnell neuen Zahnstein aufweisen und andere, bei denen nur sehr wenig Zahnstein entsteht. Wahrscheinlich liegt es an der Zusammensetzung des individuellen Speichels, ob man zu der einen oder anderen Gruppe gehört. Auch bei der Entfernung des Zahnsteins gibt es Unterschiede. Mancher lässt sich relativ leicht entfernen, anderer sitzt äußerst fest.

Aber auch in den Zahnfleischtaschen kann sich Zahnstein bilden. Da er sich unterhalb des Zahnfleisches  befindet, wird er als subgingivaler Zahnstein bezeichnet oder als Konkrement. Dieser Zahnstein ist härter als der Supragingivale und hat eine dunklere Farbe. Auch er bildet sich aus verkalkten Belägen, aber seine Mineralisation bezieht er nicht aus dem Speichel, sondern aus entzündlichen Gewebssekreten. Die Konkremente sind äußerst fest an der Zahnwurzel befestigt und werden durch Neuauflagen von Belägen immer umfangreicher.

Wie gefährlich ist Zahnstein?

Der Zahnstein selbst ist nicht gefährlich, aber er schafft ausgezeichnete Voraussetzungen für die Anlagerung neuer Zahnbeläge, die wiederum eine Gefährdung hauptsächlich für das Zahnfleisch darstellen. Die bakterienhaltigen Beläge bekommen mit Hilfe des Zahnsteins einen engen Kontakt mit dem Zahnfleisch, besonders an der Unterseite, dies führt zu Entzündungen der Gingiva. Und damit zum Beginn einer Gingivitis und sogar Parodontitis (siehe hierzu auch Parodontose).

Therapie

Durch die häusliche Zahnpflege kann der Zahnstein nicht beseitigt werden, das kann nur in der zahnärztlichen Praxis geschehen. Der Zahnarzt wird den Zahnstein mit Hilfe von Ultraschall von den Zähnen absprengen. Da dadurch Hitze entsteht, muss ständig mit Wasser gekühlt werden Außerdem kommen auch noch Handinstrumente zum Einsatz, mit denen noch die letzten Reste des Zahnsteins entfernt werden. Die Konkremente entfernt man ebenfalls mittels Ultraschall und mit sogenannten Scalern, Handinstrumente mit denen man die Konkremente von den Zahnwurzeln entfernt, zusammen mit den bakteriellen Belägen.




Prophylaxe

Die beste Prophylaxe ist die tägliche Zahnpflege und die professionelle Reinigung der Zähne (siehe professionelle Zahnreinigung). Denn wo kein Zahnbelag ist, kann sich auch kein Zahnstein bilden. Daneben gibt es auch Zahnpasten, die neben anderen Bestandteilen Pyrophosphat enthalten. Klinische Studien haben nachgewiesen, dass Pyrophosphat in der Lage ist, die Ausbildung von Zahnstein nicht vollständig zu verhindern, aber um ca. 30% zu verringern.

Entfernung Zahnstein

Der Zahnstein wird vom Zahnarzt mit Ultraschall oder Handinstrumenten entfernt. Der Patient / Betroffene kann Zahnstein nicht selbst entfernen.
Das Entfernen des Zahnsteins bereitet in der Regel keine größeren Schmerzen.

Zusammenfassung

Zahnstein bildet sich als Folge der Verkalkung der Zahnbeläge. Er ist wegen seiner rauen Oberfläche ein idealer Ansatzpunkt für neue Plaque. Wird er nicht entfernt, wächst er immer weiter. Aufgrund seiner Nähe zum Zahnfleisch erzeugt er eine Gingivitis. Entfernen lässt sich Zahnstein nicht durch häusliche Mundpflege, sondern nur durch den Zahnarzt. Plaquefreie Zähne sind die beste Vorbeugung vor Zahnstein. Hilfreich sind Zahnpasten, die Pyrophosphat enthalten.


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Autor: Dr. Wolfgang Weinert      |     Letzte Änderung: 18.01.2011